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Fantasy (diverse)



Sir Henry Rider Haggard

Der Mahatma und der Hase

rezensiert von Thomas Harbach

Mit "Der Matatma und der Hase" legt die Edition Phantasia eine aus dem Jahre 1911 stammende Tierfabel mit Zeichnungen der Originalausgabe wieder auf. Der Autor - Sir Henry Rider Haggard - war Zeit seines Lebens von 1856 bis 1935 ein glühender Verfechter der englischen Kolonialpolitik und enger Freund Kiplings. Die meisten seiner Romane spielen auf dem afrikanischen Kontinent in verschollenen Städten, im alten Ägypten oder im prachtvolle Konstantinopel. Die Legende sagt, daß der Erfolg von Stevensons "Schatzinsel" ihn zum Schreiben animiert hat. Er wettete mit seinem Bruder, einen besseren und erfolgreicheren Stoff schreiben zu können. Das Ergebnis "König Salomons Mienen" schrieb er in sechs Wochen und seitdem ist das Buch ständig im Druck, wurde mehrfach verfilmt und gilt als eines der erfolgreichsten Bücher aller Zeiten. In den nächsten Jahren schuf Haggard unsterbliche Charaktere wie den weißen Jäger Allain Quatermain oder die geheimnisvolle "Sie". Die Legende verschweigt, daß Haggard schon vor dieser Wette Bücher veröffentlichte, die sich mit dem damaligen Afrika auseinandersetzen, keine Abenteuerhandlung hatten und deswegen auch kein Publikum fanden.

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts verlegte er sich mehr auf spiritistische Themen und änderte seine Haltung der britschen Adligkeit gegenüber. Aus dem leidenschaftlichen Jäger auf allen Kontinenten wurde ein entschiedener Gegnger grausamer Jagdgesellschaften. Literarisch brachte er mit der hier vorliegenden Novelle seine Ansichten lautstark zum Ausdruck.

Mahatma steht für Erleuchteter, weiser Mann. Der Erzähler dieser Traumgeschichte bestreitet, die Erleuchtung gefunden zu haben. Trotzdem steht er nach einem Selbstmordversuch auf der Straße des Todes und begegnet neben unzähligen menschlichen Seelen einem Hasen. Erstaunt fragt er das Tier, wie es auf
den Menschen vorbehaltenen Seelenpfad gelangt ist. Die Antwort ist die Lebens- und Liebesgeschichte des gekagten Tieres.

Im Gegensatz zu seinen oft bombastischen Epen erzählt Haggard hier ruhig, einfühlsam und intelligent eine simple Tierfabel. Erst nach dem Tod kann der Hase das für ihn bis dahin unverständliche Geschehen einordnen. Er erlangt Vernunft und kann die oft von Jägern angebrachten Argumente wie Kontrolle der Wildpopulation ad absurdum führen. Im Spiegelbild dieses harmlosen Tieres erkennt der Leser die immer noch vorherrschende Grausamkeit des Menschen sich selbst oder hilflosen Wesen wie Walen, Robben oder selbst dem Schlachtvieh gegenüber. Profitsucht und Eitelkeit beherrschen sein inneres Wesen.

Der Betrachter wird geschickt durch die Nutzung von zwei unterschiedlichen Zeichnern an die Hand genommen.W.T. Hortons Holzschnitten gleichende Werke stehen in einem starken Konstrast zu realistischen Werken Brocks. Horton bemalt die Überwelt, Brocks kennzeichnet die Schrecken der Jagd.

Durchsetzt ist der Text mit der Aufforderung, Verständnis für andere Menschen / Wesen aufzubringen. Klare dunkle Bilder beherrschen den Hintergrund der düsteren Handlung. Bezeichnend ist die Szene, als plötzlich hunderte von verstörten Seelen am Erzähler vorbeimarschieren. Opfer eines Schiffsuntergangs. Ein Jahr vor der Titanic. Von der fernöstlichen Mentalität und Spiritualität ausgehend spricht Haggard gezielt die oft einfachen und doch so klaren Lebensgrundsätze an. Die Botschaft lautet, daß in jedem von uns die Keimzelle zur positiven Veränderung steckt.

Sicherlich ist "Der Mahatma und der Hase" eine der Grundlagen, auf denen Richard Adams später seine Tiergeschichten wie "Watership Down" aufbaute. Schon aus diesem Grund ist der kurze Texte zu empfehlen. Als Geschichte hat der Text wenig von seiner Aktualität verloren, aber nicht in Hinblick auf die sinnlose Jagd, sondern als Abrechnung mit noch sinnloseren aus spielerischem Übermut losgetretenen Kriegen.

Sir Henry Rider Haggard: "Der Mahatma und der Hase"
Roman, Softcover, 120 Seiten
Edition Phantasia 2004

ISBN 3-9378-9704-6

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