Babylon 5 Universum


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:: 1x01 War Zone
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:: 1x05 Patterns Of The Soul
:: 1x06 Ruling From The Tomb
:: 1x07 The Rules Of The Game
:: 1x08 Appearances And Other Deceits
:: 1x09 Racing The Night
:: 1x10 The Memory Of War
:: 1x11 The Needs Of Earth
:: 1x12 Visitors From Down The Street
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:: 1x15 Value Judgements
:: 1x22 End Of Line


Crusade Episodenguide


1x11 "The Needs Of Earth"

[Praxis 9]


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 Synopsis
Captain Gideon ist in seinem Quartier und schaut einen Pornofilm als Dr. Chambers hereinkommt. Gideon erklĂ€rt ihr, er habe von Eilersen einen Kristall erhalten, dessen Daten er brauche, aber Eilersen benutze immer die gleichen Kristalle und dieser enthielte offenbar noch altes Material, das eigentlich nicht fĂŒr ihn bestimmt war. Sie schauen eine Weile und Chambers mutmaßt, dass Gideon diese „Informationen“ vermutlich irgendwann einmal gegen Eilersen verwenden könne. Nur einmal? - Gideon ist amĂŒsiert - das da wĂŒrde fĂŒr viele Male reichen.

Im Konferenzraum hat ein Minbari-Ranger eine Information fĂŒr Gideon, die jedoch nicht ganz unkritisch sei. Die Ranger seien ja, außer auf der Suche nach Hinweisen fĂŒr das Excalibur-Team, auch in Sachen Friedenssicherung fĂŒr die Allianz unterwegs. Dabei habe er etwas erfahren, was Gideon in die BedrĂ€ngnis bringen könnte, sich in eine Affaire anderer Völker einzumischen, einen Gefangenen zu befreien und um gestohlenes Gut zu verhandeln. Angesichts der Bedrohung fĂŒr sein Volk erklĂ€rt sich Gideon bereit, jede Maßnahme auf sich zu nehmen. Dann, sagt Trullan, habe er etwas fĂŒr ihn. Im Ernstfall mĂŒsse er allerdings bestreiten, irgendetwas mit dieser Information zu tun zu haben, Gideon sei völlig auf sich gestellt.

Bevor sich das Team zur Besprechung versammelt spricht Eilersen Gideon an und erklĂ€rt ihm, der Kristall, den er von ihm bekommen habe, sei wahrscheinlich defekt. Er wolle nicht, dass Gideon damit irgendwelche GerĂ€te schĂ€dige, er solle ihn zurĂŒckgeben und erhielte eine neue Kopie. Als Gideon abwiegelt redet Eilersen noch weiter auf ihn ein, bis Gideon sagt, das habe Zeit bis nach der Besprechung.

Gideon erklĂ€rt seinem Team die Situation. Natchok Var von Mirada 7 - er zeigt dessen Bild - habe alle wichtigen Daten seines Volkes auf einen Datenkristall kopiert und seinen Planeten verlassen, um den Kristall, mit den Daten Jahrhunderte alten Wissens von unschĂ€tzbarem Wert, an den Meistbietenden zu verkaufen. Dr. Chambers weiß, dass auf Var bereits seitens seiner Regierung ein hohes Kopfgeld ausgesetzt wurde. DarĂŒberhinaus weiß sie, dass Var auf Praxis 9 gefangen genommen wurde und man auf die Miradi warte, die ihn abholen wollten. Gideon stellt fest, selbst wenn die Daten keine medizinischen Informationen enthielten, wĂŒrden sie ganz sicher AuskĂŒnfte geben ĂŒber Völker, von denen sie noch nie gehört hĂ€tten, und so langes Suchen ersparen. Es sei natĂŒrlich ein Unterfangen am Rande der LegalitĂ€t. Sie mĂŒssten einen Dieb befreien und mit ihm um die Beute verhandeln. Da Praxis 9 nicht zur Allianz gehöre, seien sie völlig auf sich gestellt. Die Miradi seien zwar unterwegs, um den Mann abzuholen, die Excalibur sei jedoch nĂ€her dran und somit vor ihnen da. Wenn allerdings etwas schief ginge hĂ€tten sie keinerlei RĂŒckhalt.

