The Red Star Band 3 & Baltimore - Der Roman bei Cross Cult


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Babylon 5 Universum


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1x11 "The Needs Of Earth"

[Praxis 9]


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 Synopsis
Captain Gideon ist in seinem Quartier und schaut einen Pornofilm als Dr. Chambers hereinkommt. Gideon erklärt ihr, er habe von Eilersen einen Kristall erhalten, dessen Daten er brauche, aber Eilersen benutze immer die gleichen Kristalle und dieser enthielte offenbar noch altes Material, das eigentlich nicht für ihn bestimmt war. Sie schauen eine Weile und Chambers mutmaßt, dass Gideon diese „Informationen“ vermutlich irgendwann einmal gegen Eilersen verwenden könne. Nur einmal? - Gideon ist amüsiert - das da würde für viele Male reichen.

Im Konferenzraum hat ein Minbari-Ranger eine Information für Gideon, die jedoch nicht ganz unkritisch sei. Die Ranger seien ja, außer auf der Suche nach Hinweisen für das Excalibur-Team, auch in Sachen Friedenssicherung für die Allianz unterwegs. Dabei habe er etwas erfahren, was Gideon in die Bedrängnis bringen könnte, sich in eine Affaire anderer Völker einzumischen, einen Gefangenen zu befreien und um gestohlenes Gut zu verhandeln. Angesichts der Bedrohung für sein Volk erklärt sich Gideon bereit, jede Maßnahme auf sich zu nehmen. Dann, sagt Trullan, habe er etwas für ihn. Im Ernstfall müsse er allerdings bestreiten, irgendetwas mit dieser Information zu tun zu haben, Gideon sei völlig auf sich gestellt.

Bevor sich das Team zur Besprechung versammelt spricht Eilersen Gideon an und erklärt ihm, der Kristall, den er von ihm bekommen habe, sei wahrscheinlich defekt. Er wolle nicht, dass Gideon damit irgendwelche Geräte schädige, er solle ihn zurückgeben und erhielte eine neue Kopie. Als Gideon abwiegelt redet Eilersen noch weiter auf ihn ein, bis Gideon sagt, das habe Zeit bis nach der Besprechung.

Gideon erklärt seinem Team die Situation. Natchok Var von Mirada 7 - er zeigt dessen Bild - habe alle wichtigen Daten seines Volkes auf einen Datenkristall kopiert und seinen Planeten verlassen, um den Kristall, mit den Daten Jahrhunderte alten Wissens von unschätzbarem Wert, an den Meistbietenden zu verkaufen. Dr. Chambers weiß, dass auf Var bereits seitens seiner Regierung ein hohes Kopfgeld ausgesetzt wurde. Darüberhinaus weiß sie, dass Var auf Praxis 9 gefangen genommen wurde und man auf die Miradi warte, die ihn abholen wollten. Gideon stellt fest, selbst wenn die Daten keine medizinischen Informationen enthielten, würden sie ganz sicher Auskünfte geben über Völker, von denen sie noch nie gehört hätten, und so langes Suchen ersparen. Es sei natürlich ein Unterfangen am Rande der Legalität. Sie müssten einen Dieb befreien und mit ihm um die Beute verhandeln. Da Praxis 9 nicht zur Allianz gehöre, seien sie völlig auf sich gestellt. Die Miradi seien zwar unterwegs, um den Mann abzuholen, die Excalibur sei jedoch näher dran und somit vor ihnen da. Wenn allerdings etwas schief ginge hätten sie keinerlei Rückhalt.

Gideon fragt, ob die anderen dem Vorhaben zustimmen. Eilersen ist dagegen. Er will keine Aktion außerhalb der Legalität unterstützen. Während er argumentiert und sich mit Dureena, streitet ob man, weil man Angst vor persönlichen Konsequenzen habe, über solche Art von Moral nachdenken solle, während ein Volk vom Aussterben bedroht sei, hält Gideon einen Datenkristall in seinen Händen, mit dem er herumspielt. Dieses für Eilersen allzu deutliche "Argument" lässt ihn schließlich, mit amüsiertem Blick von Dr. Chambers, seine Einwände "vergessen" und er stimmt zu.

