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Comics (diverse)



Peter Bergting

The Portend

rezensiert von Thomas DrÀger

Der Begriff Fantasy-Comic war fĂŒr uns Deutsche lange mit dem französischen Verlag Soleil verbunden. Das bedeutete dann auch hochpreisige Endlosgeschichten in Manga-Manier, deren erster Band die Protagonisten vorstellte und dann pro Band ein Teilabenteuer löste und zehn neue RĂ€tsel andeutete. Fließbandkost auf hohem Niveau aber eben oft Fließbandkost. Ein weiteres Klischee wĂ€ren amerikanische Schwertschwinger im Kampf mit Schlangengöttern. Aber Fantasy ist mehr. Hellboy ist ein wunderbares Beispiel als GrenzgĂ€nger zwischen Horror und Fantasy und ganz eigen ist "The Portent". Das mag daran liegen, dass der Comic von einem schwedischen KĂŒnstler stammt.

Peter Bergting arbeitet seit 17 Jahren als Illustrator, "The Portent" ist sein erster Comic. Und das merkt man der besonderen Geschichte an. Auch seine NĂ€he zu Mike Mignolas Arbeit schreit aus jedem zweiten Panel heraus. Aber wenn es gut gemacht ist, warum nicht.

Spaß macht der sehr unamerikanisch erzĂ€hlte Comic auf jeden Fall. Der Leser begleitet Milo auf seiner Reise durch das Tal der Toten. Die sehen alle wie Mignolas irische Trolle aus, haben aber auch keinen Plan ĂŒber Milos Absichten und wir Leser glauben nach den ersten 100 Seiten, das selbst Milo keinen Ahnung von seiner Bestimmung hat. Also lassen wir uns und Milo sich durch dieses Abenteuer treiben und lauschen begeister GesprĂ€chen wie "Wie geht's euch? - Wie es uns geht? Wir sind tot". WĂ€hrenddessen wir ein Golem belebt, der Urgeist gejagt, Milo trifft eine hĂŒbsche Frau und man fragt sich zusammen mit dem Helden am Ende des Bandes "War es das wert?". Ja, war es. Vielleicht wĂŒnscht man sich fĂŒr knapp zwanzig Euro neben dem Hardcover noch eine etwas befriedigendere Geschichte mit einem richtigen Abenteuer, aber statt dessen gibt es erzĂ€hlerische Abwechslung vom leicht konsumierbaren Einheitsbrei. Macht einfach Spaß. So sollten man nach der ersten EnttĂ€uschung ob der fehlenden Standards den Comic nochmal Lesen und versuchen, die hier gebotene Ungewohntheit zu entdecken.


Der Kommentar:

FĂŒr sich alleine genommen ist der Comic sehr lesenswert, aber leider gibt es hier noch ein Vorwort. Bei manchen Vorworten fragt man sich, ob der Verfasser das Bevorwortete ĂŒberhaupt einmal gesehen hat. Hier schreibt ein möglicherweise bekannter Illustrator namens Brom von erzĂ€hlerischer und zeichnerischer Begabung. Zeichnerisch ist der so beschriebene Comic eine grafische Selbstfindung zwischen amerikanischen Standards und Mike Mignolas Artwork im Besonderen und erzĂ€hlerisch ist "The Portent" interessant, aber oft deutlich ein Erstlingswerk. Auf einer Seite trifft Milo auf zwei Tote, die ihm nicht gut gesinnt sind. Nachdem der erste Gegner erschlagen ist, schleicht sich Bösewicht Nummer zwei von hinten an. Im folgenden Panel wirft Milo einen Dolch, der bisher noch nicht in seiner NĂ€he zu sehen war. Da hat HergĂ© die Latte in puncto erzĂ€hlerischer GĂŒte verdammt hoch gehĂ€ngt und "The Portent" kommt da einfach nicht ansatzweise heran. MĂŒsste er auch nicht, aber das Vorwort verspricht leider in diesem Fall viel mehr, als der Comic bieten kann. Da sollte man auf das Vorwort böse sein, und versuchen, den Comic davon unvoreingenommen genießen.


The Portent enttÀuscht angenehm, verzichtet auf erwartete Klischees, schwelgt in anderen und lÀsst der Geschichte auf vielen Seiten ihren eigenen Platz. Wird nicht jeder mögen.

Peter Bergting: "The Portend"
Comicalbum, Hardcover, 132 Seiten
Cross Cult 2007

ISBN 9-7839-3648-0542

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