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rezensiert von Susi Feistel
Inhalt
Im magischen Land Xanth hat jedes Lebewesen, sei es Pflanze, Tier oder Mensch irgendeine Art von Magie. Entweder das Wesen selbst ist von magischer Natur, wie Zentauren, Kobolde, Elfen oder Drachen, oder es kann Magie ausüben. Dies kann von Wetterbeeinflussung bis hin zu Gestaltwandeln reichen. Oder es ist so etwas Sinnvolles wie das Erzeugen von grünen Flecken an der Wand. Jeder in Xanth hat irgendetwas Magisches.
In dieser Welt voller Zauberei lebt Bink. Er ist 24 Jahre alt und hat bis jetzt leider noch nicht herausfinden können, was seine Magie ist. Daraus ergibt sich ein Problem, denn es gibt ein altes Gesetz unter den Menschen, dass jeder, der bis zu seinem 25. Geburtstag keine Magie vorweisen kann, verbannt wird. Man wird ausgestoßen nach Mundania – die normale Welt ohne Zauber…
Der einzige Ausweg, der Bink noch bleibt, ist der weise Zauberer Humfrey. Der könnte herausfinden, ob Bink Magie hat. So macht sich Bink auf den gefahrvollen Weg von seinem Dorf zum Schloss des Magiers. Dort muss er zunächst drei Prüfungen bestehen, bevor er überhaupt Humfrey zu sehen bekommt. Was dieser ihm dann sagt, ist wenig hilfreich: Bink hat zwar Magie, aber der gute Zauberer kann bei bestem Willen nicht sagen, worum es sich handelt.
Die Bestätigung von Humfrey ist nicht genug und so wird Bink in die Verbannung geschickt. Doch was für ihn wie der Weltuntergang erscheint, ist in Wirklichkeit der Beginn eines großen Abenteuers, das Binks Welt auf den Kopf stellen wird…
Rezension
1977 erschien "Chamäleon-Zauber", das erste Buch der Xanth-Romane von Piers Anthony. Schon vorher hatte der Autor einige Bücher veröffentlicht, doch erst dieses verhalf ihm zum Durchbruch. Inzwischen gibt es eine weltweite Fangemeinde, begeisterte Anhänger der fröhlichen Fantasy-Geschichten. Seit „Chamäleon-Zauber“ sind 28 weitere Romane erschienen, der 30ste Band ist bereits in Arbeit.
Originell und witzig bringt Piers Anthony den Leser in sein fantastisches Land. Ohne sich lange mit Vorgeschichten aufzuhalten, landet man sofort mitten in Binks Misere. Seine Verbundenheit zu Xanth und der vertrauten Magie nimmt einen mit und lässt einen nicht mehr los. So geht man mit ihm auf die gefahrvolle Reise, voller Angst, dass Bink tatsächlich keine Magie haben könnte.
Auch alle anderen Charaktere sind fantastisch geschrieben, jeder mit seinem eigenen Charme. Besonders den bösen Magier Trent, der erst in der zweiten Hälfte des Buches tatsächlich auftaucht, will man am Ende nicht mehr missen. Bekommt man am Anfang nur die Gerüchte über ihn zu lesen – er ist ein wirklich böser Magier – sieht man später, dass er auch ein Mensch ist und für alles was er tut, seine Gründe hat.
Fesselnd schildert Anthony die magische Welt von Xanth, voller sonderbarer und irrwitziger Gestalten. Alle sind sie mit Magie behaftet, manchmal unsinnig, manchmal gefährlich. Von Schuhbäumen über explodierende Granatapfel und Kirschbomben bis hin zu gestaltwandelnden Chamäleons gibt es alles was man sich nur denken kann. Und dann gibt es noch ein paar Sachen mehr, die man sich nicht denken kann.
Über knapp 400 Seiten wird man spannend und kurzweilig unterhalten, etwas Tiefgründiges sollte man in diesem Buch aber nicht suchen. Auch sollte man nicht Humor á la Terry Pratchett erwarten (da sollte man sich lieber an das Original halten). Piers Anthony hat seinen ganz eigenen Witz, der einen des Öfteren in einen Kicheranfall befördert.
Links
Piers Anthony – Offizielle Homepage mit Bibliographie und Xanth-Datenbank:
http://www.hipiers.com/
Piers Anthony: "Chamäleon-Zauber"
Roman, Softcover
Lübbe Verlag
ISBN 3-4042-0053-5
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