Lt. Matheson erläutert Gideon die Gegebenheiten. Praxis 9 sei eine planetare Handelskolonie, gebaut unter neun Kuppeln, da die Atmosphäre des Planeten hochgiftig sei. Es gäbe lediglich einen Raumhafen unter der Hauptkuppel, der, wenn etwas schief ginge, sicher sofort abgeriegelt würde. Gideon beschließt, sich ein Stück entfernt von den Kuppeln absetzen zu lassen und "durch die Hintertür" in die Kuppeln zu gelangen. Er will auf jeden Fall allein fliegen, damit niemand im Falle des Misslingens mit in die Sache hineingezogen werden könne. Dureena, die soeben die Brücke betreten hat widerspricht sofort. Sie werde mitkommen. Er brauche sie um dort hinein zu kommen. Sie kenne den Planeten wie ihre Westentasche. Er würde den Mann mit Sicherheit gar nicht finden, sie schon. Gideon muss das einsehen und erklärt sich einverstanden. Matheson solle drei Raumanzüge, einen für den Mann, bereitlegen lassen und ein Shuttle startklar machen.

Bevor sie hinausgehen wirft Gideon einen skeptischen Blick auf Dureena. Ob es noch etwas gebe, das sie ihm sagen wolle, fragt er. Dureena zögert einen Augenblick und antwortet: "Nein, eigentlich nicht."

Das Shuttle ist im Anflug auf den unwirtlich wirkenden rötlichen Planeten. Dureena und Gideon machen sich in ihren Raumanzügen auf den etwa 6 Meilen langen, schwierigen Weg durch die dunstige, von Blitzen durchzogene Atmosphäre. Offenbar konnten sie unentdeckt landen, denn es werden keine Aufklärungsflieger gestartet. Dureena lässt Gideon wissen, dass sie es natürlich schaffen würden, sie sei schon einmal hier gewesen mit vier anderen, die allerdings alle tot seien.

Als sie schließlich an den Kuppeln ankommen, ruhen sie sich zunächst einen Moment aus. Gideon stellt fest, dass Dureena also gar nicht da gewesen sei, als ihr Volk vernichtet wurde. Sie sei in den Jahren ständig in der Galaxie unterwegs gewesen, sie habe damals gerade gelernt, was er heiße, zu dienen, lässt sie ihn wissen.

Nun informiert Gideon Lt. Matheson, dass sie eine Luftschleuse gefunden hätten und hineingehen würden. Zum Öffnen der Tür ist ein Zugangscode notwendig. Dureena erklärt, es gäbe sechs verschiedene, für unterschiedliche Gegebenheiten, sie habe sie nicht vergessen und es wären auch mit Sicherheit nicht alle sechs geändert worden. Sie bemüht sich, die Zahlen einzutippen, hat jedoch wegen der dicken Handschuhe erhebliche Schwierigkeiten, die kleinen Tasten zu treffen. Einen spitzen Gegenstand zu Hilfe zu nehmen lehnt sie ab, damit würde es zu lange dauern, da das Zielen schwieriger sei, dann könne ein Warnsystem ausgelöst werden. Die einzige Möglichkeit ist, einen Handschuh auszuziehen. Gideon lehnt das entschieden ab. In dieser hochgiftigen Atmosphäre könnte das zu schweren Schäden führen. Dureena jedoch ist sich sicher, es zu schaffen und auf ihr Zeichen zieht Gideon ihr, nachdem sie einige Male kräftig durch- und tief eingeatmet hat, den Handschuh aus. Dureena tippt fieberhaft die sehr lange Zahlenreihe ein. Am Ende ihrer Atemluft, als sie bereits zu japsen und Husten beginnt, öffnet sich die Tür.

Wieder in normaler Kleidung sind Gideon und Dureena, die immer noch husten muss, auf einer lebhaften Straße innerhalb der Kuppeln unterwegs. Dureena erklärt Gideon, sie befänden sich an einem Treffpunkt der Underdogs. Hier würden so ziemlich alle illegalen Geschäfte ablaufen, die man sich vorstellen könne. Sie hält inne, als ihre Aufmerksamkeit auf eine Bühne gezogen wird, wo offensichtlich ein Sklavenhandel vonstatten geht. Sie schaut entsetzt und greift mit einer Hand an das Gelenk der anderen. Gideon, der das registriert, fragt sie, was sie habe. Sie sagt, es sei nichts.

Wie sie es nun anstellen sollten, sie hätten ja nicht viel Zeit, an den Mann heranzukommen, will Gideon jetzt wissen. Zunächst, antwortet Dureena, müsse man die Leute ablenken. Das Beste wäre, Gideon würde die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Dann wolle er das mal versuchen, sagt Gideon und geht auf einen ziemlich massiv wirkenden Alien zu. Er bittet ihn, das nicht persönlich zu nehmen und verpasst ihm einen Kinnhaken. Das bringt den Alien aber nur zu einem mitleidigen Lächeln und Gideon stellt fest, er hätte es vielleicht etwas kleiner angehen lassen sollen. Er bekommt auch umgehend einen Schlag zurück und im Nu entwickelt sich ein gewaltiger Tumult mit Schlägereien.

