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Christian Montillon

Das Mord Medium

rezensiert von Thomas Harbach

Christian Montillons literarische Karriere hat als Lektor des Zaubermond- Verlages begonnen. Seine erste Veröffentlichung ist ein „Coco Zamis“ Roman gewesen. Nach diesem Erfolg hat sich Montillon sowohl bei „Professor Zamorra“ als auch „Jerry Cotton“ beworben. Für beide Serien des BASTEI- Verlages hat er geschrieben, im 22. Zaubermond Hardcover „Das Mord Medium“ verbindet Christian Montillon die beiden Genres – Mystik und Krimi. Es ist inzwischen Montillons vierter Professor Zamorra Roman im Zaubermond- Verlag.
Professor Zamorra erhält anonyme Briefe, in denen er aufgefordert wird sich in New York das zwielichtige Medium Elvira Montgomery näher anzusehen, dass gutgläubigen Kunden mit inszenierten Seancen das Geld aus der Tasche zieht.
Obwohl Merlins Stern keinerlei Reaktionen zeigt, schließt der Meister des Übersinnlichen eine magische Aktivität zuerst aus. Er sieht sie als Scharlatan an, diese Ignoranz ist aufgrund ihrer Heftigkeit vielleicht überraschend. Vor allem in Hinblick auf die vielen Erlebnisse Zamorras und seiner Helfer im Verlaufe von fast neunhundert Abenteuern.
Als bei einer dieser spiritistischen Sitzungen ein Handlanger der Montgomery scheinbar durch Zufall zu Tode kommt entscheidet sich der Parapsychologe den Fall weiterzuverfolgen, auch wenn es sich als gewöhnlicher Kriminalfall erweisen sollte. Es reizt ihn, einmal richtig Detektiv zu spielen und nicht nur mit Mumien, Monstren und Geistern zu kämpfen.
Der Hobbydetektiv ist allerdings überrascht, dass ihm Robert Trush vom NYPD die Zusammenarbeit vorschlägt. Allerdings stellt sich schon bald heraus, dass der Fall doch nicht so gewöhnlich ist, wie anfangs vermutet. Denn als Trush, Zamorra und seine Gefährtin Nicole vor der Leiche eines niedergeschossenen Mannes stehen, bei dessen Tod auch ein Helfer Elvira Montgomerys gesehen wurde, da entdecken die drei Gefährten, wie sich aus dem Einschussloch mehrere ekelhafte Tentakelwürmer herauswinden und die Menschen sofort attackieren. Dem Leser sind diese übernatürlichen Erscheinungen schon aus dem obligatorischen Prolog bekannt, der sich allerdings im Nachhinein anders dargestellt als vom Autor beschrieben. Hier zeigt sich, dass Phantastik immer noch gegenüber dem ordinären Krimi Vorteile hat.
Zamorra gerät er in einen fast klassischen Sumpf aus Intrigen, Erpressung, Lügen, einem Geheimnis aus nicht allzutiefer Vergangenheit und natürlich weiteren Morden. Das plötzlich auch seine Lebensgefährtin Nicole und er selbst gefährdet sind, gehört inzwischen zum guten Ton der Serie, mit trockener Ermittlungsarbeit alleine befriedigt man heute keinen Leser mehr.
Als Gesamtarbeit betrachtet mischt Christian Montillon mit dem vorliegend, wie gehabt unterhaltsam geschriebenen Roman das Krimigenre ein wenig auf. Die Idee, Professor Zamorra als Detektiv ermitteln zu lassen und dabei über weite Strecken das übersinnliche Element gänzlich zu streichen, ist eine Herausforderung für einen vielseitig begabten Schriftsteller. Das es im ersten Kapitel eine Bombe Frau und Kind bedroht und schließlich tötet, ist über weite Strecken die einzige Verbindung zu Hölle und Teufel. Mit den anonymen Hinweisen auf die Wahrsagerin beginnt die eigentliche Fußarbeit. Dabei zeigt sich Zamorra weniger als geduldiger Ermittler, sondern teilweise als klassischer Privatdetektiv. Unwillkürlich hat der Leser insbesondere im Mittelteil des Buches das Gefühl, als entspräche das Grundgerüst nicht einem Zamorra- Roman, sondern einem abgelehnten Krimi. Zu stark ist Zamorras Antipathie gegenüber der