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Comics (diverse)



Eric Herenguel

Silbermond ├╝ber Providence

rezensiert von Ralf ┬╗Searge┬ź Pappers

Providence, New Hampshire 1880. Ein idyllisches Dorf, in dem man sich gem├╝tlich im Schatten der Sykomoren ausruhen k├Ânnte, wenn nicht ... ja, wenn nicht die Einwohner die ├Ąrgerliche Tendenz h├Ątten, sowohl schnell als auch gewaltsam zu sterben! Soweit der Klappentext dieses Comic-Albums aus dem Hause Splitter. Es handelt sich dabei um eine zweib├Ąndige Ausgabe, die den Untertitel Kinder des Abgrunds tr├Ągt. Band 2 Wiedergeburt erscheint im Februar.

Anl├Ą├člich des SF-Radio Projekt-Treffens, unterhielt ich mich mit unserem Comic-Experten Thomas Dr├Ąger ├╝ber Band 1. Respektive er f├╝hrte das Interview mit mir. Wie zu erwarten, nat├╝rlich kein normales Gespr├Ąch. :) Und von daher mal eine akustische Rezension zu einem Comic Band.

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Und hier jetzt noch meine Rezension in schriftlicher Form:

Western-Comics gibt es ├Âfter, als heutzutage Western im Kino oder Fernsehen. Und gute Comics kommen, f├╝r meinen Geschmack, mehrheitlich aus Belgien oder Frankreich. So ist es auch mit dem vorliegenden 1.Teil von Silbermond. Aber dieser Zweiteiler, Band 2 tr├Ągt den Titel Wiedergeburt, ist kein reiner Western-Band, auch wenn es vordergr├╝ndig so beginnt. Eine junge Frau kommt als Lehrerin in die Stadt Providence. Dort erf├Ąhrt sie das es einige merkw├╝rdige Todesf├Ąlle gegeben hat, die der Sheriff aufzukl├Ąren versucht. Diese Morde sind ziemlich sinnlos und recht brutal durchgef├╝hrt wurden, und haben nicht nur Menschen zum Opfer, sondern auch Haustiere, wie die Rinder eines Bauern. Niemand kann sich erkl├Ąren wie es dazu gekommen ist und vor allem wer die M├Ârder sind. Denn eines ist klar, normal, wenn man in diesem Zusammenhang davon sprechen m├Âchte, ist das alles nicht.

Der Leser bekommt dann auch schon einen Einblick um welche Kreaturen es sich handelt, denn es erfolgt ein R├╝ckblick auf den letzten Mord. Schade, da ich der ├ťberraschungsmoment schon hin├╝ber, bevor er sich noch richtig aufbauen konnte. Immerhin tappen der Sheriff und die Bewohner, zumindest die meisten, immer noch im Dunkeln. Und der Leser beginnt sich so langsam zu fragen, warum sich die junge Frau so sehr daf├╝r interessiert. Eine normale Lehrerin scheint sie jedenfalls nicht zu sein, auch wenn es im ersten Moment so schien. Dann erfolgt auch schon der n├Ąchste brutale ├ťberfall und die junge Frau wandelt sich bereits. Denn sie taucht in der N├Ąhe des Geschehens auf und ist bewaffnet, wie es sich f├╝r einen Revolvermann geb├╝hrt. Angst scheint sie jedenfalls nicht so zu kennen, wie man es f├╝r eine junge Frau annimmt. Aber ihre Motivation ist immer noch nicht ersichtlich.

Dann erscheint, wie es f├╝r eine normale Westernhandlung ├╝blich ist, ein bestellter Killer, der die Sache in den Griff bekommen soll. Aufgebrachte B├╝rger haben ihn bestellt und nat├╝rlich ist es ein gro├čkotziger Angeber-Typ. Hab ich per. Jetzt auch nicht anders erwartet. In dem Fall also keine gro├če ├ťberraschung. Auch nicht das dieser Kerl mit dem Sheriff und der junge Frau aneinander ger├Ąt. Denn der hat nat├╝rlich in seiner beschr├Ąnkten Weise sofort herausbekommen wer f├╝r die ganze Schweinerei in der Stadt verantwortlich ist. Nat├╝rlich liegt er voll daneben, war ja klar.

Mehr m├Âchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Die ganze Handlung ist spannend aufgebaut und eben nicht eine der ├╝blichen Western-Stories, sondern da ist noch eine Menge an Abgrund mit eingearbeitet. Immerhin tauchen hier Wesen auf, die in einem normalen Zeitablauf undenkbar w├Ąren und der Leser erf├Ąhrt auch das jemand sie gerufen hat. Also ein Mischung aus Western und Horror, mit einer Heldin, die so im Western kaum auftaucht. Die Art zu Zeichnen w├╝rde ich jetzt klassisch moderne franz├Âsische Schule nennen, wobei das sicherlich der falsche Begriff ist. Aber er ist nicht so komisch aufgebaut, wie ich das bei vielen modernen amerikanischen Comics sehe. Das Auge kann der Geschichte gut folgen, die Farben sind etwas D├╝ster gehalten, passend zur Stimmung. Und man will, bei dem Schluss, unbedingt wissen wie es weiter geht.

Eric Herenguel: "Silbermond ├╝ber Providence"
Comicalbum, Hardcover, 66 Seiten
Splitter 2008

ISBN 9-7839-4086-4796

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