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Ren Dhark



Uwe Helmut Grave

Sternendschungel Galaxis 14:
Welt ohne Kinder

rezensiert von Thomas Harbach

Im zweiten Band des insgesamt dritten Subzyklus der Ren Dhark Serie „Sternendschungel Galaxis“ wird die von Achim Mehnert eröffnete Handlungsebene auf dem Planeten Edun von Uwe Helmut Grave sehr stringent, aber nicht unbedingt überraschend zu Ende geführt. Immer wieder greifen versprengte Reste der insektoiden Zyzzkt Truppen der einheimischen Edun an. Ren Dharks Wunsch, Gefangene zu machen, wird nicht entsprochen. Die einzige Alternative ist, den Spuren ins All zu folgen und möglicherweise dort einen Stützpunkt der Zyzzkt zu entdecken. Die Nomaden versuchen die beiden verfeindeten Parteien auf dem Planeten mit Uran für die Atomwaffenproduktion zu versorgen, was auf der einen Seite von Ren Dhark als moralisch fragwürdig deklariert wird, auf der anderen Seite angesichts der Bedrohung aus dem All noch mit Einschränkungen akzeptabel sein könnte. Da die das Uran verkaufenden Nomaden auf den ersten Blick mehr an ihren Handelsgeschäften als potentiellen außerirdischen Feinden interessiert sind, entsenden sie nur einen Botschafter zur POINT OFF, um den Spuren im All zu folgen. Beiden Seiten erkennen schnell, dass es sich weniger um einen Beobachter und Helfer, sondern um einen klassischen Spion handelt. Keine besondere interessante oder originelle Prämisse. Aus diesem handlungstechnischen Klischee macht Uwe Helmut Grave dann auch zu wenig. Die Nomaden sehen wie überdimensionale Dobermannhunde aus und an Bord der POINT OFF befindet sich natürlich auch ein Roboter in Hundeform. Diese Konstellation führt zu einigen wenigen pointierten Dialogen, aber in Bezug auf das Szenario zu einer Abfolge eher vorhersehbarer und ermüdender Szenen. Auf der Suche nach den Zyzzkt stoßen die Männer an Bord der POINT OFF auf einen erdähnlichen Mond um den elften Planeten eines Systems. Dieser Mond ist offensichtlich von Menschen besiedelt. Sie leben in einer von der Agrarwirtschaft dominierten Zivilisation, welche dem Stand des 19. Jahrhunderts der Erde entspricht. Aber intellektuell sind sie deutlich fortgeschrittener. Eine Expedition wird ausgeschickt, welche zumindest im vorliegenden Band einen Teil des Geheimnisses der Siedler aufdeckt. Es handelt sich um Überlebende und Ausgesetzte eines der frühesten Siedlerraumschiffe. Der Kapitän hat den Mond zusammen mit einer Handvoll freiwilliger Besatzungsmitglieder und Siedler wieder verlassen, um die ursprüngliche Zielwelt anzusteuern. Der Mond ist nur durch einen fehler im Time- Sprung System gefunden worden. Augenscheinlich fühlen sich die Menschen auf ihrer kleinen Welt sehr wohl, sie können aber – so machen sie es den Raumfahrern der POINT OFF glaubhaft – keine Kinder bekommen und werden in den nächsten Jahren/ Jahrzehnten aussterben. Dieses Manko scheint die Gruppe von knapp 4500 Menschen akzeptiert zu haben.
Der paradiesische Planet hinterlässt oberflächlich einen sehr friedfertigen, harmonischen Eindruck. Nur macht sich der Bürgermeister verdächtig, in dem er technische Ausdrücke benutzt, welche erst nach dem Abflug des Generationenraumschiffs in die allgemeine Sprache eingeflossen sind. Weiterhin zeigen sich einige Wesen nicht den Raumfahrern. Mit einem Cliffhangar beendet Uwe Helmut Grave seinen Roman. Stilistisch schwächer als Achim Mehnerts „Raumschiff der Verlorenen“ leidet der Plot vor allem unter einer gewissen Unentschlossenheit. Der nomadische Spion an Bord des Schiffes ist ein bislang hintergrundtechnisch nicht erkennbarer Kompromiss. Von den Nomaden erhält Ren Dhark keine Unterstützung und ob es der Besatzung der POINT OFF wirklich gelingt, den Mann im Hund umzudrehen, dürfte bezweifelt werden. Ähnliche Handlungskomponenten haben auch in der reihe „Sternenfaust“ einen zu großen Raum eingenommen. Die Planetenerkundung ist dagegen solide beschrieben, auch wenn die bislang präsentierten Ideen eher wie eine unterhaltsame Mischung aus Altbekanntem mit Wurzeln in der klassischen „STAR TREK“ Serie daherkommt. Hier wird sich der Expokraft Hajo Breuer noch einiges einfallen lassen müssen, um den Spannungsbogen überraschender und konsequenter zu gestalten. Für den Leser besteht erst einmal die Vermutung fort, dass diese Siedlungswelt durchaus in einem engeren Zusammenhang mit dem von Ren Dhark im Vorläuferroman gefundenen Raumschiffwrack stehen könnte. Hajo Breuer versucht zumindest in dem vorliegenden Subzyklus auf diverse aufgeworfene Ideen immer wieder in den einzelnen Romanen zurückzukommen. Damit erscheint das Szenario kompakter als es bei einer kritischen Beurteilung der ersten beiden Bände wirklich ist.

