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William Shatner

von Holger Lodahl

William Shatner

 Fakten
Geburtsdaten:
22. März 1931


 Biographie
Der Name William Shatner ist untrennbar verbunden mit dem Namen des Raumschiff-Captains James T. Kirk. Nur weniger Jahre, in denen er den Frontmann der Enterprise spielte, reichten aus, um seine anderen, durchaus umfangreichen Arbeiten verblassen zu lassen. Und obwohl Shatner als Kirk den ur-amerikanischen Traum von Demokratie, Macht und dem Überschreiten der Final Frontier (einst die Grenzen zum Wilden Westen, zukünftig jedoch die Grenze des Universums) verkörpert, ist der inzwischen 74jährige Schauspieler Kanadier.

Shatner wird am 22. März 1931 in Montreal geboren und besucht dort die High School. Nach dem Abschluss studiert er an der Universität Wirtschaftswissenschaften und schließt das Studium erfolgreich ab. Jedoch wird ihm klar, dass es ihn zur Schauspielerei zieht. Nachdem er erste Erfahrungen auf der Bühne in Shakespeare-Stücken sammelt, siedelt er 1956 nach New York um, da er sich in dieser Metropole bessere Chancen auf Engagements erhofft.

Seine ersten Jobs im Fernsehen machen ihm bekannt mit einer Sparte des Fernsehens, das heute nicht mehr existiert: Er verkörpert verschiedene Rollen in live-Fernsehspielen, jene Filme, die wie ein Theaterstück gespielt werden, sich jedoch mit Hilfe der Tricks von Film und Fernsehen vom Theater distanzieren, und vor allen Dingen live in die Wohnzimmer der Zuschauer übertragen werden, da es das Speichermedium, das eine zeitversetzte Ausstrahlung erlaubte, noch nicht gab.
Diese große Herausforderung eines jeden Schauspielers bringt Shatner erste Achtungserfolge ein und verschafft ihm weitere Angebote. Er verlässt vorübergehend das Medium Fernsehen und spielt einigen Rollen in Kinofilmen, die heute zu den großen Klassikern zählen: Shatner kann sich durch eine Nebenrolle in Die Brüder Karamasov (1957) einen Namen machen und bekommt auch eine Rolle in Das Urteil von Nürnberg (1961).

Shatner übernimmt nun verschiedene Rollen in Film- und Fernsehproduktionen, aber den entscheidenden Karrieresprung kann er erst machen, als er sich für die Rolle des Raumschiff-Captains vorstellt. Star Trek-Erfinder Roddenberry stellt sich einen intellektuellen Ansatz für seinen Serien-Helden vor, doch als der Pilotfilm bei den Verantwortlichen des Senders und später auch beim Publikum wegen zu viel Tiefgangs durchfällt, macht er sich erneut auf die Suche nach einem geeigneten Darsteller, der etwas mehr Action in Star Trek bringt. Er findet ihn in Shatner, der die körperlichen Attribute mitbringt und James Tiberius Kirk den nötigen Heldenstatus verschafft.

Kaum vier Jahre Arbeit mit dem Kollegen von Star Trek reichen aus, um die Rolle des Kirks und den Schauspieler Shatner untrennbar zu verschmelzen und unsterblich werden zu lassen.

Als die Serie wegen zu geringen Einschaltquoten beendet wird, beginnt ein ruhigeres Leben Shatners. Er dreht einige heute in Vergessenheit geratenen Film wie Big Bad Mama (1974), Nachts, wenn die Leichen schreien (1975) und Mörderspinnen (1977), bevor er sich 1979 wieder in seiner alten Rolle wieder findet – diesmal auf der großen Leinwand.

Die Star Trek-Filme untermauern endgültig den Kultstatus der Enterprise-Crew und deren Schauspieler, und es folgen sechs weitere Weltraum-Abenteuer um das Flagschiff der Sternflotte. Die Filme ermöglichen Shatner weitere Schritte im Filmgeschäft: In Star Trek III konnte er noch fast alle Stunts selber machen und lässt die Stuntmen am Rande stehen, in Star Trek V führt er Regie.

