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rezensiert von Martin Weinrich
Inhalt: Das Sol-System ist ein Schlachtfeld. Gerade hatten die Solaren Welten mit einem Hinterhalt die Gemini in die Defensive gezwungen, da tauchen die Orphanen auf. Unter dem darauf folgenden Angriff leiden sowohl die Truppen der Solaren Welten als auch die der Gemini.
Doktor Tregarde wird daher von den Gemini damit beauftragt, einen Weg zu finden, die Orphanen für die Gemini zu klonen. Er kommt dieser Aufgabe nach, plant jedoch gleichzeitig einen Schlag gegen die Gemini.
Kritik: "Duell der Orphanen" schließt nahtlos an den Vorgänger an. Diesmal gibt es drei wesentliche Handlungsebenen. Doktor Tregarde klont die Orphanen für die Gemini. Dies tut er, um die Galaxis vor den Orphanen zu schützen und baut dabei auf seinen geheimen Plan, die Gemini lahm zu legen.
Dana ist in der Solaren Angriffsflotte. Sie wird von den Orphanen merkwürdigerweise verschont. Die Antwort, warum das so ist, folgt rasch: Der oberste Orphane möchte sie ebenfalls zur Orphanin machen, in dem er sich mit ihr verbindet. Auf diese Weise könnte sie die Erde schützen und die Galaxie vor zu mächtiger Technologie und damit der Auslöschung durch die "große Leere" schützen. Gerade als Dana dem zustimmen möchte, kommen die Gemini Orphanen und vernichten die ursprünglichen Orphanen. Dana lässt das zu, da sie davon ausgeht, dass die Gemini Orphanen die "große Leere" verhindern werden.
Damit liegt sie jedoch falsch, da Tregarde ja die Gemini im Sol-System auslöschen kann.
In einer Nebenhandlung kommt auch Admiral Taglieri wieder vor, der allerdings noch der unsympathische Mann ist, der er in den Bänden 100 bis 125 war.
Der Roman wirft eine Reihe interessanter Fragen auf. Zum ersten Mal erlebt man die Gedankengänge des Hive. Selbst die Nummer Eins der Gemini versteht das Hive nicht komplett. Das Hive scheint zudem technologisch weitaus weiter entwickelt zu sein als die Gemini selbst. Es gibt immer nur schrittweise Techniken frei. Mit dem Wissen um die Große Leere, die aus Sicht der Orphanen nicht zu verhindern ist, geht eine große Unruhe durch das Hive.
Ob und wie die Große Leere nun noch verhindert werden kann, ist völlig offen. Die Orphanen können übermächtige Technologien nicht mehr verhindern. Denn die echten Orphanen sind besiegt, während die geklonten von Tregarde erst einmal außer Gefecht gesetzt wurden. Nun ist es also nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die Wanagi und die Kad'Chie aus ihren Verstecken trauen.
Der Roman ist nicht besonders dramatisch. Es geschehen zwar viele schreckliche Dinge, aber wirklich mitreißen will kaum ein Drama. Denn bei allen Toten weiß man nicht genau, ob sie beim Wechsel in eine andere Zeitlinie nicht vielleicht wieder mit dabei sind. So ist auch der Tod von Doktor Tregarde nicht besonders dramatisch.
Spannung baut der Roman nichtsdestotrotz auf. Zu kaum einem Zeitpunkt kann man vorhersagen, was als nächstes geschehen wird. Das macht den Roman mit seinen vielen kleinen Szenen sehr flüssig und abwechselnd.
Für das Finale bieten sich nun eine Reihe von Fragen an. Was geschehen wird, ist schwer vorherzusagen. Wird es wieder zurück in die alte Zeitlinie gehen? Welche Rolle werden die Gemini, die Wanagi, die Kad'Chie, die Basiru-Aluun, die Erdanaar oder gar die kosmische Dysarchie spielen? Wird die Handlung noch "kosmischer" oder sich wieder auf das Grundkonzept der Serie zurückbesinnen? Viele gute und spannende Fragen für ein Finale, das hoffentlich genau so spannend aber etwas mitreißender ist als dieser Roman.
Guido Seifert: "Sternenfaust Band 183 - Duell der Orphanen"
Heftroman, Softcover, 64 Seiten
Bastei 2012
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