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Fantasy (diverse)



Frank Beddor

Das Spiegel Labyrinth

rezensiert von Thomas Harbach

Das Umschreiben und aktualisieren von literarischen Klassikern hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Populistisch formuliert erfreuen sich diese Texte oder Fernsehfilme der Woche eines regen Interesses, da sie erstens aufgrund ihrer Anlehnung an erfolgreiche Werke einen gewissen Grundstock an Konsumenten ihr Eigen nennen können, zweitens keine neuen Welten erschaffen müssen und deswegen nicht unbedingt den Risiken eines kreativen Mangels unterliegen und drittens dem ungebildeten Volk das Gefühl geben, eine Bildungslücke elegant geschlossen zu haben.

Die Problematik liegt in der Annäherung. Nur wenige Bücher schaffen es, die Originale ehrfurchtsvoll oder zumindest originell weiterzuführen, umzuschreiben oder zu ergänzen. Für die Pulpliteratur sei hier stellvertretend P.Jose Farmer genannt. Doc Savage, Tarzan oder auch Phillias Fogg wurden von dem gewieften, pulpmäßig gebildeten Amerikaner liebevoll aktualisiert, erotisiert oder einfach spannend in ihrem historischen Umfeld ergänzt. Mit „Das Spiegellabyrinth“ versucht sich der Filmproduzent und zweifache Freestyle Skiweltmeister Frank Beddor an Lewis Carrolls Meisterwerk „Alice im Wunderland“. Obwohl die deutsche Taschenbuchausgabe – Paperbackformat mit einem auffälligen Titelbild - nicht äußerlich darauf hinweist, ist die alternative Darstellung der Ereignisse um die junge Alyss im Wunderland eher für ein jugendliches Publikum geschrieben worden.

Mit einem Hauch fehlenden Respekts für das Original versehen ist die Prämisse des Romans trotzdem einzigartig und fesselnd: „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll ist eine Lüge. Die Titelfigur – Alice Liddell – ist in dieser fiktiven Realität in Wirklichkeit Alyss Heart gewesen, die in der Geschichte genannten Prinzessin des Wunderlandes und Erbin des Throns. Im Wunderland droht ein Bruderkrieg. Die böse Königin Redd greift wieder nach der Macht. Aus dieser Konstellation entwickelt sich eine rasante Geschichte um Intrigen, Rache und natürlich wahre Liebe. In einigen Zügen – begünstigt durch Beddors unterhaltsamen Stil – erinnert die Geschichte auf den ersten Seiten natürlich an William Goldmanns „The Princess Bride“.

Trotzdem versucht Frank Beddor aus der Mädchengeschichte – so hat er sich in einem Interview geäußert – eine lesbare und moderne Fantasy- Geschichte zu machen. Darum bildet „Das Spiegel Labyrinth“ auch nur den Auftakt einer Trilogie. Phasenweise erinnern die Veränderungen auch eher an einen Racheakt dem Original gegenüber. Darum geht es in seiner neuen Geschichte in erster Linie um Konflikte und weniger märchenhafte Atmosphäre. Um dieses Konfliktpotential adäquat umzusetzen, verändert er die Struktur der Geschichte in geradliniger Hollywoodmanier. Da das Buch von einer Spielkampagne begleitet worden ist und eine Verfilmung als Fernsehfilme der Woche auch aufgrund der Struktur sehr wahrscheinlich ist, verzichtet Beddor auf komplexe Charakterisierungen und verschiedene Plotebenen. Auch wenn er auf zwei Welten agiert, wirken diese eher wie gegenläufige Fremdkörper als Parallelwelten. Die Unterschiede zwischen seiner fiktiven Realität und der Traumwelt sind marginal. Das Erstere könnte ein Abziehbild von Charles Dickens gesellschaftskritischen Romanen sein. Allerdings erinnern seine Waisenkinder und das Waisenhaus eher an Steven Spielbergs „Lost Boys“ aus „Hook“ als an Dickens. Auch lernt die junge Aliss viel zu schnell einen Beschützer und schließlich einen Prinzen kennen. Im Zuge der simplen Plotführung macht es sich Beddor in der irdischen Realität zu einfach. Auch der Wechsel zwischen den platonischen Liebhabern wirkt derart konstruiert und eingeschoben, dass Emotionen überhaupt nicht aufkommen. Auf der Wunderlandebene funktioniert die Geschichte auch nur für Jugendliche, die noch nicht in der Lage sind, zwischen den Zeilen zu lesen. Jede Figur entspricht genau der äußerlichen Präsentation. Die Bösen sind Böse, die Guten nur gut, keine Zwischentöne, keine Graustufen. Trotzdem erschafft Beddor eine Reihe von eindrucksvollen originellen Figuren: So erinnert der Hatter Madigan eher an eine zwergenhafte Reinkarnation Van Helsings – aus der Verfilmung – oder die Katze ist ein Gestaltswandler mit neun Leben. Trotzdem trägt Hatter Madigan die Hauptverantwortung der Handlung: Jahrelang sucht er in beiden Welten nach der verschwundenen Aliss und findet schließlich einen Hinweis in Ägypten. Vielleicht die emotionalste Szene des gesamten Romans. Die junge Frau steht kurz vor ihrer Hochzeit mit einem Prinzen und die Zeitung erwähnt diese Tatsache nur, weil sie eben die reale Grundlage des Bestsellers „Alice im Wunderland“ gewesen sein soll. Die Hochzeit selbst und das sich entwickelnde Gefecht dagegen wirken bombastisch und literarisch gesehen laut und überdreht. Leise, harmonische Töne kommen im Gegensatz zum Original in Beddors Welt nicht vor.

