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rezensiert von Susi Feistel
Anm.: Diese Rezension bezieht sich auf die englischsprachige Originalversion "The Voyage of the Dawn Treader" und nicht die deutsche Übersetzung.
Dieses Narnia-Abenteuer findet nur relativ kurze Zeit nach "Prinz Kaspian von Narnia" statt. In Narnia sind ein paar Jahre vergangen. König Kaspian hat inzwischen seine Herrschaft gefestigt, Narnia mit seinen Fabelwesen erblüht wieder.
In unserer Welt mussten die vier Kinder aus "Der König von Narnia" getrennte Wege gehen, Susan ging mit ihren Eltern nach Amerika und Peter studiert für seine Prüfungen. Beide sind inzwischen zu alt und können nicht wieder nach Narnia zurück - wie in "Prinz Kaspian..." vorhergesagt. Lediglich Edmund und Lucy sind noch da. Zusammen mit ihrem Cousin Eustace werden sie auf magische Weise wieder nach Narnia befördert...
Wie schon zuvor mischt Lewis seine Helden aus bekannten und neuen Figuren zusammen. Es gibt ein Wiedersehen mit vielen der Narnier aus „Prinz Kaspian…“. Neu ist Eustace Clarence Scrubb, ein unsympathischer Bengel, der erst zum Narnia-Glauben bekehrt werden muss. Es bedarf mehrerer kleiner Wunder, ehe Eustace tatsächlich ein angenehmer Zeitgenosse wird. Doch auch er kann nicht widerstehen.
Die drei Kinder landen in der Fabelwelt – mitten im westlichen Ozean, gleich neben dem Schiff "Morgenröte". Sie werden gerettet und finden sich sofort im Freundeskreis um König Kaspian wieder. Dieser macht sein Versprechen aus „Prinz Kaspian…“ wahr und sucht nach den verschwundenen Freunden seines Vaters und dem Ende der Welt.
Was folgt ist eine Reihe kleiner Abenteuer, im Stil von Kurzgeschichten. Als roter Faden dient die Suche nach den Vermissten und die Bekehrung von Eustace. Das Schiff segelt von Insel zu Insel, die Helden helfen den Einwohnern und lösen Rätsel. Lewis nutzt die Gelegenheit und bombardiert den Leser mit neuen, fantastischen Gestalten und unterschiedlichsten Geschichten. Sei es Spaß mit den Monopods, Grusel auf der "dunklen Insel" oder das Rätsel auf der Dracheninsel.
Eben dort auf der Dracheninsel kann man auch wieder vermuten, dass Lewis Ideen aus der christlichen Religion unterbringt. Eustace, der durch einen bösen Zauber zu einem Drachen geworden ist, muss befürchten, dass die anderen ihn zurücklassen. Er müsste den Rest seines Lebens allein auf einer Insel verbringen, ohne menschliche Gesellschaft. Doch die Anderen harren aus mit Eustace und eines Nachts wird er von Aslan erlöst. Fortan ist der Junge freundlich, tolerant und akzeptiert die Welt von Narnia. Es scheint, als habe Lewis, der als Atheist erzogen wurde, seine eigene Bekehrung zum Christentum verarbeitet.
Zum Ende der Reise wird das Buch etwas seltsam, was aber zu erwarten ist, wenn man zum Ende der Welt segelt. Vor dem Ende, das hier nicht verraten werden soll, kehrt Kaspian um – er hat sein Versprechen gehalten und die Freunde seines Vaters gefunden, bzw. deren Verbleib geklärt. Vor ihm liegt jetzt seine Zeit als König von Narnia.
Die Kinder kehren zum Schluss in unsere Welt zurück. Während Lucy und Edmund das letzte Mal in Narnia waren, ist es für Eustace erst der Anfang. Die Fackel wurde weitergegeben. In "Der silberne Sessel" wird der Junge seine ganz eigenen Abenteuer erleben.
"Die Reise auf der Morgenröte" ist nicht ganz so spannend, wie manch anderer Narnia-Band. Dafür liest er sich freundlich weg und man kann das Buch zwischen den einzelnen Geschichten auch mal beiseite legen. Die Phantasie, die Lewis in diesem Buch an den Tag legt, ist wieder einmal unübertroffen.
C.S. Lewis: "Die Reise auf der Morgenröte"
Roman, Hardcover
Ueberreuter 2003
ISBN 3-8000-5002-1
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