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Sternenfaust



Alfred Bekker

Sternenfaust 8- Die Mönche vom Sirius

rezensiert von Thomas Harbach

Mit „Die Mönche vom Sirius“ schließt Alfred Bekker den achten Band seiner „Chroniken des Star Corps“ nicht nur ab, sondern fügt mit der Geschichte des Christophorus Ordens ein weiteres wichtiges und im Hinblick auf die originale Heftromanserie originelles Element seiner kompakt geschriebenen Historie hin. Wie so oft insbesondere in den Zaubermond- Romanen lüftet Bekker nur einen kleinen Teil ihrer Geheimnisse. Er beschreibt ihre Gründung und ihre Motive. Diese Ideale sind faszinierend, vor allem wenn man bedenkt, dass sich ihre theoretischen Ansichten deutlich und expliziert weiterentwickelt haben. Nicht umsonst läßt der Autor den Roman in Hinblick auf den universal anerkannten Pazifismus der Christopher auf einer überraschenden und nihilistischen Note enden. Es sind diese kleinen Szenen, welche den rasant geschriebenen, aber insbesondere in Hinblick auf die wichtige Thematik des Ordens nicht gänzlich befriedigenden Roman aus dem Mittelmaß retten. Manchmal wäre es schöner, wenn Alfred Becker versuchen würde, einzelne wichtige Themen umfangreich und befriedigend in einem Band abzuhandeln und nicht immer in klassischer Serienautormanier dem Leser das Gefühl gibt, er muss auch die nächsten Bände kaufen, um alles zu erfahren. Dieses Konzept kann ein oder zweimal im Verlaufe einer teuren Hardcoverserie angewandt werden - bei „Maddrax“ dagegen läuft die Ergänzung der Heftromanserie beispielhaft gut -, aber Alfred Bekker übertreibt. Neben den Informationen über die Christopherer steht der Konflikt mit den Kridan. Die Menschheit befindet sich auf einem permanenten und verlustreichen Rückzugsfeldzug. Einige Militärs hoffen, dass die Kridan ihre aggressive Expansionspolitik nicht mehr lange durchhalten können. Die Starrs halten den brüchigen Pakt mit den Menschen ein, sie wollen wahrscheinlich auf den Sieger aus den Konflikt warten, um diesen dann geschwächt zu eliminieren.

Zu Bekkers mehrfach angesprochenen Stärken gehören exotische Hintergründe und fremdartige Kulturen. Mit dem Barden- System und der dazu gehörigen Meerwelt führt der Autor einen weiteren fremdartigen Planeten ein. Dieses System liegt weit außerhalb der jeweiligen Reiche und niemand hat es bislang für sich reklamiert. Auf der Meereswelt liegt eine der ältesten Christophorus Stationen. Die Kridan haben das System anscheinend angegriffen, der Kontakt zu der Forschungsbesatzung ist verloren gegangen und ein Minenschiff havariert auf einer anderen Welt des System. Wie es sich allerdings für einen derartigen Stoff gehört, hat sich ein Überlebender zu den intelligenten Kraken der Meereswelt retten können und überwindet die Jahrelange Barriere zu den reinen Studienobjekten. Bekker läßt das Geschehen auf verschiedeneren Handlungsebenen ablaufen, dazu kommen seine fiktiven Aufzeichnungen. Das Zwischenwechseln funktioniert bei ihm hervorragend und wer Alfred Beckers sehr produktive Karriere seit vielen Jahren verfolgt, wird überrascht sein, wie sehr er sich als Szenarist weiter entwickelt kann. Das wirkt alles sehr souverän und konsequent geplant. Auch fehlt den Bänden des Zaubermond- Verlages die manchmal deutlich spürbare Lustlosigkeit seiner anderen Heftromanauftritte. Die Geschichte des Star Corps hat er sich zur Aufgabe gemacht und trotz einiger Schwächen widmet er sich diese Aufgabe mit ganzem Herzen.

Die „Sternenfaust“ und die „Pluto“ untersuchen das System und werden mit einer für sie unverständlichen Botschaft der Christophorus Mönche konfrontiert. Man beschließt, die Planeten unabhängig voneinander zu untersuchen. Auf der Schwarzsandwelt mit dem abgestürzten Minenschiff stossen sie auf intelligente Quanten- Teleporter, welche Nanoteilchen manipulieren können. Nach den ganzen Wundern, denen die „Sternenfaust“ schon unter ihrem ersten Kommendanten im Universum begegnet sind, wirkt die Vermutung, es könnte sich um Teile der Schöpfung und damit Hinweise auf einen Gott handeln ein wenig zu einfältig und Bekker liefert auch keine überzeugenden Argumente, um die Position seiner Charaktere zu unterstreichen. Viel eher hätte sich hier angeboten, Hoffnung zu schöpfen, durch die Manipulation von Nanoteilchen vielleicht die verwundbaren irdischen Raumschiffe besser schützen zu können. Auf der Wasserwelt tritt Commander Leslie schließlich auf die intelligenten Kraken, die in Symbiose mit überdimensionalen Meeresschildkröten leben. Kaum hat sich der Leser zusammen mit der Crew einen kurzen Überblick über dieses wirklich abwechselungsreiche - zwei sehr kontraststarke Planeten mit zwei außerirdischen Rassen, von denen eine alleine durchaus einen einzelnen Band hätte füllen können - tauchen natürlich die Kridan wieder auf und wollen im System einen Stützpunkt errichten. Mit ihrem Auftauchen zeigen sich schließlich die wahren Machtverhältnisse im System.

