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Horror (diverse)



Catalina Corvo, Lee Dogan, Uwe Voehl

Coco Zamis 25 - Das Dorf der Stille

rezensiert von Thomas Harbach

„Das Dorf der Stille“ aus der Feder des bewährten Teams Voehl/Dee/Corvo liegt ein kleiner Jubiläumsroman vor. Die Nummer fünfundzwanzig. Uwe Voehl und Dennis Ehrhardt fassen die literarische Geschichte der Abenteuer einer jungen Hexe vor ihrer Begegnung mit Dorian Hunter pointiert zusammen. In den Text fließen einige informative Aussagen Kurt Luifs ein, der zusammen mit dem früh verstorbenen Ernst Vlcek sowohl Dorian Hunter für den „Dämonenkiller“ als auch seine zukünftige Begleiterin Coco Zamis auf die Welt gebracht haben. Es lässt sich heute – eine Generation später – wahrscheinlich kaum noch ablesen, welchen überraschenden wie durchschlagenden Erfolg die Horrorserien des Pabel- Verlags insbesondere auf dem hart umkämpften Heftromanmarkt gehabt haben. Der Zaubermond- Verlag wollte ursprünglich nur den inzwischen kaum noch erhältlichen „Dämonenkiller“ ist einer schönen Hardcoverauflage neu verlegen. Inzwischen arbeitet Christian Montillon die Exposes für die neuen „Dämonenkiller“ Romane aus. Die ursprünglich als Taschenbücher veröffentlichten, aber nicht abgeschlossenen Abenteuer der jungen Hexe sollten parallel in einer ansprechenden Aufmachung neu publiziert werden. Die in den siebziger Jahren begonnene Handlung konnte nicht nur abgeschlossen werden, nach einem kurzen, allerdings krankheitsbedingt zu früh beendeten Wiedereinstieg Ernst Vlceks übernahm Routinier Uwe Voehl das Exposekommando und begann das Universum der Zamis zu einer Art Familienchronik auszuweiten.
Nach einer Exkursion in die Anfänge der Zamis mit Abstechern bis zum Naziterror während des zweiten Weltkriegs hat Uwe Voehl den großen Konflikt zwischen den Zamis sowie dem Dämonen im Hintergrund Nocturno zumindest vorliegend abgeschlossen. Der Preis für diesen von Beginn an brüchigen Frieden ist hoch gewesen. Coco Zamis muss sich dem Anführer der schwarzen Familien Nocturno zur Verfügung halten. Gemeinsam brechen die sehr unterschiedlichen Charaktere auf eine Reise durch die Dimensionen auf, deren Hintergründe der jungen Hexe verborgen bleiben. Ihr erstes Ziel ist eine Dimension, in welcher die Zeit zwar nicht unbedingt verlangsamt, aber „schwerer“ zu sein scheint. Es geht vieles gemächlicher von statten. Coco braucht erheblicher länger, um sich an diesem fremden Ort zu orientieren, als sie es nach ihren verschiedenen Reisen durch Raum und Zeit gewohnt ist. Nocturno scheint diese Phase der Orientierungslosigkeit als eine Art Test zu sehen. „Der magische Kompass“ (aus der Feder von Catalina Corvos) soll dabei den Weg für beide Handlungsebenen weisen, da Georg Zamis in der irdischen Gegenwart das Verschwinden seiner Schwester aufklären möchte. Dazu benötigt er eine Reihe von magischen Gegenständen, die er sich von unterschiedlichen Dämonen auf teilweise ruppige Art zu besorgen sucht. Angetrieben wird Georg durch einen kurzen, interdimensionalen Kontakt zu seiner Schwester. In der zweiten Romanhälfte „Das Dorf der Stille“ wird Coco Zamis mit bislang verschütteten Erinnerungen ihrer Schulausbildung unter der Knute ihrer zwei Jahre älteren Schwester konfrontiert, während Georg Zamis auf dem Dach der Welt – Tibet – die beiden magischen Münzen findet, die ihm ebenfalls den Zugang zu der anderen Dimension durch ein entsprechendes Tor ermöglichen sollen. Diese musste er vorher in einer der Doppelungen, die Uwe Voehl exposetechnisch so schätzt, Zwillingsdämonen entwunden werden.
„Das Dorf der Stille“ ist ein würdiger Jubiläumsband. Der neue Zyklus fängt – ähnlich wie die vorangegangene Miniserie um den Kampf gegen die Oppositionsdämonen sowie die Familiengeschichte der Zamis – atmosphärisch stimmig, aber plottechnisch gesetzt an. Logan Dee muss nicht nur in der anderen Dimension eine fremdartige Atmosphäre - ohne auf die Klischees des Genres zurückzugreifen – erschaffen, sondern darf die unfreiwillige Partnerschaft zwischen dem bislang manchmal ein wenig zu eindimensional gezeichneten Nocturno und Coco Zamis emotional nicht außer acht lassen.
Der Übertritt in die andere Dimension erinnert an die Reise durch Stephen King Country, ohne das hier aus dessen „Dark Tower“ Serie direkt zitiert wird. Die landestypischen Charakteristika könnten aus den Weiten der USA stammen, die deprimierende „dunkle“ Eintönigkeit eher aus dem zaristischen Russland. Cocos verwirrtes Innenleben wird durch die weniger bizarre als exotische Atmosphäre stimmig und eindrucksvoll reflektiert. Vor allem lässt sich Logan Dee in diesem Fall positiv Zeit, den Handlungsbogen zu beginnen. Er konzentriert sich auf das schwierige und unfreiwillige Zusammenspiel Coco Zamis und Nocturnos. In der zweiten Hälfte des Buches konzentriert sich Logan Dee auf das Dorf der Stille, welches eher dem bislang bekannten Gruselhintergrund entspricht. Sandobals dunkles Titelbild ist in dieser Hinsicht überzeugend aussagekräftig. In der Gegenwartshandlung kombinieren die Autoren dämonische Kräfte mit exotischer Atmosphäre. Die Reise führt in die Himalaya Region, die vor allem im zweiten Teil des Romans anschaulich beschrieben wird. Bis dahin muss sich Georg inklusiv entsprechendem Einbruch durch eine Art Antiquitätendämonenladen schlagen, in welchem ihm der zukünftige allerdings nur kurzzeitige Eigentümer der beiden wichtigen Münzen genannt wird. Um sich weitere Informationen zu verschaffen, ist Georg Zamis gezwungen, in das natürlich mit dämonischen Fallen gesicherte Haus einzubrechen. Diese Sequenz wirkt im Vergleich zur guten Exposition in Coco Zamis Dimension ein wenig zu klischeehaft, zu vertraut, um gänzlich überzeugen zu können.
Logan Dee hat dankbare Aufgabe, die beiden für den vorliegenden Roman finalen Konfrontationen schreiben zu dürfen. Sowohl die Action im Dorf der Stille als auch die Auseinandersetzung mit den Dämonenzwillingen sind packend wie realistisch geschrieben. Die vorsichtig aufgebaute intensive Spannung entlädt sich in zwei nachvollziehbaren, im Vergleich zu den vorangegangenen Duellen zwischen ganz böse und für die Zamis sprechend weniger abgrundtief böse interessanter gestalteten Auseinandersetzungen, die ansprechend unterhalten.

