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Fantasy (diverse)



Christian Montillon

Der Weg zur Quelle

rezensiert von Thomas Harbach

Zum ersten Mal im Rahmen des Zaubermond Professor Zamorra Ablegers sorgte Christian Montillon mit „7“ – in Zusammenarbeit mit Dario Vandis – für Aufmerksamkeit. Kurze Zeit später zog sich Werner K. Giesa aus allen Aktivitäten des Zaubermond- Verlages zurück und einige Ideen wie der Director´s Cut konnten nur notdürftig in die allgemeine Hardcover Reihe integriert werden. Aber auch bei diesem Projekt zeigte Montillon die Übersicht, Altes und Neues zu einer lesenswerten Mischung zu verbinden. Jetzt liegt mit „Der Weg zur Quelle“ ein weiterer Roman aus seiner Feder vor. In erster Linie bleibt er dem Konzept der Hardcover treu und schließt Lücken der laufenden Heftromanreihe bzw. versucht in den umfangreicheren Romanen die Hintergründe neuer Charaktere und Ereignisse aufzuhellen. Wie bei allen Büchern gilt die Devise, dass die Romane und Hefte unabhängig voneinander gelesen werden können, ein Kombination der Beiden allerdings die Lesefreude erhöhte.

Mit Heft 802 hat Montillon mit Andrew Millings eine neue Figur dem Publikum vorgestellt. Im Laufe der anschließenden Romane sickerte die Erkenntnis bei Zomorra und seiner ewig schönen und verführerischen Partnerin Nicole Duvall durch, dass Millings auch von der Quelle des Lebens getrunken und dadurch relative Unsterblichkeit erworben hat. Im Gegensatz zu den beiden fest in der Gegenwart verwurzelten Menschen hat er dies schon vor hunderten von Jahren gemacht. In den folgenden Heftromanen entwirft Montillon einen Background für seinen Charakter. So hat er, der eigentlich Arthur nennt, seine Geliebte auf hinterhältige Weise durch die Hand eines Dämonen verloren. Seitdem bekämpft er die Dämonen, wo er sie nur finden kann. Im Jahre 1465 entzieht er sich übergeordneten Instanzen, in dem er seinen eigenen Tod vortäuscht. In diesem vorliegenden Hardcover geht der Autor noch weiter zurück und berichtet von den Anfängen seines Odyssee. Dabei integriert Montillon eine Reihe von bekannten Charakteren, verzichtet aber gänzlich auf Professor Zamorra und seine Assistentin. Trotzdem verknüpft er Ansätze der ganz frühen Arthur Saga mit seinem Lehrmeister Merlin – einer der herausragenden Figuren der Heftromanserie – und der eigentlichen Bestimmung der ersten oder zweiten Tafelrunde.


Dabei nutzt Christian Montillon die Faszination der zweiten Welt, der zweiten Möglichkeit. Geschickt verschiebt er Handlungsgerüste und ganze Figuren des bekannten Zamorra Kosmos vor einen unbekannten Hintergrund und lässt altbekannte Charaktere – wie Merlin – mit seinem persönlichen Helden in Zwiesprache treten.

Sein Roman muss und sollte unabhängig von den Serienheften betrachtet werden. So sieht es das Vorwort des Verfassers vor, so darf ein Roman nur betrachtet werden. Auffällig ist die dünne Charakterisierung, kann Montillon einen Merlin schon alleine durch seine umfangreichen Kenntnisse aus dem Zamorra Kosmos mit – wenn auch keinem eigenständigen – Leben erfüllen, so reicht es bei Arthur nicht. ZU oft und zu schnell greift er zusammen mit einer blumenreichen Sprache auf klischeehafte und nicht klassische Gesichtszüge zurück. Es stellt sich die Frage, ob er ganz bewusst diesen Weg gewählt hat, um mehr Freiraum in der Serie zu gewinnen oder seine literarischen Fähigkeiten noch nicht ausgeprägt sind. Arthur ist weder Held noch Opfer. Auch wenn seiner Geliebten Böses angetan wird, wirken seine daraus entstehende Verbitterung und seine Rachegelüste überzogen künstlich. Das liegt sicherlich auch daran, dass seine beschriebenen Begegnungen mit dem weiblichen Geschlecht fast mit romantischen Schmachtfetzen – gerundete Körper und so weiter – konkurrieren kann. Im Nachwort verweist der Autor auf die historischen Epen Hartmanns als Inspiration und Textkomponente, alleine der Übertrag funktioniert nicht. Was in einer anderen Zeit entstanden ist, kann nicht im gleichen Masse übertragen werden, sondern die Inhalte sollten vorsichtig modernisiert werden. Oder man spielt ganz selbstbewusst mit dem Zeitgeist und versucht gegen einzelne Elemente zu schreiben. Dazu braucht ein Autor einen starken Helden oder eine starke Handlung.

