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Babylon 5



Jeanne Cavelos

The Passing of the Techno-Mages (II):

Summoning Light

rezensiert von Christian Siegel

Der Zirkel der Technomagier hat mehrheitlich beschlossen, vor den Schatten zu fliehen, und sich an einen sicheren Ort zurĂŒckzuziehen. Elric hat sich zwar dafĂŒr eingesetzt, das Universum in diesem Krieg gegen die Schatten zu unterstĂŒtzen, doch wurde er von den andern Mitgliedern des Rates ĂŒberstimmt. Auch Galen ist ĂŒber die Entscheidung alles andere als erfreut, kann er es doch gar nicht erwarten, an den VerrĂ€tern Rache zu ĂŒben.

Bevor sich die Technomagier in ihr Versteck zurĂŒckziehen, sammeln sie sich alle auf einem Planeten, wo sie die restlichen PlĂ€ne schmieden und sich dann endgĂŒltig zurĂŒckziehen wollen. Schon bald mĂŒssen sie aber erkennen, dass ihr Sammelplatz den Schatten bekannt ist, und so beschließen sie, die Schatten zu tĂ€uschen: Elric soll zusammen mit einem weiteren Mitglied des Rates und ca. 50 Technomagiern nach Babylon 5 aufbrechen und die Schatten auf eine falsche FĂ€hrte locken, wĂ€hrend die anderen Technomagier sich unerkannt an einem anderen Ort sammeln und von dort aus dann zu ihrem Versteck aufbrechen können. Gleichzeitig wird Galen zusammen mit Blaylock (einem weiteren Mitglied des Zirkels) damit beauftragt, zu einem von den Schatten kontrollierten Planeten zu reisen, um mehr ĂŒber ihre PlĂ€ne zu erfahren.

Durch geschickte Manipulation und TĂ€uschung gelingt es Elric, den Eindruck zu erwecken, dass sich rund 500, und nicht nur 50 Technomagier auf der Station befinden. Man erfĂ€hrt einige HintergrĂŒnde ĂŒber die Ereignisse aus der Episode "The Geometry of Shadows/Eine Frage der Farbe", vieles wird nun aufgeklĂ€rt oder erscheint in einem neuen Licht. Am Ende muss sich die HĂ€lfte der nach Babylon 5 gereisten Technomagier opfern, um die TĂ€uschung nicht auffliegen zu lassen und die Schatten davon zu ĂŒberzeugen, dass ihr Angriff erfolgreich war und die Technomagier ausgelöscht wurden.

WĂ€hrenddessen versuchen Blaylock und Galen mehr ĂŒber die PlĂ€ne der Schatten zu erfahren. Es gelingt ihnen, unerkannt in ein GebĂ€ude zu schleichen und eine geheime Unterhaltung abzuhören, doch dann werden sie entdeckt. Auf ihrer Flucht werden sie von einem Schattenschiff angegriffen, und in seiner Verzweiflung (denn wenn das Schattenschiff geschossen hĂ€tte, wĂ€ren sie ohnehin Tod gewesen) ruft Galen den Zauberspruch der Zerstörung auf. Er ist inzwischen nicht mehr ein einfacher SchĂŒler, sondern ein richtiger Technomagier, und so gelingt es ihm auch, die gewaltige Macht, die durch den Spruch frei wird, zu kontrollieren: Das Schattenschiff wird teilweise in einer kollabierenden Blase gefangen, und stĂŒrzt schwer beschĂ€digt ab. Durch den Zauberspruch ist eine ganz seltsame Verbindung zwischen dem Schiff und Galen entstanden: Er erkennt nicht nur, dass sich eine Person im Innern des Schiffes befindet, sondern muss auch den Schmerz des Schiffes teilen. Schwer erschöpft und auch verletzt (er hat sich bei der Flucht einen Beinbruch zugezogen) fĂ€llt er in Ohnmacht.

Als er erwacht, muss er feststellen, dass ihn Blaylock allein gelassen hat. Dieser hat ihm auf einer Nachricht mitgeteilt, dass er etwas persönliches zu erledigen hat, und wenn er noch nicht zurĂŒck sein sollte, wenn Galen diese Nachricht liest, heißt das, dass er inzwischen wohl schon Tod ist, und Galen solle unter keinen UmstĂ€nden einen Rettungsversuch unternehmen. NatĂŒrlich hĂ€lt sich Galen, angestachelt von der Hoffnung, den VerrĂ€tern gegenĂŒberzutreten und sie töten zu können, nicht an diesen Befehl. Auf seiner Rettungsmission tritt er nicht nur, wie von ihm erhofft, seiner Nemesis gegenĂŒber, er muss auch eine Wahrheit erfahren, die seinen Glauben an die Technomagier in seinen Grundfesten erschĂŒttert...