Dureena nutzt unterdessen die Situation und untersucht sorgfältig ihre Umgebung. Sie hat einen Kollegen aus der Diebesgilde ausfindig gemacht, der, nachdem Gideon mit einigen Blessuren auftaucht, ihnen den Weg zeigt.

Sie kommen an einen Raum, in dem sich einige Wachmänner unterhalten. Sie bleiben davor stehen, Gideon schaut sich kurz um und sagt, er habe eine Idee. Er hätte sich doch noch gar nicht von seiner letzten erholt, wirft Dureena ein, als er auch schon ein Paneel in der Wand öffnet und einen Datenkristall in einen Rekorder schiebt. Die Wachmänner springen begeistert auf, als sie die eindeutigen Geräusche hören und scharen sich um einen Monitor,um sich an den Bildern von Eilersens Datenkristall zu erfreuen.

Gideon und Dureena können nun unbemerkt den Raum passieren, wobei Dureena noch einmal einen verwunderten Blick zurück auf den Monitor wirft, bis sie von Gideon weiter gezogen wird.

Sie finden ihren Mann und während Gideon ihn wegschaffen will, ist Dureena schon wieder woanders beschäftigt. Sie schaut durch einen Beobachtungsschlitz in einen Raum in dem sich eine Vielzahl von jammernden und stöhnenden Aliens aufhält. "Geht alle von der Tür weg!" zischt sie durch den Schlitz und befestigt eine kleine Granate an der Tür, die gleich darauf explodiert. "Eine kleine Ablenkung", beantwortet sie Gideons fragenden Blick und sie schaffen den Mann mit gemeinsamer Unterstützung hinaus.

Gideon informiert Matheson, dass sie die Kuppeln verlassen hätten und er das Shuttle schicken solle. Ihre erschöpfte "Beute" benötigt unterdessen eine Pause. Sie hätten Glück, bemerkt Gideon jetzt, wenn sie nach Dureenas lautstarkem Intermezzo an der Zellentür überhaupt von dem Planeten wegkämen. Warum sie das getan habe? Das seien Sklaven gewesen, stellt Dureena fest, sie habe ihnen helfen wollen. Aber auf diesem Planeten sei Sklavenhandel erlaubt, stellt Gideon fest, warum sie sich da einmischen musste. Weil ihr, gibt Dureena wütend zurück, damals keiner geholfen habe, als sie dort gesessen hätte. Das verschlägt Gideon die Sprache und er schaut sie nur entsetzt an.

Da erreicht ihn ein Funkspruch der Excalibur. Es gäbe Schwierigkeiten, ein Raumfenster öffne sich. Ob es die Miradi seien, will Gideon wissen. "Ja, das könnte sein", antwortet Matheson besorgt.

Das Shuttle landet auf der Excalibur, Var wird ins Medlab gebracht. Dann versucht die Excalibur dem Miradi Zerstörer zu entkommen, doch der folgt ihnen in den Hyperraum.

Dr. Chambers fragt Var unterdessen, ob er ihre Sprache verstehe. Er lässt sie wissen, dass er die Sprachen vieler Völker, entgegen den Gesetzten seines Volkes, studiert habe. Die Datenkristalle hält er die ganze Zeit fest mit beiden Händen an seine Brust gepresst. Das müsse er, erklärt er Chambers, bis er wisse, wer würdig sei, sie zu erhalten. Er wolle sie doch an den Meistbietenden verkaufen, wundert sich Chambers. Sicher, das habe man ihnen erzählt, Var lächelt wissend. Wenn er das richtige Wesen fände, korrigiert er ihre Annahme, würde er sie ihm kostenlos geben. Wer denn das richtige Lebewesen sei, fragt Chambers. Das wisse er nicht, antwortet Var, und solange er das nicht wisse gäbe er sie nicht her.

