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Horror (diverse)



Catalina Corso & Logan Dee

Coco Zamis 20: Biikebrennen

rezensiert von Thomas Harbach

Wie der vorangegangene Roman “Hexenwahn” besteht der vorliegende zwanzigste Doppelband aus den zwei miteinander verbundenen Teilabschnitten “Der Sohn des Dämons” aus der Feder Catalina Corsos und dem Titel gebenden Abschnitt “Biikebrennen” aus der Feder Logan Dees. Die grundlegende Story stammt aus der Feder Uwe Voehls. Wie in “Hexenwahn” geht der routinierte Uwe Voehl weiter vor dem schwelenden Konflikt mit Asmodi und dem verzweifelten Suchen Michael Zamis hinsichtlich neuer Verbündeter auf die Geschichte der Zamis ein. Damit durchbricht man die drohende Starrheit der davor veröffentlichten Bände, in denen Coco Zamis bei ihrer Suche nach Verbündeten durch die Welt hetzte und immer wieder einen Schritt zurück als nach vorne machte. In den Mittelpunkt der Geschichte rückt Coco Zamis Bruder Georg, der bislang eine eher ambivalente Rolle in der laufenden Serie gespielt hat. Deutlich mehr den dunklen Familien zugewandt, aber zumindest in höchster Not im Gegensatz zu anderen Zamis ein treuer Helfer seiner Schwester, wird mittels verschiedenen Rückblenden für den Leser überraschend Georgs Vergangenheit in den dunklen Wurzeln des Dritten Reiches aufgehellt. Michael Zamis versucht immer noch, mit den Oppositionsdämonen ein Bündnis zu schließen, während sich Georg heimlich aus dem Haus stiehlt und sich anscheinend in eine bislang unbekannte Frau verliebt hat. Als Coco gegen ihren Willen und im Auftrage des Vaters Georg heimlich ausspioniert, stellt sie fest, dass es sich bei der Frau um keine neue Geliebte, sondern eine Verwandte handelt. Es ist eine Nachkommin von Georgs Schwester und sie ist menschlich. In einer von Catalina Corvos emotional packend geschriebenen Szene, müssen sich Coco und Georg eingestehen, dass sie im Grunde gegensätzlich gesteuert werden. Coco Zamis möchte als Hexe menschlicher sein und ihre dunkle Verwandtschaft hinter sich lassen, während Michael Zamis zumindest als Halbmensch diese Hälfte komplett ausblenden will, um sich nur der dunklen Familie zu widmen. Georgs Geheimnis ist allerdings, wie die Rückblenden zeigen, sehr viel dunkler und geheimnisvoller als es bislang den Anschein hat. Der Bogen wird in das Jahr 1933 geschlagen. Der Reichstag ist gerade in Flammen aufgegangen. Georg ist als Kuckuckskind einer einfachen Arbeiterfamilie untergeschoben worden. Er wird nicht nur von seinen dümmeren Schulkameraden gehänselt, sondern freundet sich mit einem jüdischen Jungen an. Sein Vater ist gewalttätig und prügelt auf die Familie ein. Bei einer Mutprobe kommt Georg schließlich in Kontakt mit seinem wahren Vater und den schwarzen Familien.

Uwe Voehl hält die Zügel der Coco Zamis Saga inzwischen deutlich fester in der Hand. Bevor er den teilweise zu überdehnten Konfliktbogen mit Asmodis auflösen möchte, geht es ihm darum, den Zamis einen längst überfälligen Hintergrund zu geben. Zu Beginn des Buches ärgert sich Michael Zamis zum wiederholten Male, dass es nur seine Tochter ist, mit der in diesem Fall die Oppositionsdämonen kommunizieren und ein wahrscheinlich perfides Spiel spielen. Dieser Konflikt zieht sich inzwischen zu lange durch die Serie und wirkt viel zu statisch. Es it unglaubwürdig, dass Michael Zamis nicht inzwischen die besonderen Fähigkeiten seiner Tochter toleriert. Anerkennen muss er sie ja nicht. Rückblickend spielt diese Handlungsebene eine kleine Rolle. Die drei Autoren inklusiv des Expokraten Uwe Voehl können sich auf die interessante, aber nicht immer wirklich befriedigende oder gar überraschende Rückblende freuen. Catalina Corvo gelingt es gut, den besonderen Charme des Berlins der dreißiger Jahre wieder aufleben zu lassen und dabei die aufkommenden Schrecken der Nazi Terrorherrschaft nicht zu plakativ, aber spürbar darzustellen. Mit leicht ominösen Zwischentönen versucht die Autorin teilweise zu unnötig und übertrieben das zukünftige Schicksal der Juden zu betonen. Alleine die Aussagen der Kinder und damit verbunden auch ihrer altbackenen Lehrkräfte hätten ausgereicht. Die Terrorherrschaft der Nazis hat in verschiedenen Horror- Romanen eine mehr oder minder wichtige Rolle gespielt. Catalina Corvo bleibt distanziert, versucht in diese dunkle Zeit eine eher klassische Horrorebene einzuziehen, deren Wirkung durch den Hintergrund verstärkt, aber nicht überlagert wird. Die brüchigen Familienstrukturen tragen sicherlich auch dazu bei, aber Catalina Corvo fehlt noch etwas die Emotionalität, das Einfühlungsvermögen, um die Handlung für den Leser griffiger und intensiver zu gestalten. Unabhängig von diesen Schwächen und damit auch dem sich gegen des Handlungsbogen absehbaren Ende stellt “Der Sohn des Dämons” einen soliden stilistisch ansprechend geschriebenen Beitrag zur “Coco Zamis” Saga dar.