In meinem Review zum 1. Roman habe ich darauf hingewiesen, dass er als eine Art Einleitung dient, er alle SchauplĂ€tze, Charaktere etc. vorstellt, und hauptsĂ€chlich dazu da ist, die Geschichte ins Rollen zu bringen. Eben das habe ich ein wenig kritisiert, aber als ich das 2. Buch gelesen habe, ist mir nicht nur bewusst geworden, wie wichtig eben diese Einleitung war, sondern auch, wie sehr mir dieser Aspekt des 1. Teiles in dieser Fortsetzung fehlt. Wenn man dieses Buch liest, ist man bereits Teil dieser Welt, und auch wenn man einiges neues erfĂ€hrt, dieses ganz spezielle GefĂŒhl der Entdeckung einer ganz neuen Welt fehlt. Es ist irgendwie das gleiche "Problem", dass ich mit der 1. Zahn-Trilogie (Star Wars) hatte: Im 1. Roman werden uns diese wundervollen neuen Charaktere vorgestellt, und so interessant es auch ist, ihren Erlebnissen in den weiteren Romanen zu folgen, so war zumindest fĂŒr mich doch immer das "Kennenlernen" (wenn man so will) das Interessanteste. (Und fragt mich jetzt bitte nicht, warum ich daran nicht schon wĂ€hrend dem Lesen des 1. Romans gedacht habe... *g*)

Das heißt natĂŒrlich nicht, dass Summoning Light ein schlechtes Buch ist, ganz im Gegenteil: Die Story ist (wie ich es auch erwartet hatte) deutlich spannender und auch rasanter als noch im 1. Roman, und die "EnthĂŒllung" nach ca. 2/3 des Buches ist nicht nur Ă€ußerst interessant und gibt dem ganzen eine neue Wendung, sie fĂŒgt sich auch nahtlos in alles bisherige ein. Plötzlich ergibt vieles einen Sinn, die EnthĂŒllung ist nicht nur dazu da, diesen gewissen "Schockeffekt" auszulösen, sondern sie fĂŒgt viele bis dahin unabhĂ€ngig von einander zu scheinende Teile zu einem stimmigen Ganzen zusammen. Mehr kann man nun wirklich nicht erwarten... ;-)

Die Charakterisierung ist so wie in Teil 1 auch diesmal wieder herausragend, fast jeder der im Buch vorkommenden Technomagier hat seine ganz eigene, von den anderen unterscheidbare Persönlichkeit. Galen entwickelt sich stetig auf seinem eigenen dunklen Pfad zwischen Selbsthass und Selbstleugnung weiter, die Angst vor sich selbst, vor der schrecklichen Macht, die er heraufbeschworen hat, sein stĂ€ndiger Begleiter. Dies ist wahrlich nicht der 08/15-Held, der uns heutzutage leider viel zu oft serviert wird. Doch auch die anderen Charaktere sind, wie u.a. auch die EnthĂŒllung deutlich zeigt, nicht unfehlbar, und selbst die VerrĂ€ter werden nicht in eine typische Bösewicht-Schablone gesteckt, sondern scheinen nur aus der besten Absicht heraus gehandelt zu haben. Eben dies ist höchst erfrischend, da gerade diese Abkehr von der fĂŒr unsere heutige Zeit so typischen Schwarz-Weiß-Malerei den Charakteren auch einen gewissen Realismus verleiht.

Fazit: Der 2. Teil der Technomagier-Trilogie fĂŒhrt die Geschichte auf großartige und interessante Weise fort. Wer den ersten Teil mochte, kann hier eigentlich nichts falsch machen...


Mit freundlicher Genehmigung von Christian Siegel - Review Center

Jeanne Cavelos: "The Passing of the Techno-Mages (II):
Summoning Light"
Roman, Softcover, 368 Seiten
Del Rey 2001

ISBN 0-3454-2722-X

Weitere Bücher von Jeanne Cavelos:
 - The Passing of the Techno-Mages (I):
Casting Shadows

 - The Passing of the Techno-Mages (III):
Invoking Darkness

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