Gideon erhält nun die Nachricht, dass ihre Verfolger eine friedliche Lösung der Sache wollen. Man lässt sie auf die Excalibur kommen. Einer der beiden Miradi stellt zunächst den anderen vor: Minister Apriori Flentak. Er selber sei Niex, der Dolmetscher. Flentak würde, wie alle andern in hohen Positionen auch, nicht in anderen Sprachen sprechen. Die Gründe lägen in Moral und intellektueller Reinheit. Gideon entgegnet ungerührt: "Sagen Sie ihm, er sei ein Arsch." "Ich habe ihm gesagt", lässt Niex ihn wissen, "Sie seien voller Demut und höchst geehrt, ein Wesen von so hoher Moral an Bord zu haben." "Lügen Sie oft, um sein Ego zu erhalten?" fragt Gideon. "Ununterbrochen, das ist Politik und natürlich auch Selbsterhaltung", klärt Niex ihn auf. "Also", beendet Gideon die Farce, "verhandeln wir."

Die Person, die sie an Bord hätten, beginnt Niex, unterbrochen von Gideon: "angeblich an Bord", sei ein Dieb und Unruhestifter, fährt er fort. Was Var gestohlen hätte würde ihnen große Schwierigkeiten bringen, wenn es in falsche Hände geriete. Er müsse ihn ausliefern. Was wäre, fragt Gideon, wenn er - vorausgesetzt, er hätte ihn an Bord - nein sagen würde? Die beiden flüstern miteinander. Dann erfährt Gideon, dass sie gnädig sein würden. Sie könnten nicht dulden, das Vr lebend entkomme. Notfalls würden sie die Excalibur zerstören. Einen fairen Kampf, sagt Gideon, würde er riskieren. Das sei es nicht, sagt Niex, was die Minadi im Sinn hätten.

Gideon wird in die Kontrollzentrale gerufen. Feindliche Schiffe seien im Anflug. Die Excalibur wird von den Schiffen umzingelt. Eilersen ist der Meinung, man solle Var ausliefern. Sie wüssten noch nicht einmal wofür sie kämpfen sollten. Dr. Chambers bemerkt, sie habe das Gefühl, das es etwas sehr Wichtiges sei. Eilersen tut das ironisch ab. Chambers will wissen, wo Flentak und der Dolmetscher jetzt seien. Er habe sie in eine Arrestzelle sperren lassen, sagt Gideon. Das sei ihm am sichersten erschienen. Solange sie an Bord seien würden die anderen nicht angreifen. Eilersen stellt fest, sie hätten die Menschheit zu retten und nicht jeden hergelaufenen Kriminellen.

Var beschäftigt sich unterdessen im Medlab mit den dortigen Datenkristallen. Er verwirft einige, die medizinische Informationen enthalten, dann jedoch hält er inne. Er hat einen Kristall mit klassischer Musik eingelegt und lauscht gebannt den Klängen von Bach, Händel und anderen Komponisten. Aus seinem Gesicht spricht die wahre Freude.

Da betritt Gideon das Medlab und Var fragt: "Ist das von einem Menschen?" "Wolfgang Amadeus Mozart", pariert Gideon. "Einer der Ihren hat solche Musik erschaffen?" "Bevor er 35 war", antwortet Gideon. Manchmal überlege er, was der in seinen jungen Jahren alles erschaffen habe, und er das selber schon 6 Jahre älter sei. "Wundervoll!" schwärmt Val aus tiefstem Herzen.

Gideon erklärt Var jetzt, dass er einige Entscheidungen zu treffen habe. Wenn er wisse, dass es sich lohnen würde, sei er bereit... - Var unterbricht ihn. Gideon brauche keine Entscheidung zu treffen, weil er es bereits getan hätte, er kehre zurück. Gideon will natürlich wissen, wieso. Das Schiff, erläutert Var, sei umzingelt, vielleicht fänden alle den Tod, er würde durch einen Kampf nichts gewinnen. "Vielleicht nicht, vielleicht aber auch doch", entgegnet Gideon, er würde das gerne selber entscheiden, er habe schließlich jetzt auch die Pflicht, Var zu beschützen. Var dankt ihm, hält es aber doch für seine Entscheidung. Ihm werde nichts passieren, er sollte nur ein abschreckendes Beispiel sein. Er habe gefunden, wonach er suchte. Nur eins noch, er reicht die Datenkristalle an Gideon, er müsse die Dateien kopieren.

Matheson steht am Lift und verabschiedet die Gäste. Da Flentak nicht neben einem Kriminellen sitzen wolle, erfährt er von Niex, würde ein zweites Shuttle geschickt. Var werde in der Heimat einen fairen Prozess erhalten. Matheson schaut skeptisch und sagt: "Ja, sicher wird er den erhalten." Der Lift fährt ab und nun kommt Var heran. Als er einsteigt sehen er und Matheson sich an und beide lächeln schließlich.

