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Horror (diverse)



Catalina Corvo & Logan Dee

Coco Zamis 24:
Charta Daemonica

rezensiert von Thomas Harbach

Mit dem vorliegenden vierundzwanzigsten „Coco Zamis“ Doppelroman beginnt handlungstechnisch ein neuer Abschnitt der Abenteuer einer jungen Hexe. Catalina Corvo schließt mit „Höllenpakt“ im Grunde die letzten Aspekte des langen Konfliktes zwischen den Zamis/ teilweise Oppositionsdämonen auf der einen Seite und Asmodis Gefolge auf der anderen Seite ab. Mit dem zweiten Teil „Die schwarzen Zwerge“ beginnt aus der Feder Logan Dees ein neuer Handlungsabschnitt, der allerdings eher an die frühen Bände mit einer überwiegend auf sich selbst gestellten Coco Zamis erinnert.
Wie die Vorgängerromane spielt „Höllenpakt“ sowohl in der Gegenwert als auch in der Vergangenheit. In diesem Fall in den Kriegsjahren 1940 und 1941. Michael und Georg Zamis erleben nicht nur den Schrecken des Krieges, sondern werden mit der Terrorherrschaft der Nazis konfrontiert. In den letzten Teilromanen haben die Autoren um Exposeverfasser Uwe Voehl sehr überzeugend eine dunkle, nihilistische, vor allem aber den Zeitgeist treffende Atmosphäre aufgebaut, zu der die übernatürliche Handlung einen interessanten Kontrast gebildet hat. Im vorliegenden Band gehen die Autoren auf der einen Seite einen Schritt weiter, in dem sie das Kriegsgeschehen in die Handlung integrieren. Auf der anderen Seite ist es aber auch nur ein schmaler Grad, zwischen überzeugender Nutzung dieser Hintergründe und einer zu plakativen Vorgehensweise.
Angesichts des parallel in der Gegenwartsebene abgeschlossenen „Höllenpaktes“ wirkt der in den vierziger Jahren spielende Handlungsbogen weniger dramatisch, weniger packend.
Natürlich im Zimmer 66 eines bekannten Hotels wird der Pakt in Bezug auf Dämonenwürde und Dämonenrechte abgeschlossen, ein ironischer Verweis auf die verschiedenen Kontrakte, die schon gebrochen worden sind, bevor die Tinte bzw. das Blut auf den Papieren trocknen konnte. Catalina Corvos Dialoge sind ausgesprochen pointiert. Asmodi als amtierendes Oberhaupt der schwarzen Familie muss sich mit seinem Herausforderer Graf Nocturno eher widerwillig einigen. Die Verhandlungen beschließen wie schon angesprochen den langen Konflikt zwischen Asmodi und den Oppositionsdämonen, wobei sich der Leser eine etwas intensiver beschriebenen „Höhepunkt“ lieber gewünscht hätte. Alles wirkt ein wenig zu glatt. Das die Sache einen Hacken hat, ist dem Leser relativ frühzeitig klar.
Eine Bedingung Nocturnos ist, das Coco Zamis ihn auf einer Reise in das schwedische Ystad begleitet. Mit diesem handlungstechnisch eher konstruiert wirkenden Schwenk lenken Uwe Voehl, Catalina Corvo und Logan Dee den Spannungsbogen wieder auf eine episodenhafte Struktur, in deren Mittelpunkt die junge Hexe wieder zu stehen beginnt. Angesichts der komplexen Abläufe im mehrere Bände umfassenden Konfliktzyklus eine leichte Enttäuschung, zumal Logan Dee mit „Die schwarzen Zwerge“ wieder den im Grunde undankbareren sowie zum wiederholten Male leider auch schwächeren Romanabschnitt „erwischt“ hat.
Teil des Abkommens ist, das Coco Zamis mit Nocturno in das ansonsten eher beschauliche Schweden reist. Logan Dee gelingt es ausgesprochen gut, die auf der einen Seite friedliche Atmosphäre Schwedens heraufzubeschwören, auf der anderen Seite eine alte Legende zum Leben zu erwecken. Dabei leidet sein Text allerdings insbesondere im Cliffhangar – eine Anlehnung an „The Wicker Man“? – unter der Vorhersehbarkeit. Nebeneinander handelt Logan Dee die Titel gebenden schwarzen Zwerge ab und kümmert sich anschließend um die Einheimischen des benachbarten Dorfes, die anscheinend ihre Kinder einer unheimlichen Macht opfern.