Im Vergleich zu den vorangegangenen Romanen ist der insbesondere erzähltechnisch wie stilistisch qualitative Unterschied zwischen Logan Dee – der fairer weise nicht selten die schwächeren Subplots schreiben musste – und Catalina Corvo ausgesprochen gering. Die Dialoge aus Logan Dees Feder sind stimmiger, fließender geworden. Beide Autoren haben ihre Figuren über die markante Persönlichkeit Coco Zamis sehr gut im Griff. Nach ihrem Vater und dem tragischen Schicksal ihrer Mutter rücken Georg Zamis sowie später ihre nur wenig ältere Schwester in den Mittelpunkt des Geschehens. Insbesondere Georg Zamis auf seiner in jeglicher Realität aussichtslosen Suche nach der verschwundenen Schwester ist sehr nuanciert – von intelligent vorgehend über arrogant bis zu Aktionen dämonischer Gewalt neigend – charakterisiert worden. Ihre sadistische Schwester macht der schon in jungen Jahren den schwachen Menschen sehr zugeneigten Coco das Leben schwer, wobei das tragische Schicksal des entstellten sehr entfernten Verwandten der beiden ungleichen Mädchen und sein fast körperlich spürbares Leiden an der Schule den Leser zu Beginn des zweiten Buches anspricht. Nocturno verliert nichts von seiner charismatischen Unnahbarkeit und bildet im Vergleich zum manchmal zu expressiven Asmodi ein interessantes Gegengewicht zu Coco Zamis. Andere Antagonisten wie die Dämonenzwillinge gehen im eher Action orientierten Showdown ein wenig unter. Erst werden sie als zumindest in der Theorie überlegene Gegnerin etabliert, bevor sie Georg Zamis zwar mit sichtlicher Mühe, aber doch irgendwie nach Handstreich aussehend besiegt und die notwendigen Münzen letzt endlich doch an sich bringt.
Wie schon angesprochen qualitativ ein ausgesprochen zufrieden stellender, durchgehend unterhaltsam geschriebener Jubiläumsband, der auch aufgrund der gleichberechtigten zwei Handlungsebenen gut strukturiert worden ist. Stilistisch ansprechend einer der besten „Coco Zamis“ Romane seit einiger Zeit.

Catalina Corvo, Lee Dogan, Uwe Voehl: "Coco Zamis 25 - Das Dorf der Stille"
Roman, Hardcover, 252 Seiten
Zaubermond Verlag 2011

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