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Nichelle Nichols

von Thuy Di Dang

Nichelle Nichols

 Fakten
Geburtsdaten:
28. Dezember 1933
Robbins, Illinois, USA

 Biographie
Nichelle Nichols wird am 28. Dezember 1933 in Robbins, Illinois, in der Nähe von Chicago geboren. Ihr Vater ist der Bürgermeister und Obermagistrat von Robbins.

Mit 12 lernt Nichelle Nichols Katherine Dunham, die damals führende afroamerikanische Choreografin, kennen. Nach einer Solo-Ballett-Performance und einer exotischen freestyle-Darbietung ist Katherine Dunham begeistert und erklärt, dass Nichelle außergewöhnliches Talent habe. Mit 14 Jahren beginnt ihre Show-Karriere zunächst als Sängerin und Tänzerin.
Im Alter von 17 Jahren wird sie von der Jazzlegende Duke Ellington entdeckt und begleitet ihn und den Sänger Lionel Hampton als Sängerin und Tänzerin auf Tourneen durch die USA, Kanada und Europa.

Sie studiert später in Chicago, New York und Los Angeles. Während ihrer Zeit in New York tritt sie in den berühmten Clubs „Blue Angel“ und „Playboy“ als Sängerin auf.
Sie tritt auch als „Carmen“ in einer Chicagoer Produktion von „Carmen Jones“ auf.

Nichols wird zweimal für den „Sara Siddon Award“ als beste Schauspielerin nominiert.
Ihre erste Nominierung erhält sie für die Verkörperung von „Hazel Sharp“ in „Kicks and Company“, und die zweite für ihre Rolle in „The Blacks“.

An der Westküste tritt sie auf in „Roar of the Grease Paint, Smell of the Crowd“ und „For My People“. Sie erntet viel Lob für ihre Performance im James Baldwin-Stück „Blues for Mr. Charlie“.

Vor dem Start von „Star Trek“ ist wenig von Nichols im Filmgeschäft zu sehen. Dies liegt nicht daran, dass keine Rollenangebote da sind. Nichols entscheidet aber, dass sie nicht Teil der „Blackploitation“-Filme sein will, in der die Rollen in der Regel Zuhälter, Prostituierte, Drogenabhängige, Drogendealer oder hoffnungslose Opfer aus den Slums sind.

Sie schreibt mit am Musical „Ancestry“ und spielt in der Produktion „Nunsense II“ die „Mutter Oberin“.

Ihre Filmkarriere beginnt 1959 mit einer Minirolle in dem Film „Porgy and Bess“. Obwohl sie Schauspielerfahrung in weiteren Filmen sammelt, ist sie noch so unerfahren, dass sie bei den Dreharbeiten zu „Star Trek“ nicht weiß, wo sie stehen soll, wenn eine Szene gedreht wird.

Vor ihrer berühmten Rolle der „Lt. Uhura“ in der Serie „Star Trek“ ist Nichols als Gast in Gene Roddenberrys erster Serie „The Lieutenant“ zu sehen.

Nichols ist die erste Afroamerikanerin, die als festes Mitglied in einer großen TV-Serie zu sehen ist.
Zum Ende der ersten Staffel von „Star Trek“ ist Nichols mit ihrer Rolle nicht zufrieden. Zudem hält sie die rassistische Behandlung kaum noch aus.
Als einziges festes Mitglied der Darsteller hat sie keinen Vertrag. Die Gründe sind ihre Hautfarbe und Vorurteile bei den Studiobossen.
Als sie erfährt, dass ihre Fanpost ihr vom Studio vorenthalten wurde, reicht sie ihre Kündigung ein.

Zufällig trifft sie auf einer Party Dr. Martin Luther King, der ein Fan der Serie ist. Er sagt ihr, sie dürfe nicht aufgeben. Sie sei ein großes Vorbild für junge schwarze Frauen in Amerika.

