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Dario Vandis, Peter Morlar

Coco Zamis 18:
die Hure des Teufels

rezensiert von Thomas Harbach

Mit dem achtzehnten Abenteuer „Die Hure des Teufels“ ändert der Zaubermond- Verlag die Struktur der „Coco Zamis“ Abenteuer. Anstatt drei Romanen, die sich plottechnisch zu einer Fuge verbinden, werden nur noch zwei Abenteuer angeboten. Nach einer Story von Dario Vandis schreiben Peter Morlar und neu im Team Catalina Corvo die weiteren Abenteuer der jungen Hexe auf der Suche nach Verbündeten im Kampf gegen Asmodi fort. Kaum hat sich Coco Zamis vom letzten Abenteuer einigermaßen erholt, wird sie von ihrem Vater nach Rumänien geschickt. Sie soll an Stelle ihres Vaters sich mit den Oppositionsdämonen treffen, um einen Pakt auszuhandeln. Das Treffen soll im abgelegenen Schloss des Grafen Mihaly stattfinden, ein erster Hinweis, dass es sich beim dem Teilroman „Blutopfer“ handlungstechnisch über weite Strecken um eine moderne Hommage auf Bram Stokers unsterblichen Vampir „Dracula“ handelt. Schon in den letzten Büchern hat die Exposeredaktion Coco Zamis Wirkungskreis eingeschränkt, in dem sie die junge Hexe mit der Habergeiß Schirille verbunden durch ein magisches Band verbunden haben. Je weiter sich Coco von Schirille entfernt, desto schwächer werden ihre Kräfte. Im Gegensatz zum Leser scheinen die Zamis allerdings nicht zu wissen, dass Schirille gleichzeitig die Sklavin Asmodis ist. Spätestens dank ihrer Spionagetätigkeit ist Asmodi über jeden Schritt der Zamis informiert. Die Zugfahrt ins tiefe Rumänien steht schon unter einem schlechten Stern. Coco Zamis ist erschöpft. Sie verpasst ihren direkten Anschlusszug. Ein schmieriger Bahnhofsangestellter mit einem aufgesetzten Wiener Akzent empfiehlt ihr einen Bummelzug inklusiv Schlafwagen. Dabei lernt Coco Zamis ein junges Mädchen mit einem deutlich älteren, unheimlichen Begleiter kennen. In der ersten Nacht im Zug fällt sie beinahe einer Fledermausattacke zum Opfer. Am Ziel angekommen stellt sie fest, dass ersten die Mitglieder der Oppositionsdämonen noch nicht in dem abgelegenen Schloss angekommen sind und zweitens die Familie des Grafen Mihaly ein ungesundes Interesse an der jungen, erschöpften Hexe haben.

Coco Zamis einen Teil ihrer Kräfte zu nehmen, hat die Spannung der Serie deutlich erhöht. Zu oft konnte sie sich zu schnell aus gefährlichen Situationen retten. Mit bissiger Ironie kommentiert die junge Hexe das Deja Vu Erlebnis, von ihrem Vater wieder auf eine gefährliche Mission dieses Mal ins wilde Hinterland Europas anstatt beispielsweise Mittelamerika oder Tahiti geschickt zu werden. Das sie entbehrlich ist, wird von Coco Zamis zumindest impliziert angedeutet. Hinsichtlich des Konfliktes mit den Asmodis hat sie sich allerdings zu oft als zu wichtig erwiesen, als das dieser Gedanke noch wirklich längere aufrechterhalten werden könnte. Die eigentliche Handlung ist eine geschickte Mischung insbesondere aus den „Dracula“ und „Frankenstein“ des Hammer Studios. Die Spannungsaugenblicke – die Zugfahrt, im Dorf und schließlich das feurige Finale – sind gut über den Roman verteilt. Dazwischen bindet die Autorin den übergeordneten Handlungsbogen mit der Suche nach sich als eher zweifelhaft entpuppenden Verbündeten sehr gut in das direkte Geschehen ein. Ohne wirklich durchgehend spannend zu sein, ist „Blutopfer“ eine unterhaltsame Story. Catalina Corvo überzeugt bei ihrem „Coco Zamis“ Debüt als Erzählerin. Die Dialoge sind gut und natürlich geschrieben. Mittels griffiger Beschreibungen erzeugt sie eine phasenweise sehr beklemmende Atmosphäre. Insbesondere die menschlichen Nebenfiguren sind überzeugend charakterisiert und mit dem Feuermarsch auf das Schloss gelingt ihr eine hervorragende dramatische Szene. Der Bogenschlag zu den klassischen Monstren gelingt sehr gut. Dabei spielt es keine Rolle, dass der Leser zumindest in einigen Szenen das Geschehen deutlich vor Coco Zamis überblicken und richtig einordnen kann. Ein Schwachpunkt ist allerdings der Schluss des Romans. Die auf diese Art erfolgte spektakuläre Rettung in letzter Sekunde ist einmal zu oft in den „Coco Zamis“ Romanen angewandt worden und wirkt eher wie eine Notlösung als wirklich überzeugend. In „Die Amme des Teufels“ nimmt Peter Morlar nur auf den zweiten Blick den Handlungsfaden wieder auf. Coco erwacht in einem Haus mit Meeresblick. Sie kann sich nicht fragmentarisch an die Ereignisse bei den Vampiren erinnern. Ein junger attraktiver, scheuer Mann namens Roman Borodin pflegt ihre Brandwunden. Augenscheinlich steht er mit den Oppositionsdämonen in einem mehr und minder direkten Zusammenhang. Obwohl sich die junge Hexe bemüht, scheinen ihre Erinnerungen den tatsächlichen Ereignissen zu widersprechen.