Die Komponenten sind vorhanden, der Konkurrenzkampf um die Ehre, auserwählt an der Quelle des Lebens zu sein, das Scheitern der Ersten Tafelrunde und der implizierte Versuch, eine zweite oder vielleicht dritte Runde in ferner oder naher Zukunft zu gründen. Der dahinter stehende Gedanke, der ewige Mythos des König Arthurs und seiner utopischen Vision. Wie in seinen anderen Büchern streut Montillon eine Reihe von sehr guten Ideen in die Handlung ein, alleine die Integration funktioniert weder überzeugend noch nachvollziehbar. Bewusst verzichtet er auf eine lineare Struktur und setzt auf verschiedene Erzählerebenen – Erste Ebene und Tagebuch/Aufzeichnungen seien hier herausgestellt. Was dem Roman fehlt, ist die Größe, es ist kein Epos. Ein Epos muss nicht unbedingt das erzählerische Meisterwerk sein, es muss den Leser/Zuschauer von der ersten Seite/ der ersten Minuten mitreißen und am Ende atemlos zurücklassen. Das fehlt diesem Buch über weite Strecken. Es ist faszinierend, wie geschickt Montillon die einzelnen ebenfalls interessanten Bausteine zu einem umfangreichen Bauwerk zusammensetzt, ihm fehlt einfach der Architekt, der daraus eine Augenweide macht. Es lassen sich auch schwer Schwachpunkte direkt herausstellen. Einmal abgesehen von der Schwäche in der Charakterisierung der einzelnen Figuren wirkt die vermeintliche Konfrontation an der Quelle des Lebens als Konterpunkt. Trotz der Dramatik weder Überraschungen noch packende Spannung.

Auch die übergeordneten und übernatürlichen Elemente hemmen eher den Handlungsbogen, vielleicht hätte Montillon seine Figuren eher sich selbst überlassen sollen. Die MacBeth Dramatik ist einer der Schwachpunkte dieses Buches, zu oft – auch im Rahmen der Buchreihe – fanden diese Manipulationen statt. Da freut sich der Leser direkt über eine geradlinige Konfrontation ohne Intrigen. Das es Montillon anders kann, zeigen die intensiven und sehr innovativen Kampfszenen, die sich durch das ganze Buch ziehen. Hier legt er seine Handschuhe ab und schildert Kämpfe mit der dunklen Seite der Macht als Auseinandersetzungen auf EIN Leben und EINEN Tod.

„Der Weg zur Quelle“ ist sicherlich kein schlechtes Buch, im Rahmen der Professor Zamorra Bände allerdings Christian Montillon schwächste Arbeit. Er wirkt ausgeschrieben. Auf den ersten fünfzig Seiten zieht er intelligent und raffiniert seine Leser in seine fiktive Welt hinein, verzichtet von Beginn auf eine Integration der Hauptfiguren, beginnt seine Handlung mit einem fast faust´schen Dialog und verliert dann seinen Faden. Die Idee, eine historische Saga als Ersatz für eine gescheiterte Legende zu nehmen, ist eine dieser Ideen, die in der Theorie besser als in dieser Praxis funktionieren. Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, eine weitere Handlungsebene aus der Gegenwart in die Vergangenheit reichend einzuführen, die unmittelbar Einfluss auf unsere Realität hat. Aber dafür reichte er Platz in diesem auf knapp 250 Seiten begrenztem Roman nicht. Im Mittelteil kann sich Montillon nicht entschließen, die Handlung entscheidend voranzutreiben. Zu viele theoretische Ansätze, die im Nichts verlaufen. Anschließend bemüht er sich, die fehlende Zeit aufzuholen und überschlägt sich mit Ideen und interessanten Szenen, um dann gegen Ende des Buches fast theatralische Kasteiungen seinen Figuren in den Mund zu legen.

Im Kern ist „Der Weg zur Quelle“ eine interessante Theorie, eine weitere Alternative zu Mythos King Arthur und vor allem eine Bühne, auf der insbesondere aus Sicht der Heftromanserie so manches Stück Fiktion ablaufen kann und sicherlich wird. In der hier vorliegenden Konzeption wirkt das Buch allerdings ein wenig zu steif, zu umständlich und unentschlossen umgesetzt und zu wenig packend. Diesen Vorwurf, einen Rohentwurf, aber keinen eigenständigen Roman abgeliefert zu haben, muss sich der Autor gefallen lassen, dabei steckt im Stein nicht nur ein Schwert, sondern sehr viel mehr.