Wahrsagerin und zu gefestigt seine Meinung, dass es sich um eine Betrügerin handelt. Wer insbesondere die Heftromanserie verfolgt, wird immer wieder auf Beispiele stoßen, in denen sich die Antagonisten meisterlich tarnen konnten. In dieser Beziehung wirkt Zamorra ein wenig zu stur charakterisiert. Auch wäre es sinnvoller und vor allem interessanter gewesen, die eigentliche Handlung mehr als Verbeugung vor den vom Sherlock Holmes bis zum Film Noir gängigen Ideen des Kriminalgenres zu inszenieren. Insbesondere Nicole hätte mit einigen böse ironischen Kommentaren das Geschehen aufhellen und für den oft zynischen Humor sorgen können. Montillon spult zwar das Geschehen routiniert und präzise ab, das außergewöhnliche Element, die wirklich überraschende Idee oder Reaktion vermisst der Leser allerdings.
Unabhängig von dieser insbesondere für Christian Montillon trockenen, aber nicht schlechten Schreibe dosiert er sehr gekonnt Action- und ruhigere, aber notwendige Ermittlungsszenen. Immer wieder versucht er den Leser stellvertretend in Person Professor Zamorras bei seiner freiwilligen Arbeit abzulenken und falsche Spuren auszulegen. Einige von diesen funktionieren weniger gut, der Bogen wird zu schnell wieder zurück zum Prolog geschlagen, der rückblickend eher ein Kompromiss den Erwartungen der Leser gegenüber als ein elementarer Handlungsbestand ist. Das Zamorra keine magischen Mittel einsetzen kann, ist für den weiteren Verlauf der Handlung positiv. Nicht zuletzt aufgrund dieser Einschränkungen – viele davon bleiben ungeklärt – hebt sich der vorliegende Roman aus den in letzter Zeit immer seichter gewordenen Zamorras heraus. Das gegen Ende für den obligatorischen Showdown die Spannungskurve noch einmal angezogen wird, ist selbstverständlich. Allerdings wäre es sinnvoll gewesen, insbesondere die Prämissen –keine magischen Hilfswerkzeuge und klares deduzierendes Vorgehen – noch ein Stück zu extrapolieren. Christian Montillon greift hier zu sehr auf die ungeschriebenen Gesetze des Zamorra- Reiches zurück und negiert ein wenig seine eigene Intention.
„Das Mord Medium“ ist wie „7“ von der grundlegenden Idee und dem Konzept her eine der großen Überraschungen der „Professor Zamorra“ Reihe im Zaubermond- Verlag. Die Möglichkeiten des umfangreicheren Hardcovers werden sehr viel besser ausgenutzt als in den letzten Romanen. Insbesondere die Nebenfiguren sind überzeugend und dreidimensional charakterisiert worden. Um das Experiment rund zu machen, hätte Christian Montillon die typische Schreibe der „Cotton“ oder „Chicago“ Romane übernehmen und vor allem Zamorras Begleiter – den Detektiv Trush – ein wenig exzentrischer zeichnen können. So hinterlässt der Roman trotz gehobener Unterhaltung das Gefühl, einen Kompromiss gelesen zu haben. Vor allem die Hardcover des Zaubermond- Verlages hätten sich angeboten, das Experiment des Kriminalsromans bis zur Spitze durchzuspielen. So bleibt der Autor – und mit ihm der Leser – auf halber technischer Strecke stehen, aber auch dieser Ausflug ist ein kleines Vergnügen.

Direkt beim Verlag bestellen

Christian Montillon: "Das Mord Medium"
Roman, Hardcover, 256 Seiten
Zaubermond Verlag 2007

Weitere Bücher von Christian Montillon:
 - Dan Shockers Macabros 5: Rha-Ta-N'mys Totenstadt
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 - Dan Shocker´s Macabros 6 - Xantilon: Totenzug der weißen Priester
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 - Perry Rhodan Neo 37- Die Stardust Verschwörung
 - PR Neo 30- Hort der Weisen
 - Professor Zamorra 40: Die Blutweihe
 - Tefroder 1- Das genetische Siegel
 - Todesflüsse

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