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Timothy Dalton

von Susanne Picard

 Biographie
Wer kennt ihn nicht: Timothy Dalton? Mit der Hauptrolle in "Hauch des Todes " wurde er erst so richtig bekannt: Dalton als James Bond - der Agent 007 im Dienst ihrer Majest├Ąt. Dabei wird oft vergessen, dass er ein bekannter Shakespeare-Schauspieler war, bevor er diese Rolle Ende der Achtziger Jahre ├╝bernahm.

Aber alles der Reihe nach. Timothy Dalton wurde am 21. M├Ąrz 1944 in Calwyn Bay in Nordwales geboren, wo sein Vater w├Ąhrend des Zweiten Weltkriegs stationiert war. Er legt allerdings Wert darauf, dass seine Wurzeln international sind: Eine Mixtur aus Englisch, Irisch und Italienisch. Aufgewachsen ist er mit seiner Familie allerdings in einem vornehmen Vorort der Stadt Belper in Derbyshire. Mit 16 war es dann um ihn geschehen: Er sah eine Auff├╝hrung von Shakespeares Macbeth. Also tourte er nach dem Schulabschluss erst einmal zwei Jahre mit Michael Croft's National Youth Theatre durch England, bevor er sich 1964 f├╝r zwei Jahre auf der Royal Academy of Dramatic Art (RADA) einschrieb. Allerdings verlie├č er diese renommierte Schule kurz vor dem Abschluss und schloss sich dem Bimingham Repertory Theatre an, in dem er eine Menge Hauptrollen spielte. Seine Begr├╝ndung, die RADA nicht abzuschlie├čen: ÔÇťEs hat beinahe ein Jahr gebraucht, das wieder auszub├╝geln, was meine strengen Lehrer an psychologischem Schaden angerichtet hatten!ÔÇŁ

Sein klassisch gutes Aussehen mit einer Gr├Â├če von ├╝ber 1,80 trug ihm dann schnell erste Rollen beim Fernsehen ein, meist als Gaststar bei Serien. Der erste Film kam 1968: Der L├Âwe im Winter von 1968 - und das war (interessante Parallele) auch der Durchbruch f├╝r den damals noch unbekannten Schauspieler Anthony Hopkins. Aber das nur am Rand! 1969 wurde er dann gecastet: F├╝r den Film On Her Majesty's Secret Service, denn Sean Connery hatte an der Rolle des James Bond kein Interesse mehr. Aber bei United Artists entschied man sich dann letztendlich doch f├╝r George Lazenby und nicht f├╝r den unbekannten 26j├Ąhrigen. Die folgenden Jahre sahen Dalton dann in so bekannten Produktionen wie Giochi Particolari(1970), mit Marcello Mastroianni und Virna Lisi, Wuthering Heights (1970), und Mary, Queen of Scots (1971) mit Vanessa Redgrave.

In den folgenden Jahren mutierte Dalton weiter vom Theater- zum Filmschauspieler. 1978 dann der erste amerikanische Film: Sextett mit Mae West und Ringo Starr in weiteren Rollen. Bis zu seiner ├ťbernahme der Rolle des James Bond 1987 in Hauch des Todes spielte Dalton in diversen Filmen mit, von denen allerdings keiner sonderlich bekannt wurde. Interessant sind vielleicht die Verfilmung des Shakespeare-St├╝ckes Anthony & Cleopatra 1983, in dem er neben Lynn Redgrave auch Walter Koenig und Nichelle Nichols mitspielte und seine Rolle als Prince Barin in der 1980ger-Version von Flash Gordon.

1987 kam dann der Durchbruch: Mit 18 Jahren Versp├Ątung bekam Dalton die Rolle, die ihn mit einem Schlag auch international bekannt machte: James Bond - in Living Daylights . Der Grund war nicht so sehr, dass er die erste Wahl f├╝r diese Rolle gewesen w├Ąre, sondern eher, dass Pierce Brosnan damals aus seinem Vertrag f├╝r die Serie Remington Steele nicht herauskam. Aber Ruhm bedeutet nicht automatisch Beliebtheit - in den 25 Jahren seiner Existenz hatte der Film-Bond sich zu weit von Ian Flemings literarischer Vorlage entfernt, als dass Timothy Daltons ÔÇťernsthafterÔÇŁ Bond beim Publikum die ihm geb├╝hrende Wertsch├Ątzung h├Ątte bekommen k├Ânnen. Er versuchte es noch ein weiteres Mal in Lizenz zum T├Âten, aber wieder protestierte das Publikum, das einen humorvolleren (├á la Moore) oder einen smarteren Bond (├á la Connery) gew├Âhnt war und sich deshalb mit Dalton in der Rolle nicht abfinden mochte.
Nach diesem Misserfolg kehrte Dalton wieder zu dem zur├╝ck, was er am besten konnte: Klassische Rollen in Kost├╝mschinken, als da w├Ąren: Brenda Starr (1989), The Rocketeer (1991), La Putain du Roi (1990) und dann schlie├člich eine zweite gro├če Rolle in den Fu├čstapfen einer Legende: er ├╝bernahm die Rolle des Rhett Butler in Scarlett, einer Fortsetzung von Vom Winde verweht in Form einer Miniserie von 1994. 1999 ├╝bernahm er wieder eine Rolle in einer Miniserie: Er spielte den Caesar in Cleopatra von 1999.

Seitdem hat Dalton nicht mehr viele Rollen ├╝bernommen. Erw├Ąhnenswert ist da nur eine Nebenrolle als ÔÇťAmphitryonÔÇŁ in der Serie Hercules im Jahr 2005. Er ist lieber mit seiner Frau Oksana Grigorieva, die er 1997 geheiratet hat zusammen, h├Ârt Jazz, liebt Filme (nat├╝rlich!), Antikm├Ąrkte und Oper - und geht im Pazifik fischen. Seine Lieblings-Bondfilme sind ├╝brigens die ersten drei: James Bond jagt Dr. No, Goldfinger und From Russia With Love.