Coco Zamis muss sich zu Beginn des Romans orientieren. Der hinterhältige Nocturno hat sich bislang als ausgesprochen intelligenter Planer erwiesen. Das er mehr als reine Rachegedanken an die seine Pläne letzt endlich durchkreuzenden Zamis heckt, scheint außer Frage zu stehen. So steht Coco Zamis über weite Teile des Abenteuers im Grunde doppelt mit dem Rücken zur Wand. So muss sie sich in der ihr fremden Umgebung orientieren und versucht gleichzeitig, die seltsamen Begebenheiten in den kleinen Dörfern zu hinterfragen. Dabei geht sie grundsätzlich ausgesprochen geschickt vor, trotzdem gelingt es Logan Dee nicht, wirkliche Spannung aufzubauen. Er konzentriert sich zu stark auf Coco – das Gegenteil vom ersten Teilroman -, die trotz aller Widrigkeiten auch diese Herausforderungen ohne Frage überleben wird. Dabei bemüht sich der Autor, Coco als Charakter weiter wachsen zu lassen. Die Konfrontation mit den Oppositionsdämonen hat Spuren in ihr hinterlassen. Hinzu kommt, dass sie in einer der am dramatischen gut umgesetzten Sequenzen zwischen Georg und Michael Zamis entscheiden muss. Spätestens ab diesem Augenblick beginnt Coco Zamis ihre kleine Mannschaft gegen Nocturno zu sammeln, mit der sie sich später aus dessen Klauen befreien wird. Unabhängig von diesen starken Szenen wirkt Coco Zamis aber weniger lebendig, zu unnötig grübelnd und dadurch die zufriedenstellend extrapolierte Handlung weiter in die Länge ziehend. Alle anderen Charaktere sind weites gehend und absolut handlungsbezogen entwickelt. So sehr sich der Autor bemüht, die Hintergründe zu erläutern und seinem Roman positiv gesprochen Atmosphäre zu verleihen, so sehr leidet der zweite Band unter den eindimensionalen Figuren, den manchmal viel zu getragenen Dialogen und vor allem der fehlenden Handlungstiefe.
In welche Richtung sich der neue Zyklus entwickelt, ist sicherlich mit dem ersten vorliegenden Band nicht beurteilen. Zumindest der Auftaktband wirkt irgendwie bodenständiger und realistischer als der größer angelegte Konflikt der Familien, der letzt endlich auch Asmodi und seine Herrschaft bedroht hat. Es bleibt allerdings auch zu hoffen, das der Serie eine Reihe von unabhängigen Reiseabenteuer – in diesem Fall mehr auf Legenden basierend denn exotische Orte besuchend – erspart bleibt. Dieser Aspekt ist in den frühen Bänden, als Michael Zamis seine Tochter zu verschiedenen Verwandten in die Lehre geschickt hat, ausführlich abgehandelt worden. Zusammengefasst ist „Charta Daemonica“ wie einige der letzten „Coco Zamis“ Bände eine Art Wundertüte mit einer ausgesprochen lesenswerten ersten Hälfte und einem etwas schwerfälligeren, aber über weite Strecken zufriedenstellenden zweiten Teil. Logan Dee bemüht sich aus dem nicht unbedingt originellen Legendenstoff einen stringenten und kurzweilig zu lesenden Roman zu machen. Im Vergleich zu den Nordseesagen, die der Autor in einem der letzten „Coco Zamis“ Romane behandeln musste, stellt „Die schwarzen Zwerge“ allerdings eine deutliche Verbesserung dar. Catalina Corvo hat nicht nur inhaltlich den mehr ansprechenden Teil der Handlung übernommen, ihr gelingt es auch überzeugend, die beiden Spannungsbögen dank ihrer sich ergänzenden Überschneidungen dreidimensional und ansprechend zu erzählen. Sie erweist sich zum wiederholten Mal als die stärkere Autorin, die es versteht, ein bisschen mehr aus den Figuren herauszukitzeln. Das Expose von Uwe Voehl kann angesichts der zahlreichen neu gewobenen roten Fäden im Grunde nicht bewertet werden. Der Leser ist zumindest gespannt, wie sich der neue Handlungsabschnitt entwickeln könnte und letzt endlich auch entwickeln wird.

Catalina Corvo & Logan Dee: "Coco Zamis 24: Charta Daemonica"
Roman, Hardcover, 256 Seiten
Zaubermond- Verlag 2010

Weitere Bücher von Catalina Corvo & Logan Dee:
 - Coco Zamis 27: Freaktown
 - Coco Zamis 31- Die schwarze Flamme

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