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Ren Dhark



Alfred Bekker

Sternendschungel 16:
Das Geheimnis der Zyzzkt

rezensiert von Thomas Harbach

Alfred Bekker hat im sechzehnten Band eine dankbare Aufgabe zu übernehmen. Die Protagonisten erst einmal aus dem Cliffhangar jeder gegen jeden herauszuholen. Ren Dhark versucht gerade die Robonen von seinen friedfertigen Absichten zu überzeugen, als Tausende der Insektoiden Zyzzkt schwer bewaffnet aus ihren Verstecken hervorbrechen und die Menschen sowie Robonen angreifen. Der Kniff, den Alfred Bekker zur kurzfristigen Beilegung des Konfliktes anwendet, ist nicht unbedingt elegant, aber zumindest dramatisch. Die Gefahr der Zyzzkt ist zumindest vorläufig ausgeschaltet, da die PSI begabten Kindern Neu Georgias die Überlebenden zumindest für eine gewisse Zeit unter ihrer Para- Kontrolle halten können. Eine eher wackelige Prämisse, deren Halbwertzeit natürlich sehr kurz ist. Der Weg wird später die Besatzung der POINT OFF zum Notheim der Zyzzkt führen, aber das der Leser in einer eher abrupten Rückblende schon einmal am Ende des Heftes einiges erfährt.

Alfred Bekker verfolgt im vorliegenden Ren Dhark Abenteuer seinen pointierten, unterhaltsam kurzweilig zu lesenden und in diesem Fall äußerst knappen Erzählstil weiter und verliert sich nicht wie bei anderen Teilen der „Sternendschungel Galaxis“ Serie in Nebenkriegsschauplätzen. Hajo Breuers Expose ist in dieser Hinsicht anscheinend äußerst präzise gewesen. Das Geschehen auf Neu Georgia wird im Verhältnis zu den bisherigen Abenteuern sehr abrupt, aber zumindest für den Leser nachvollziehbar zufrieden stellend beendet. Insbesondere die Mutantenkinder mit ihren zu übertrieben dargestellten Para- Fähigkeiten fallen deutlich aus dem Rahmen. Sie wirken ebenso unglaubwürdig bzw. altbacken wie die PSI Tankstellen auf der guten alten Erde, welche den Para- Schirm um das Sonnensystem aufrechterhalten sollen. Die Diskussion, ob man sie zur Bewachung der Gefangenen Zyzzkt „missbrauchen“ kann, wirkt eher klischeehaft und angesichts der Fakten unnötig.

Viel intensiver geht Bekker auf die verquere Ideologie der Robonen ein, die versuchen, die Massenvemehrer Zyzzkt unter Kontrolle zu halten. Dabei zeigt der Autor vor allem im Kontrast mit dem friedfertigen und bodenständigen Ren Dhark auf, wie eng Intelligenz und Arroganz bei den Robonen miteinander verbunden sind. Bekker geht zwar nicht auf die Details ein, ihm reichen einige süffisante Seitenhieb, um seine persönliche Positionen zu unterstreichen. Ren Dhark agiert insbesondere in der ersten Hälfte dieser Rochade fast hilflos und erstaunlich passiv. Seine Reaktion auf das Eingreifen der POINT OFF Besatzung zu Beginn des Buches ist im Vergleich zu seinen folgenden Handlungen deutlich überzogen und soll von der etwas einfallslosen und vor allem die aufgebaute Spannung dieses gut gemachten Cliffhangars negierenden Auflösung ablenken. In dieser Hinsicht erfüllt Ren Dhark die ihm vom Exposeautoren und Bekker zugewiese Aufgabe. Der Roman braucht allerdings einige Seiten, um sich von diesem Antihöhepunkt zu erholen und dann in rascher Folge wie schon besprochen das aktuelle Konfliktmaterial abzuarbeiten.

Die offenen Punkte werden so weit im Gesamtkontext überhaupt möglich gut abgehandelt, bevor mit der Reise zum Notheim der Zyzzkt der nächste Handlungsabschnitt im Sternendschungel Galaxis eröffnet wird. Geschickt bemüht sich der Autor, die allen verhaßten und gefährlichen Insektoiden nicht nur als kaltblütige Mörder darzustellen, sondern die Vergangenheit des Volkes weiter aufzuhellen. Dass es dabei zu einer Begegnung mit mehr als einhunderttausend Roboterraumschiffen kommt, erinnert an den Auftakt des Perry Rhodan Zyklus „M 87“ mit dem Erscheinen Old Mans. Der Plot entfernt sich allerdings schnell wieder von diesem Bild. Im Vergleich allerdings zu seinen „Sternenfaust“ Romanen wirkt die hier beschriebene Raumschlacht zu überzogen und stellenweise zu unrealistisch. Alleine durch die gewaltige Überzahl und den Vorteil der schnellen, emotionslosen Entscheidungsträge an Bord der Raumschiffe hätten die Zyzzkt nicht den Hauch einer Chance und wären innerhalb von Sekunden vernichtet worden. Um die Spannung hochzuhalten, muss Alfred Bekker dieses Geschehen ein wenig dramatischer als notwendig darstellen.

„Das Geheimnis der Zyzzkt“ wird im vorliegenden Band natürlich nicht gelöst. Die Besatzung der POINT OFF erhält einen Hinweis auf eine Welt, auf welcher die Insektoiden leben und sich sprunghaft vermehren. Diesen Brückenkopf in der heimischen Milchstraße möchte Ren Dhark mit seiner Mannschaft verschließen, um die menschliche Existenz nicht durch die Aggressoren gänzlich zu gefährden. Das letzte Drittel des Romans bereitet den Leser mit einer Reihe von noch nicht einschätzbaren Hinweisen auf die folgenden Romane der Serie vor. Insgesamt ein unterhaltsam geschriebener Band, welcher die Handlung mit einer verblüffenden Rasanz trotz einiger kleiner Bremsklötze vorantreibt. Im Vergleich zu einigen anderen Zwischenbänden insbesondere im Verlaufe des „Sternendschungels Galaxis“ konzentriert sich Alfred Bekker auf seine Stärken und beschreibt zumindest teilweise sehr eindringlich und überzeugend eine exotische Kultur, die bislang in den Ren Dhark Serie als unemotional und grundsätzlich feindlich eingestuft worden ist.

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Alfred Bekker: "Sternendschungel 16: Das Geheimnis der Zyzzkt"
Roman, Softcover, 94 Seiten
HJB Verlag 2008

Weitere Bücher von Alfred Bekker:
 - Die Kanonen von Dambanor II
 - Die letzten Tage der Solaren Welten
 - Sternenfaust - Vorstoß ins Niemandsland
 - Sternenfaust 005 - Msssarrrr!
 - Sternenfaust 010: Im Reich der Kridan
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 - Sternenfaust 7 - Stützpunkt Roter Stern
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 - Sternenfaust 9 - Raumkapitän Sun Tarin
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