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rezensiert von Yves Leiendecker
Kurzinhalt:
Es soll sein drittes Jahr aus der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei werden, doch Harry bläst aus Versehen seine Tante auf. Doch statt des angedrohten Verweises, den er erhielt als der Elf Dobby im Haus zauberte [Harry Potter und die Kammer des Schreckens], wird er jetzt von allen behütet. Wie Harry erfährt liegt es daran, dass der gefährliche Sirius Black, der 20 Muggel tötete und zu den engsten Vertrauten Voldermorts zählt, aus dem Zaubergefängnis Askaban ausgebrochen ist und nun wahrscheinlich ihn jagt, denn er war es auch der Harry Eltern verraten hat und Harry erfährt noch mehr. Sirius Black ist sein Pate…!
Der inzwischen dreizehnjährige Harry muss die Sommerferien wieder bei seinem Onkel Vernon und dessen Familie verbringen. Als Vernons Schwester Maggie während ihres Besuches über Harrys tote Eltern herzieht, gerät der Zauberschüler so in Wut, dass sie von ihm aufgeblasen wird und wie ein Ballon unter der Zimmerdecke schwebt. Erschrocken flieht Harry aus dem Haus, denn das wollte er eigentlich gar nicht und er weiß, dass in den Schulferien jede Zauberei streng verboten ist. Da landet vor ihm der "Fahrende Ritter", ein roter fliegender Dreideckerbus für in Schwierigkeiten geratene Hexen und Zauberer, der ihn nach London in die Winkelgasse bringt, wo er von Cornelius Fudge empfangen wird. Harry Potter befürchtet eine harte Strafe, doch zu seiner Verwunderung wirkt der Minister für Zauberei eher besorgt und kümmert sich darum, dass er für den Rest der Ferien im Gasthof "Zum tropfenden Kessel" untergebracht wird.
Zu Beginn des dritten Schuljahrs in der Hexen- und Zaubererschule Hogwarts erfährt Harry, warum er straffrei ausging: Sirius Black, der Gefangene von Askaban, ist entwichen und soll angekündigt haben, er werde nach Hogwarts kommen und Harry töten. Professor Sibyll Trelawney, die Wahrsagen lehrt, prophezeit Harry seinen baldigen Tod. Dass sie das offenbar jedes Jahr mit einem der Schüler tut, ohne dass sich ihre Vorhersagen bisher bewahrheitet hätten, beruhigt ihn nicht wirklich.
Professor Remus Lupin ist neuer Lehre für die Verteidigung gegen die dunklen Künste. Während des Unterrichts nimmt ein Irrwicht jeweils die Form dessen an, vor dem sich ein Schüler besonders fürchtet. Bevor die Reihe an Harry Potter ist, greift der Lehrer ein, denn er glaubt, dass der Irrwicht die Gestalt des gefürchteten Lords Voldemort annehmen könnte. Tatsächlich fürchtet Harry Potter sich aber zur Zeit weniger vor dem Mörder seiner Eltern als vor den Dementoren aus Askaban, die Hogwarts wegen der Morddrohung überwachen, denn sobald er in deren Nähe kommt, bricht er zusammen und erlebt in einem Albtraum den Tod seiner Eltern. Erst nach den Weihnachtsferien lernt Harry von Remus Lupin, wie er sich dagegen mit Hilfe eines Patrons schützen kann.
Während eines heimlichen Besuchs in der Gaststätte "Drei Besen" in Hogsmeade belauscht Harry Potter ein Gespräch seiner Lehrerin McGonagall mit Fudge und Hagrid, der inzwischen zum Professor für die Pflege magischer Kreaturen ernannt wurde. Er hört, dass Sirius Black vor zwölf Jahren Lord Voldemort den Aufenthaltsort der Familie Potter verraten haben soll und nun unterwegs sei, um auch Harry zu töten. Peter Pettigrew, ein Freund der Potters habe Sirius Black nach der Ermordung von James und Lily Potter zur Rede gestellt und sei deshalb von dem Verräter umgebracht worden. Zur Strafe wurde Black in Askaban eingesperrt.
Nachdem es Sirius Black gelungen ist, sich nachts in die Schule zu schleichen und bis an das Bett von Harry Pottes Freund Ron Weasley vorzudringen, werden die Sicherheitsmaßnahmen weiter verschärft. Zwischen Ron und Hermine kommt es indes zu einem Streit, da Ron Hermine verdächtigt, dass ihr Kater Krumbein seine Ratte Krätze gefressen hat. Diese jedoch glaubt nicht daran, dass ihr Kater so blutrünstig sein soll. Auf dem Weg zu einem besuch bei hagrid findet Ron jedoch seine Krätze und nimmt sie gegen ihren Willen an sich.
