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Comics (diverse)



Robert Kirkman und Tony Moore

The Walking Dead 1:
Gute alte Zeit

rezensiert von Markus Rohde

Als der Cop Rick Grimes aus dem Koma erwacht, ist nichts mehr wie es war. Zombies bevölkern Nordamerika, vielleicht sogar die ganze Welt. Ursache: unbekannt. Das komplette wirtschaftliche und soziale Netz ist zusammengebrochen. Wer nicht zum lebenden Toten mutierte, befindet sich auf der Flucht. Die Großstädte sind völlig in der Hand der schleichenden, hungrigen Untoten. Nur auf dem Land ist es noch einigermaßen sicher.
Wo Robert Kirkmans Inspiration die Zombiefilme sind, ist auch sein Comic "The Walking Dead" sehr filmisch. Die Panels zunächst sind sehr klassisch angelegt, ihre Verteilung ist wenig experimentell: Schön quadratisch und wenig ineinander gehend. Ihre Ausarbeitung ist aber deutlich an eine Kameraführung angelehnt: Überblick bekommt man in Totalen. Den Schützen sieht man beim schießen - während er eine arme Sau erlöst - schön heroisch von unten gezeichnet. Gefühle sieht man in Groß- bzw. Detail"aufnahmen". Und auch mit der Zeit wird gearbeitet. Zeit wird gestrafft durch Wiederholung von Panels. Das hilft die Emotionalität mancher Momente zu intensivieren.
Nicht zuletzt erinnert der Anfang von "The Walking Dead" an "28 Day Later": Der Held ist einsam im Krankenhaus, hat leere Gänge vor sich. Doch dann: Zack, geht es ganz anders weiter. Irgendwie hätte man auch nicht erwartet, dass hier abkupfert wird. Aber richtig, irgendwie muss man ja in die Geschichte rein und das geht hier ganz schnell.
Die Zombies sind auch nicht das Thema. An denen halten wir uns nicht lange auf. Das Thema ist der Held, seine Familie, die Menschheit. Rick Grimes Odyssee durch ein untotes Amerika ist eine Reise zur Erkenntnis, was Leben wirklich bedeutet.
Wie viele Stunden hat ein Tag, wenn man nicht die Hälfte davon vor dem Fernseher verbringt? Wie lange ist es her, dass wir uns wirklich anstrengen mussten, um etwas zu bekommen, das wir wollten? Wie lange ist es her, dass wir etwas wollten, das wir wirklich brauchten? Mit diesen Fragen sieht man sich in "The Walking Dead" konfrontiert. "In The Walking Dead", so Autor Robert Kirkman, "möchte ich untersuchen, wie Menschen mit extremen Situationen umgehen und wie solche Ereignisse sie verändern."
"The Walking Dead" ist mehr als Horror; ist mehr Drama auf einer Horrorbühne. Vor allem erzählt Kirkman eine Geschichte und ergibt sich erst danach in Schauwerten. Die schwarz-weiß-Zeichnungen helfen dabei sich in der einen Szene auf das Wesentliche zu konzentrieren und in der anderen durch den Einsatz von weißen verstreuten Punkten – dem stöbernden Schnee im Winter – eine eigene Atmosphäre zu schaffen.
Wie üblich im Verlagsprogramm von Cross Cult ist das Buch alles andere als lieblos zusammengeschustert. Der erste Band umfasst den ersten Zyklus von The Walking Dead – also die ersten 6 Heftausgaben. Dreingegeben wird dem Buch ein Interview mit dem Autor, sowie mit dem Zeichner. Und zuletzt reißt in einem kleinen Artikel Thomas Dräger die Geschichte der Zombie-Filme an.
"Dies ist der Zombiefilm, der niemals endet", sagt Kirkman im Vorwort. Und man will es hoffen. Denn dieser Zombiefilm kann gerne auf unbestimmte Zeit weiter gehen.

Robert Kirkman und Tony Moore: "The Walking Dead 1: Gute alte Zeit"
Comicalbum, Softcover, 156 Seiten
Cross Cult 2006

ISBN 3-9364-8031-1

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