Auf der Brücke beobachten sie den Start des ersten Shuttles. Gideon ist unzufrieden, das alles ging ihm zu glatt. Was mit den kopierten Daten sei, will er wissen. Dr. Chambers erklärt, sie sei dabei, sie zu analysieren. Gideon grübelt immer noch, Var sei fast begierig darauf gewesen, zu gehen. Nun startet auch das zweite Shuttle und Gideon befiehlt Matheson, Kontakt herzustellen, er habe noch einige Fragen. Das Shuttle fliege mit Autopilot, stellt Matheson fest, Var sei allein unterwegs. Bei Gideon schrillen die Alarmglocken. Er befiehlt, Kampfflieger starten zu lassen, doch in dem Moment gibt es auch schon eine Explosion und das Shuttle birst auseinander. Ob sie dem Miradi-Schiff folgen sollten, will Matheson wissen. "Nein", antwortet Gideon tief getroffen, "bringen sie uns weg! Irgendwo hin, Hauptsache weg!"

Gideon fragt sich, warum Var das getan hat, er müsse gewusst haben, was passieren würde. Was sei auf den Kristallen, für die er sein Leben riskiert habe? Dr. Chambers weiß die Antwort: Musik, Poesie, Lieder, Geschichten, die gesamten Kulturgüter seines Volkes. Und auch das habe sie entdeckt: Sie legt einen Kristall ein. Es ist eine Aufzeichnung, in der Var berichtet, heute sei das Edikt erlassen worden, das Todesurteil für alles, was sein Volk erschaffen habe. Man vernichte alle Bücher, Kunstwerke, Musik, alle Aufzeichnungen von diesen Dingen. Kunst, sagten ihre Führer, sei subversiv, dekadent, unanständig. Sie müssten konkurenzfähiger, aggressiver werden. Es dürfe nichts geben, was nicht den Zielen des Staates entspreche. Kunst unterstütze nicht den Willen der Regierung. Die Dateien seien sogar schon aus allen Datennetzen gelöscht worden. Er habe aber die letzten Kopien. Vielleicht werde sein Volk irgendwann begreifen, was es verloren hätte und es wiederhaben wollen. Allein um das zu beschützen, wolle er weiterleben.

Gideon fragt Chambers, ob das alles sei, was sie gefunden habe. Im Sinne ihrer Mission schon, sagt sie, sonst gäbe es nur wunderbare, einmalige Kunstwerke. Das aber, erläutert sie, sei unschätzbar. Früher oder später würde jedes Volk die gleichen wissenschaftlichen Erkenntnisse erlangen, Kunst aber sei individuell, einmalig. Und sie würde das vermitteln, was auch die Menschen jetzt dringend brauchten: Hoffnung. Hoffnung, die inspirieren und aufrecht halten würde. Das dürften sie niemals, so wie manch anderes Volk, vergessen.

Gideon zielt jedoch weiter, offenbar ungerührt, auf die Suche nach dem Mittel ab und verlässt Chambers, die ihm fassungslos hinterher sieht.

Lt. Matheson macht sich Gedanken, ob er hätte eingreifen müssen, weil er wusste, auch wenn er niemanden gescannt hätte, was passieren würde. Er versucht, sich selbst zu beruhigen indem er sagt, er hätte dann Vars Lebenstraum zerstört. Aber er scheint es selber nicht recht zu glauben, vielleicht habe er auch nur seine eigene Haut retten wollen, weil man ihn sonst möglicherweise des Gedankenlesens bezichtigt hätte. Es quält ihn die Frage, warum er in den Herzen der anderen lesen könne, aber nicht in seinem eigenen.

Gideon entschuldigt sich bei Dr. Chambers für sein Verhalten. Er möchte einen beruhigenden Datenkristall, weil er nicht schlafen könne. Er habe etwas gegen den Tod, versucht er eine Erklärung, und wolle verhindern, das jemand sterbe. Das Gespräch läuft hinaus auf den Cerberusunfall, den er als einziger überlebt hat. Diese Tatsache lässt ihm offenbar immer noch keine Ruhe.

Dann besucht er Dureena, die aber nicht über die Ereignisse auf Praxis 9 sprechen will. Doch sie möchte wissen, was auf den Kristallen ist. Gideon gibt ihr den Kristall, es ginge um Hoffnung, sage Dr. Chambers. Nun erzählt sie ihm doch, dass ihre Familie sie als Sklavin verkauft habe um mit dem Erlös Schulden zu decken. Das habe sie aber heute überwunden, es interessiere sie nicht mehr. Wann er den Kristall wieder haben wolle, fragt sie. Sie könne sich Zeit lassen, sagt Gideon, es sei nicht eilig.