Dann springt ein schwarzer Hund aus dem gebüsch und verschleppt Ron und dessen zahme Ratte Krätze in eine Höhle unter der Peitschenden Weide. Harry und Hermine folgen durch einen Geheimgang, der zur Heulenden Hütte führt, einem Spukhaus in Hogsmeade, der heulenden Hütte. Dort treffen sie auf den entwichenen Gefangenen von Askaban, ihren Lehrer Lupin und Ron. Sirius Black, der sich in der Gestalt eines schwarzen Hundes vor den Dementoren in Hogwarts verbarg, hatte durchschaut, dass es sich bei Rons Ratte in Wirklichkeit um den angeblich von ihm ermordeten Animagus Peter Pettigrew handelt, der jetzt als Mensch vor ihnen steht. Die Familie Potter war damals nicht von ihm, sondern von Peter an Lord Voldemort verraten worden. Danach hatte der falsche Freund seine Ermordung durch Black vorgetäuscht und war in die Gestalt der Ratte Krätze geschlüpft, um das weitere Geschehen zu beobachten. Sirius Black hätte Harry niemals etwas angetan, denn er ist dessen Pate.
Auf dem Rückweg im Vollmond wird Professor Lupin zum Werwolf, weil er vergaß, seine Medizin zu nehmen. Um ein Unheil zu verhindern, nimmt Sirius Black erneut die Gestalt eines Hundes an. Die Aufregung nutzt Peter Pettigrew, sich wieder in eine Ratte zu verwandeln und davonzulaufen. Harry Potter scheitert bei seinem Versuch, seinen Paten in Schutz zu nehmen. Sirius Black soll hingerichtet werden.
Da erlaubt Dumbledore Harry und Hermine, mit einem Zeitumkehrer – den die eifrige Schülerin bereits verwendete, um zwei gleichzeitig stattfindende Prüfungen zu schreiben – in die Vergangenheit zu reisen. Als Erstes retten die beiden Freunde den Hippogreif Seidenschnabel, der vor drei Stunden wegen eines von Draco Malfoy provozierten Angriffs geköpft werden sollte. Dann ermöglichen sie es Sirius Black, auf Seidenschnabels Rücken aus Hogwarts zu entkommen.
Professor Snape ärgert sich darüber besonders, weil Cornelius Fudge ihm für die Ergreifung des entflohenen Gefangenen von Askaban einen Merlin-Orden versprochen hatte. Harry Potter erhält mit der Eulenpost einen Brief von seinem Paten Sirius Black, der ihm verspricht, von nun an für ihn da zu sein.
Kritik:
Mit diesem Buch begann der große Potter-Hype. Jung und jung geblieben will die Abenteuer des kleinen Zauberlehrlings lesen. Nachdem das dritte Buch erschienen war, musste von den ersten beiden Bänden rasch neue Auflagen gedruckt werden, da immer mehr auch die ersten beide Bände lesen wollten und auch sehnlichste das vierte Buch erwarteten.
Harry Potter und der Gefangene von Askaban wird immer wieder als der spannendste alle Potter-Bände beschrieben, da vor allem die Dementoren aus Askaban eine sehr düstere Stimmung verbreiten. Die Geschichte selbst wirkt noch nicht einmal so beklemmend, aber durch die Dementoren scheint es als ob überall eine Aura des Todes schwebt. Der erste Tot von dem hyppogreif Seidenschnabel unterstützt dies auch noch ebenso wie die Stunden Wahrsageunterricht. Auch die ganze Sicherheitsfrage ist etwas, was die Stimmung düster werden lässt.
Diese düstere Stimmung war auch immer wieder Hauptkritikpunkt am Buch. J. K. Rowling hätte hier die Grenze der Kinderromane überschritten. Dunkle Wesen die jegliche Glückgefühle oder gar die Seelen aus den Leibern der Menschen saugen ist nicht grade was man als gute Nach Geschichte vorlesen würde. Dies fanden auch die Medienwächter in Deutschland und stuften den Film als FSK 12 ein, jedoch mit dem Hintertürchen für die jüngeren Potter-Fans, dass sie den Film ab 6 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen sehen dürfen.
Aber eben jene Düsterkeit des Buches ist es auch, die das Buch und auch den Film, so beliebt macht. Harry Potter und der Gefangene von Askaben ist bei vielen Lesern das beliebteste Buch unter anderem auch wegen dem Charakter des Sirius Black, der über die nächsten Bücher zu immer größerer Beliebtheit kommt. Viele Leser betrauerten seinen Tod [Harry Potter und der Orden des Phönix], war er es doch für den sie Mitgefühl hatten, da er so viel erleiden musste und war er es auch, der für Harry eine Hoffnung auf eine glücklichere Zukunft außerhalb die Ligusterwegs darstellte.
Mit 484 Seiten ist Harry Potter und der Gefangene von Askaban nicht grade der dickste Band der Reihe aber mit Sicherheit einer der spannenden. Vor allem die vielen Erkenntnisse über das Leben von Harry Eltern und die zugleich düstere Stimmung durch die Dementoren machen das Buch zu dem Lieblingsbuch vieler Potter-Fans. Zumal er der letzte Band ist, der in sich geschlossen ist. Enden die nächsten doch immer mit einem großen Fragezeichen hinsichtlich des weiteren Verlaufes des Geschichte.
Joanne K. Rowling: "Harry Potter und der Gefangene von Askaban"
Roman, Hardcover, 447 Seiten
Carlsen
ISBN 3-5515-5169-3
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