Direkt beim Verlag bestellen

Christian Montillon: "Der Weg zur Quelle"
Roman, Softcover
Zaubermond 2005

Weitere Bücher von Christian Montillon:
 - Dan Shockers Macabros 5: Rha-Ta-N'mys Totenstadt
 - Dan Shocker´s Macabros 1: Der Leichenorden von Itaron
 - Dan Shocker´s Macabros 6 - Xantilon: Totenzug der weißen Priester
 - Dan Shocker´s Macabros Band 2
 - Das Mord Medium
 - Das rote Imperium 2: Requiem für Druufon
 - Die acht Namenlosen - Lepso Trilogie Band 2
 - Macabros 4 – Die Verfluchten von Trutzmorodor
 - Macabros 7- Der Dämonenschwarm des Tausendfältigen
 - Perry Rhodan 2501 - Die Frequenz-Monarchie
 - Perry Rhodan 2502 - Im Museumsraumer
 - Perry Rhodan Action 12 - Die Robotgarde
 - Perry Rhodan Action 19 - Die gläsernen Kinder
 - Perry Rhodan Action 2 - Sturm der Kriegsandroiden
 - Perry Rhodan Action 24 - Kristallschmerz
 - Perry Rhodan Neo 10 - Im Licht der Wega
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 - Perry Rhodan Neo 16 - Finale für Ferrol
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 - Perry Rhodan Neo 2 - Utopie Terrania
 - Perry Rhodan Neo 23 - Zuflucht Atlantis
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 - Perry Rhodan Neo 2: Utopie Terrania
 - Perry Rhodan Neo 37- Die Stardust Verschwörung
 - PR Neo 30- Hort der Weisen
 - Professor Zamorra 40: Die Blutweihe
 - Tefroder 1- Das genetische Siegel
 - Todesflüsse

Leserrezensionen

Leserrezensionen
28.08.06, 23:58 Uhr
Florian Hilleberg
unregistriert


Mit diesem Werk schrieb Christian Montillon sein erstes eigenes Hardcover. Bei Band 09 war er Co-Autor von Dario Vandis und bei Band 14 war die Grundgeschichte ja bereits von Susanne Wiemer vorgegeben. Doch in diesem Buch kann der Autor in die Vollen schöpfen, zumal die Handlung im tiefen Mittelalter angesiedelt ist und von einer Person handelt, welche Christian Montillon selber erfunden hat: Andrew Millings. Hier heißt er jedoch noch Arthur und der Leser erfährt wie der geheimnisumwitterte Mann zum Dämonenjäger und darüber hinaus unsterblich wurde. Nebenbei treten auch einige alte Bekannte auf, nämlich niemand anderes als Merlin und der Erbfolger Llewelyn in zweien seiner Inkarnationen. All diese Figuren wurden in einen spannenden historischen Roman eingewoben, dessen Hintergrund wie immer hervorragend recherchiert wurde. Natürlich spielen Zamorra und Nicole in diesem Buch nicht mit, was aber der Spannung keinen Abbruch tut, denn gerade diese Spin-Off-Romane machen ja den Reiz dieser Reihe aus und sollen den Protagonisten der Zamorra-Serie einen Hintergrund und eine Vergangenheit geben, was aufgrund des engen Rahmens in der Heftserie selber nicht immer möglich ist. Dabei wird Arthur als ein sympathischer Zeitgenosse dargestellt, welcher das gesamte Leid der Langlebigkeit durchlebt und reflektiert, denn im Gegensatz zu ihm altert seine Lebensgefährtin und stirbt schließlich, während er selber jung und kräftig bleibt. Doch er nimmt den Kampf auf und bietet zusammen mit Eckehardt den Dämonen die Stirn. Doch die Höllensöhne schmieden ein finsteres Komplott und die Intrigen, die der Autor seine Dämonen spinnen lässt könnten von Asmodis selbst stammen. Auch ich als Leser wurde hinters Licht geführt und in Sicherheit gewiegt. Das einzige Manko an dem Roman war, dass man als eifriger Leser der Zamorra-Hefte natürlich wusste, dass Arthur überleben würde und schlussendlich auch die Unsterblichkeit erringen muss, sonst könnten wir ihn ja in der Gegenwart nicht mehr erleben. Dennoch fiebert man innerlich mit Arthur mit und hofft auf einen glücklichen Ausgang des Geschehens.
Am Ende des Buches war ich sogar der Ansicht, dass selbst diese 250 Seiten dem Autor nicht ausgereicht haben, denn einige Szenen hätten ruhig noch ausführlicher dargestellt werden dürfen. Anhand dieses Buches wird wieder die Vorliebe des Schriftstellers für die legendäre Serie „Macabros“ deutlich, denn jedes Kapitel wird mit einem treffenden Zitat aus der Serie eingeläutet, wobei die Auszüge aus den Romane sogar chronologisch eingesetzt wurden und gewisse Parallelen zwischen den Schicksalen der Dämonenjäger Arthur und Björn Hellmark offenbar werden.
Alles in allem ein hervorragender Roman, welcher Christian Montillons Figur Andrew Millings die nötige Tiefe verleiht, um manche Handlungsweise dieses Charakters besser verstehen zu können und dabei auch noch eine der besten Fantasy-Heftserien ehrt.