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Fantasy (diverse)



J.K. Rowling

Harry Potter und der Halbblutprinz

rezensiert von Kevin Reymann

Im sechsten Band hat das Zauberministerium endlich erkannt, dass die Gefahr durch Voldemort real und keine Illusion von Harry und Dumbeldore ist. Der Band beginnt damit, dass Dumbeldore Harry im Lingusterweg abholt und die beiden sich auf den Weg zu einem alten Lehrer von Hogwards machen. Schließlich schafft es Harry, diesen zu überreden, seinen Lehrerposten für das Fach Zaubertränke wieder einzunehmen.

Nachdem Umbridge Hogwards verlassen hat, ist ihr Posten wieder frei und endlich bekommt Snape seine Chance. Er wird von Dumbeldore als Professor für Verteidigung gegen die dunklen Künste eingesetzt. Harry misstraut Snape nach wie vor. Doch Ron und Hermine zweifeln an Harrys Worten, da Dumbeldore ja mehrmals betont hat, er vertraue Snape.

Dumbeldore hat sich vorgenommen, Harry in diesem Schuljahr besser auf den bevorstehenden entscheidenden Kampf gegen Voldemort vorzubereiten. So gibt Dumbeldore Harry im Laufe des Jahres immer wieder Informationen zu Voldemorts Vergangenheit - zumindest dann, wenn er nicht auf eine geheimnisvolle Reise geht.

Am Anfang des Schuljahres geht Harry davon aus, dass er diesmal nicht am Unterricht für Zaubertränke teilnehmen wird. Als klar wird, das nicht Snape unterrichtet und die Anforderungen für die Teilnahme am Unterricht verringert wurden, dürfen Harry und Ron wieder im Kerker unterrichtet werden. Dummerweise haben beide keine Schulbücher für dieses Fach gekauft. Sie bekommen beide gebrauchte Bücher. In Harrys Buch, welches einst dem Halbblutprinzen gehörte, finden sich etliche Notizen, um die Experimente mit Bravour durchzuführen. Schließlich wird Harry zum Musterschüler. Als Belohnung bekommt er eines Tages einen Trank, der ihm Glück bringen soll.

Da Dumbeldore Harry nun etwas mehr zumuten will wird Harry von Dumbeldore zum Captain der Quiditch-Mannschaft ernannt. Harry beordert auch seinen Freund Ron ins Team, als sich herausstellt, dass dieser doch kein so großer Tollpatsch ist.

Dumbeldore geht im Laufe des Schuljahres immer wieder auf Reisen - natürlich sagt er niemandem, wo er hingeht - keinem außer Harry. Es stellt sich heraus, dass sich Dumbeldore im Laufe des Schuljahres (und auch schon davor) damit beschäftigt, Erinnerungen im Zusammenhang mit Tom Riddle zu besorgen, die er Harry dann in seinem Denkarium präsentiert.

Am Ende des Schuljahres sind Harry und Dumbeldore außerhalb von Hogwards unterwegs, um einen der sogenannten Horkruxe zu beschaffen. Das sind Gegenstände, die einen Teil der Seele eines Zauberers enthalten. Voldemort hat seine Seele sieben Mal gespalten. Einige Teile sind bereits durch Harry vernichtet worden, andere nicht. Während sie unterwegs sind, wird Hogwards von schwarzen Magiern angegriffen.
Zurück im Schloss gibt es ein Duell zwischen einem sehr geschwächten Dumbeldore und Draco Malfoy. Malfoy schafft es nicht, den entscheidenden Zauberspruch zu sprechen und um den großen Zauberer damit ins Jenseits zu befördern. Das muss er auch nicht. Snape kommt ihm zur Hilfe und beendet seine Arbeit...

Snape und Draco flüchten. Auf Dumbeldores Beerdigung schört Harry Rache und will nicht mehr nach Hogwards zurückkehren. Ron und Hermine entschließen sich, ihn auf seinem Weg zu unterstützen.

Die Kritiken zum sechsten Band differenzieren sich sehr. Noch immer kann ich mich nicht entscheiden, ob der Band einer der besseren oder schlechteren ist. Positive Eindrücke hatte ich auf jeden Fall einige. So behandelt Dumbeldore Harry, zumindest meistens, nicht mehr wie ein Kind. Auch die Tatsache, dass die "finale Schlacht" mal wieder in Hogwards gespielt hat, war spannend gemacht und hat ein wenig Abwechslung geboten.

Genauso der Handlungsbogen um den Halbblutprinzen war durchgehend interessant erzählt. Da ich bereits vor Lesen des Buches wusste, wer der Halbblutprinz ist, kann ich hier aber aus meiner Sicht nicht wirklich von Spannung reden. Bei Band 7 versuche ich diesen Fehler zu vermeiden.

Und dann gab es auch noch ein Todesopfer in diesem Band zu beklagen. Ich habe zwar getrauert um den großen Zauberer, denke aber, dass es ein wichtiger Punkt für die Entwicklung der Story ist nicht so gut wäre es, wenn alle bis zum Ende überleben, oder noch schlimmer: der erste und letzte Tote stirbt im letzten Kampf gegen Voldemort. Außerdem gibt es in der Welt der Zauberei ja schließlich einige Möglichkeiten, die auch schon angedeutet wurden, dass wir Dumbeldore in Band 7 wieder sehen. Denken wir doch nur mal an die Bilder im Büro des Schulleiters – oder sollte ich Schulleiterin sagen?

Nun zum Negativen. Harry wird mal wieder nicht geglaubt, obwohl er ja nicht ganz falsch lag. Das wird mit der Zeit langweilig, da wir ähnliche Storys auch schon in vorhergegangenen Bänden hatten. Der ganze Band hatte auch einige, einige zuviel, Liebesstorys. Gut, Harry und Co kommen in ein Alter, wo dies nicht ganz uninteressant für sie ist, aber dadurch fehlte eine Menge anderer Feinheiten, wie wir sie von J.K. Rowling kennen. Wo war den Hermines Hauselfen-Organisation BELFER? Bis auf eine kleine Erwähnung ist diese völlig ignoriert worden.

Auf jeden Fall endet das Buch mit einem gewaltigen Cliffhanger - der aber völlig überflüssig wäre, da die meisten Bd. 7 sowieso lesen werden. Jetzt heißt es warten...

J.K. Rowling: "Harry Potter und der Halbblutprinz"
Roman, Hardcover, 656 Seiten
Carlsen 2005

ISBN 3-5515-6666-6

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