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Babylon 5 Episodenguide |
5x02 "The Very Long Night Of Londo Mollari"
[An der Schwelle des Todes]
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Delenn wird von einer hereinkommenden Nachricht geweckt. Ruell hat eine Nachricht erhalten, die seiner Ansicht nach von Delenn stammt. Ihm wurde mitgeteilt, Lennier werde permanent nach Minbar zurückkehren. Ruell möchte die Vorbereitungen für Lenniers Ersatz treffen. Delenn könne dann auch mehrere Assistenten erhalten, wenn sie dies wünsche. Delenn ist überrascht, da sie zum ersten Mal von Lenniers angestrebter Rückkehr hört.
Im Zollbereich protestiert Londo, der mit Vir gekommen ist um eine Lieferung abzuholen, dass man seinen wertvollen und überaus empfindlichen Brivari beschlagnahmen will. Zack Allen erklärt ihm, in letzter Zeit habe es Probleme mit Ungeziefer gegeben und deshalb würden alle von außerhalb kommenden Lieferungen einige Tage unter Quarantäne gesetzt. Londo wird immer ärgerlicher und wettert vehement gegen diese Maßnahme. Vir nimmt Zack beiseite, um mit ihm eine Lösung zu finden. Londo, nunmehr unbeobachtet, öffnet eine Flasche und probiert einen Schluck. Einen Augenblick später lässt er die Flasche fallen und geht bewusstlos zu Boden. Zack ruft ein Medteam und Londo wird umgehend ins Medlab gebracht, wo sich Dr. Franklin sofort um ihn kümmert.
Unterdessen betritt Lennier Delenns Quartier und beginnt, sie auf ihre Termine vorzubereiten. Delenn aber unterbricht ihn und berichtet von Ruells Anfrage und bittet um eine Erklärung. Lennier ist überrascht, dass Ruell so schnell reagiert hat, er wollte Delenn später am Tage davon in Kenntnis setzen. Stockend gesteht er, dass er sich hier nicht mehr gebraucht fühle, nun da Sheridan Delenns "zweite Hälfte" geworden sei. Er fühle sich nun überflüssig, fügt jedoch hinzu, dass er weder ihr noch Sheridan dafür die Schuld gebe.
Delenn sagt, dass sie Lennier durchaus verstehe, er aber geschworen habe, immer bei ihr zu sein. Das werde er, erwidert Lennier, er werde immer dann bei ihr sein, wenn sie ihn brauche. Er habe sich aber entschlossen, Ranger zu werden und die Ranger würden ihn aufnehmen. Am nächsten Morgen, berichtet er, werde er nach Minbar aufbrechen um mit der Ausbildung zu beginnen. Zum einen wolle er damit die Lücke füllen, die Markus hinterlassen habe, zum anderen erhoffe er, so Delenns Respekt zu gewinnen. "Ich habe dich immer respektiert, Lennier", sagt Delenn. "Sicher, in - vielen Dingen", antwortet Lennier. "Aber das genügt mir nicht. Ich will mehr. Ich will in allem Ihren Erwartungen entsprechen. Ich möchte mehr das sein, was sie vielleicht... - mein Entschluß steht fest, Delenn", schließt Lennier ab. In den Trainingspausen werde er sie besuchen, verspricht er, und gibt ihr zu verstehen, dass dies der Ruf seines Herzens sei, dem er folgen müsse, was sie doch besonders gut verstehen solle.
Garibaldi findet Vir auf dem Zocalo. Vir ist aufgebracht und ratlos über die Wesen, die nichts Besseres zu tun haben als anderen ans Leben zu wollen, aber Garibaldi erklärt ihm, nachdem er ihn beruhigt hat, dass Londo nicht vergiftet wurde, sondern einen Herzinfarkt am linken Herzen erlitten habe.
Währenddessen erläutert Franklin Sheridan im Medlab die Centauri Physiologie. Die Centauri haben zwei Herzen, von denen das linke, an dem Londo den Infarkt erlitt, eher die blutreinigende Funktion der menschlichen Nieren hat. Aufgrund dessen könne er nicht viel tun, um Londo zu helfen. Centauri Prime sende ein künstliches Herzsystem, dass jedoch erst in 3 Tagen ankommen werde. Franklin könne Londo aber vermutlich nicht länger als 24 Stunden am Leben erhalten.
Am Abend steht Delenn am Bett des bewusstlosen Londos. Sheridan kommt hinzu und Delenn sinniert, dass Londo sie oft genervt, verärgert aber auch zum Lachen gebracht habe, doch noch niemals hätte er ihr Leid getan. Beide stellen fest, dass sie Londo, trotz allem was passiert ist, vermissen würden falls er sterbe. Sheridan spricht Delenn auf Lenniers Entscheidung an. Delenn bestätigt, dass Sheridan zumindest ein Teil des Grundes sei, der Lennier zu seinem Entschluss geführt habe. Bevor sie gehen erklärt Sheridan, Londo habe eine Chance, falls er die Nacht überstehe. Dr. Franklin könne nicht mehr viel tun, Londo selbst müsse nun kämpfen, um es zu schaffen. "Viel Glück, Mollari. Viel Glück", sagt Delenn leise, und sie verlassen das Medlab.
