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Fantasy (diverse)



Fritz Leiber

Der unheilige Gral

rezensiert von Thomas Harbach

Schon das Aufsehen erregende Cover von Lars Nestler ist ein Blickfang für den ersten Band von Fritz Leibers "Schwerter" Serie - die Abenteuer von Fathrd und dem Grauen Mausling im handlichen Paperback Formet der Edition Phantasia.



"Der unheilige Gral" vereint die beiden Sammlungen "Schwerter und Teufelei" und "Schwerter gegen den Tod", die vor Jahrzehnten erheblich bearbeitet und vor wenigen Jahren ungekürzt im Heyne Verlag erschienen sind.



Vor die Abenteuer hat die Edition Phantasia eine Reihe von deutschen Erstveröffentlichungen gestellt: Eine lobende, emotionale Laudatio von Michael Moorcock und insgesamt vier einführende Vorwörter zu diversen Editionen von Fritz Leiber (1973,1974 und 1977 beim ersten Band, 1974 beim zweiten Band). Michael Moorcock lobt nicht nur Fritz Leibers literarisches Talent, sondern stellt Cele Goldsmith heraus, Leibers Verlegerin, die den Mut hatte, außergewöhnliche Wege in ihren Magazinen zu gehen. Fritz Leiber selbst beschreibt in seinen ersten Anmerkungen die Entstehung seiner beiden berühmten Figuren im Jahr 1934. Seit vielen Jahren führte Leiber mit dem 1910 geborenen Harry Otto Fischer einen intensiven Briefkontakt. Beide interessierten sich für Fantasy Literatur. Im Fragment einer Geschichte skizzierte Fischer die beiden so ungleichen Charaktere Fathrd und den Grauen Mausling. 1935/1936 schrieb Leiber auf gemeinsamen Ideen basierend den ersten Kurzroman, der allerdings erst 1939 unter der Ägide John W. Campbell jr. im zweiten von ihm herausgegeben Magazin "Unknown" erschien. Über die Jahrzehnte folgten in unregelmäßigen Abständen weitere Geschichten. Zum Teil änderte Leiber Geschichten mit anderen Protagonisten um, damit er die Werke verkaufen konnte. So ähnlich ist es Robert E. Howard mit seinen Nicht- Conan Geschichten gegangen.



Den größten Popularitätsschub erhielten die Serie durch eine Neuveröffentlichung in Donald A. Wollheims DAW Taschenbuchreihe. Leiber schrieb weitere Geschichten, vervollständigte die Chronik der beiden Antihelden und legte 1962 in "Der unheilige Gral" die Jugenderinnerungen des Grauen Mauslings seinen Lesern offen, 1970 setzte er sich mit Fafhrds Historie -seinem erklärten Alter Ego- auseinander: "Die Schneefrauen". Im gleichen Jahr führte Leiber seine beiden Charaktere in der mit dem HUGO und NEBULA preisgekrönten Geschichte "Schicksalhafte Begegnung in Lankhmar" zusammen. Diese drei zum Teil sehr umfangreichen Arbeiten bilden den Auftakt dieser Sammlung.



Fritz Leibers detaillierte Einleitung ist eine immer ehrlich werdende Abrechnung mit seinen Werken aber auch seinem eigenen Leben. Er deutet seine Jahrzehnte lange Alkoholkrankheit an, erläutert Fischers Einfluss bei der Gestaltung der ungleichen Helden und vermittelt seinen Lesern einige historische Vorgänge. Mit einer Prise Humor integriert er sein eigenes Werk in die Geschichte der Pulp Magazine und der ersten Science Fiction Fans.



Diese verschiedenen Einführungen stimmen den Leser auf die folgenden Prosatexte ein.