Zusammenfassend läßt sich sagen, dass Alfred Bekker im positiven wie negativen auf zu vielen Hochzeiten tanzen wollte. Er nimmt sich nicht die Zeit, die beiden sehr unterschiedlichen außerirdischen Lebensformen in der bislang von ihm gewohnten Dreidimensionalität zu zeichnen. Dadurch wirkt der Roman ungewöhnlich hektisch und insbesondere der Mittelteil wirkt wie im Zeitraffer geschrieben. Die Handlung wird auf einen schnellen Ablauf von einzelnen Ereignissen reduziert, die einzelnen Charaktere wirken eher wie Stichwortgeber, um den nächsten die Handlung treibenden Katalysator zu zünden. Davon sind reichlich vorhanden und das Buch wirkt alleine durch die Fülle von Informationen, Daten und Fakten ungewöhnlich kompakt und teilweise auch spannend, aber es fehlt allen Ereignissen die notwendige innere Wärme und Tiefe. Der Leser kann auch keinen Grund für diese Hektik erkennen, Bekker hätte den Roman sehr gut aufteilen können. Die Raumschiffe der Menschen fliegen in das System ein, beginnen mit der Untersuchung, müssen durch die eindringenden Kridan zu der anderen Welt fliehen und sich dort zumindest vorläufig verstecken, lernen eine gänzlich andere Lebensform kennen und werden schließlich wie die Vogelartigen von der weiteren Entwicklung im System überrascht. Hätte Bekker weniger Handlungen parallel laufen lassen, sondern die einzelnen Handlungsbögen länger und stringenter ausgerichtet, wäre das Buch strukturell deutlich überzeugender.


Zu den überzeugenden Passagen des Buches gehört die auch nicht vollständige Geschichte der Mönche, ihre Ethik und ihre Philosophie. Keine ganz leichte Aufgabe, da „Sternenfaust“ Leser ja schon mit den Mönchen vertraut sind. Hier muss Alfred Becker - was ihm auch gelingt - die Perspektive frisch halten und vor allem den Leser ausreichend Informationen geben - die Zurückhaltung ist deutlich spürbar. In diesem Punkt überzeugt „Die Mönche vom Sirius“ und gehört zu den besseren Abschnitten der Sternenfaust Hardcover. Es ist nur schade, dass Beker neben der obligatorischen Raumschlacht - die wieder sehr viel Raum im Gesamtzusammenhang des Romans einnimmt - sich entschieden hat, zu viele Ideen in einem einzigen Roman abzuhandeln. Es bleibt die Hoffnung, dass der Autor wie schon manches Mal einige Ansätze wieder aufgreift und in späteren Büchern extrapoliert. Stilistisch ist der Roman eine durchschnittliche Arbeit, er wirkt teilweise unter größerem zeitlichen Druck niedergeschrieben als andere Zaubermond- Hardcover, die Dialoge sind eher oberflächlich und teilweise fehlen die kleinen Details, mit denen der Autor einige seiner bisherigen „Sternenfaust“ Romane so gut ausgestattet hat. Eher ein durchschnittlicher Roman mit einer für die „Sternenfaust“ Serie allerdings wichtigen und weg weisenden Thematik.

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Alfred Bekker: "Sternenfaust 8- Die Mönche vom Sirius"
Roman, Hardcover, 256 Seiten
Zaubermond- Verlag 2008

Weitere Bücher von Alfred Bekker:
 - Die Kanonen von Dambanor II
 - Die letzten Tage der Solaren Welten
 - Sternendschungel 16: Das Geheimnis der Zyzzkt
 - Sternenfaust - Vorstoß ins Niemandsland
 - Sternenfaust 005 - Msssarrrr!
 - Sternenfaust 010: Im Reich der Kridan
 - Sternenfaust 013: Schlacht um die Wega
 - Sternenfaust 015: Zwischen den Fronten
 - Sternenfaust 018: Grüne Hölle
 - Sternenfaust 10- die Kolonie der Genetics
 - Sternenfaust 7 - Stützpunkt Roter Stern
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 - Sternenfaust 9 - Raumkapitän Sun Tarin
 - Sternenfaust Band 95 - Mutawesis Hölle

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