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Comics (diverse)



Jim Davis

Garfield Gesamtausgabe 1. 1978 - 1980

rezensiert von Christian Humberg

„Hier kommt GARFIELD,“ schreibt Comicexperte Wolfgang J. Fuchs im Vorwort dieses Buches, des ersten Bandes der Garfield-Gesamtausgabe von ehapa. Wie recht er damit hat, ist eigentlich erstaunlich: Denn vergleicht man den Band etwa mit den Erstveröffentlichungen anderer Funny-Werkausgaben, etwa den Anfängen der Peanuts (Carlsen) oder auch Popeyes (mare), ist man überrascht, wie schnell der heute weltberühmte Kater schon seinen letztlichen Humor und auch seine Optik gefunden hatte. Und findet zudem, dass Comicstrip-Werkausgaben momentan wohl Konjuktur haben, aber das nur nebenbei. Der vorliegende Band sammelt die von Jim Davis geschaffenen Dailies und die Sonntagsstrips der Jahre 1978 bis 1980 in chronologischer Folge und zeigt schon fast einen Garfield, wie wir ihn bis heute kennen.

Katzen sind keine Haustiere. Sie sind Hausbesitzer.
Wer die mitunter sehr affektierten Verhaltensweisen von Katzen kennt, wird diese scherzhafte Aussage sicher bestätigen können. Cartoonist und Katzenfan Jim Davis hat ihr ein zeichnerisches Denkmal gebaut. 1978 hatte der amerikanische Zeichner den Sprung ins große Geschäft der Cartoonisten geplant und ging mit seinem seit Jahren gepflegten und publizierten Funny Gnorm the Gnat Klinken putzen. Doch keine der großen Agenturen wollte einen Comicstrip über etwas vermeintlich so unwichtiges wie eine Stechmücke annehmen; man fand, dass sich die Leser mit diesem „Helden“ wohl nicht würden identifizieren können. Davis, der aber verständliches Interesse an einer Vertretung durch die Agenturen hatte, beendete daraufhin seinen Strip und begann einen neuen: über die träge Hauskatze Garfield. Am 19.06.1978, ausgerechnet an einem von ihm doch so verhassten Montag, begann Garfield seinen weltweiten Siegeszug, noch ganz klein und brav. Mittlerweile ist der schwarz-rote Vierpföter eine Ikone der Popkultur.
Besieht man sich die ersten Strips des Zeichners, fällt auf, wie ungewohnt schnell Davis „seinen“ Stil für Garfield gefunden hatte. Zwar ist die Figur (wie auch ihr Herrchen Jon) in den ersten Seiten optisch noch weit von dem entfernt, was wir heute kennen – der frühe Garfield ist ein wahrer Katzenkoloss mit Hängebacken und dauerhaft heruntergezogenen Mundwinkeln –, doch ist diese Phase nicht von langer Dauer. Behutsam und doch zielsicher morpht Davis seinen Strip in vertrautere Gefilde. Schon in diesen ersten Jahren treten bis heute vorhandene Neben- und Co-Stars wie Hund Odie (bei dem sich die Ohrenfarbe aber noch mehrmals ändert), Mitbewohner Lyman (eigentlich Odies Besitzer, aber seit 1983 nicht mehr im Strip auftretend), Garfields Teddybär und die nervig-süße Katze Nermal auf und etablieren sich schnell zu running gags und festen Größen im narrativen Material des Strips. Garfields Handlungshorizont aus Lasagne, Montagsaversionen und Hundequälereien ist schnell umrissen und festgelegt, er besteht bis heute ohne größere Änderungen. (In Charles Schulz‘ Peanuts zum Beispiel hatten anfangs sogar noch die Erwachsenen Text – dies war in späteren Jahrgängen des Comics undenkbar. Im Vergleich dazu ist Garfield schon von Beginn an seiner Linie treu.)

Fazit
Funny-Retrospektiven scheinen im Kommen zu sein. Nicht weniger als die Anfänge einer Ikone der Funnypages versammelt dieser Band, der erste einer Reihe. Jim Davis‘ Zeichenstil entwickelt sich in diesen Strips sichtbar weiter, seine Figuren um den träge-hinterlistigen Kater Garfield werden optisch immer cartoonesker, seine Federführung immer schwunghafter und sicherer. Auch der Humor, für einen Funny nicht unbedingt unbedeutendste Zutat, trifft schon früh ins Schwarze. Zwar erreicht Garfield bis in die Gegenwart nicht die inhaltliche Größe der Peanuts oder den Reichtum an Phantasie, wie ihn etwa Calvin & Hobbes aufwiesen, doch überzeugt er mit einfacherem, zielsicheren Witz. Und macht Spaß! Der frühe Garfield ist eine Wiederentdeckung wert.

Mit freundlicher Genehmigung von Christian Humberg

Jim Davis: "Garfield Gesamtausgabe 1. 1978 - 1980"
Comicalbum, Hardcover, 320 Seiten
Ehapa Comic Collection 2006

ISBN 3-7704-3047-6

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