In "Die Schneefrauen" trifft der Betrachter auf den rothaarigen, achtzehnjährigen Fafhrds mit einer ungewöhnlich hohen Stimme. Der Sohn des Mor ist in einem Stamm voller Eiskrieger in der tiefsten Schneewüste aufgewachsen. Nach außen scheinen die Männer die Zepter in den Händen zu halten, doch die Frauen beherrschen sie mit gezielten Schneeballwürfen und einer Reihe von Hexenflüchen. Obwohl von Fernweh gepackt ist Fafhrd aufgrund seiner Abstammung , seiner Intelligenz und Entschlussfähigkeit ein geeigneter Kandidat, den Stamm unter dem heimlichen Willen der Frauen zu führen. Eine Schauspielertruppe mit einigen Huren tritt in dem kleinen Dorf auf. Fafhrd rettet die Tänzerin Vlana. Dankbar weckt sie in dem jungen Mann die Sehnsucht nach erfahrenen Frauen, nach der riesigen Stadt Lankhmar und sieht in ihm einen Schlüssel für ihre eigene Rache. Fafhrd muss sich gegen einen Widersacher aus dem eigenen Stamm, aber auch dem Zauber der Frauen auseinandersetzen.



Im Vorwort schildert Fritz Leiber seine lebenslange Affinität zu dem geschickten, listenreichen Frauenheld Fafhrd. Und so baut er diese Geschichte auch auf. Nach einem dynamischen Auftakt entwirft er eine so andere Heroic Fantasy Welt. Heutige Generationen könnten den Beginn der Story mit dem ersten Conan Film vergleichen. Doch kaum kommt ein bekanntes Element in der Handlung vor, entzieht der Autor seinen Charakteren und dem Leser fast schon boshaft den Boden unter den Füßen. Magie ist eine gefährliche Waffe, der sich die Männer kaum bewusst sind. Die Frauen agieren offen in der Geschlossenheit der dörflichen Gemeinschaften. Auffällig ist, dass Leiber hier nicht die erste Geschichte um seine Figuren präsentiert und den oft begangenen Fehler wiederholt, eine strahlende Gestalt zu erschaffen. Fafhrd wirkt zwar auf der einen Seite unerfahren und naiv, doch er scheut sich nicht, seinen Willen gegenüber seiner schwangeren Freundin durchsetzen. Zwar verspricht er ihr, keine andere Frau aus dem Dorf zu ehren, doch in seiner Stimme schwankt schon die Absicht mit, den Kreis gänzlich zu verlassen. Atmosphärisch dicht mit fesselnden, sehr authentisch wirkenden Szenen - vielleicht hat hier Leiber Wunschvorstellungen seiner eigenen Jugend beschrieben - ist diese Geschichte eine sehr gute Einleitung für die kommenden Texte.



Mit der folgenden Story "Die unheilige Gral" stellt Fritz Leiber den zweiten zukünftigen Helden vor: den grauen Mausling. Bei seiner Rückkehr nach einer langen Reise muss der zwischen der dunklen und der weißen Magie hin und her gerissene Lehrling feststellen, dass der herrschende Lord seinen Ausbilder, den aus seiner Sicht größten Zauberer des Landes, heimtückisch ermordet hat. Er sinnt auf Rache. Die Tochter des Lords, die ebenfalls heimlich vom Zauberer gelernt hat, scheint dabei ein doppeltes Spiel zu treiben .



Im Gegensatz zu der längeren Geschichte "Die Schneefrauen" wirkt die klassische Rachegeschichte weniger fließend. Stilistisch überfrachtet Leiber zu Beginn die Handlung mit einer Reihe von Bildern und immer detaillierter werdenden Beschreibungen. Im Gegensatz zum naiven Fafhrd unter der Knute seiner herrischen Mutter kann sich der Leser schwerlich mit dem nicht komplex genug entwickelten stillen Grauen Mausling anfreunden. Auch die Auflösung einer klassischen Dreierkonfrontation wirkt gerafft und zu schnell. Leiber nimmt sich nicht die Zeit, seine Leser auf die Wirkung der Magie vorzubereiten. Das nimmt der effektiven Rache ihre Schärfe und der Story einen Teil ihres Handlungsbogens.



Die dritte abschließende Geschichte "Schicksalhafte Begegnung in Lankhmar" ist sowohl mit dem HGUO als auch dem NEBULA Award als beste Story ausgezeichnet worden. Fafhrd und der Graue Mausling haben sind der Hölle ihrer jeweiligen Heimatländer entkommen und treiben ihr Unwesen in der riesigen Hauptstadt Lankhmar. Durch Zufall überfallen sie gleichzeitig zwei Mitglieder aus der Diebesgilde, die einen spektakulären Coup gelandet haben. Sie verstehen sich von Beginn an sehr gut. Auch ihre jeweiligen Partnerinnen - die

Vlana aus der ersten Geschichte und die Tochter des Lord aus der zweiten Geschichte - verstehen sich überdurchschnittlich gut. Betrunken entschließen sich Fafhrd und der Graue Mauslings, Vlanas Rache an der Diebesgilde auszuführen. Die Gilde hatte Vlanas Freundin vor einigen Jahren gefangen genommen, gefoltert und ermordet, weil sie sich nicht an die Gilderegeln halten wollten.



Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht die fremdartige Stadt Lankhmar. Wie Jahre später China Mieville in seinen umfangreichen Epen ist Lankhmar eine Mischung aus mittelalterlicher Festung, von Gilden und Ständen beherrschte Kampfzone, Vergnügungspalast und Hort des Wissens. Auf den ersten Seiten ironisiert der Autor das Treiben der einzelnen, streng hierarchisch organisierten Gruppen und erläutert die einzelnen Gesetze am Beispiel der Bettler- und Diebesgilde. Was anfänglich vergnüglich wirkt, dreht sich schließlich zu einer dunklen, brutalen Bedrohung. Das Ende dieser Geschichte und die Geburt der ewigen Freundschaft der beiden ungleichen Charaktere geht fast zu schnell, ist allerdings effektiv und rasant beschrieben. Zusammen mit "Die Schneefrauen" unterstreicht diese - mit ihrem Titel an die Katastrophenfilme der siebziger Jahre angelehnten Originaltitel - Leibers Stärke als Chronist.



Mit "Der Fluch der Wiederkehr" - der Auftaktgeschichte zu dem Buch "Schwerter gegen den Tod" verbindet Leiber die neuen Geschichten aus der ersten Sammlung mit den schon in den vierziger Jahren erschienenen Storys. Dieser Übergangstext ist flüssig geschrieben worden, beschreibt die ziellose und rastlose Suche der vereinsamten Fafhrd und dem Grauen Mausling und schließlich ihren Entschluss, nach Lankhmar zurückzukehren und damit ihren Eid zu brechen. Das Verbinden von neuen und alten Texten ist leider auch die deutlichste Schwäche dieser Geschichte. Zu bemüht ist die fast nicht vorhandene Handlung, zu viele Informationen sucht Leiber in der kurzen Anekdote zu vermitteln.



Im Jahre 1940 erschien im amerikanischen "Unknown" Magazin mit "Edelsteine im Wald" eine der ersten Geschichten . Auf dem Rückweg nach Lankhmar erfahren die Beiden von einer Schatzburg. Abenteuerlustig machen sie sich auf die Suche und treffen nicht nur auf einen gefährlichen Zauberer, das Versteck selbst entpuppt sich als geheimnisvolles Wesen. Wie sehr die Geschichten als Hommage an Howards "Conan" konzipiert worden sind, erkennt der Leser an dieser ersten originalen Story. Die Angst der beiden Charaktere vor allem Magischen entspricht Conans Furcht, trotzdem überwinden sie mit ihrem Mut und ihrer Schlagfertigkeit -verbal und körperlich - alle Hindernisse. Doch glücklich werden sie nicht, denn geheimnisvolle Kräfte greifen nach ihnen. Farbenprächtig, exotisch, spannend, geheimnisvoll- das gilt für Howards Geschichten im gleichen Maße wie für Leibers Texte. Doch letzterer ist der bessere Stilist und trotz der barbarischen Fähigkeiten seiner Protagonisten schildert er sie als emotionale, harte wenn auch faire Krieger. Der Verlust ihrer Frauen und die Fehler, die sie selbst in dieser Situation begangen haben, lastet schwer auf ihren Gewissen. In Bezug auf den Hintergrund erinnern Leibers Geschichten allerdings an eine mittelalterliche Weiterentwicklung von Howards Welt.



