Buchecke


:: Home
:: Suche


:: 24 (4)
:: Abenteuer (55)
:: Alias (1)
:: Babylon 5 (7)
:: Buffy & Angel (25)
:: Comics (diverse) (17)
:: Die Bibliothek von Babel (30)
:: Fantasy (diverse) (181)
:: Farscape (1)
:: Heftromane (314)
:: Horror (diverse) (168)
:: Komödien (diverse) (2)
:: Krimi (diverse) (59)
:: Literatur (diverse) (26)
:: Mystery (diverse) (102)
:: Perry Rhodan (122)
:: Roswell (4)
:: Sachb√ľcher (103)
:: Science Fiction (diverse) (715)
:: Star Trek (43)
:: Stargate (1)
:: Thriller (61)
:: TV (diverse) (10)
:: Vampire (37)
:: Zeitschriften / Magazine (15)


:: Artikel (6)
:: Interviews (7)
:: Nachrufe (2)


:: Weitere Sendungen


:: SciFi-Forum: Buchecke


Horror (diverse)



Michael Marcus Thurner

Coco Zamis 33- Töte Dorian Hunter

rezensiert von Thomas Harbach

"Coco Zamis" 33 stellt ein Novum im Zaubermond Verlag dar. Es ist nicht nur das erste Aufeinandertreffen von Dorian Hunter und Coco Zamis in dieser Sonderreihe, sondern der erste Band, der nur von einem Autoren Michael Marcus Thurner verfasst worden ist.
Die Handlung des letzten Bandes endete mit einem spektakul√§ren Cliffhanger. Die Zamis kehrten nach Wien zur√ľck und konnten zumindest in der Theorie ihre Stellung festigen. Asmodi forderte aber, dass im Gegensatz von Coco Zamis einer seiner missratenen S√∂hne get√∂tet wird, w√§hrend sich die Zamis um einen weiteren Asmodi Sohn als Gast k√ľmmern sollten. In Wien wird nat√ľrlich Dorian Hunter erwartet. Die Ausgangsposition ist ohne Frage reizvoll, wobei sich dem Leser nach mehr als drei√üig "Coco Zamis" Abenteuern unwillk√ľrlich die Frage stellt, warum Asmodi nicht die Zamis im Allgemeinen mit diesem Mord auf Bestellung beauftragt hat. Das die Au√üenseiterin irgendwann im Verlaufe des Auftrages ein schlechtes Gewissen bekommt, steht von Beginn an fest. Das Vater Zamis im Grunde seine Tochter weiterhin in dieser Hinsicht nicht unter Kontrolle bekommen wird, ebenso.
So wird Coco Zamis mit einem kleinen giftigen D√§monen namens Vindobene zum Flughafen geschickt, um Dorian Hunter in Empfang und in die Falle der Zamis zu locken. Nat√ľrlich entwickelt sich alles anders, als von den Zamis und Asmodi geplant.

