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Ren Dhark



Jo Zybell

Sternendschungel Galaxis 15:
Die Para- Attacke

rezensiert von Thomas Harbach

Im dritten Band nimmt Jo Zybell den Handlungsfaden unmittelbar nach dem Verschwinden der Besatzung des Flash 11 in „Para Attacke“ wieder auf. Die ersten Kapitel werden fast überwiegend aus der Perspektive des Roboterhundes beschrieben. Dabei reicht das Spektrum von dessen Beobachtungen bis zu seinem Einschmeicheln beim Bürgermeister der Kolonie Smithfield. Auch wenn sich Jo Zybell mit diesen Passagen sehr viel Mühe macht, nehmen sie erstens zu viel Raum ein, zweitens fragt sich der Leser im Gegensatz zu den eher eindimensional wirkenden Charakteren, ob nicht jemand einen Hund an Bord eines Flash bei der Erkundung einer fremden Welt seltsam findet und drittens wirken sie teilweise zu klischeehaft schmalzig. Sie dienen im Grunde auch nur als Alibi, um den Leser und später Ren Dhark auf der Höhe der Verschwörung zu halten. Denn natürlich ist diese augenscheinlich friedfertige Welt nur Tarnung. Diese soll von den Robonenmutanten ablenken. Es ist eher ein Zufall, dass der Hund an Bord der POINT OF auf die altbekannten Feinde getroffen ist. Natürlich wollen diese sofort die Möglichkeit nutzen, den verhassten Ren Dhark und seine Mannschaft zu töten.

Obwohl der Roman handlungstechnisch einige wenige Überraschungen bietet, folgt Jo Zybell fast sklavisch dem vorhandenen Muster. Entdeckung durch einen Zufall, der Spion wächst im Verlaufe der Befreiungsaktion über sich hinaus und erhält zumindest vordergründig einen Eindruck von den Menschen, sowie dem inzwischen obligatorischen Cliffhangar am Ende der Episode. Zu den wenigen wirklich guten Szenen gehört das Ablenkungsmanöver an Bord der POINT OF, wobei sich die Frage stellt, warum die Robonenmutanten bei den Gefangenen nicht ähnlich vorgegangen sind und damit die folgenden Ereignisse komplett verhindert hätten. Was über diese große Entfernung klappt, könnte auch zumindest bei einem Nomaden und vielleicht mit Einschränkungen bei einem Cyborg gelingen. Auf jeden Fall wirkt die Ablenkung nur für einen Moment, dann greifen die Computersysteme des Raumers viel zu schnell, aber dafür sehr effektiv ein und bringen das Schiff wieder auf Kurs zurück zu den Mond und zurück zu den verschwundenen Kameraden. Aus dieser spannungstechnisch sehr solide beschriebenen Szene hätte deutlich mehr gemacht werden müssen. Der Ablauf ist mechanisch und wenig emotional geschrieben. Auf der anderen Seite zieht sich der getätschelte Roboterhund wie eine Art Running Gag durch den ganzen Roman. Alleine der Vergleich dieser beiden Sequenzen zeigt, wie stellenweise uneinheitlich und leider stellenweise fast langweilig Zybell seinen Roman aufgebaut hat.

Die größte Spannung bezieht dieser dritte Teil des Subzykluses aus der Frage, in welchem größeren kosmopolitischen Zusammenhang die einzelnen aus der bisherigen Ren Dhark Serie bekannten außerirdischen Rassen wirklich haben. Der Cliffhangar lässt die Helden im wahrsten Sinne des Wortes zwischen Baum und Borke zurück. Auf den letzten Seiten zieht Zybell das Tempo unheimlich an, hier gelingen ihm einige sehr interessante Szenen. Leider wirken diese nach dem eher gemächlichen Auftakt teilweise zu hektisch niedergeschrieben, sie überlappen sich zu sehr. Der Leser kann zwar dem Geschehen ohne Probleme folgen, aber er wird sicherlich bedauern, dass zu Beginn dem Roboterhund zu viel Raum eingeräumt worden ist. Von den neuen Figuren wirkt die Katharsis des Nomaden Zass Sturr nicht unbedingt überraschend, Zybell gelingt es aber, dieser im zweiten Band eher eindimensionalen Figur einige überzeugende Charakterzüge zu geben. Ren Dhark und die Mannschaft der POINT OF halten sich überwiegend im Hintergrund. Das gibt anderen Figuren wie dem weiblichen Cyborg Amy etwas mehr Spielraum.

Die Robonenmutanten agieren im vorliegenden Roman ausschließlich, einen Einblick in ihre wirklichen Pläne außerhalb der Vernichtung Dharks und seines Raumschiffs hat der Leser bislang nicht. Es bleibt abzuwarten, ob die im vorliegenden dritten Band aufgeworfenen Fragen zufrieden stellend in der zweiten Hälfte des Zykluses wirklich abgearbeitet werden. Stilistisch ist Jo Zybells Roman sicherlich die bislang stärkste Arbeit des dritten Teilabschnitts, es ist nur schade, dass ausgerechnet dieser erfahrene Autor ein Expose erhalten hat, das wenig wirklich gute Ideen anbietet. Zybells Stärken sind insbesondere auf dem atmosphärischen Gebiet. Hier gelingen dem Autoren einige wenige sehr schöne Szenen. Dank pointierter und realistischer Dialoge entwickelt Zybell sehr schön die Szenen nachdem Amy und Sturr erkannt haben, wer sie gefangen genommen hat und welches die wirklichen Ziele in Hinblick auf die POINT OF und Ren Dhark der Robonenmutanten sind. Diese wirkten schon bei ihren ersten Auftritten auf der von ihnen versklavten Erde eher wie eine Kopie ähnlicher Szenarien aus der Perry Rhodan Serie. Bei den Antagonisten gelingt es Zybell nicht, die Figuren dreidimensionaler und damit überzeugender zu gestalten. Sie gehören zu den Schwachpunkten des vorliegenden Romans. Wie bei Uwe Helmut Graves Roman kommt der Zyklus trotz oder gerade wegen einer Reihe von Actionelementen und Ideen nicht richtig ins Rollen. Die Anfangsenergie des Achim Mehnert Bandes ist verflogen, hoffentlich kehrt sie mit der direkten Konfrontation Robonen, Zyzzkt – die haben am Ende des Buches einen eher übertriebenen Gastauftritt – und Menschen wieder zurück.

Jo Zybell: "Sternendschungel Galaxis 15: Die Para- Attacke"
Roman, Softcover, 96 Seiten
HJB Verlag 2008

Weitere Bücher von Jo Zybell:
 - Apokalypse
 - Maddrax 18- Der lange Weg nach Waashton
 - Maddrax 215 – Die Macht des Sehers
 - Maddrax 216 – Jenseits von Raum und Zeit
 - Maddrax Band 222 – Angriff auf die Wolkenstadt
 - Maddrax Band 223 – Die Sünden des Sohnes
 - Maddrax Band 228 - Crows Schatten
 - Rulfan
 - Sternendschungel Galaxis 20: Porozol

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