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Die Bibliothek von Babel



William Beckford

Vathek

rezensiert von Thomas Harbach

Wie fasziniert der Herausgeber der „Bibliothek von Babel“ von einem Orient gewesen ist, denn es in dieser Form wahrscheinlich nur in der Literatur gegeben hat, unterstreicht die Tatsache, dass neben zwei Bänden mit Geschichten aus „1001“ er Nacht auch William Beckford exzentrischer Kurzroman „Vathek“ veröffentlicht worden ist. Ein Roman, in dessen Verlauf Autor und Hauptcharakter sich mehr und mehr annähern. In späteren Jahren hat Beckford zugegeben, sich mit seinem strauchelnden, egozentrischen Protagonisten, welcher der Verführung durch teuflische Mächte unterliegt, zu identifizieren, die Frau seines Cousins erkannte sich als Vatheks Gespielin wieder, deren Sohn als eines der fünfzig Menschenopfer. Nicht nur bei seinen Charakteren hat Beckford das eigene Luftempfinden in jeglicher Form über Moral und Ordnung gestellt. Ein Vorreiter der romantischen Bewegung, welche die eigene Empfindung in Kombination mit durchaus Gesundheitsgefährdeten Experimenten aus heutiger Sicht unverständlich glorifizierten. Nicht umsonst gehörte der britische Dichter Byron zu Beckfords Anhängern und auch in Shelleys „Frankenstein“ kann der aufmerksame Leser einige von Vatheks Zügen – insbesondere die grenzenlose Sucht nach neuem, verbotenen Wissen – wieder erkennen. Zwar lebt der Brite Beckford als Sohn des Oberbürgermeisters von London nicht im fernen Orient, aber ein für die damalige Zeit sehr große Erbschaft machte ihn finanziell unabhängig. Er bereiste die Welt und verbrachte ein für den normalsterblichen Durchschnittsbürger dekadentes Leben. In soweit ist „Vathek“ nicht nur das Portrait einer verwöhnten und verzogenen jungen Mannes, es ist eine Studie der Undankbarkeit. Vathek hat sich für jeden seiner Sinne einen riesigen Palast bauen lassen, zwischen denen er hin und her pendelt. Beckford lebte in einem den Abteien nachempfundenen Gebäudekomplex. Wenn der Autor seinen Charakter in einer Mischung aus Exzentrik, Ironie und fast pathetisch kindlichem Herrschaftsanspruch auf den ersten Seiten vorstellt, erinnert das Charakter an eine frühe Inkarnation des letzt endlich verzweifelten Dorian Gray. Beckford versucht, eine Zeitlosigkeit zu befreien, eine Welt gänzlich anders als die bekannten Welten. Das zeigt sich auch in der Tatsache, dass der Engländer Beckford die Geschichte zu erst in Französisch geschrieben hat und eine mögliche englische Übersetzung (!) nur unter seiner strengen Aufsicht möglich sein sollte. Da Beckford nicht sonderlich strebsam in seinem Leben vorgegangen ist, blieb der englische Teil fragmentarisch und sein Übersetzer publizierte schließlich eine nicht autorisierte englische Übersetzung anonym, während die französische Fassung deutliche Unterschiede aufgewiesen hat. Borges selbst hat auf den ursprünglichen französischen Text zurückgegriffen, als er sich entschloss, den Titel in die Bibliothek aufzunehmen.

Vathek ist die erfundene Lebensgeschichte eines Kalifen, welcher die Nachfolge Haroun al Raschids übernommen hat. Sein Leben besteht aus zwei Leidenschaften, gewaltige Mähler zu sich zu nehmen und schöne Frauen in seinen körperlichen Bann zu schlagen. Sein geistiges Interesse liegt bei den alten Wissenschaften. Als ein böse aussehender scheinbar indischer Magier seinen Hof besucht, wächst seine Gier nach dessen Wissen und Fähigkeiten ins Unermessliche. Er schwört dem Islam ab, opfert fünfzig junge Männer mit einem geschickten Streich und unternimmt eine waghalsige Expedition, um das Wissen des Inders zu erlangen. Es stellt sich impliziert heraus, dass Mohammed seinem Kalifen eine letzte Prüfung gestellt hat, um seine Sünden zu bereuen und wenn er nicht einlenkt, wartet die ewige Verdammnis auf diesen exzentrischen, egoistischen Herrscher.

