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Comics (diverse)



Arleston / Floch

Die SchiffbrĂŒchigen von Ythaq

rezensiert von Thomas DrÀger

SF-Comics in Deutschland waren bis zum Wiederauferstehen des Splitter Verlags fast schon eine RaritĂ€t. Aber diese Zeit hat jetzt ein Ende. Flagschiff-Titel des neuen Splitter Verlags ist "Die SchiffbrĂŒchigen von Ythaq". Das ist ein Titel des französischen Soleil Verlags und der steht fĂŒr sauber gemachte Comics die aber eher eine hohe Fortsetzungswahrscheinlichkeit haben als eine abgeschlossene Geschichte erzĂ€hlen. Nun ist dieses marketinggerechte Denken nichts böses oder a priori Leserfeindlich, man sollte diesen Fakt aber etwas im Hinterkopf behalten, will man die Geschichte beurteilen.

Es beginnt im All und mit ein paar Gags. Eine natĂŒrlich wunderbar gebaute Offizierin eines Luxus Raumliners verpennt ihren Dienstbeginn, erwĂŒrgt ihren Wecker und quetscht ihre Oberweite in den verĂ€rgerten Chef. Aber es kommt noch dicker fĂŒr die zur Barkellnerin degradierte Navigatorin Granit: ihr Luxusliner stĂŒrzt ab. Plötzlich findet sie sich zusammen mit einer Frau auf MillionĂ€rssuche und einem auch gut gebauten
Techniker auf einer Welt voller lispelnder RechtsanwĂ€lte und elementbeherrschender Tierwesen wieder. Das ihr Absturz ein halbes Dorf in Schutt und Asche legt, ruft die lispelnden RechtsanwĂ€lte auf den Plan. Der erste Teil ihres Abenteuers auf Ythaq endet fĂŒr sie mit einem Pfeil im bein auf der Flucht.

Die Geschichte ist Soleil typisch wunderschön gezeichnet. Nicht immer stellen die Bilder allerdings den Text akkurat dar. So wird im Text ein Koffer mit vier Decken beschrieben, im Koffer sehen wir allerdings nichts, was vier Mal da wÀre - Schade. Auch in der Geschichte gibt es einige Notgriffe in die Fantasy-Kiste. So entdeckt Granit, das sie plötzlich neue KrÀfte hat die man auf Ythaq schon lange nicht mehr sah - da wird sicherlich noch irgend wann eine Prophezeiung auf uns Leser warten.

Beckmesserei hin und Leselust her, was hier zĂ€hlt ist, dass die Geschichte den Leser in seinen Bann zieht. Mal etwas mehr Humor, dann wieder den Fokus auf das Abenteuer, der Autor Christophe Arleston weiß, wo er seine Vorlagen hernimmt und kann sie auch routiniert einsetzten. Da stören die genannten Ungenauigkeiten auch nicht weiter, denn die Geschichte ist wirklich spannend und mitreißend erzĂ€hlt.

Wunderbar ist das Format. Splitter prĂ€sentiert den Comic als großformatiges Hardcover mit Fadenheftung, Bildtitel und allem, was das bibliophile Herz so begehrt. Da zahlt man den fairen Preis von knapp 14 Euro gerne und freut isch auf die Fortsetzung.

Arleston / Floch: "Die SchiffbrĂŒchigen von Ythaq"
Comicalbum, Hardcover, 64 Seiten
Splitter Verlag 2006

ISBN 3-9398-2304-X

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