Dies entspricht der Wahrheit. In ihrer Rolle der „Lt. Uhura“ ist sie die erste afroamerikanische Schauspielerin, die nicht in einer stereotypischen Rolle zu sehen ist. Diese sind z.B. Zimmermädchen oder Hausangestellte gewesen.
Nichols ist die erste afroamerikanische Schauspielerin, deren Charakter in einer TV-Serie in gleicher Weise fair behandelt wird wie Angehörige anderer Rassen.
Dies setzt auch den Ton für die folgenden „Star Trek“-Serien und -Filme, in denen der Multikulturismus und das friedliche Zusammenleben, ungeachtet von Rasse, Religion und Geschlecht, selbstverständlich sein soll.

Aufgrund des Gesprächs mit Martin Luther King zieht sie ihre Kündigung zurück. Nichols bleibt in der Serie und ist auch bei den ersten sechs „Star Trek“-Filmen und mit ihrer Stimme in der kurzlebigen „Star Trek“-Zeichentrickserie dabei.

Sie ist Teil eines weiteren Ereignisses in der US-Fernsehgeschichte. Mit Wiliam Shatner als „Captain Kirk“ vollzieht sie in der „Star Trek“-Folge „Plato’s Stepchildren“ den ersten Filmkuss zwischen Angehörigen verschiedener Rassen. Obwohl inhaltlich abgeschwächt, es geschieht aufgrund von außerirdischer Gedankenkontrolle, ruft die Szene viele Kontroversen hervor.
In einigen südlichen Staaten wird die Folge aufgrund von Protesten nicht gesendet.
Viele Zuschauer schreiben oder rufen den Sender an, äußern sich aber zum größten Teil positiv.
Erst nach 25 Jahren wird die Episode im englischen Fernsehen gesendet.

Nichols ist die einzige aus dem regulären „Star Trek“-Ensemble, die noch nie in ihrer Rolle als „Uhura“ in einer der Folgeserien oder -Filme zu sehen war.


Nach dem Ende der Serie 1969 spielt Nichols in einigen Filmen mit.
In dem Film „Truck Turner“ (1974) mit Isaac Hayes spielt sie „Dorinda“. Obwohl ihr die Rolle von Turners Freundin angeboten wird, möchte sie weg von der Darstellung der „kühlen, tüchtigen Uhura“. Also nimmt sie die Rolle der „Dorinda“ an, die im Gegensatz zu „Uhura“ gemein und hinterhältig ist.

Nichols bleibt interessiert an der Raumfahrt. Mit den anderen Schauspielern von „Star Trek“ ist sie bei der Taufe des ersten Space-Shuttles namens „Enterprise“ in Cape Canaveral dabei.

1974 gründet Nichols das Projekt „Women in Motion“. Im Auftrag der NASA rekrutiert sie die ersten Frauen und Angehörigen von Minderheiten für das Astronautenprogramm. Das Projekt wird sehr erfolgreich.
Von Mitte der 70er bis 1987 ist Nichols fest bei der NASA angestellt. Die meisten Kandidaten, die sie anwirbt, sind Angehörige von Minderheiten unterschiedlicher Rassen, Religion und Geschlecht. Darunter sind Guion Bluford, der erste afroamerikanische Astronaut, Sally Ride, die erste Astronautin, Judith Resnick und Ronald McNair, Opfer des „Challenger“-Absturzes am 28. Januar 1986.
1987 wird Dr. Mae Jemison die erste afroamerikanische Astronautin. Sie ist Fan der „Star Trek“-Serie und nennt „Uhura“ als Inspiration für ihren Wunsch Astronautin zu werden.
Während ihrer Zeit bei der NASA lebt Nichols in Houston, Texas.

Für ihre bahnbrechenden Bemühungen erhält sie 1984 als erste afroamerikanische Privatperson von der NASA den “Distinguished Public Service Award”.

Nichols widmet sich auch weiterhin ihrer Musik. Von ihr erscheinen einige Alben und Singles. Auch bei „Star Trek“-bezogenen Veröffentlichungen ist sie dabei. Zudem singt sie oft auf Conventions. 1995 veröffentlicht sie das Album „Out of This World“, auf dem das Lied „Gene“ enthalten ist. Sie schrieb es zu Ehren von Roddenberry und singt es auf seiner Gedenkfeier.


