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Sternenfaust



Michelle Stern

Sternenfaust Band 138 - Tyrannenmord auf Kridania

rezensiert von Martin Weinrich

Inhalt: Die Situation im Reich der Kridan spitzt sich zu. Zwar ist der Angriff der Menschen auf Kridania durch das Auftauchen der mysteri√∂sen Quallen gescheitert, aber der Raisa plant immer abwegigere Dinge. Als er alle Frauen und Kinder f√ľr den Milit√§rdienst verpflichten m√∂chte und zudem auch noch das Heimatsystem der Solaren Welten vernichten m√∂chte, merkt auch Sun-Tarin, dass etwas nicht stimmt. Als er von dem Aliendei-Parasiten, der den Raisa beherrscht, erf√§hrt, schlie√üt er sich einer Widerstandbewegung an. Sie planen das Unfassbare: den Anschlag auf das religi√∂se Oberhaupt der Kridan...

Kritik: "Tyrannenmord auf Kridania" hat es in sich. Es wird immer deutlicher, wie schrecklich der Kridan-Krieg nicht nur f√ľr die Menschen, sondern auch f√ľr die Kridan ist. In diesem Heft wird die Angriffsstrategie der Kridan auch endlich deutlich. Sie t√∂ten Zivilisten, weil der Raisa es befiehlt, nicht weil sie es schon immer getan haben. Denn Sun-Tarins Reflexionen machen eindeutig deutlich, dass der "religi√∂se Krieg" der Kridan, den eroberten zun√§chst die Chance auf Bekehrung einr√§umt. Was wohl der Grund ist, warum im zweiten Kridan-Krieg die Wega-Kolonien die Besetzung durch die Kridan einigerma√üen heil √ľberstanden haben.

Das Wort "Tyrannenmord" im Titel weckt in dem Leser die Erwartung, dass der Raisa nun endlich abgesetzt wird und der grausige Krieg beendet wird. Trotzdem wirken die Planungen der Attent√§ter sehr gef√§hrlich. Das erzeugt nat√ľrlich Spannung, da man nicht genau wei√ü, ob das Attentat gelingt und wie gro√ü die Opfer der Attent√§ter sein werden. Durch die Bedeutung des Attentats steigt die Spannung noch mehr. Denn mit dem Tod des Raisa w√ľrden schlie√ülich Millionen Menschen und Kridan Leben gerettet werden.

Die Darstellung Sun-Tarins und die seiner Schwester ist sehr gelungen. Man merkt, dass Michelle Stern mittlerweile eine Spezialistin in der Kridan-Darstellung ist. Au√üerdem merkt man auch, wie sehr einem Sun-Tarin noch am Herzen liegt. So kommt w√§hrend des Lesens Bedauern dar√ľber auf, dass er nicht mehr der regelm√§√üige Austauschoffizier auf der Sternenfaust ist.

Es gibt dennoch zwei Punkte, die an dem Heft zu bemängeln sind.

Es wird wieder nicht erw√§hnt, wohin die Quallen denn verschwunden sind. Bei der Darstellung in "Flammenschwert" h√§tte es nicht verwundert, wenn sie nach dem Abzug der Menschen auf Kridania losgegangen w√§ren. Was hat sie gestoppt und wo sind sie hingegangen? Das wird nicht beachtet und merkw√ľrdigerweise k√ľmmern sich die Kridan auch kaum darum. Dabei sind die Quallen auch f√ľr sie eine offensichtliche Gefahr.

Die Gewaltdarstellung in diesem Heft nimmt wieder einmal ein neues Ausma√ü an. Diesmal werden nicht reihenweise Schiffbesatzungen get√∂tet beziehungsweise die Darstellung dieser Tode ist quasi eine Beschreibung der Szenen aus "Flammenschwert" aus der Sicht der Kridan. Daf√ľr werden gefangene Menschen aber √∂ffentlich exekutiert und an St√§ben zur Abschreckung aufgeh√§ngt. Durch die Ver√§nderung des Raisa ist Kridania noch brutaler geworden, als es zuvor war.

Das Heft hat ein √ľberraschendes Ende, das nicht verraten werden soll. Aber eins ist zu sagen: Das Ende ist extrem brutal und zerrei√üt einem eigentlich das Herz. Das soll mir nicht gefallen, denn es ist ein kurzes und den Charakteren fast schon unw√ľrdiges Ende, das eine H√§rte aufweist, die es so in der Serie eigentlich noch nicht gegeben hat.

Trotzdem muss mir dieses Ende gefallen. Denn es ist realistisch. Und das muss man "Sternenfaust" wirklich zu Gute halten. In der Ereignisentwicklung ist die Serie realistischer geworden, denn immer häufiger verlieren die Guten wirklich. Und obwohl das Ende grausam ist, ist es wirklich gut gemacht. Da das Ende den Leser bewegt, kann es auch nicht all zu viel falsch gemacht haben (wobei es nicht so viele bekannte Figuren, mit denen man sich so sehr identifizieren kann, gibt, die man mal eben so entsorgen könnte).

Insofern ist eigentlich nur der fehlende "Quallenbezug" ein Kritikpunkt und das ist wirklich wenig. "Tyrannenmord auf Kridania" ist also ein weiteres spannendes, gut erz√§hltes "Sternenfaust"-Heft, das wieder einmal mit einer dichten und sehr guten Geschichte auff√§hrt. Der aktuelle Sternenfaust-Zyklus h√§lt das extrem hohe Niveau konstant und ist gerade im Vergleich zum mittlerweile 12 Hefte zur√ľckliegenden Zyklus ein wahrer Genu√ü.

Michelle Stern: "Sternenfaust Band 138 - Tyrannenmord auf Kridania"
Heftroman, Softcover, 64 Seiten
Bastei 2010

Weitere BŁcher von Michelle Stern:
 - Maddrax Band 217 ‚Äď Der Unsichtbare
 - Maddrax Band 233 - Enklave der Tr√§umer
 - Maddrax Band 238 - Herz aus Eis
 - Maddrax Band 243 - Das namenlose Grauen
 - Maddrax Band 246 - Am Ende aller Zeiten
 - maddrax Band 254 - Das Nest
 - Maddrax Band 258 - Chronik des Verderbens
 - Maddrax Band 278 - Der Gott der Mar'osianer
 - Perry Rhodan Neo 18- Der erste Thort
 - Perry Rhodan Neo 18: Der erste Thort
 - Perry Rhodan Neo 27- Das Gespinst
 - PR Neo 32- der schlafende Gott
 - PR Neo 38- Der Celista
 - Sternenfaust 111 - Die Stimmen der G√∂tter
 - Sternenfaust Band 104 - Die Kristalle der Dondari
 - Sternenfaust Band 108 - Die Gabe der Telepathen
 - Sternenfaust Band 117 - Sternenjagd
 - Sternenfaust Band 132 - Das Urteil des Raisa
 - Sternenfaust Band 145 - R√ľckkehr zu den Basiru-Aluun
 - Sternenfaust Band 146 - Die kosmische Barriere
 - Sternenfaust Band 150 - Das Auge des Universums
 - Sternenfaust Band 189 - In Pranurs Gewalt
 - Sternenfaust Band 90 ‚Äď Der goldenen Kubus
 - Sternenfaust Band 91 ‚Äď Das Geheimnis der Starr
 - Sternenfaust Band 98 - Verloren

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