"Haus der Diebe" beginnt mit einerungewöhnlichenKonstellation.Zumersten Mal greifen die beiden Antihelden auf die Hilfe eines Dritten zurück: Ein Mitglied der Gilde der Diebe hat eine Vereinbarung getroffen, den wertvollen Schädel eines der Gründungsmitglieder aus einem geheimen Versteck zu stehlen. Kaum gelingt der Coup, versucht der Dieb Fafhrd und den Grauen Mausling übers Ohr zu hauen und flieht in den Schutz des Hauses der Diebe. Dabei hätte ihm zumindest bekannt sein müssen, dass die beiden Haudegen aus Rache schon einmal tief in das labyrinthartige Haus eingedrungen sind. Dabei überdreht Leiber fast die Schraube. Das Haus wirkt wie ein unendliches Netz aus Gängen, Höhlen und Zimmern. In einem kleinen Seitengang begegnet Fafhrd einer Fledermaus, in einem anderen Zimmer Überresten weiterer Urahnen. Zum Schluss treten scheinbar die Geister der alten Diebe auf und fordern entsprechenden Respekt vor ihren Taten. Gekonnt spielt Leiber mit seinen Figuren: Fafhrd versucht insbesondere in dieser Geschichte die verschiedenen übernatürlichen Ereignisse zu rationalisieren und zu erklären, während der Graue Mausling einen pragmatischen und direkten Weg einschlägt.



Ourph der Migol schildert in "Die unwirtliche Küste" aus seiner Sicht ein weiteres Abenteuer der beiden Helden. Dabei lockt sie anscheinend der Tod über das große Meer an eine fremde Küste, wo sie sich heldenhaft auf ein letztes Gefecht vorbereiten sollen. Die sagenhafte Konzeption der Story nimmt ihr zum Teil ihren Reiz. Zu weit rückt der Leser vom eigentlichen Geschehen ab und zu wenig kommen die geschliffenen Dialoge Leibers zur Geltung. Darum wirkt der Text wie die Rohfassung einer längeren Novelle, die wahrscheinlich zu seinen besten Arbeiten gezählt hätte.



"Der heulende Turm" ist die Geschichte eines seltsamen, abgeschiedenen Turms und seines Bewohners, der seit vielen Jahren in Todesangst lebt. Hier überwiegen eindeutig die Horrorelemente. Vom fast schon malerischen Auftakt über die tiefsten Seelenabgründe geht die Reise auch in das Innere der Charaktere. Hier helfen nicht mehr ihre rohen Barbarenkräfte und sie müssen zugeben, dass nicht alle Gefahren von dieser Welt sind.



"Das versunkene Land" und "Die sieben schwarzen Priester" gehören thematisch zum Reisezyklus. Erst versuchen die beiden Helden die sagenumwobene Schatzinsel Simorgya zu finden, dann setzen sie sich auf der Weiterreise mit einer Gruppe schwarzer Priester auseinander, die sie im Kampf nach dem Prinzip "Zehn kleine Negerlein" dezimieren. Wie in vielen anderen Storys bleibt ihnen der Triumph am Ende versagt. Je weiter sich die Charaktere von Lankhmar entfernen, um so exotischer werden Fritz Leibers Beschreibungen, desto farbenprächtiger die Welt Nehwon, ein Anagramm von No When. In ihrer Komplexität, der fast schon eingefleischten Angst vor der Priesterschaft und damit indirekt den Göttern, aber auch die Respektlosigkeit vor jeglicher Obrigkeit ähneln die Geschichten mehr Howards Abenteuern eines reiferen Conan. Übernatürliche Ereignisse genauso wie Flüche sind elementare Bestandteile von Leibers Storys und bilden die Grundlage für viele literarische Epigonen. Geschickt baut der Autor die einzelnen Charakterzüge seiner Figuren weiter aus. Die beiden Kämpfer kommen sich näher und beginnen mehr und mehr einander zu vertrauen und eine Einheit zu bilden. In Bezug auf Frauen verhält sich Leiber sehr defensiv. Die meisten weibliche Charaktere sind Töchter reicher Fürsten, Dirnen oder Schankfrauen, doch richtig als harte Männer können sich weder der verschlagene Fafhrd noch der Muskel bepackte Grauer Mausling ihnen nähern. In diesem Punkt ist ihnen Conan meilenweit voraus.



Fast schon eine Hommage die klassischen Gruselgeschichten Edgar Allen Poes ist die Geschichte "Klauen der Nacht". Vögel mit vergifteten Krallen bedrohen die Stadt. Die beiden Diebe sind im Auftrag eines dicken Kaufmanns auf Tour und werden von dessen schöner Frau verzaubert. Die Geschichte wirkt über weite Strecken -wie Leibers folgendes Meisterwerk "Basar des Bizarren" - surrealistisch. Realität und Wahn fließen nahtlos ineinander über. Geschickt verarbeitet der Autor verschiedene Ebenen zu einem ideenreichen Cocktail. Dabei erzeugt er eine bedrohliche Atmosphäre ohne auf Nebel, Stimmen aus dem Untergrund oder zerfallene Schlösser zurückgreifen zu müssen.



