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Fantasy (diverse)



Patrick J. Grieser

Der Hüter des Taermons

rezensiert von Ralf Pappers

mit Illustrationen von J.David Deen

Handlung
In der Welt Audria scheint alles seinen gewohnten Gang zu gehen. Die Dekadepten, eine Art Magierschüler, ziehen wie immer aus, um das Weltensiegel (ein Schutz gegen das Chaos aus einer anderen Welt oder Dimension) zu bewachen. Sie haben die Aufgabe es zu beobachten und bei Schwächung mit einer magischen Formel wieder zu stärken, denn es ist der Schutz gegen das Chaos. Gut und Böse befinden sich in einem labilen Gleichgewicht und wenn das Chaos in die Welt Audria einbricht, wird dieses Gleichgewicht zerstört und alle Welten werden im Chaos untergehen.
Just an diesem Tag geschieht das Unfaßbare und das Siegel wird tatsächlich schwächer. Der bisher immer funktionierende magische Spruch ist ohne Wirkung und das Siegel fängt an zu verblassen. Terence, einer der Dekadepten, und Held der Triologie, versucht daraufhin in seiner Panik Hilfe zu holen. Er kommt aber nicht weit, denn plötzlich sind grimmige Reiter da und machen die Gruppe der jungen Schüler nieder. Unser Held muß dies alles miterleben, kann aber unerkannt entkommen und in der Stadt dem König und dem Oberhaupt der Kadepten (der Magier) berichten. Von da an ist er dem Schicksal unerbittlich ausgeliefert und kann ihm nicht mehr entfliehen. Abenteuer reihen sich aneinander um den Untergang zu verhindern.

Aufmachung
Das Buch kommt in einer wunderschönen Optik daher. Das gebundene Buch befindet sich in einem phantastischen Schutzumschlag. Ein wunderbarer Titelschriftzug prangt über der Gemeinschaft, die sich auf der Rettungsfahrt durch Audria befindet. Das Papier ist qualitativ sehr hochwertig und in einem angenehmen Chamois-Ton gehalten. Die Schrift wirkt zwar auf den ersten Blick eine Spur zu groß, macht sich aber beim Lesen als äußerst angenehm bemerkbar. Verstreut auf den Seiten, tauchen immer wieder Zeichnungen auf, die die einzelnen Personen charakterisieren. Zwar stimmen sie nicht immer mit der Beschreibung im Text überein, aber das ist kein großes Problem, hat man dies doch bei praktisch allen Veröffentlichungen in Kauf zu nehmen. Zudem sind sie in einem rauchigen Braun-Grau gehalten, sehr unaufdringlich und doch wunderschön anzuschauen.
Alles in allem also eine wirkliche Zierde für jeden Bücherschrank und so gut gemacht, daß es ohne Probleme neben einem Großwerk wie dem Herrn der Ringe paßt.

Meine Meinung
Am Anfang hatte ich immer wieder das Gefühl, das alles viel zu schnell ging. Nein, schnell ist vielleicht nicht das korrekte Wort. Nicht die Handlung entwickelte sich zu schnell, sondern die Personen und Beschreibungen wirkten etwas leer. Nicht unangenehm, sondern eher so, als hätte der Autor nicht so recht gewußt wie er die Handlung und die Charaktere mit mehr Umfang und Hinterrund ausstatten solle. Wie der Blick in eine Wohnung, in der zwar alles korrekt beschrieben worden ist, aber die kleinen Accessoires vergessen wurden. Nicht das dies das Lesevergnügen beeinträchtigt hätte, dem Intensivleser wird es nur auffallen. Ansonsten stolpern unsere Helden von einem Abenteuer ins andere. Handlungsverläufe, von denen man glaubt sie zu erkennen, ändern sich plötzlich und es kommt doch anders als gedacht, was ich angenehm fand. Besonders wird dem Rollenspieler die Ähnlichkeit zu einem Spieleabend auffallen. Teilweise fühlte ich mich an einige meiner eigenen Sessions erinnert, in der, in den berühmt berüchtigten Nachtwachen, wieder einmal ein Monster auftaucht und die Gruppe um den Schlaf bringt.
In den ersten beiden Teilen, schaffen es die Helden mit vereinten Kräften das Böse erst einmal zurückzudrängen. Man erlebt mit, das das Abenteurerleben alles andere als heldenhaft ist, und man eigentlich lieber zu Hause am heimeligen Kamin sitzen würde, als mit Terence und seinen Gefährten durch Sturm und Regen zu reiten, kälteklirrende Berge zu überwinden und brütende Wüsten zu durchqueren.
Der dritte Teil wird dann plötzlich vom Stil anders. Dort hat der Autor es plötzlich wesentlich besser im Griff die schon angesprochenen Accessoires vor unserem inneren Auge auszubreiten. Terence und der Elf Aron gewinnen wesentlich an Tiefe und alles wird geheimnisvoller, phantastischer. Und der junge Terence, der zu Beginn der Reise noch ein zurückhaltender Jüngling war und im Laufe der Reise zu einem jungen Mann herangewachsen ist, verändert sich zusehends. Die Götter können eben ihre Finger nicht aus dem Spiel lassen. Ein Verlauf der mich doch überrascht und erschreckt hat. Das (vorläufige) Ende hätte ich ihm jedenfalls bestimmt nicht gewünscht und es bleibt abzuwarten was aus ihm werden wird.
Was mir aber auch aufgefallen ist, der weibliche Aspekt bleibt völlig unterrepräsentiert. Bei jeden "ordentlichen" Rollenspiel gehören mindestens zwei Frauen in jede Reisegruppe. In Griesers Geschichte taucht nur kurz eine Sklavin auf, die auf nicht gerade nette Weise, schnell ihr Leben verliert. Auch die Ähnlichkeiten zum Herrn der Ringe sind vorhanden, machen sich aber keinesfalls negativ bemerkbar. Eine Gruppe schließt sich zusammen um ein Werk zu vollbringen. Der große Magier ist ebenso vertreten, wie der kräftige Zwerg, der hochwohlgeborene Elf und der tapfere Mensch, aber eben wohltuend eigenständig. Nur die Halblinge, und der geneigte Lese mag mir dies verzeihen, wird zusammen mit Wegelagerern und Banditen in einen Topf geworfen. Das macht mein Herz doch etwas schwer, war mein erster Charakter doch ein solcher und ich habe ihn sehr lieb gewonnen.
Auf jeden Fall hat das Lesen Spaß gemacht. Die paar kleinen Probleme kann man beruhigt übersehen, vor allem wenn man bedenkt, daß es sich bei "Der Hüter des Taermons" um das Erstlingswerk von Patrick J.Grieser handelt.

Wertung
Ich vergebe 7 von 10 Punkten

Patrick J. Grieser: "Der Hüter des Taermons"
Roman, Hardcover
Basilisk Verlag

ISBN 3-9357-0600-6

Weitere Links zu diesem Thema:
 - Patrick J. Grieser: Biographie

Leserrezensionen

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