Absolute Hundenarren werden im vorliegenden Band sicherlich auf ihre Kosten kommen, aber als Science Fiction Serie betrachtet wirkt die Integration der Vierbeiner sowohl auf der Antagonisten als auch durch den Roboter Protagonistenebene kontraproduktiv. Immerhin macht sich der Roboterhund – nachdem er seinen künstlichen Magen wieder entleert hat – zusammen mit einem Cyborg in perfekter weiblicher Form auf die Suche nach dem Geheimnis der Siedlerwelt. Wahrscheinlich muss der allgegenwärtige Mensch Ren Dhark seine getreuen Freunde schließlich aus der Gefahr retten. In Ansätzen wird auf die budgetierte Problematik staatlicher Forschung / Verteidigung gegenüber einem Privatunternehmen eingegangen, wobei die hier ausgetauschten Argumente reichlich schwach sind. Schon der Gedanke, dass Ren Dhark und die POINT OFF dank der monetär unerschöpflichen Stiftung auf niemanden wirklich Rücksicht nehmen müssen, nimmt einigen wichtigen Szenen und Abschnitten eine gewisse Effektivität und wirkt wie ein Kompromiss aus der ersten populären Ära der Heftromane. Das Thema Kostensenkung und staatliche Kontrolle ist schon einmal in den Ren Dhark Abenteuern gespielt worden. Diese Idee bildet einen interessanten Unterschied zu den immer noch wirtschaftlich eher blauäugig geschriebenen „Perry Rhodan Romanen“ gebildet. Die Art und Weise, mit der diese Frage im vorliegenden Band behandelt wird, ist allerdings eher stiefmütterlich.

„Welt ohne Kinder“ bietet seinen Lesern zu wenige wirklich originelle und neue Ideen an. Der Plot verläuft sehr geradlinig, phasenweise sogar ein wenig spannend. Der Autor Uwe Helmut Grave integriert zwar einige bissig ironische Ideen – wie der Hinweis auf die ohne ihre Soldaten im Grunde verlorenen Generäle -, aber stilistisch ist seine Geschichte zu distanziert, zu wenig packend erzählt. Über die Schwächen in Hinblick auf den Plot ist schon geschrieben worden.

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Uwe Helmut Grave: "Sternendschungel Galaxis 14: Welt ohne Kinder"
Roman, Softcover, 92 Seiten
HJB 2007

Weitere Bücher von Uwe Helmut Grave:
 - Sternendfschungel Galaxis 49: Die stille Stadt
 - Sternendschungel 22: Tödliches Gift
 - Sternendschungel Galaxis 19 - Todeswelle
 - Sternendschungel Galaxis 26: Seite an Seite
 - Sternendschungel Galaxis 29: Sternensegler
 - Sternendschungel Galaxis 39
 - Sternendschungel Galaxis 46

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