Gideon fragt, ob die anderen dem Vorhaben zustimmen. Eilersen ist dagegen. Er will keine Aktion außerhalb der LegalitĂ€t unterstĂŒtzen. WĂ€hrend er argumentiert und sich mit Dureena, streitet ob man, weil man Angst vor persönlichen Konsequenzen habe, ĂŒber solche Art von Moral nachdenken solle, wĂ€hrend ein Volk vom Aussterben bedroht sei, hĂ€lt Gideon einen Datenkristall in seinen HĂ€nden, mit dem er herumspielt. Dieses fĂŒr Eilersen allzu deutliche "Argument" lĂ€sst ihn schließlich, mit amĂŒsiertem Blick von Dr. Chambers, seine EinwĂ€nde "vergessen" und er stimmt zu.

Lt. Matheson erlĂ€utert Gideon die Gegebenheiten. Praxis 9 sei eine planetare Handelskolonie, gebaut unter neun Kuppeln, da die AtmosphĂ€re des Planeten hochgiftig sei. Es gĂ€be lediglich einen Raumhafen unter der Hauptkuppel, der, wenn etwas schief ginge, sicher sofort abgeriegelt wĂŒrde. Gideon beschließt, sich ein StĂŒck entfernt von den Kuppeln absetzen zu lassen und "durch die HintertĂŒr" in die Kuppeln zu gelangen. Er will auf jeden Fall allein fliegen, damit niemand im Falle des Misslingens mit in die Sache hineingezogen werden könne. Dureena, die soeben die BrĂŒcke betreten hat widerspricht sofort. Sie werde mitkommen. Er brauche sie um dort hinein zu kommen. Sie kenne den Planeten wie ihre Westentasche. Er wĂŒrde den Mann mit Sicherheit gar nicht finden, sie schon. Gideon muss das einsehen und erklĂ€rt sich einverstanden. Matheson solle drei RaumanzĂŒge, einen fĂŒr den Mann, bereitlegen lassen und ein Shuttle startklar machen.

Bevor sie hinausgehen wirft Gideon einen skeptischen Blick auf Dureena. Ob es noch etwas gebe, das sie ihm sagen wolle, fragt er. Dureena zögert einen Augenblick und antwortet: "Nein, eigentlich nicht."

Das Shuttle ist im Anflug auf den unwirtlich wirkenden rötlichen Planeten. Dureena und Gideon machen sich in ihren RaumanzĂŒgen auf den etwa 6 Meilen langen, schwierigen Weg durch die dunstige, von Blitzen durchzogene AtmosphĂ€re. Offenbar konnten sie unentdeckt landen, denn es werden keine AufklĂ€rungsflieger gestartet. Dureena lĂ€sst Gideon wissen, dass sie es natĂŒrlich schaffen wĂŒrden, sie sei schon einmal hier gewesen mit vier anderen, die allerdings alle tot seien.

Als sie schließlich an den Kuppeln ankommen, ruhen sie sich zunĂ€chst einen Moment aus. Gideon stellt fest, dass Dureena also gar nicht da gewesen sei, als ihr Volk vernichtet wurde. Sie sei in den Jahren stĂ€ndig in der Galaxie unterwegs gewesen, sie habe damals gerade gelernt, was er heiße, zu dienen, lĂ€sst sie ihn wissen.

Nun informiert Gideon Lt. Matheson, dass sie eine Luftschleuse gefunden hĂ€tten und hineingehen wĂŒrden. Zum Öffnen der TĂŒr ist ein Zugangscode notwendig. Dureena erklĂ€rt, es gĂ€be sechs verschiedene, fĂŒr unterschiedliche Gegebenheiten, sie habe sie nicht vergessen und es wĂ€ren auch mit Sicherheit nicht alle sechs geĂ€ndert worden. Sie bemĂŒht sich, die Zahlen einzutippen, hat jedoch wegen der dicken Handschuhe erhebliche Schwierigkeiten, die kleinen Tasten zu treffen. Einen spitzen Gegenstand zu Hilfe zu nehmen lehnt sie ab, damit wĂŒrde es zu lange dauern, da das Zielen schwieriger sei, dann könne ein Warnsystem ausgelöst werden. Die einzige Möglichkeit ist, einen Handschuh auszuziehen. Gideon lehnt das entschieden ab. In dieser hochgiftigen AtmosphĂ€re könnte das zu schweren SchĂ€den fĂŒhren. Dureena jedoch ist sich sicher, es zu schaffen und auf ihr Zeichen zieht Gideon ihr, nachdem sie einige Male krĂ€ftig durch- und tief eingeatmet hat, den Handschuh aus. Dureena tippt fieberhaft die sehr lange Zahlenreihe ein. Am Ende ihrer Atemluft, als sie bereits zu japsen und Husten beginnt, öffnet sich die TĂŒr.