Obwohl Dorian Hunter ein wichtiger Eckpfeiler seiner eigenen Serie ist, verh√§lt er sich erstaunlich anf√§nglich erstaunlich passiv. Ob das Teil eines sich eher aus der Improvisation entwickelnden Plans ist, bleibt unausgesprochen Seine √§u√üerliche Attraktivit√§t, sein verletzliches Wesen, die Sorge um seine in Wien im Koma liegende Frau und schlie√ülich seine Scheu vor allem √ľbernat√ľrlichen stellen eine unwiderstehliche Mischung f√ľr die junge Hexe dar, der sie sich nicht entziehen kann. Thurner beschreibt die Liebesgeschichte gegen alle Chancen erstaunlich emotional, ohne Kitsch und mit einigen hei√üen Liebesszenen, wobei sich Coco Zamis dieses Mal als aggressive Verf√ľhrerin zeigt. Die Kennenlernphase mit verschiedenen Begegnungen - erst auf dem Zentralfriedhof, dann an der Hotelbar - enth√§lt eine Reihe von Pointen. So versucht sich Coco Zamis unterschiedlich zu kleiden, Dorian Hunter erkennt sie aber an ihrem Parf√ľm wieder. Das Asmodis untreuer Sohn der jungen Hexe trotzdem so schnell verf√§llt, wirkt angesichts der zahlreichen Erfahrungen Hunters mit √ľbernat√ľrlichen Begebenheiten genauso unglaubw√ľrdig wie die Idee, das Coco Zamis ihren jetzt neuen Geliebten ausgerechnet unter der Bewachung Vindobenes zur√ľckl√§sst, der mehr als ein Auge auf die dunklen Emotionen des Mannes im Besonderen geworfen hat. Alleine w√§re der schlafende Hunter sicherer gewesen, zumal Vindobene Hunter sowieso am Liebsten an Asmodis √ľbergeben h√§tte. In der zweiten H√§lfte dreht sich die Handlung. Dorian Hunter beginnt seinen Feldzug gegen D√§monen im Allgemeinen und die Zamis im Besonderen. Diese charakterliche Wandlung alleine auf den Verrat zu schieben, zumal Hunter wissen muss, dass die dunklen Familien ein lebhaftes Interesse an ihm haben, erscheint √ľbertrieben. Auch seine Reaktion auf Cocos Verf√ľhrungsk√ľnste ist brutal. Obwohl Hunter pl√∂tzlich allgegenw√§rtig erscheint und insbesondere unter den Zamis w√ľtet, gelingt es Thurner nicht g√§nzlich zufrieden stellend, diese Figur zu f√ľhren. Viele Ereignisse werden aus der subjektiven Perspektive Coco Zamis erz√§hlt, wobei sie sich nat√ľrlich vorhaltlos auf die Seite des menschlichen Opfers stellt. Sp√§testens nachdem Dorian Hunters Frau indirekt in das Geschehen eingegriffen hat.
Thurner balanciert elegant zwischen der sich entwickelnden Liebesgeschichte sowie dem Mordkomplott hin und her. Echte Spannung kommt leider nicht auf, da niemand glaubt, dass Dorian Hunter letzt endlich ums Leben gebracht wird und Coco Zamis sich f√ľr die eigene Familie entscheidet. Da hilft auch nicht die Drohung, sie in die Zelle zu Hunters verr√ľcktem, brutalem Bruder zu sperren, auf den die Zamis aufpassen m√ľssen. Dazu ist Coco Zamis zu oft von ihrer Sippe drangsaliert, in den Tod geschickt oder als erotischer K√∂der auf dem D√§monenmarkt feil geboten worden. Effektiver w√§re es gewesen, den Mordauftrag an einen anderen der Zamis zu vergeben - Thekla h√§tte sich angeboten -, w√§hrend Coco sich in den Mann verliebt. Wie schon angesprochen dreht sich der Roman in der zweiten H√§lfte. Auch hier differenziert Coco Zamis zu wenig. Sie ist zwar am Ende des letzten Doppelabenteuers von ihrem Auftrag nicht begeistert und steht ihrer arroganten Familie skeptisch gegen√ľber, deren Motive kann sie aber zu wenig nachvollziehen. Bedenkt man, durch welche T√§ler die Zamis in den letzten Romanen gemeinsam geschritten sind, wirkt ihre einseitige Haltung ein wenig √ľbertrieben und unglaubw√ľrdig.
Auch wenn der Spannungsbogen sich angesichts der markanten Pr√§misse nicht ganz zufriedenstellend entwickelt, √ľberzeugt "T√∂te Dorian Hunter" nicht nur auf der angesprochenen erotisch emotionalen Ebene, sondern wie sein "Ziehvater" Ernst Vlcek weckt Michael Marcus Thurner die √∂sterreichische Hauptstadt zu einem √ľberzeugenden bizarren Leben. Das beginnt beim ehemaligen Cafe Zamis, dessen "W√§chter" seit mehr als sechzig Jahren den Laden erfolgreich betreibt. Aufgrund seines d√§monischen Paktes darf er das Lokal nicht verlassen und hat sich in seinem "Gef√§ngnis" inzwischen eingelebt. Mit spitzer Feder scheint Thurner ein Wiener Original zu zeichnen, das selbst nach der Zerst√∂rung seines Ladens unter Mithilfe von Coco Zamis aus den Tr√ľmmern die Kaffeetassen zusammensucht und ihr einen einschenkt. Der Zentralfriedhof erwacht zu bizarren Leben und selbst der Wiener Flughafen wird detailliert beschrieben. Thurners Wien lebt und der Leser kann sich vorstellen, dass in dieser altehrw√ľrdigen geschichtstr√§chtigen Stadt die D√§monen ihre Feste feiern. Das subversive, ironisch √ľbersteigerte Ende mit der Neuer√∂ffnung eines besonderen Cafehauses ist allerdings ein pointierter H√∂hepunkt dieses solide, teilweise inspiriert geschriebenen Romans.
Neben Coco Zamis und dem leider sowohl anf√§nglich passiven wie auch sp√§ter fast √ľberzogen aktiven ein wenig zu blassen Dorian Hunter stiehlt der D√§mon Vindobene allen die Schau. Er lebt von den negativen Emotionen der Menschen. Auch er ist an Wien gekettet. Kaum verl√§sst er die Stadt, wird er nicht nur kleiner, sondern schrumpelt f√∂rmlich zusammen. Wie ein b√∂sartiger Schatten folgt er den Menschen, sucht ihre Schw√§chen, stichelt sie an und ern√§hrt sich von ihren "b√∂sen" Gedanken. Auf der anderen Seite ist er nat√ľrlich auch ein klassischer Feigling, der nach oben buckelt und nach unten tritt. Der richtige Kontrast zur eigenwilligen Coco Zamis, die sich mit ihm einige interessante und von Thurner √ľberzeugend geschriebene Wortgefechte liefert.

