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Babylon 5


Über die Faszination von Babylon 5


von Gisa von Delft

"Wir alle sind grau. Gemeinsam stehen wir zwischen der Finsternis und dem Licht"
(Aus dem Credo des Grauen Rates)
"Niemand auf Babylon 5 ist genau was er zu sein scheint."
(G´Kar)

Diese beiden Zitate deuten bereits an, was die Serie Babylon 5 von J. Michael Straczynski anders macht, wodurch sie sich abhebt von vielen anderen SF-Serien.

Es gibt keine Einteilung in moralisch eindeutige Kategorien. Hier gibt es nicht einfache schwarz und weiß, gut und böse. Babylon 5 ist keine leichte Kost, die wir locker ohne mitzudenken konsumieren können, um dann, nett unterhalten, zur gewohnten Tagesordnung überzugehen. Dazu sind die agierenden Charaktere nicht simpel genug. Sie sind nicht schwarz, sie sind nicht weiß, sie sind grau, und das in allen erdenklichen Schattierungen.
Sie stehen zwischen dem Licht und der Finsternis, zwischen Gut und Böse. Genau da, wo sich das Leben abspielt. Und wen wir eben noch hassen wollten, weil er durch seine Entscheidung verantwortlich ist für die Vernichtung von tausenden von Lebewesen, mit dem leiden wir im nächsten Moment, weil uns klar wird, weshalb er gar nicht anders konnte als so zu entscheiden wie er es tat. Hätten wir uns unter seinen Bedingungen anders verhalten können?

Wir sehen, wie eines der sanftesten, freundlichsten Wesen durch den ungeheuerlichen Zorn, den ein persönlicher Verlust aufwühlt, in der Lage ist, einen Krieg auszulösen. Es geschieht etwas, das man nicht wieder gutmachen kann, nachdem der Zorn verraucht und der Verstand wieder klar ist. In weniger weltbewegender Weise mag so etwas dem einen oder anderen von uns auch schon passiert sein.

Und dann wenden sich auch noch zwei Freunde gegeneinander, zwei Männer, die unsere Sympathie haben. Auf wessen Seite stellen wir uns? Wer hat Recht? Wir sind zwischen ihnen hin- und hergerissen.

Wer ist Freund? Wer ist Feind? Und der Feind meines Feindes ist mein Freund... ?! Wir sind verwirrt. Gerade als wir glaubten, ein Geschehen, eine Person einordnen zu können, passiert etwas, das uns zum Umdenken zwingt.
Sind die Vorlonen gut? Sind die Schatten böse? Oder versuchen sie nur, auf unterschiedliche Weise das gleiche Ziel zu erreichen und... ist ihr ZIEL eigentlich gut? Man könnte sich erinnert fühlen an Eltern, die um das Sorgerecht für ihr Kind streiten.
Wer bist du? Was willst du? Gibt es etwas, wofür es sich zu leben lohnt? Sind wir selbst in der Lage, diese Fragen immer zu beantworten - diese grundsätzlichen Fragen des Lebens?
Wir werden mit der nicht selten überfordernden Komplexität des Lebens und häufig so schwierigen zwischen"menschlichen" Beziehungen konfrontiert, dass wir hier und da am Ende einer Episode seufzend oder gar mit Tränen in den Augen dasitzen.

Über das Thema Toleranz nachzudenken, sind wir häufig aufgefordert. Nicht vorschnell (ver-)urteilen, erst zu begreifen versuchen, was die Personen bewegt etwas so, oder anders zu tun, oder zu lassen. Erst aufmerksam zuhören, was der andere mitzuteilen hat, gleich ob er es nun wirklich ausspricht.

Zentral ist auch das Thema Politik, die Machenschaften der Mächtigen, die Macht der Propaganda, Verfilzungen und Verstrickungen und Unfähigkeiten in höchsten Kreisen, gleich welchen Volkes.
Und dann ist da noch die Liebe...

Auch hier geht alles etwas anders, als man es sonst zu sehen bekommt. Die "zentrale Love-Story" entwickelt sich ganz ganz langsam, äußerst behutsam, dass man fast schon denkt: na, ob sie den Dreh noch kriegen? - Aber auch diese gewachsene, durch gemeinsame große Ziele fundierte Liebe ist Zweifeln und Erschütterungen ausgesetzt, alles wie im wirklichen Leben.

Auch die Story von Garibaldi und Lise ist eine, die das ganz normale Leben hätte schreiben können unter dem Motto: Umwege erweitern die Ortskenntnis. Und ein bisschen Drama und Tragödie erhalten wir bei Susan und Marcus - auch soetwas braucht eine gute Story.

Und vor allem muss eine gute Story uns all das in möglichst kurzweiligen, mitunter auch äußerst spannenden, mit einer anständigen Prise Humor gewürzten Einzelsträngen präsentieren, um diese dann in einem einzigartigen Spannungsbogen zu verknüpfen und zur Auflösung zu bringen. Dieses Vorhaben ist mit der Space-Opera Babylon 5 ausgezeichnet gelungen.