Wieder in normaler Kleidung sind Gideon und Dureena, die immer noch husten muss, auf einer lebhaften Straße innerhalb der Kuppeln unterwegs. Dureena erklĂ€rt Gideon, sie befĂ€nden sich an einem Treffpunkt der Underdogs. Hier wĂŒrden so ziemlich alle illegalen GeschĂ€fte ablaufen, die man sich vorstellen könne. Sie hĂ€lt inne, als ihre Aufmerksamkeit auf eine BĂŒhne gezogen wird, wo offensichtlich ein Sklavenhandel vonstatten geht. Sie schaut entsetzt und greift mit einer Hand an das Gelenk der anderen. Gideon, der das registriert, fragt sie, was sie habe. Sie sagt, es sei nichts.

Wie sie es nun anstellen sollten, sie hĂ€tten ja nicht viel Zeit, an den Mann heranzukommen, will Gideon jetzt wissen. ZunĂ€chst, antwortet Dureena, mĂŒsse man die Leute ablenken. Das Beste wĂ€re, Gideon wĂŒrde die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Dann wolle er das mal versuchen, sagt Gideon und geht auf einen ziemlich massiv wirkenden Alien zu. Er bittet ihn, das nicht persönlich zu nehmen und verpasst ihm einen Kinnhaken. Das bringt den Alien aber nur zu einem mitleidigen LĂ€cheln und Gideon stellt fest, er hĂ€tte es vielleicht etwas kleiner angehen lassen sollen. Er bekommt auch umgehend einen Schlag zurĂŒck und im Nu entwickelt sich ein gewaltiger Tumult mit SchlĂ€gereien.

Dureena nutzt unterdessen die Situation und untersucht sorgfÀltig ihre Umgebung. Sie hat einen Kollegen aus der Diebesgilde ausfindig gemacht, der, nachdem Gideon mit einigen Blessuren auftaucht, ihnen den Weg zeigt.

Sie kommen an einen Raum, in dem sich einige WachmÀnner unterhalten. Sie bleiben davor stehen, Gideon schaut sich kurz um und sagt, er habe eine Idee. Er hÀtte sich doch noch gar nicht von seiner letzten erholt, wirft Dureena ein, als er auch schon ein Paneel in der Wand öffnet und einen Datenkristall in einen Rekorder schiebt. Die WachmÀnner springen begeistert auf, als sie die eindeutigen GerÀusche hören und scharen sich um einen Monitor,um sich an den Bildern von Eilersens Datenkristall zu erfreuen.

Gideon und Dureena können nun unbemerkt den Raum passieren, wobei Dureena noch einmal einen verwunderten Blick zurĂŒck auf den Monitor wirft, bis sie von Gideon weiter gezogen wird.

Sie finden ihren Mann und wĂ€hrend Gideon ihn wegschaffen will, ist Dureena schon wieder woanders beschĂ€ftigt. Sie schaut durch einen Beobachtungsschlitz in einen Raum in dem sich eine Vielzahl von jammernden und stöhnenden Aliens aufhĂ€lt. "Geht alle von der TĂŒr weg!" zischt sie durch den Schlitz und befestigt eine kleine Granate an der TĂŒr, die gleich darauf explodiert. "Eine kleine Ablenkung", beantwortet sie Gideons fragenden Blick und sie schaffen den Mann mit gemeinsamer UnterstĂŒtzung hinaus.