Deutlich mehr fällt der auch kürzere Teil “Biikenbrennen” aus der Feder Logan Dees ab. Das liegt weniger an Logan Dee eher sperrigem Stil und seinen im Vergleich zu Catalina Corvo teilweise gestelzt unnatürlichen Dialogen, sondern fast ausschließlich an der klischeehaften und an die alten “Vampir” Horrorhefte erinnernden Handlung. Coco Zamis und Georg Zamis sind weiterhin auf der Suche nach Spuren aus der Vergangenheit. Auf Sylt gibt es ein Waisenhaus, in dem ausschließlich Kinder der Schwarzen Familie aufgezogen werden. Georg möchte nicht nur eine Rechnung begleichen, sondern mehr über seine Herkunft erfahren. In verschiedenen Rückblenden geht Logan Dee eher klischeehaft genauso auf die Ausbildung der nächsten Hexergeneration ein wie auch die natürlich immer geile “Oberlehrerin”, die sich bis zu Asmodis hoch geschlafen hat. Logan Dee bemüht sich anfänglich, die Einzigartigkeit der Nordsee, des Wattenmeeres und ihrer Natur in atmosphärisch dichte Szenen zu packen, aber seine Protagonisten agieren teilweise vor diesem Szenario zu unnatürlich. Insbesondere die erste Szene wird reichlich ungeschickt aufgelöst. Sobald der Autor auf Georg Zamis Vergangenheit im Waisenhaus eingeht, nimmt die Handlung ein wenig an Fahrt auf, verliert sich aber in zahlreichen Plattitüden, um die Catalona Corvo weniger aufgrund ihrer Vielseitigkeit als Autorin herumfährt, sondern aufgrund der Tatsache, dass sie diese als erste Autorin im vorliegenden Doppelband abhandeln darf. Der Plot ist deutlich stringenter als der erste umfangreichere Teil und hätte verschiedene Nebenhandlungen verdient. Natürlich bildet das Inselleben einen blasseren Hintergrund als zum Beispiel die Nazi Zeit, aber Logan Dee findet auch keine richtige Einstellung zum Stoff. Diese qualitative Abfall zwischen dem ersten längeren Teil und dem zweiten Halbroman konnte der aufmerksame Leser schon im vorangegangenen Roman “Hexenwahn” feststellen. Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, die Autoren die einzelnen Zeitebenen schreiben zu lassen und sie im vorliegenden Fall intensiver und weniger chronologisch miteinander zu verbinden. Zumindest hat sich Logan Dee bemüht, die Vergangenheit Westerlands mit den aggressiven Zwergen und der Tradition der Biikebrennens - auch hier darf der Leser raten, wer dafür vorgesehen ist - wieder aufleben zu lassen. Aber die Handlung wirkt - vielleicht auch durch den fehlenden Platz der umfangtechnisch begrenzten Zaubermond Hardcover - teilweise unnötigerweise zu hektisch, zu sprunghaft und fließt nicht so elegant dahin wie Catalina Corvos Part.

Zusammengefasst stellt “Biikebrennen” einen weiteren empfehlenswerten Doppelroman trotz der angesprochenen Schwächen im zweiten Teil der Coco Zamis Serie dar. Der Aufwärtstrend, der mit “Hexenwahn” begonnen hat, setzt sich auf einem vergleichbaren, aber nicht darüber hinausgehenden Niveau fort. Die Qualität der beiden Autoren ist allerdings sehr unterschiedlich. Uwe Voehl und Dario Vandis täten gut daran, die Aufteilung der einzelnen Handlungspassagen etwas harmonischer zu verteilen. Hinsichtlich der Gesamtentwicklung der Serie ist es von Uwe Voehl sehr konsequent und folgerichtig, das Beziehungsnetz zwischen den einzelnen Figuren auf diese Art und Weise zu intensiver und dem Leser einen tieferen Einblick in die Vergangenheit der Zamis zu gewähren.

Catalina Corso & Logan Dee: "Coco Zamis 20: Biikebrennen"
Roman, Hardcover, 254 Seiten
Zaubermond- Verlag 2009

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