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Louis Malle

von Thomas Harbach

 Biographie
Louis Malle, Jahrgang 1932, Sohn reicher Industrieller aus dem Norden Frankreichs, ist schon als Kind vom Kino besessen. Doch er studiert politische Wissenschaften, bevor er die Filmhochschule IDHEC in Paris besucht, an der er schon Kurse belegt hat. Die theoretische Arbeit langweilt den aktiven Jungen bald, und so kommt ihm ein abenteuerliches Angebot gerade recht: Der Tiefseeforscher und Dokumentarist Jacques Cousteau sucht einen Partner für eine zweijährige Reise, und Malle ist sein Mann. So lernt er die Technik des Filmemachens eben unter Wasser kennen, in "Die Welt des Schweigens": Kameraassistent, Kameramann, Co-Regisseur, Produzent. Vier Jahre bleiben sie zusammen, Cousteau und Malle, dann, 1956 ist Malle Assistent bei Robert Bressons "Ein zum Tode Verurteilter ist entflohen", zwei Jahre später übernimmt er kurz die Kamera bei Tatis "Mein Onkel".

1957 begann mit dem noch einem konventionellen Genre zuzurechnenden Thriller „Fahrstuhl zum Schafott“ seine Karriere als eigenständiger Regisseur. Im Laufe der Jahre hat sich so etwas wie ein nicht vorhersehbarer Louis Malle eingeschlichen, zu Beginn der siebziger Jahre sah es eine Zeit so aus, als wolle sich der Außenseiter ganz vom Film verschieden, in den achtziger Jahren kehrte er mit einer Reihe überraschend sensibler Filme – zum Teil werden wie in „Auf Wiedersehen Kinder“ seine eigenen Jugenderfahrungen verarbeitet – ins große Kino zurück.