Eine weitere Schwachstelle des Romans ist die Darstellung Lewis Carroll´s – nämlich des Priesters Charles Lutwidge Dodgson. Wirkt die Auftaktszene noch erheiternd, in der sich Alyss über die Buch- Alice beschwert und sich für nicht ernst genommen hält, so schleichen sich im Laufe des eigentlichen Romans immer mehr Anspielungen auf pädophilie Züge in die Handlung ein. Damit diskreditiert Beddor den anerkannten Kinderbuchautor und gibt dem Buch eine unnötige und böse Note.

Die grundlegende Idee ist nicht schlecht. Viele Autoren haben sich bemüht, klassische Werke als Hintergrund neuer Geschichten zu benutzen. Oft zeigt sich dann allerdings, dass die in Ehren ergrauten Klassiker die Oberhand behalten. Das liegt nur an den inzwischen liebevoll vertrauten Figuren. Geschickte Autoren können diese Charaktere behutsam an die moderne Literatur anpassen. Die Kombination einer innovativen Handlung mit einem intelligenten Hintergrund stellt die Schwierigkeit dar. Betrachtet man alleine diesen Roman: Im Grunde konzentriert sich Beddor auf den Krieg im Wunderland. Er spielt kaum einen Moment mit den Möglichkeiten der anderen Welt. Leidlich realisiert seine Alyss, dass sie ihr Wunderland – und damit ihre Phantasie und schließlich magischen Kräfte – aufgeben muss, um in unserer phantasielosen Welt überhaupt existieren zu können. Diesen Konflikt arbeitet Beddor nur nebenbei heraus, anstatt seine Protagonistin zum Beispiel einmal auf die Suche nach der Magie in unserer Welt zu schicken. Mit der Aufgabe ihrer eigenen Welt wird sie zu einem ruhigen, angepassten Mädchen, das zur Belohnung einen Prinzen – der Märchentraum aller jungen Mädchen in unserer Zeit - heiraten darf. Im Grunde wird ihr für die Aufgabe ihrer Identität eine neue, ebenso spektakuläre Zukunft „geschenkt“. Ob das die richtige Botschaft in einer Zeit auf der Suche nach Träumen und Harmonie ist, darf bezweifelt werden.

Romane, die sich in erster Linie an Jugendliche wenden, müssen mit einer besonderen Aufmerksamkeit geschrieben werden- oft wird klischeehaft in den Raum gestellt, dass Jugendliteratur die leichtere Schreibart darstellt. Das ist nicht der Fall. Die fragile Struktur zwischen Charakterentwicklung und Actionhandlung ist sensibel. Dazu sollte ein gewisser Reifeprozess der einzelnen Protagonisten kommen, an dem sich die oft ziellosen Jugendlichen positiv orientieren können. Damit soll hier nicht eine Lanze für zuckersüße, die Wirklichkeit verbannende Literatur gebrochen werden. Die Geschichte muss im richtigen Kontext stehen. Bei „Das Spiegel Labyrinth“ offenbaren sich eine Reihe von erzählerischen Schwächen. Ihm gelingt es nicht, die verschiedenen Ideen harmonisch zu einer spannenden und facettenreichen Geschichte zu verbinden. Zu oft wechseln sich gewalttätige Szenen fast zusammenhanglos mit interessanten Beschreibungen und skizzenhaften Charakterisierungen ab. Dem Roman fehlt eine einheitliche Struktur. Außerdem benötigt ein Autor eine gewisse Erfahrung, in einer fremden, aber sehr bekannten Welt zu agieren. Das fängt beim Stil an – Frank Beddors Stil ist zumindest in der deutlichen Übersetzung, modern, fast cineastisch angelegt. Ihm fehlt das getragene Element des Originals. Dadurch gelingt es ihm auch nur an wenigen Stellen, eine wirkliche Atmosphäre aufzubauen und den Leser in die Ereignisse hineinzuziehen. Eine Kooperation mit einem erfahrenen Autor hätte der Idee sehr gut getan. Um bei den Sprache des Kinos zu bleiben: „Das Spiegel Labyrinth“ ist ein interessantes Treatment, aber leider in dieser Form kein vollständiges Script.

Frank Beddor: "Das Spiegel Labyrinth"
Roman, Softcover
dtv 2005

ISBN 3-4232-4500-X

Leserrezensionen

Leserrezensionen [Alle Rezensionen anzeigen (4)]
17.09.06, 02:50 Uhr
jasmin
unregistriert


das buch ist genial. ich liebe es!!!! unbedingt lesen (nur, wenn man phantasy mag)
28.04.07, 14:25 Uhr
reyhan
unregistriert


das buch ist hammer gut .........
ich hab noch nie so ein schönes,spannendes buch gelesen ich würde gerne auch ein film über dieses buch kaufen ..................
28.04.07, 14:28 Uhr
reyhan
unregistriert


emmmmmmmmmm........
nochwas ich empfehle das buch an jeden weiter
und der autor frank beddor hat er zufällig auch andere bücher????
28.04.07, 14:31 Uhr
reyhan
unregistriert


DAS SPIEGELLABYRINTH
ein perfekteres buch gibt es garnicht ich sag es noch einmal das buch ist der hammer