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Horror (diverse)



Jens Lossau & Jens Schumacher

Das Mahnkopff Prinzip

rezensiert von Thomas Harbach

Der obligatorische offene Rahmen leitet diese dĂŒstere, verschlungene thrillerartige Geschichte ein. Ungewöhnlich die Protagonisten: eine nicht ganz ehrgeizige Gerichtsmedizinerin, ein mit dem Verschwinden seiner Frau nicht fertigwerdender

Rentner, ein klischeehafter störischer Polizist und ein Wissenschaftler, der die kranken Forschungen aus dem Dritten Reich fortfĂŒhrt.

Dazwischen eine Reihe von EntfĂŒhrungen, die die Ordnung in der rheinland-pfĂ€lzischen Landeshauptstadt Mainz

empfindlich stören. Die Opfer werden Tage spÀter blutleer aufgefunden. Der Vampir von Mainz wird von der Presse

gekĂŒrrt.



Lossau und Schumacher pflastern ihren Roman mit einer Reihe von liebevollen Anspielungen: eines der Opfer ist ein

Metzgermeister namens Festa - Herausgeber der Edition Metzgerstein in seinem Verlag- oder die Hommage an die damals ewig in der zweiten Bundesliga festsitzenden 05er betonen die dunkle, bedrohliche AtmosphĂ€re nachhaltig. Damit möchten die Autoren unterstreichen, daß ihre phantastische Geschichte auf dem Boden der RealitĂ€t angesiedelt worden ist.



Die ZusammenfĂŒhrung von Gegenwart und Nazi Vergangenheit im Mahnkopff Prinzip erinnert mehr an die gothischen Horrorfilme mit Peter Cushing und Vincent Price. Der skurille Showdown ist schwerlich ein Gegengewicht fĂŒr die realen Schrecken, die die medizinischen Experimente entrĂŒckter Ärzte noch heute hervorrufen. Darum erreicht der Roman seinen Höhepunkt schon nach gut zwei Drittel der Handlung. Der Rest ist eine geradlinige klassische Ermittlungsgeschichte

mit einer Reihe von falschen Spuren, die eher die Charaktere als die Leser in die Irre fĂŒhren. Ganz bewußt mußten die Autoren die Handlung Mitte der achtziger Jahre anlegen, um die Kluft zwischen dem Dritten Reich und den unheilvollen Auswirkungen in die handlungstechnische Gegenwart hinein zu schließen.



Auch wenn sich die Autoren bemĂŒhen, die einzelnen Protagonisten mit ihren kleinen oder grĂ¶ĂŸeren CharakterschwĂ€chen detailiert zu entwickeln, wirken sie steif und nicht sympathisch. Es lassen sich keine klassischen Klischees feststellen, doch die BrĂŒcke zwischen dem außenstehenden Betrachter und der leidenden Figur wird selten richtig geschlossen.Im Mittelpunkt steht die Ermittlungsarbeit. Ausgehend vom Verschwinden einer Ă€lteren Dame rollen die Journalistin und der verzweifelte Ehemann das Geflecht aus Heldenverehrung und mystischen Geheimzirkeln auf. Das das Ende dann holzhammerartig und offen gestaltet worden ist, stört in dieser Konstellation. Zu oft und zu flach sind diese beschwörenden und unheimlichen Ausblicke auf das immer im Hintergrund herrschende Böse und die nicht auszurottende Nazibrut von Autoren mißbraucht worden.



Wer gerne Verschwörungstheorien des Dritten Reiches nachhĂ€ngt, wer bei seinen Krimis einen historisch nicht einwandfreien, aber potentiellen Hintergrund schĂ€tzt und sich vor den horrrorartigen Elementen dieses Thrillers nicht fĂŒrchtet, der erlebt hier eine interessante Geschichte, einen Stoff, der schnell von den ĂŒblichen Vampirklischees weg fĂŒhrt und den Leser ĂŒber weite Strecken der Handlung in seinen Bahn zieht.

Direkt beim Blitz-Verlag bestellen

Jens Lossau & Jens Schumacher: "Das Mahnkopff Prinzip"
Roman, Softcover, 246 Seiten
Blitz Verlag 2004

Leserrezensionen

Leserrezensionen
28.08.06, 23:40 Uhr
Florian Hilleberg
unregistriert


Dieses Werk beweist einmal mehr die Vielseitigkeit der Magic Edition. Im vorhergehenden Band flogen noch Saurier durch die Lüfte und jetzt entführen uns die Autoren Schumacher und Lossau nach Mainz in eine undurchsichtige Geschichte, weitab von Science Fiction und Fantasy. Dieser beklemmende Thriller hat seine Wurzeln im dritten Reich und den Leser erwartet ein stimmungsvoller Roman mit einer sehr dicht gesponnen Atmosphäre, die von einem Hauch der Hoffnungslosigkeit durchzogen ist. Die Protagonisten sind keine strahlenden Helden sondern ältere Menschen, die kein Interesse daran haben einfach aus Jux und Dollerei Kriminalfälle zu lösen, weil sie an Langeweile leiden, sondern Menschen, die sich verzweifelt um die Frau und eine Freundin sorgen. Der Vorteil von Hajo und Ines ist ihre Unscheinbar¬keit, so dass potentielle Gegner eher dazu neigen, sie zu unterschätzen. Dass das ungleiche Pärchen bisweilen stark an Miss Marple und Mister Stringer erinnern, ist wohl nicht völlig dem Zufall zuzuordnen, wird dieser Vergleich ja von Ines selbst bemüht.
Die Schwerhörigkeit von Hajo würzen das düstere Szenario mit einer wohldosierten Prise Situationskomik, die teilweise aber auch sehr makaber anmutet.
Besonders eindringlich sind die Traumsequenzen von Hajo geraten und auch wenn man als Leser weiß, dass es nicht die Realität darstellt, bekommt man unwillkürlich eine Gänsehaut. Der Plot der Geschichte wandelt auf den menschenverachtenden Pfaden eines Dr. Mengele und die Auflösung der Story ist ebenso überraschend wie durchdacht.
Wer Lust auf einen mysteriösen, düsteren Kriminal-Roman im Stil von „Anatomie“ hat, wird hier bestens bedient. Dieses Buch ist ein echter Geheimtipp für alle Krimi- und Gruselfans.