Buchecke


:: Home
:: Suche


:: 24 (4)
:: Abenteuer (55)
:: Alias (1)
:: Babylon 5 (7)
:: Buffy & Angel (25)
:: Comics (diverse) (17)
:: Die Bibliothek von Babel (30)
:: Fantasy (diverse) (181)
:: Farscape (1)
:: Heftromane (314)
:: Horror (diverse) (168)
:: Komödien (diverse) (2)
:: Krimi (diverse) (59)
:: Literatur (diverse) (26)
:: Mystery (diverse) (102)
:: Perry Rhodan (122)
:: Roswell (4)
:: Sachbücher (103)
:: Science Fiction (diverse) (715)
:: Star Trek (43)
:: Stargate (1)
:: Thriller (61)
:: TV (diverse) (10)
:: Vampire (37)
:: Zeitschriften / Magazine (15)


:: Artikel (6)
:: Interviews (7)
:: Nachrufe (2)


:: Weitere Sendungen


:: SciFi-Forum: Buchecke


Horror (diverse)



Logan Dee & Catalina Corvo

Coco Zamis 23- Alptraumnächte in Asmoda

rezensiert von Thomas Harbach

Mit „Albtraumnächte in Asmoda“ schließt das Dreigestirn Uwe Voehl, Logan Dee und Catalina Corvo den Zyklus um die Auseinandersetzung zwischen dem Hause Zamis und Asmodi sowie sich im letzten Band herausgestellt hat einem mächtigen Oppositionsdämonen ab. Wie bisher haben die beiden Autoren ihre Teile separat geschrieben. Im vorliegenden Band hätte sich allerdings eine überlappende Struktur ihrer beiden Handlungsbögen angeboten, da nach dem ersten vorläufigen Höhepunkt – Logan Dees Titelgeschichte – sich kurzzeitig eine gewisse Leere im Leser hinsichtlich der ersten Kapitel von Catalina Corvos „Schwarze Madonna“ einstellt.
Plottechnisch beginnt die Geschichte ausgesprochen exzentrisch. Coco Zamis wird von der aufdringlichen, neu in die Familie der Zamis eindringenden und ihren Vater mit erotischem Charme belegenden Traudel auf Miniaturgröße geschrumpft. Damit ist die attraktive junge Hexe gar nicht einverstanden. Da Traudel aber passender weise das einzige Buch gestohlen hat, das einen Gegenzauber enthält, droht diese Idee einen breiten Raum einzunehmen. Der Leser hat aber das unbestimmte Gefühl, als fülle sich der Autor mit dieser in erster Linie aus Science Fiction Filmen bekannten Prämisse nicht sonderlich wohl und löst zu hektisch sowie wenig zufriedenstellend auf. Diese inhaltliche Leere wird allerdings mit der nächsten Idee ausgeglichen, denn Asmodis persönlich stellt vor der Tür der Zamis eine Art „Dämonen- A- Team“ zusammen, das nach Asmoda mit einem Bus (!!!) fahren soll, um dort einen seltenen Ring aus seinem Versteck zu bergen. Dieser Ring soll Asmodi die Möglichkeit geben, seine Feinde zu vernichten.
Zu der Attackforce gehören neben Coco Zamis und ihr Bruder Georg der plötzlich ebenfalls auftauchende Verwandte Red Jong – aus den Niederlanden – sowie als Busfahrer der bisher ausgesprochen parteiische Schlichter Toth. Alleine diese Idee hätte für einen exzentrischen und hinsichtlich der bisherigen Ausrichtung der Reihe ausgesprochen ungewöhnlichen Roman ausgereicht. Vielleicht ein Stoff, den sich Uwe Voehl persönlich mit seinen stilistischen Fähigkeiten und seinem Gefühl für überdrehte, aber doch für den Leser nachvollziehbare Situationen hätte widmen müssen. Logan Dee liefert eine qualitativ ansprechend und im Vergleich zu seinen bisherigen Arbeiten überdurchschnittliche Leistung ab, aber zwischen den Zeilen fehlt das I- Tüpfelchen. Die Dialoge sind pointiert und einige Szenen skurril.
Im zweiten Teil des Bandes schlägt Catalina Corvo anfänglich den Bogen in die Vergangenheit der kleinen, einst blühenden Siedlung Asmoda. Mit einer erotisch begabten Doppelagentin – sie steht vor und während des Sexes auf Kinderreimen – sowie einem Archäologen inklusiv der kindlichen Helfer setzt die Autorin ein anderes Team auf ein gänzlich anderes Ziel an. Sie wollen die Kirche untersuchen und stoßen – ein wenig vorhersehbar – auf den Schlüssel für den finalen Konflikt. Im Vergleich zu Logan Dees romantechnisch positiv exzentrischen Anfangskapiteln leidet im vorliegenden Doppelroman Catalina Corvos unter dem bislang überwiegend schwächeren zweiten Teilroman. So sehr sie sich bemüht, der Leser wird mit den ein wenig eindimensional gezeichneten Figuren nicht richtig warm und möchte lieber gestern als heute zur finalen Konfrontation zurückkehren.