Gideon informiert Matheson, dass sie die Kuppeln verlassen hĂ€tten und er das Shuttle schicken solle. Ihre erschöpfte "Beute" benötigt unterdessen eine Pause. Sie hĂ€tten GlĂŒck, bemerkt Gideon jetzt, wenn sie nach Dureenas lautstarkem Intermezzo an der ZellentĂŒr ĂŒberhaupt von dem Planeten wegkĂ€men. Warum sie das getan habe? Das seien Sklaven gewesen, stellt Dureena fest, sie habe ihnen helfen wollen. Aber auf diesem Planeten sei Sklavenhandel erlaubt, stellt Gideon fest, warum sie sich da einmischen musste. Weil ihr, gibt Dureena wĂŒtend zurĂŒck, damals keiner geholfen habe, als sie dort gesessen hĂ€tte. Das verschlĂ€gt Gideon die Sprache und er schaut sie nur entsetzt an.

Da erreicht ihn ein Funkspruch der Excalibur. Es gÀbe Schwierigkeiten, ein Raumfenster öffne sich. Ob es die Miradi seien, will Gideon wissen. "Ja, das könnte sein", antwortet Matheson besorgt.

Das Shuttle landet auf der Excalibur, Var wird ins Medlab gebracht. Dann versucht die Excalibur dem Miradi Zerstörer zu entkommen, doch der folgt ihnen in den Hyperraum.

Dr. Chambers fragt Var unterdessen, ob er ihre Sprache verstehe. Er lĂ€sst sie wissen, dass er die Sprachen vieler Völker, entgegen den Gesetzten seines Volkes, studiert habe. Die Datenkristalle hĂ€lt er die ganze Zeit fest mit beiden HĂ€nden an seine Brust gepresst. Das mĂŒsse er, erklĂ€rt er Chambers, bis er wisse, wer wĂŒrdig sei, sie zu erhalten. Er wolle sie doch an den Meistbietenden verkaufen, wundert sich Chambers. Sicher, das habe man ihnen erzĂ€hlt, Var lĂ€chelt wissend. Wenn er das richtige Wesen fĂ€nde, korrigiert er ihre Annahme, wĂŒrde er sie ihm kostenlos geben. Wer denn das richtige Lebewesen sei, fragt Chambers. Das wisse er nicht, antwortet Var, und solange er das nicht wisse gĂ€be er sie nicht her.

Gideon erhĂ€lt nun die Nachricht, dass ihre Verfolger eine friedliche Lösung der Sache wollen. Man lĂ€sst sie auf die Excalibur kommen. Einer der beiden Miradi stellt zunĂ€chst den anderen vor: Minister Apriori Flentak. Er selber sei Niex, der Dolmetscher. Flentak wĂŒrde, wie alle andern in hohen Positionen auch, nicht in anderen Sprachen sprechen. Die GrĂŒnde lĂ€gen in Moral und intellektueller Reinheit. Gideon entgegnet ungerĂŒhrt: "Sagen Sie ihm, er sei ein Arsch." "Ich habe ihm gesagt", lĂ€sst Niex ihn wissen, "Sie seien voller Demut und höchst geehrt, ein Wesen von so hoher Moral an Bord zu haben." "LĂŒgen Sie oft, um sein Ego zu erhalten?" fragt Gideon. "Ununterbrochen, das ist Politik und natĂŒrlich auch Selbsterhaltung", klĂ€rt Niex ihn auf. "Also", beendet Gideon die Farce, "verhandeln wir."

Die Person, die sie an Bord hĂ€tten, beginnt Niex, unterbrochen von Gideon: "angeblich an Bord", sei ein Dieb und Unruhestifter, fĂ€hrt er fort. Was Var gestohlen hĂ€tte wĂŒrde ihnen große Schwierigkeiten bringen, wenn es in falsche HĂ€nde geriete. Er mĂŒsse ihn ausliefern. Was wĂ€re, fragt Gideon, wenn er - vorausgesetzt, er hĂ€tte ihn an Bord - nein sagen wĂŒrde? Die beiden flĂŒstern miteinander. Dann erfĂ€hrt Gideon, dass sie gnĂ€dig sein wĂŒrden. Sie könnten nicht dulden, das Vr lebend entkomme. Notfalls wĂŒrden sie die Excalibur zerstören. Einen fairen Kampf, sagt Gideon, wĂŒrde er riskieren. Das sei es nicht, sagt Niex, was die Minadi im Sinn hĂ€tten.