Am 9. Januar 1992 erhält Nichelle Nichols einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Zusammen mit den anderen „Star Trek“-Kollegen hinterlässt sie als erste Afroamerikanerin ihre Handabdrücke und Unterschrift im Zement des „Mann’s Chinese Theatre“.

1992 tritt Nichols mit ihrer One-Woman-Musical-Show „Reflections“ in Los Angeles und Toronto auf, in der sie viele berühmte schwarze Sängerinnen des 20. Jahrhunderts porträtiert.

Ihre Biografie „Beyond Uhura: Star Trek and Other Memories” erscheint 1994. Darin erfährt man, dass sie früher eine intime Beziehung mit “Star Trek”-Erfinder Gene Roddenberry hatte.
1995 veröffentlicht sie zusammen mit Co-Autor Jim Meechan ihren ersten Science-Fiction-Roman „Saturns Kind“. Die Fortsetzung „Saturna’s Quest“ folgt 2002.
Am 11. Juni 2002 erhält Nichols die Ehrenmitgliedschaft der „Alpha Kappa Alpha“-Studentinnenvereinigung. Damit steht sie als Mitglied in einer Reihe mit Berühmtheiten wie Marion Anderson, Ella Fitzgerald, Coretta Scott King und Rosa Parks.
Einige ihrer Hobbys sind Ölmalerei, Entwerfen ihrer eigenen Kleidung, das Lesen von Science-Fiction und Bildhauerei.
Sie ist auch als Sprecherin für die Wohltätigkeitsorganisation „The Kwanzaa Foundation“ tätig.

Nichols heiratet zweimal in ihrem Leben. Anfang 1951 im Alter von nur 18 Jahren heiratet sie einen 15 Jahre älteren Tänzer. Nach 4 Monaten trennen sie sich wieder. Im August bringt sie einen Sohn zur Welt.
1968 heiratet sie zum zweiten Mal, diesmal einen Songwriter. Aber auch diese Ehe endet einige Jahre später in Scheidung.
Ihr jüngerer Bruder Thomas begeht im März 1997 Selbstmord mit den Sektenmitgliedern in Santa Fe.

Autogrammadresse:
22647 Ventura Blvd.
Woodland Hills
CA 91364, USA

Offizielle Website: www.uhura.com

 Filmographie / Bibliographie etc.
Auszug aus ihren Film- und Serienrollen:

1959: “Porgy and Bess” - Bit part (uncredited)
1964: “Great Gettin’ Up Mornin’ ”, TV-Film - Joanne Logan
1966: “Made in Paris” - Käuferin bei Fontaine’s Salon (uncredited)
1966: “Mister Buddwing” - Würfelspielerin
1966: “Star Trek” (Raumschiff Enterprise), TV-Serie - Lt. Nyota Uhura
1967: “Doctor, You’ve Got to Be Kidding” - Jenny Ribbock
1967: “Tarzan’s Jungle Rebellion”
1970: “Tarzan’s Deadly Silence” - Ruana
1972: “Say Goodbye, Maggie Cole”, TV-Film - Lisa Downey
1973: “Star Trek: The Animated Series” - Lt. Nyota Uhura/Zusätzliche Stimmen (Stimme)
1974: “Truck Turner” - Dorinda
1979: “Star Trek: Der Film” - Lt. Cmdr. Nyota Uhura
1982: “Star Trek II: Der Zorn des Khan” - Cmdr. Nyota Uhura
1983: “Antony and Cleopatra”, TV-Film - Charmain
1984: “Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock” - Cmdr. Nyota Uhura
1986: “Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart” - Cmdr. Nyota Uhura
1986: “The Supernaturals” - Sgt. Leona Hawkins
1989: “Star Trek V: Am Rande des Universums” - Cmdr. Nyota Uhura
1991: “Star Trek VI: Das unentdeckte Land” - Cmdr. Nyota Uhura
1992: “Star Trek: 25th Anniversary Enhanced”, Videospiel - Lt. Nyota Uhura (Stimme)
1993: “Commander Toad in Space”, TV-Film - SS Stella (Stimme)
1994: “Gargoyles”, TV-Serie - Diane Maza (Stimme)
1994: “Star Trek: Judgement Rites”, Videospiel - Lt. Nyota Uhura (Stimme)
1995: “The Adventures of Captain Zoom in Outer space”, TV-Film - Sagan, Hohepriesterin von Pangea
1998: “Gargoyles: Brothers Betrayed”, Video-Film - Diane Maza (Stimme)
2002: “Snow Dogs” - Amelia Brooks
2003: “Roddenberry on Patrol”, Videofilm - Grace
2004: “Surge of Power” - Oman
2004: “O2” (angekündigt)
2005: “Are We There Yet?” (Dreharbeiten abgeschlossen) - Miss Mable

