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rezensiert von Susi Feistel
Anm.: Diese Rezension bezieht sich auf die englischsprachige Originalversion "The Silver Chair" und nicht die deutsche Übersetzung.
In unserer normalen Welt ist das Leben längst nicht so schön und aufregend, wie in Narnia. Das müssen Eustace Scrubb und Jill Pole feststellen. Eustace, den mancher Leser aus "Die Reise auf der Morgenröte" kennt, ist inzwischen in einem Schulinternat untergebracht. Eines Nachmittags findet er hinter dem Gymnasium ein weinendes Mädchen. Jill, so ihr Name, wurde von den anderen Mitschülern übel mitgespielt. Der Junge erzählt Jill von Narnia und zusammen wünschen sie sich fort...
Wie schon in den anderen Narnia-Büchern findet sich etwas aus Lewis eigener Kindheit in der Geschichte wieder. Lewis und sein Bruder wurden nach dem Tod ihrer Mutter für zwei Jahre in ein Internat geschickt. Sowohl der Verlust der Mutter - die Jungen waren gerade mal zehn Jahre alt – als auch die Zeit im Internat war prägend für Lewis.
Kaum sind die Kinder in Narnia, bekommen sie vom Löwen Aslan den Auftrag, den Königssohn Rilian zu retten. Als junger Mann ist Rilian, der Sohn von König Kaspian, in den Wäldern verschwunden und wurde seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gesehen. Aslan gibt den Kindern genaue Anweisungen, wo sie nach dem Prinzen suchen müssen.
Mit dem Auftauchen von Kaspian erfährt der Leser, wie viel Zeit nach dem letzten Abenteuer ("Die Reise auf der Morgenröte") vergangen ist: Kaspian ist inzwischen ein alter Mann, der sich nichts sehnlicher wünscht, als seinen Sohn noch ein letztes Mal zu sehen. Die Kinder zögern nicht lange und machen sich auf den Weg. Zur Seite steht ihnen der Marshwiggle Puddleglum.
Bis zu diesem Punkt zieht sich das Buch etwas hin. Das Abenteuer ist noch nicht in die Gänge gekommen. Die Kinder sind einem noch nicht sonderlich sympathisch, zudem streiten sie sich die halbe Zeit. Erst mit Puddleglum kommt Humor auf und das Abenteuer geht endlich los.
Durch Moore, Wüsten und Schneestürme kämpfen sich die Drei bis zu einer riesigen Burg. Diese wird natürlich von Riesen bewohnt – leider sind es Menschen- und Wiggle-fressende Riesen, sodass sich der Aufenthalt anders gestaltet, als erwartet. Die Flucht führt direkt vom Regen in die Traufe – Puddleglum, Eustace und Jill landen in einem unterirdischen Reich und werden von Soldaten abgeführt…
Wenn wir mit den drei Abenteurern bis zur unterirdischen Stadt wandern, ist man unwillkürlich an Alexander Wolkows "Die sieben unterirdischen Könige" (erschienen 1969) erinnert. Die Ähnlichkeit ist aber nur von kurzer Dauer, denn die böse grüne Zauberin, die "Unterland" beherrscht, hat nichts mit den sieben Königen gemein…
Bis Rilian schlussendlich gefunden ist, müssen noch einige Rätsel gelöst werden und so gestaltet sich die zweite Hälfte von "Der silberne Sessel" als ungemein spannend.
Am Ende finden sich die Kinder, wie in jedem der vorhergehenden Bücher, wieder zurück in unserer Welt. Doch sie sind nicht allein – der Löwe Aslan hilft ihnen kurz, damit die Zeit im Internat nicht ganz so entsetzlich wird. Auch das wieder eine Erinnerung an Lewis’ Kindheit – eine Zeit, in der er sich bestimmt einen Besuch von Aslan gewünscht hätte.
C.S. Lewis: "Der silberne Sessel"
Roman, Hardcover
Ueberreuter 2003
ISBN 3-8000-5003-X
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