Gideon wird in die Kontrollzentrale gerufen. Feindliche Schiffe seien im Anflug. Die Excalibur wird von den Schiffen umzingelt. Eilersen ist der Meinung, man solle Var ausliefern. Sie wĂŒssten noch nicht einmal wofĂŒr sie kĂ€mpfen sollten. Dr. Chambers bemerkt, sie habe das GefĂŒhl, das es etwas sehr Wichtiges sei. Eilersen tut das ironisch ab. Chambers will wissen, wo Flentak und der Dolmetscher jetzt seien. Er habe sie in eine Arrestzelle sperren lassen, sagt Gideon. Das sei ihm am sichersten erschienen. Solange sie an Bord seien wĂŒrden die anderen nicht angreifen. Eilersen stellt fest, sie hĂ€tten die Menschheit zu retten und nicht jeden hergelaufenen Kriminellen.

Var beschÀftigt sich unterdessen im Medlab mit den dortigen Datenkristallen. Er verwirft einige, die medizinische Informationen enthalten, dann jedoch hÀlt er inne. Er hat einen Kristall mit klassischer Musik eingelegt und lauscht gebannt den KlÀngen von Bach, HÀndel und anderen Komponisten. Aus seinem Gesicht spricht die wahre Freude.

Da betritt Gideon das Medlab und Var fragt: "Ist das von einem Menschen?" "Wolfgang Amadeus Mozart", pariert Gideon. "Einer der Ihren hat solche Musik erschaffen?" "Bevor er 35 war", antwortet Gideon. Manchmal ĂŒberlege er, was der in seinen jungen Jahren alles erschaffen habe, und er das selber schon 6 Jahre Ă€lter sei. "Wundervoll!" schwĂ€rmt Val aus tiefstem Herzen.

Gideon erklĂ€rt Var jetzt, dass er einige Entscheidungen zu treffen habe. Wenn er wisse, dass es sich lohnen wĂŒrde, sei er bereit... - Var unterbricht ihn. Gideon brauche keine Entscheidung zu treffen, weil er es bereits getan hĂ€tte, er kehre zurĂŒck. Gideon will natĂŒrlich wissen, wieso. Das Schiff, erlĂ€utert Var, sei umzingelt, vielleicht fĂ€nden alle den Tod, er wĂŒrde durch einen Kampf nichts gewinnen. "Vielleicht nicht, vielleicht aber auch doch", entgegnet Gideon, er wĂŒrde das gerne selber entscheiden, er habe schließlich jetzt auch die Pflicht, Var zu beschĂŒtzen. Var dankt ihm, hĂ€lt es aber doch fĂŒr seine Entscheidung. Ihm werde nichts passieren, er sollte nur ein abschreckendes Beispiel sein. Er habe gefunden, wonach er suchte. Nur eins noch, er reicht die Datenkristalle an Gideon, er mĂŒsse die Dateien kopieren.

Matheson steht am Lift und verabschiedet die GĂ€ste. Da Flentak nicht neben einem Kriminellen sitzen wolle, erfĂ€hrt er von Niex, wĂŒrde ein zweites Shuttle geschickt. Var werde in der Heimat einen fairen Prozess erhalten. Matheson schaut skeptisch und sagt: "Ja, sicher wird er den erhalten." Der Lift fĂ€hrt ab und nun kommt Var heran. Als er einsteigt sehen er und Matheson sich an und beide lĂ€cheln schließlich.

Auf der BrĂŒcke beobachten sie den Start des ersten Shuttles. Gideon ist unzufrieden, das alles ging ihm zu glatt. Was mit den kopierten Daten sei, will er wissen. Dr. Chambers erklĂ€rt, sie sei dabei, sie zu analysieren. Gideon grĂŒbelt immer noch, Var sei fast begierig darauf gewesen, zu gehen. Nun startet auch das zweite Shuttle und Gideon befiehlt Matheson, Kontakt herzustellen, er habe noch einige Fragen. Das Shuttle fliege mit Autopilot, stellt Matheson fest, Var sei allein unterwegs. Bei Gideon schrillen die Alarmglocken. Er befiehlt, Kampfflieger starten zu lassen, doch in dem Moment gibt es auch schon eine Explosion und das Shuttle birst auseinander. Ob sie dem Miradi-Schiff folgen sollten, will Matheson wissen. "Nein", antwortet Gideon tief getroffen, "bringen sie uns weg! Irgendwo hin, Hauptsache weg!"