Die finale Auseinandersetzung ist überzeugend geschrieben, es springt allerdings nicht wirklich der Funke über. Die Idee der schwarzen Madonna inklusiv ihrer ungewöhnlichen Reinkarnation ist interessant entwickelt und funktioniert als eine Art gordischer Knoten ausgezeichnet, aber angesichts einer Extrapolation über fast ein halbes Dutzend Bände – Asmodi und die Zamis trennen sich natürlich nicht als Freunde – wirkt die finale Auseinandersetzung mit den Oppositionsdämonen fast schon hektisch und abrupt. Dem Roman fehlt der letzte Knalleffekt, auch wenn auf dem Weg dahin insbesondere markante Charaktere mehrmals die Seiten gewechselt und für den Leser nur mittels eines Diagramms nachzuvollziehende Bündnisse und Gegenbündnisse geschmiedet haben. Vor allem die im vorliegenden Band ein wenig charakterisierten bzw. neu eingeführten Nebenfiguren wirken angesichts der stringenten Handlung viel zu mechanisch entwickelt. Als Höhepunkt eines einzigen Doppelbandes bzw. eines Zweiteilers ist die Auflösung unabhängig von der ausgesprochen dichten und passenden Atmosphäre zufriedenstellend, aber in Hinblick auf einen mehrere Bände umfassenden Zyklus wirkt das arrogante Gehabe insbesondere Nocturnos – insgesamt eine verschenkte Figur, deren Charisma mindestens auf der Stufe eines Asmodis hätte stehen müssen – zu vorhersehbar. Sehr gut dagegen ist, dass dank einer einzigen kleinen Szene die in den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts spielende Handlung der letzten Romane – sicherlich der Höhepunkt des laufenden Subzykluses – geschickt abgeschlossen und perspektivisch sehr zufriedenstellend aufgelöst wird. Auf dem langen Weg zur finalen Konfrontation in der Kirche Asmodas haben Uwe Voehl und seine beiden literarischen Hauptstreiter bewiesen, dass sie der ganzen Serie um Coco Zamis neue Impulse und aufregende Perspektiven verleihen können.

Positiv gesprochen ist der Leser näher an den Figuren „dran“ als in manch anderem Text.
Coco Zamis ausgesprochen zynische und entlarvende Kommentare sind viel treffender und scheinen das Geschehen fast zu karikieren. Das Verhältnis zu ihrem Bruder ist nuancierter und von gegenseitiger Hilfestellung wie auch Konkurrenz geprägt. Hinzu kommen die ungewöhnlichen Situationen, denen sich Coco Zamis stellen muss. Dagegen werden bislang liebgewonnene Antagonisten wie Toth oder Asmodis ein wenig stiefmütterlich behandelt. Aus Toth als Busfahrer – die Frage, ob er in seinem Alter überhaupt noch fahren darf, kommt so spontan Coco Zamis über die Lippen, das der Leser bei jeder folgenden Sequenz noch darüber schmunzeln muss – hätte man in der Tradition bitterböse Screwballkomödien so viel mehr machen können und leider auch müssen. Genau Asmodis Auftritt vor dem Haus der Zamis inklusiv seines bizarren Begleiters. Warum diese Szenen nicht intensiver, nicht pointierter ausspielen und ihnen eine innere Spannung zu geben? Diese kleinen interessanten Höhepunkte unterhalten den Leser mehrfach besser als die ganze finale Konfrontation. Hervorzuheben ist dagegen, dass es dieses Mal nicht Coco Zamis alleine aufgrund ihrer besonderen Hexenkräfte ist, die in letzter Sekunde das Ruder herumreist und alle quasi aus einer aussichtslosen Situation rettet. Michael Zamis wird im Verlaufe des Romans fast zur tragischen Figur. Seine Frau Thekla hat sich ja schon als unfreiwillige Helferin Asmodis entpuppt; die Traudel ist weder hinter seinem Geld noch Körper hinter her und auf der magisch- dämonischen Ebene spielt er so gut wie keine Rolle mehr. Im Grunde fragt sich der Leser, mit wie viel Glück Michael Zamis die bisherigen Auseinandersetzungen überhaupt überstehen konnte. Zum Backup – allerdings zusammen mit Asmodis – degradiert wirkt die Figur in der finalen Konstellation verloren.

Auch wenn nicht alles Gold im vorliegenden dreiundzwanzigsten Abenteuer ist was glänzt hat Uwe Voehl die Reihe aus drohenden Stereotypen gerettet. Insbesondere die frühen zehner Bände reiten mechanisch – Coco reist ausbildungstechnisch wieder zu einem irgendwo an einem exotischen und abgelegenen Ort der Welt lebenden Verwandten und zieht das Unheil förmlich auf sich – die gleichen Plotmuster aneinander, auch wenn der Leser zusammen mit der jungen Hexe nicht nur die Welt bereisen, sondern Orte besuchen durfte, die abseits der Heftromanklischees liegen. „Alptraumnächte in Asmoda“ leidet vielleicht unter einer zu großen Erwartungshaltung der Leser, die der Roman hintergrundtechnisch bedingt sicherlich erfüllen kann, plottechnisch wirkt manches zu vorhersehbar und zu wenig überraschend sowie in Bezug auf die einzelnen Charaktere zu oberflächlich. Zusammengefasst ein unterhaltsamer Fast Food Roman, aber kein würdiger Abschluss dieses insgesamt lesenswerten wie empfehlenswerten Subzykluses.

Logan Dee & Catalina Corvo: "Coco Zamis 23- Alptraumnächte in Asmoda"
Roman, Hardcover, 256 Seiten
Zaubermond- Verlag 2010

Weitere Bücher von Logan Dee & Catalina Corvo:
 - Coco Zamis 22: Die Geliebte aus dem Totenreich

Leserrezensionen

:: Im Moment sind noch keine Leserrezensionen zu diesem Buch vorhanden ::
:: Vielleicht möchtest Du ja der Erste sein, der hierzu eine Leserezension verfasst? ::