Zusammengefasst ist "T√∂te Dorian Hunter" ein atmosph√§risch morbider, aber √ľberzeugender Wienthriller geworden, dessen Pr√§misse einl√§dt, in die emotionalen Abgr√ľnde innerhalb der Stadt zu schauen. Mit Dorian Hunter betritt ein charismatischer, aber in dieser Serie noch entwicklungsf√§higer Held die Szenerie, in den sich Coco Zamis teilweise auch gegen ihren Willen, aber nur konsequent verliebt. Auch die Konzentration auf einen in guter Form schreibenden Michael Marcus Thurner l√§sst den Plot sehr viel kompakter, besser strukturiert und intensiver erscheinen als es die letzten Doppelromane darstellten. Auch f√ľr Neueinsteiger bietet sich "T√∂te Dorian Hunter" an, da Michael Marcus Thurner unauff√§llig pers√∂nliche wie sachliche Hintergrundinformationen ohne zu belehren in die Handlung einstreut.

Michael Marcus Thurner: "Coco Zamis 33- Töte Dorian Hunter"
Roman, Softcover, 205 Seiten
Zaubermond Verlag 2013

Weitere BŁcher von Michael Marcus Thurner:
 - Ara-Toxin 6: Der Unlichtplanet
 - Der Killer von Terra
 - Die Plasmawelt
 - Maddrax 26: Der Truveer von Neu¬īoleens
 - Maddrax Band 235 - Auf dem sechsten Kontinent
 - Perry Rhodan 2290: Daellians Kampf
 - Perry Rhodan 5: Schule der Mutanten
 - Perry Rhodan Action 25 - Mutantensterben
 - Perry Rhodan Neo 11 - Schlacht um Ferrol
 - Perry Rhodan Neo 11: Schlacht um Ferrol
 - Perry Rhodan Neo 5 - Schule der Mutanten
 - PR Neo 39- Der K√∂nig von Chittagong

Leserrezensionen

:: Im Moment sind noch keine Leserrezensionen zu diesem Buch vorhanden ::
:: Vielleicht mŲchtest Du ja der Erste sein, der hierzu eine Leserezension verfasst? ::