Gideon fragt sich, warum Var das getan hat, er mĂŒsse gewusst haben, was passieren wĂŒrde. Was sei auf den Kristallen, fĂŒr die er sein Leben riskiert habe? Dr. Chambers weiß die Antwort: Musik, Poesie, Lieder, Geschichten, die gesamten KulturgĂŒter seines Volkes. Und auch das habe sie entdeckt: Sie legt einen Kristall ein. Es ist eine Aufzeichnung, in der Var berichtet, heute sei das Edikt erlassen worden, das Todesurteil fĂŒr alles, was sein Volk erschaffen habe. Man vernichte alle BĂŒcher, Kunstwerke, Musik, alle Aufzeichnungen von diesen Dingen. Kunst, sagten ihre FĂŒhrer, sei subversiv, dekadent, unanstĂ€ndig. Sie mĂŒssten konkurenzfĂ€higer, aggressiver werden. Es dĂŒrfe nichts geben, was nicht den Zielen des Staates entspreche. Kunst unterstĂŒtze nicht den Willen der Regierung. Die Dateien seien sogar schon aus allen Datennetzen gelöscht worden. Er habe aber die letzten Kopien. Vielleicht werde sein Volk irgendwann begreifen, was es verloren hĂ€tte und es wiederhaben wollen. Allein um das zu beschĂŒtzen, wolle er weiterleben.

Gideon fragt Chambers, ob das alles sei, was sie gefunden habe. Im Sinne ihrer Mission schon, sagt sie, sonst gĂ€be es nur wunderbare, einmalige Kunstwerke. Das aber, erlĂ€utert sie, sei unschĂ€tzbar. FrĂŒher oder spĂ€ter wĂŒrde jedes Volk die gleichen wissenschaftlichen Erkenntnisse erlangen, Kunst aber sei individuell, einmalig. Und sie wĂŒrde das vermitteln, was auch die Menschen jetzt dringend brauchten: Hoffnung. Hoffnung, die inspirieren und aufrecht halten wĂŒrde. Das dĂŒrften sie niemals, so wie manch anderes Volk, vergessen.

Gideon zielt jedoch weiter, offenbar ungerĂŒhrt, auf die Suche nach dem Mittel ab und verlĂ€sst Chambers, die ihm fassungslos hinterher sieht.

Lt. Matheson macht sich Gedanken, ob er hĂ€tte eingreifen mĂŒssen, weil er wusste, auch wenn er niemanden gescannt hĂ€tte, was passieren wĂŒrde. Er versucht, sich selbst zu beruhigen indem er sagt, er hĂ€tte dann Vars Lebenstraum zerstört. Aber er scheint es selber nicht recht zu glauben, vielleicht habe er auch nur seine eigene Haut retten wollen, weil man ihn sonst möglicherweise des Gedankenlesens bezichtigt hĂ€tte. Es quĂ€lt ihn die Frage, warum er in den Herzen der anderen lesen könne, aber nicht in seinem eigenen.

Gideon entschuldigt sich bei Dr. Chambers fĂŒr sein Verhalten. Er möchte einen beruhigenden Datenkristall, weil er nicht schlafen könne. Er habe etwas gegen den Tod, versucht er eine ErklĂ€rung, und wolle verhindern, das jemand sterbe. Das GesprĂ€ch lĂ€uft hinaus auf den Cerberusunfall, den er als einziger ĂŒberlebt hat. Diese Tatsache lĂ€sst ihm offenbar immer noch keine Ruhe.

Dann besucht er Dureena, die aber nicht ĂŒber die Ereignisse auf Praxis 9 sprechen will. Doch sie möchte wissen, was auf den Kristallen ist. Gideon gibt ihr den Kristall, es ginge um Hoffnung, sage Dr. Chambers. Nun erzĂ€hlt sie ihm doch, dass ihre Familie sie als Sklavin verkauft habe um mit dem Erlös Schulden zu decken. Das habe sie aber heute ĂŒberwunden, es interessiere sie nicht mehr. Wann er den Kristall wieder haben wolle, fragt sie. Sie könne sich Zeit lassen, sagt Gideon, es sei nicht eilig.