Sein durch Star Trek wachsender Bekanntheitsgrat verschafft ihm auch wieder Rollen in größeren Film- und Fernsehproduktionen: In Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff (1982) ist er sich nicht für Parodien zu schade, in Loaded Weapon 1(1993) misslingt der Versuch der Produktionsfirma, mit Shatner in einer Nebenrolle eine Filmreihe ähnlich der Nackten Kanone zu etablieren.

Auch in Fernsehserien ist er Ende der 1979er und in den 1980er Jahren zu sehen: Barbary Coast (1975 – 1976) ist heute nahezu vergessen, in T.J. Hooker (1982 – 1987) spielt er mit einem der größten TV-Stars: Seine Arbeit neben Heather Locklear in T.J. Hooker beschreibt er heute als seine tiefsinnigste Rolle und verweist darauf, dass diese Krimiserie doppelt so lange wie Star Trek im TV lief.

William Shatner hadert mit seinem Image als Weltraumcowboy und möchte nicht nur auf die Star Trek-Etappe seiner Karriere reduziert werden. Es scheint, als ob seine zahlreichen Besuche bei Star Trek-Conventions im Gegensatz mit seinem Wunsch stehen, nicht mit Kirk verwechselt zu werden. Auch veröffentlicht er Bücher über Star Trek und eine CD, auf der ein Gespräch mit Leonard Nimoy zu hören ist, wie sich die beiden Trek-Veteranen über ihre einstige Erfolgsserie unterhalten. Shatner sorgt auf diese Weise selber dafür, nicht in Vergessenheit zu geraten. Er persönlich möchte eine gesunde Trennung zwischen Rolle und Schauspieler ziehen; die Fans sollten Spaß an der Serie und den Filmen haben, ihn als Menschen jedoch nicht als Mr. Kirk ansprechen. Zu einem Skandal geriet seine Bemerkung in der US-Show Saturday Night Live 1986, in der er die Trek-Fans auffordert, aus den Kellern zu kommen und ein richtiges Leben zu führen. Diese Distanz zu seinen Fans hat in den letzten Jahren nachgelassen. Shatner sieht die Fans als einen Club, bei dem sich die Mitglieder einer Idee verschrieben haben, die auf das gemeinsame Leben unterschiedlichster Kulturen basiert.

Im Gegensatz zu seiner erfolgreichen Film- und Fernsehkarriere steht eine Karriere als Songinterpret. Lediglich das 1968 veröffentlichte „Transformed Man“ (ein Sammlung von Pop-Songs und Spoken Words) sowie das aktuelle Album Has Been (2004) wurden auf den Markt gegeben – mit unterschiedlichen Erfolg: Die Interpretation von dem Beatles-Klassiker Lucy in the Sky with Diamonts wurde zur schlechtesten Cover-Version überhaupt gewählt, während die traurig-schönen Lieder mit humoristischen Einlagen zeigen, dass Shatner mit ein wenig Unterstützung Interessantes zustanden bringen kann.

Seiner Kreativität scheint kaum Grenzen zu kennen: Er veröffentlichte bereits seine Autobiographie, und die Reihe Tekwar (1994/95) wurde sogar für das Fernsehen adaptiert.

In Nebenrollen tritt William Shatner weiterhin in Erscheinung. Er ist beispielsweise in dem großen Erfolg Miss Undercover zu sehen und wird auch in der Fortsetzung mit Sandra Bullock, die zur Zeit produziert wird, vertreten sein. Weitere jüngere Filmprojekte sind Universal Fighter (1997), Showtime (2002) und Voll auf die Nüsse (2004).

Als großen Erfolg kann sein Gast-Auftritt in der US-Erfolgsserie The Practice – Die Anwälte verbucht werden: Shatners Verkörperung der Figur Danny Crane war so gut, dass er dafür mit einer Nominierung für den Emmy, dem höchsten US-Fernsehpreis, belohnt wurde. Im Januar 2005 wird sich heraus stellen, ob er die begehrte Trophäe auch bekommt – und selbst wenn nicht, wird die Nominierung seiner Karriere neuen Auftrieb geben.

Seine Autogrammadresse:
William Shatner
c/o William Shatner Connection
PO Box 7401725
Studio City
CA 91604
USA