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Horror (diverse)



Catalina Corvo & Christian Montillon

Coco Zamis 32- der Untergang des Hauses Zamis

rezensiert von Thomas Harbach

Uwe Voehl zusammen mit Catalina Corvo und Christian Montillon statt Logan Dee beschwören fälschlich den "Untergang des Hauses Zamis" herauf. Auf dem Titelbild prangt zusätzlich das bekannte Hotel aus "Psycho". Am Ende dieses Doppelromans kann von einem Untergang keine Rede mehr sein. Die Zamis werden in Wien nicht zuletzt dank einflussreicher, sich wie Terroristen verhaltender Freunde wieder etabliert. Allerdings nicht als absolute Herrscher der schwarzen Familien, sondern als Handlanger Asmodis. Im Gegenzu muss Coco Zamis für den augenblicklichen Herrscher der Hölle einen Auftrag ausführen, der den folgenden Roman aus der Feder Michael Marcus Thuners bestimmen und in Wien spielen wird. Verfügte der letzte Doppelband "Die schwarze Flamme" schon Ansätze von unterhaltsam geschriebenen Füllmaterial, wirkt der vorliegende Roman noch überfrachteter und vor allem hinsichtlich der Konzeption unter Berücksichtung der letzten bekannten Fakten nicht ganz zufriedenstellend umgesetzt.

Es wäre ohne Probleme möglich gewesen, die sich über zwei Teilromane hinstreckenden Abenteuer Coco Zamis auf Lanzarote, wo Asmodi ihr wieder eine Falle zu stellen sucht, in einem Band abzuhandeln und das nur vordergründig als kleines Finale zu bezeichnende Ende der langen Zamis Saga in "Der Untergang des Hauses Zamis" abzuhandeln. Das Asmodi nicht klein beigibt und vor allem die Zamis nicht endgültig und so überstürzt mit einem Freak als theoretischen Anführer und Thekla Zamis als momentanes Oberhaupt der Familie gesiegt haben, wird kein Leser am Ende von "Die schwarze Flamme" akzeptiert haben. Zu sehr widersprechen die Abenteuer Coco Zamis und ihrer nymphomanen Schwester Lydia auf Lanzarote dieser Prämisse. Im ersten Teil "Inferno" aus Catalina Corvos Feder werden die Abenteuer auf dieser Urlaubsinsel abgeschlossen. Neben dem obligatorischen Exkurs in den sadistischen Bereich mit der perfiden Folter in erster Linie junger attraktiver Frauen bzw. den bewundernswert leidensfähigen Zamis Mädchen ergänzt um die im letzten Band erstmalig aufgetretene Medusa baut die Autoren aber eine Reihe neuer Elemente in die Handlung ein. So altern Coco und ihre Begleiter plötzlich, als sie eher unfreiwillig durch eine Art Zeittunell in die Vergangenheit der Insel geschleudert werden. Teile dieser Vergangenheit hat der Leser schon in "Die schwarze Flamme" kennengelernt. Logan Dee hatte den stetig wachsenden Einfluss der schwarzen Familien auf der Urlaubsinsel lange vor dem Pauschaltourismus unter Verführung eines Pfarrers beschrieben. Diese gebrochene Figur taucht ebenfalls wieder auf. Catalina Corvo bemüht sich sehr, diese ungewöhnlichen Ereignisse ausführlich und auch spannend zu beschreiben. Es ist nicht das erste Mal, dass Coco scheinbar durch die Zeit geschleudert worden ist, aber zumindest versucht die Autorin das Phänomen zu erklären. Während des Rücksturzes verliert sich allerdings bis zu den letzten Seiten des Bandes jede Spur der jungen Hexe. Hinzu kommt, dass das Ende dieses Teilromans ein wenig überstürzt erscheint und angesichts der Herausforderungen die Rettung zu einfach, ein wenig zu konstruiert von statten geht.

Christian Montillon übernimmt den schon angesprochen fragwürdig eingeschätzten Untergang des Hauses Zamis. Asmodi scheint klein beizugeben und sich den Schiedssprüchen zu unterwerfen. Die Zamis sollen und wollen nach Wien zurückkehren, während sich dort eine geheimnisvolle Gruppe der Freunde des Hauses Zamis bemerkbar macht. Ihr Ziel scheint es zu sein, dass es in der österreichischen Hauptstadt zu keinen weiteren Brüderkriegen kommt und das die Zamis wieder in Person Michael Zamis an ihren angestammten hierarchischen Platz zurückkehren können. Christian Montillon versucht eher oberflächlich, aus diesem Szenario einen spannenden Roman zu machen. Niemand hat genauere Informationen über diese geheimnisvolle Gruppe und von Asmodis so unneutraler Schiedsrichter auch keine Ahnung hat, wie er die Freunde des Hauses Zamis überhaupt erreichen kann, um den potentiellen Waffenstillstand zumindest eines Teils der schwarzen Familien zu überbringen, spricht das Bände. Trotzdem fehlt dem routiniert, aber bis auf einige Exzesse in den sadistischen Bereich bzgl. der Vergewaltigung von hübschen sechzehnjährigen Mädchen durch Asmodi wenig inspiriert geschriebenen Roman das innere Feuer. Auf den letzten Seiten rückt der eher als launisches Wechselbalg zu bezeichnende Asmodi die Verhältnisse wieder gerade, in dem er versucht, den aus dem Ufer laufenden Konflikt ohne weitere Informationen zu begradigen und zumindest endlich Coco Zamis vor den eigenen Karren zu spannen. Das die junge Hexe nicht weiß, welchen von Asmodis Söhnen sie töten soll, erscheint eher wie ein unfreiwilliger Cliffhangar, der in den siebziger Jahren sicherlich für ein Raunen im Heftromanwald gesorgt hat, inzwischen aber überholt erscheint.

Christian Montillon hat mehrfach bewiesen, dass er in Bezug auf dunkle Stimmungen und bedrohliche Atmosphären ein talentierter Schriftsteller ist. Hier zeigt er von allem viel zu wenig. Sicherlich spielt Autor das Expose dem Autor von Uwe Voehl auch nicht unbedingt in die Karten. Gedanklich hatte der Leser das Gefühl, als wäre der Aufstand des Zamis endgültig zu Ende. Jetzt greift Asmodi oder besser versucht in das Geschehen einzugreifen, in dem er den letzten Schlag für sich beansprucht. Nach einem so langen und ohne Frage von vielen Höhepunkten gekennzeichneten Zyklus wäre es sinnvoller gewesen, durchzuatmen. Das geschieht leider im vorliegenden Roman nicht. Die anfänglich nicht einmal uninteressante und wie schon angesprochen über viel Potential verfügende Handlung dehnt sich zu sehr.

Beide Autoren fügen aber dem stetig wachsenden Coco Zamis Universum neue, bizarre und interessante Charaktere hinzu. Zusammenfassend wird einiges an Potential verschenkt und der Ausblick auf den nächsten „Coco Zamis“ Roman weckt mehr Erwartungen als der hektische und hoffentlich endgültige Abschluss dieser langen Saga.


Catalina Corvo & Christian Montillon: "Coco Zamis 32- der Untergang des Hauses Zamis"
Roman, Softcover, 200 Seiten
Zaubermond 2012

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