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Comics (diverse)



Lloyd & Vance & Davis & Byrne & Gibbons & Mignola & Nowlan

Aliens #1

rezensiert von Thomas DrÀger

Den Band muss man schon alleine wegen der Titelgrafik ins Horrorherz schließen! In stylischem Schwarz/weiß streckt ein Alienkopf sein zweites Gebiss (nicht das Dritte ;0) raus. Das sieht einfach klasse aus.

Nach dem Titelbild erwartet den Leser ein gemischtes LesevergnĂŒgen durch vier abgeschlossene und völlig unabhĂ€ngige Geschichten aus den Federn der fĂŒhrenden Comic-Kreativen Amerikas, und den einen EnglĂ€nder wollen wir natĂŒrlich nicht vergessen, auch wenn der erst ĂŒber den Umweg USA und Film zur verdienten Beachtung gefunden hat.
Den Beginn macht der schon hervorgehobene David Lloyd. Die Bilder sind sehr ordentlicher Lloyd, englisch und wiedererkennbar, die Story ist sehr ordentlich Aliens - auch sehr wiedererkennbar. Da wird ein böser Bube als Blinder Passagier zum Retter fĂŒr ein HĂ€uflein hilfloser Loser. Dramatisches Ende inklusive - versteht sich. Das ist nicht weltbewegend aber dennoch unterhaltend. Als Opener fĂŒr einen Alien-Comicband okay.

Das Story-Highlight ist „Überleben“ von James Vance und Guy Davis. Der Zeichner der auch bei CrossCult erscheinenden Serie „B.U.A.P.“ bebildert die fiebrigen AlbtrĂ€ume eines ganz normalen Opfers der Firma. Ist er der einzige Überlebende einer Serie von Opfertieren zur Alienzucht? Sind seine AusflĂŒge in eine heile Welt voller Blumen und Baseball Flucht vor einer grausamen Wahrheit? „Überleben“ ist eine Horrorstory zum Mitdenken. Bei den Bildern fĂ€llt auf, wie wichtig Farbe fĂŒr die fahrigen Bilder von Davis ist. Zu oft sucht man zwischen den vielen Strichen das Motiv und die Abgrenzung zum ohne Farbe zu detaillierten Hintergrund. Trotzdem sehr lesbar.

American Fastfood im Biker-Milieu der 50er bringt der umstrittene John Byrne. Er liefterte fantastische Geschichte der Fantastischen vier und fiel durch seine Neuinterpretation des allseits beliebten Spider-Mans bei den Fans in Ungnade. Hier lĂ€sst er aliens unter Pettycoats beißen und das Ă€ltere Ehepaar sieht Ma und Pa Kent aus seinem Run bei Superman wie aus dem Gesicht geschnitten Ă€hnlich. Nach der die Story beschließenden Pointe ist man unterhalten und vorbereitet fĂŒr die letzte Geschichte:
„Erlösung“ bringt Grafiker-Gott Mignola in seiner ganzen Kraft. Der Irrsinn lĂ€sst da mal einen Rasputin im All erahnen, aber wie ein Comic gerade ohne Farbe wirkten kann, erkennt man bei ihm einfach auf den ersten Blick: KrĂ€ftig! Es geht um Glauben und wie er die Wirklichkeit beeinflussen kann. Das könnte nun metaphysisch werden, der renomierte Autor der preisgekrönten „Watchmen“ zeigt statt dessen in einer Geschichte zwei Blickwinkel einer RealitĂ€t. Da zeigt der Comic, wo seine StĂ€rke liegt und macht dazu noch mörderisch Spaß.

Aliens Band eins ist gut komponiert. Nach einem ordentlichen Opener etwas fĂŒr den Kopf, dann etwas zur gemĂŒtlichen Unterhaltung um am Ende mit einem Comic-Highlight den Band zu beenden und den Leser ungeduldig auf Band zwei warten lassend.

Fazit: Anschaupflicht!

Lloyd & Vance & Davis & Byrne & Gibbons & Mignola & Nowlan: "Aliens #1"
Anthologie, Hardcover, 176 Seiten
Cross Cult 2007

ISBN 3-9364-0805-73

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