Auszug aus ihren Gastrollen in weiteren TV-Serien und -Shows:

22.02.1964: “The Lieutenant”, Ep. 1.21 - Norma Bartlett
28.10.1966: “Tarzan”, Ep. 1.8 - Ruana
04.11.1966: “Tarzan”, Ep. 1.9 - Ruana
30.11.1972: “Ironside”, Ep. 6.10
02.03.1988: “Head of the Class”, Ep. 2.18 - Selbst
09.05.1994: “Batman”, Ep. 1.68 - Thoth Khepera
17.05.1997: “Spider-Man”, Ep. 4.7 - Miriam, die Vampirkönigin (Stimme)
14.11.1997: “Spider-Man”, Ep. 5.10 - Miriam, die Vampirkönigin (Stimme)
10.03.2000: “G vs E”, Ep. 2.2 - Henrys Mutter
21.05.2000: “Futurama”, Ep. 2.20 - Selbst (Stimme)
07.11.2000: “Buzz Lightyear of Star Command”, Ep. “The Yukari Imprint” - Chief (Stimme)
21.04.2002: “Futurama”, Ep. 4.12 - Selbst (Stimme)
26.05.2002: “Weakest Link”, Ep. “NBC All-Stars Edition” - Selbst
02.05.2004: “The Simpsons”, Ep. 15.19 - Selbst (Stimme)


Filmografie - Selbst:

1991: “Star Trek: 25th Anniversary Special”, TV-Film
1994: “Star Trek: A Captain’s Log”, TV-Film
1995: “William Shatner’s Star Trek Memories”, Video-Film
1995: “Der Letzte Engel der Geschichte”, TV-Film
1996: “Star Trek: 30 Years and Beyond”, TV-Film
1997: “Trekkies”
1999: “Moonshot - the Spirit of 69”, TV-Film
1999: “Stars of Star Wars: The Interviews From the Cast”, Video-Film
2002: “Inside TV Land: African Americans in Television”, TV-Film
2003: “TV Land Awards: A Celebration of Classic TV”, TV-Film


Archivmaterial:
1983: “Leonard Nimoy: Star Trek Memories”, TV-Film - Lt. Nyota Uhura
1998: “Inside Star Trek: The Real Story”, Video-Film - Lt. Uhura

Auszug aus ihrer Diskografie:
1967: “Down to Earth”
1986: “Uhura Sings”
1995: “Out of This World”
1996: “Sultry Ladies”, Compilation
1999: “Star Trek: 20th Anniversary Collector’s Edition Soundtrack”, Compilation


Arbeit als Autorin:

1994: “Beyond Uhura: Star Trek and Other Memories” (Autobiografie)
1995: “Saturns Kind” - Co-Autor Jim Meechan
2002: “Saturna’s Quest” - Co-Autor Jim Meechan

Auszug aus ihren Theater/Musicalrollen:

“Carmen Jones” - Carmen
“Kicks and Company” - Hazel Sharp
“The Blacks”
“Roar of the Grease Paint, Smell of the Crowd”
“For My People”
“Blues for Mr. Charlie”
“Nunsense II” - Mutter Oberin