In der zwischen den beiden herausragenden Geschichten dieser Sammlung eingepferchten "Der Preis des Vergessens" schließt der Autor stellvertretend für seine Helden mit ihren ermordeten Frauen ab. Ein letztes Mal können diese ihre Freunde beobachten, wie sie Diener Schilba und Ningaubel werden. Diese beiden oft im Hintergrund agierenden Charaktere werden in einer Reihe von Geschichten auftauchen und unheilvolle Ränke schmieden.

Die Geschichte durchzieht eine melancholische Note. Aber erst durch die gelungenen Einführungsgeschichten im ersten Band der Sammlung kommt beim Leser eine emotionale Bindung zu den Figuren auf. Ohne die sehr viel später geschriebenen Storys wäre die Intention Leibers in Leere gegangen.



"Der Basar des Bizarren" ist eine der frühesten und damit außerhalb der bisherigen Chronologie veröffentlichten Geschichten um die Aufträge unter dem Einfluss/Kommando von Schilba und Ningaubel. Dazu kommt mit dem Basar in Lankhmar einer der farbenprächtigsten Hintergründe. Der Autor löst alle Dimensionen von Raum und Zeit auf und verbindet einen Hauch von Science Fiction mit den Elementen der Heroic Fantasy. Interessant sind die eindrucksvollen Zweikämpfe am Ende der Geschichte, in denen Fafhrd und der Graue Mausling wie zwei Teile eines Ganzen agieren und verzweifelt wieder zu einer Einheit verschmelzen möchten. Dazu die Synthese aus so vielen Hintergrundelementen: die Stadt eine Mischung aus archaischer Trutzburg, Renaissance artiger Gesellschaft, mittelalterliche Hierarchien, dunkle Spelunken mit farbenprächtigen, fremdartigen Namen , die streng organisierten Gilden, immer im Kampf gegen die Anderen bilden eine perfekte, harmonisch unruhige Geschichte, einen Alptraum, aus dem der Leser nicht erwachen möchte Wie in Hypnose wird er immer tiefer in diese Welt gezogen.



Terry Pratchett nahm in seinen frühen Scheibenweltromanen die Fackel Leibers auf und entwarf die beiden heldenhaften Krieger Bravd und the Weasel . Im Gegensatz zu vielen modernen Weltentwürfen ist Leibers Welt voller Widersprüche, krasser Gegensätze, chaotisch und schön. Es lässt sich kein System erkennen. Der Autor überrascht in den hier vorliegenden Geschichten die Leser immer wieder mit neuen Varianten zum Teil klassischer Themen. Der Bogen zu einer vorwissenschaftlichen Ära, in der natürliche Phänomene nicht erklärbar gewesen sind . Sein Land Nehwon ist unerklärlich - der Autor verzichtet auf jeden Fall bei jeder Gelegenheit, die harten Regeln zu erläutern -, voller Wunder, ein Land, in dem jederzeit alles möglich ist, in dem der Glaube an die eigene Stärke und den eigenen Willen nach dem Motto "There is no ship like... friedship" Götter und Zauberer in die Knien zwingen kann.



"Der unheilige Gral" vereinigt den ersten Fächer von Geschichten aus einem Zeitalter, in dem die Kontinente schon versunken waren, Königreiche aus dem Boden schossen und ein Schwert in der Hand das einzige Gesetz darstellte. Nach mehr als zwei Generationen - bei den ersten Geschichten - und mehr als einer Generation bei den neueren Arbeiten faszinieren diese Storys noch immer und entführen den Leser in eine magische Welt.

Fritz Leiber: "Der unheilige Gral"
Roman, Softcover
Edition Phantasia 2004

ISBN 3-9378-9700-3

Weitere Bücher von Fritz Leiber:
 - Das Meerweib
 - Der traurige Henker
 - Die Herren von Quarmall
 - Die Umtriebe des Daniel Kesserich
 - Hexenvolk

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