Obwohl deutlich surrealistischer angelegt als der erste bodenständige Teil, leidet das von Peter Morlar inszenierte Kammerspiel unter einer fehlenden stringenten Grundhaltung. Im Zuge ihrer Genesung kommt bei Coco Zamis der Verdacht auf, dass sie es mit einem Werwolf zu tun haben könnte. Im ersten Teil von „Die Hure des Teufels“ verfällt sie einem Blutrausch, im zweiten Teil wird sie zumindest von einem Werwolf angegriffen. Plottechnisch allerdings ohne weiterreichende Folgen. Im Verlauf der fast statischen Geschichte wird der Werwolfelement allerdings zu Gunsten einer Legende um einen eifersüchtigen jungen Mann und dessen Drang, schöne Frauen um sich zu sammeln und auch für die Ewigkeit zu behalten, in den Hintergrund gedrängt. Nach einigen traumatisch- surrealistischen Szene, welche alle sehr gut geschrieben worden sind, fügen sich gegen Ende bei Cocos Erwachen aus diesem schier endlosen Alptraum die einzelnen Versatzstücke zufrieden stellend und vor allem fließend zusammen. Sowohl Catalina Corvo als auch Peter Morlar überzeugen mit ihren schriftstellerischen Fähigkeiten, sehr unterschiedliche Stimmungen erzeugen zu können. Würde man von der Kinoseite her die beiden Teilromane betrachten, so träfe ein Hammerfilm auf einen frühen Jess Franco Streifen aus dessen „Succubus“ Periode. Zu den Schwächen des Buches gehört allerdings das Ende. Wieder greift Schirille im letzten Moment aktiv ins Geschehen ein und rettet Coco Zamis metaphorisch im Spiegelverkehrten Sinne zu ersten Episode vor ihrem Schicksal. In zukünftigen „Coco Zamis“ Abenteuern sollten die Autoren auf diese etwas platte Art der Problembeseitigung bzw. Rettung verzichten. Im Epilog wird angedeutet, dass Schirrile und Coco Zamis getrennte Wege gehen. Zusätzlich zum Epilog wird auf den letzten Seiten ein Zusammenhang zwischen der laufenden Handlung und dieser Traumepisode hergestellt, der rückblickend nicht unbedingt überzeugend erscheint. Weiterhin wird – wahrscheinlich aufgrund eines fehlenden dritten Teilromans – das Thema Oppositionsdämonen zu schnell und zu hektisch beendet. Hier hätte eine weitere Geschichte, in welcher Coco Zamis zumindest vordergründig versucht hätte, die notwendigen Verbündeten von den Vorteilen eines Bündnisses mit ihrem Vater zu überzeugen, den Rahmen deutlich besser abgerundet. Genauso zweifelhaft ist der Hinweis, dass es anscheinend doch kein geistiges Band zwischen Schirrile und Coco Zamis wie im Vorgängerroman und zu Beginn dieses Buches suggeriert gegeben hat. Diese lapidare und im Epilog nachgeschobene Feststellung negiert einige der Ansätze in diesem Roman. Insbesondere zu Beginn der Reise nach Rumänien wird Coco Zamis immer müder, je weiter sie sich von der in Wien verbliebenen Schirrile entfernt. Der Vampirzauber müsste also von Beginn der Reise an gewirkt haben, während in „Die Amme des Teufels“ Coco Zamis anscheinend räumlich nicht unbedingt von Schirrile getrennt gewesen ist. Sowohl bei der Habergeiß als auch Coco Zamis sind einige, aber nicht alle ihrer übernatürlichen Fähigkeiten ausgeschaltet gewesen. Unabhängig von diesen plottechnischen Schwächen liest sich im Vergleich zum deutlich dynamischeren, aber auch plottechnisch etwas griffiger strukturierten ersten Teil „Die Amme des Teufels“ flüssig und unterhält trotz kleinerer Längen gut. Leider wird der Subplot um die Oppositionsdämonen zumindest in dem hier vorliegenden Band nicht zufrieden stellend beendet und insbesondere Michael Zamis Reaktion auf die ihm von Coco überbrachten Information erscheint überspitzt und seltsam konstruiert. Die Oppositionsdämonen bieten sicherlich für die Zukunft noch ausreichend Spielraum für unheimliche und dunkle Begegnungen. Etwas mehr Informationen hätten allerdings verraten werden können. Hier wird der Leser zu sehr hingehalten. Ein dritter Teilroman hätte – wie schon angesprochen – diese Ecken und Kanten glätten und den Themenkomplex wahrscheinlich vorläufig zufrieden stellender abschließen können. Vielleicht kehrt der Zaubermond- Verlag zu der bekannten Dreiteilung zurück. So wirkt „Die Amme des Teufels“, die sich selbst auch erst „Die Hure des Teufels“ nach dem Gesamtbuchtitel nennt, ein wenig zu sperrig und lässt rückblickend zu viele Flanken offen.


Dario Vandis, Peter Morlar: "Coco Zamis 18: die Hure des Teufels "
Roman, Hardcover, 252 Seiten
Zaubermond- Verlag 2009

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