William Beckford stellt seinen Protagonisten von Beginn an als Opfer seiner Leidenschaften dar. Ohne intellektuelle Stimulation, in einer fast irrealen Traumwelt gefangen sucht eine er neue Herausforderung. Der Autor deutet an, dass Vathek im Gegensatz zu einigen seiner grausamen Vorgänger gut zum Volk ist, das Volk dagegen auch seinen Hang zum Gigantismus als Marotte eines mächtigen anerkannt hat. Mit seinen Schwächen – schönes Essen an der Grenze zur Völlerei und schönen Frauen – wirkt er fast sympathisch, ganz bewusst hebt der Autor sein Alter Ego erst auf einen imaginären Thron, um ihn dann auf seiner Jagd nach dem übertragen gesprochen Stein der Weisen abstürzen zu lassen. Diese Versuchung kommt durch einen Giaour, einen Ungläubigen. Sicherlich der erste Hinweis auf eine göttliche Prüfung. Vathek unterliegt der Versuchung und opfert in einer der besten Szenen des Kurzromans fünfzig jungen Knaben seinem neuen Gott. Er schreibt einen Wettbewerb aus und übergibt jedem in der Nähe einer Schlucht einen Preis. Die Eltern und das Palastvolk befinden sich in gebührlichem Abstand. In schneller Folge stößt er die Knaben in die Schlucht, an deren Fuß der inzwischen zu einem Ungeheuer mutierte Giaour auf seine Labsal wartet. So unglaubwürdig die Szene auch geschrieben worden ist, so surrealistisch überzeugend wirkt sie im Gesamtkontext des Buches.

Anschließend löst Beckford seinen Charakter aus der vertrauten Umgebung und lässt ihn nach Istakhan oder Persepolis reisen. Obwohl zwischen Vatheks Mesopotamien und seinem Ziel nur flache, heiße Wüste liegt, wird aus der Reise im wahrsten Sinne des Wortes eine Berg- und Talbahn. Die hohen Berge erschrecken den weichherzigen und körperlich nicht sonderlich robusten Kalifen, seine Leibwachen werden von Bestien gefressen, eine afrikanische Konkubine muss den hilflosen Kalifen aus einem brennenden Wald retten und nachts heulen die Winde wie das Wehklagen der Millionen von Toten um die kleine Zeltsiedlung herum. Hier erinnert das Buch weniger an Karl Mays spätere Reiseromane – obwohl Beckford im Gegensatz zu May auch Arabien bereist hat -, sondern an Dantes „Inferno“. Das Szenario wird immer surrealistischer, nimmt zum Teil unglaubwürdige, groteske Züge an und kumuliert schließlich in der letzten, entscheidenden Prüfung.

Im Gegensatz zu anderen arabischen Geschichten um den ewigen Verführer und Feind des Glaubens Eblis ist dieser nicht das gesichtslose Monster – auch wenn seine erste Erscheinung an diese markanten Zügen erinnert -, sondern ein intelligenter Antagonist, rücksichtslos in seinen Handlungen und gleichzeitig unwiderstehlich. Zumindest für glaubensschwache Menschen. Mit dem Aufbau eines im Grunde überlegenen Feindes hat der Autor mehr Möglichkeiten, den Fall eines exzentrischen Egomannen eindringlicher und überzeugender zu beschreiben. Vielleicht wäre es hilfreicher gewesen, den Kalifen nicht so unsympathisch und affektiert zu beschreiben. Ein zugänglicher vielleicht sogar normalsterblicher Mann hätte die Verführung noch überzeugender wirken lassen und die mahnende Botschaft wäre vielleicht auf furchtbareren Boden gefallen. Aber zu Beckfords Wesen gehört ein Herrscher in seinem Traumpalast. Die Bestrafung des Sünders erfolgt seiner Eitelkeit entsprechend. Er muss mit seiner rechten Hand sein brennendes Herz festhalten, kann also nur die linke Hand benutzen. Für Araber ist es unehrenhaft, diese zu benutzen. In der Höhle ist Vathek alleine, nur von Flammen umgeben. Diese extreme Isolation, die er mit seinem rücksichtslosen Vorgehen und seiner Verachtung anderen Menschen gegenüber heraufbeschworen hat. Zu Beginn des Romans hat er versucht, einen gewaltigen Turm zu errichten, als Symbol seiner Macht und um jegliche Opposition abzuwehren. Als Eblis ihm die letzten Türen zum Öffnen anbietet, greift er in seiner Arroganz zu und kann nur für einen kurzen Augenblick diese Reichtümer genießen.

William Backfords blumiger Stil ist gewöhnungsbedürftig, die klassische Abfolge aus Beschreibungen und Dialogen wird durchbrochen. Der Autor kann sich auch nicht auf eine Perspektive beschränken, oft wechselt er die Positionen innerhalb einer Szene. Seine Beschreibungen sind phantasie- und kraftvoll. Auch wenn aus heutiger Sicht die Geschichte keine großen Überraschungen beinhaltet. Vathek kommt wie ein genusssüchtiger Faust daher, dessen Schicksal stärker ist als sein Wille, dem Teufelskreis zu entkommen. Der Sündenfall und die obligatorische Bestrafung folgen stringenten Regeln. Der Kurzroman ist ein Musterbeispiel für eine moralische Parabel, aus heutiger Sicht märchenhaft exotisch und doch gut zu lesen.

William Beckford: "Vathek"
Roman, Hardcover, 168 Seiten
Edition Büchergilde 2007

ISBN 3-9401-1103-1

Leserrezensionen

Leserrezensionen [Alle Rezensionen anzeigen (12)]
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