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Comics (diverse)



Nagel / Hirdt / Burmeister

Perry #132 - Zeig uns die Sterne

rezensiert von Thomas Dr├Ąger

Achtung: Das Leben mit den gezeichneten Geschichten fing f├╝r den Rezensenten genau mit dieser Serie an. Aus diesem Grund sollte man die hier vertretene Euphorie mit einem gesunden Ma├č neutraler Vorsicht lesen.

Karl Nagel ist mit seiner Hamburger Zeichnerkommune ein gl├╝cklicherweise nicht normaler Vertreter des Comicgesch├Ąftes. Aber genauso besonders waren auch die alten Perry Comics. Nicht wenige der "seri├Âsen" Perry-Leser distanzierten sich damals vehement von dieser poppigen Version des Erbes des Universums. Doch im Comic war Perry und vor allem seine Frauen schon verdammt sexy und das, lange bevor dieser Aspekt des Lebens auch im Perry-Roman eingezogen ist.

Hieben Nagels Schergen in der ersten neuen Perry Nummer noch mit dem Holzhammer in diese Kerbe, machen sich die Nordlichter in dem das Heft abschlie├čenden Vierseiter ├╝ber eben diese Sexlastigkeit der Nummer 130 selber lustig.

Gar nicht lustig ist die Hauptgeschichte der aktuellen Nummer. "Zeig und die Sterne" erz├Ąhlt von einer heruntergekommenen Gesellschaft, in der ein Abh├Ąngiger lieber an seiner Sucht zugrunde geht, als eine verlorene Heimat zu verraten. Wer hier dank Perry ein Happy End erwartet wird etwas entt├Ąuscht.

Perrys Suche nach den letzten freien Menschen geht weiter. Damit wird der alte Gedanke eines Handlungsger├╝stes hinter abgeschlossenen Einzelabenteuern klasse umgesetzt. Neben dem Hauptchara sind wieder alle Freunde aus den alten Comics mit dabei. Zu guter Letzt dr├╝ckt dann der riesige Tolotos seinen kleinen und zerbrechlichen alten Freund. Die Story kann also mit seinem Thema, dem Ende und den vielen kleinen Storygeschenken an die alten Perry-Comic-Fans voll punkten.

Auch Vincent Burmeister, der alte Popo-Partei-K├Ąmpe, macht einen fantastischen Job. Seine Seiten sehen routiniert, lebendig und stylisch aus. Dabei soll der Abiturient des Jahres 2002 in der Schule eher unauff├Ąllig gewesen sein und selten mehr als drei W├Ârter am St├╝ck in die Umwelt entlassen haben. Aber wie die Blinden meist besser h├Âren als die Sehenden, kann er sich als Wenigsprecher sichtlich besser in Bildern ausdr├╝cken. Die Farbgebung ist gew├Âhnungsbed├╝rftig in zu auff├Ąlligen Seiten dominierenden Farben. Das passt beim Durchflug einer Sonne in knallig Gelb, macht aber im seltsam ausgeleuchteten Slum einer Drogenmetropole in Blau nicht auf den ersten Blick Sinn.

Wunderbar ist das Coverdesign. Das A der Alligatorfarm und der Heftr├╝cken im alten Roman-Stil. Gut ist das Poster in der Heftmitte, und eine weitere Comic-Story, "Goratschin" betitelt, ist auch noch da. Perry 132 ist einfach ein super gelungenes Heft!

Direkt beim Verlag bestellen

Nagel / Hirdt / Burmeister: "Perry #132 - Zeig uns die Sterne"
Comicalbum, Softcover, 52 Seiten
Alligatorfarm 2007

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