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Fantasy (diverse)



Thomas Thiemeyer

Medusa

rezensiert von Thomas Harbach

Nach ersten Kurzgeschichten und einem Jugendbuch im Arena Verlag liegt mit Medusa ein auffällig gestalteter Hardcoverroman aus der Feder des bekannten Zeichners und Malers vor. Andreas Eschbach zieht auf dem Klappentext einen Vergleich zum Publikum der Indiana Jones Filme und liegt damit unabsichtlich und unbewusst richtig. Der Roman spricht nicht die Leser des Urvaters dieser Abenteuerromane Sir Henry Rider Haggard , dem Schöpfer von "König Salomons Diamanten" oder "Sie" an, er richtet sich geradlinig und geplant an die Fans von Michael Crichtons "Kongo" - leider nicht dem Roman, sondern der Verfilmung.



Thiemeyer beginnt und schließt seine Geschichte mit einem stimmungsvollen, atmosphärisch dichten sowie exotischen Rahmen. Vorsichtig kratzt der Autor an den Sitten und Gebräuchen der Tuareg, des stolzen und geheimnisvollen Stammes. Hier endet allerdings der größte Teil der Stimmung. In den Bergen und Wüsten stößt die vom Autoren zusammengestellte Fernsehteamexpedition immer wieder auf Hinterlassenschaften der Jahrtausende verschütteten Medusen Zivilisation in Kombination mit den typischen Gefahren Afrikas - Wegelagerer, Schlangen und politisch undurchsichtige Regierungen sowie Söldner - ,aber der Funke springt nicht mehr über. Zu frustrierend oberflächlich und pathetisch hebt er den Mantel seines Geheimnisses und lässt den Leser einen kleinen Blick hinter die Kulissen werfen. Oft kommen die belanglosen Erklärungen seiner klischeehaften Charaktere hinzu. An vielen Stellen hätte es dem Roman besser getan, auf die kitschigen Dialoge und Liebesschwüre zu verzichten und intensiver und gehaltvoller auf die von ihm entworfene Zivilisation einzugehen. Die Ansätze in den Bergen und vor allem die Szenen, die Unterwasser spielen, deuten an, dass in seinem Szenario mehr Potential steckt.



In Bezug auf die Zusammenstellung seiner Expedition greift der Autor auf unterhaltsame Pulpautoren wie Freder van Holk zurück. Der reiche Kanadier im Hintergrund, der unbedingt die Relikte der Welt unter seinem Einfluss haben möchte, die menschenscheue Hannah, fachlich überragend, menschlich eingetrocknet und vereinsamt, die sich am Ende dem dreimal umgedrehten Doppelagenten Chris an den Hals und ins Bett wirft - alleine die Beschreibung des ersten intensiven Kusses erreicht das Niveau der Bianca Romane - und die Bösen, deren Schicksal in den Weiten der Wüste auf althergebrachte Tradition besiegelt wird. Jedem seiner Protagonisten versucht der Autor eine Vergangenheit zu geben und erreicht damit einen dramatischen Overkill. Im Vergleich zu seinem Mentor Andreas Eschbach und dessen Roman "Das Jesus Video", in dem aus einer ähnlichen Ausgangsposition heraus ein normaler Wissenschaftler zum Opfer einer gnadenlosen Verfolgungsjagd wird, überzeugt hier weder der nahezu klassische und damit nicht originelle Aufbau noch die Figuren. Nach den ersten gut geschriebenen Szenen in der Wüste wird die die Handlung tragende Hannah dem Leser fremd. Wie man weibliche mit der Archäologie verwurzelte Charaktere entwirft und diese trotz ihrer negativen Seiten dem Leser überzeugend darstellt, beweist Pat Murphy mit ihrem kürzlich auf Deutsch erschienenen Roman "Die Geisterseherin".



Dabei hat Thomas Thiemeyer einen angenehmen, flüssig zu lesenden Stil. Viele seiner Dialoge sind treffend und sind seinen Figuren nach dem Mund geschrieben. Die Beschreibung des auch heute noch exotischen Afrikas ist stellenweise dreidimensional und einige Passagen beweisen, dass er sich mit dem Background seines Buches intensiv auseinandergesetzt hat. Leider gelingt es ihm nicht, den Leser in seinen Bann zu schlagen, er nimmt diesen mit auf die Reise und wie bei einer gelungenen Diashow präsentiert er ein prächtiges Bild, dessen Herz allerdings woanders schlägt.

Thomas Thiemeyer: "Medusa"
Roman, Hardcover, 365 Seiten
Knaur Hardcover 2004

ISBN 3-4266-6152-7

Weitere Bücher von Thomas Thiemeyer:
 - Das verbotene Eden - Logan und Gwen
 - Das verbotene Eden: David und Juna
 - Der gläserne Fluch
 - Der Palast des Poseidon
 - Die Stadt der Regenfresser
 - Korona
 - Magma
 - Nerba
 - Reptilia

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