Londo träumt. Er befindet sich auf der Untersten Ebene und hört Delenn, die ihm Glück wünscht. Er kann sie nicht sehen und läuft umher und ruft nach ihr. Schließlich findet er sie in einem dämmerigen Raum schwarz-verschleiert an einem Tisch sitzend im Stil einer Wahrsagerin. Sie bittet Londo, sich zu setzen. Von einem Stapel Karten deckt sie eine blutige auf und sagt ihm, dass er sterben wird. „Das weiß ich“, sagt Londo.
"Wollen sie weiterleben?" fragt Delenn. "Was macht das für einen Unterschied?" antwortet Londo. Es sei vermutlich besser auf diese Art zu sterben, als von G'Kar erwürgt zu werden, wie er es 20 Jahre lang geträumt habe. Diesem Schicksal könne er wohl entgehen, wenn er jetzt sterbe.
"Wollen sie weiterleben, Londo?" fragt Delenn erneut. "Ich sagte, was macht es für einen Unterschied?" antwortet Londo noch einmal. Niemandem auf Centauri Prime würde sein Tod etwas ausmachen. Delenn lüftet ihren Schleier und fragt noch einmal: "Londo Mollari, wollen Sie weiterleben?" Londo schweigt und Delenn macht ihm klar, dass sie diese Frage nicht noch einmal stellen dürfe. "Ja! Ja, ich will weiterleben", flüstert Londo.
Das sei nicht genug, stellt Delenn fest, ein Wort sei außerdem noch notwendig. Sie gibt keine weitere Erklärung. "Das verstehe ich nicht", sagt Londo zu sich selbst. "Doch, sie verstehen", hört er Delenns Stimme.
Londo wendet sich um und entdeckt im Boden ein Gitterrost. Er zieht es hoch und schaut in eine Vertiefung im Boden, die ausgefüllt ist mit etwas, dass wie ein riesiges pulsierendes Herz aussieht. Londo berührt es fasziniert aber auch irritiert.
An einer Bar auf dem Zocalo sitzt Vir und nippt niedergeschlagen an einem Drink, als sich Lennier neben ihn setzt. Sie beginnen eine Unterhaltung über die Dinge, die der andere durchmachen muss. Nach einer kleinen Weile stehen beide auf, um zu gehen. Vir verspricht Lennier, sich mit ihm beim nächsten Besuch auf der Station zu treffen, und sagt "Auf Wiedersehen", wobei er sich in traditioneller Minbariart verbeugt. Dann jedoch umarmt er Lennier ewas unbeholfen, aber herzlich, worauf Lennier ebenso unbeholfen reagiert. Dann gehen sie auseinander.
Londo träumt weiter. Er geht zu einer Bar auf dem Zocalo. Der Zocalo und die Bar sind leer, ebenso alle Flaschen an der Bar. Plötzlich sitzt Sheridan neben ihm. Londo fragt ihn, ob man sich jemals daran gewöhne, tot zu sein. Sheridan antwortet, er sei nur kurze Zeit tot gewesen, aber lange genug um zu wissen, dass es ihm nicht gefiele. Sie stehen auf und Sheridan befragt Londo über dessen prophetischen Traum seines eigenen Todes. Londo stellt fest, er habe immer gefühlt, dass Sheridan dabei sein würde, doch er sei nie in der Lage gewesen, diesen Teil vollkommen zu verstehen.
Londo gesteht Sheridan, dass er nicht sterben wolle. "Dann drehen Sie sich um", rät Sheridan. Londo ist perplex, doch er tut es nicht. "Sie sollen sich umdrehen", wiederholt Sheridan entschiedener. "Das kann ich nicht, wollen Sie das nicht begreifen?" flüstert Londo, der spürt, dass G'Kar hinter ihm steht. "Also werden Sie sterben", sagt Sheridan, wird zu einer Lichtkugel und verschwindet.
Londos Zustand wird unterdessen immer kritischer, sodass Dr. Franklin ihm ein Medikament direkt in das Herz spritzen muss. Londo greift sich in seinem Traum an die Brust, als er den Schmerz spürt. Franklin gelingt es, Londo zu stabilisieren, doch dessen Körper ist erheblich geschwächt. Da die Nacht ohnehin bald herum ist, bleibt Franklin in Bereitschaft an Londos Bett. "Ist das schon die Totenwache?" fragt Vir, der das Medlab betritt. "Nein, noch nicht", antwortet Franklin. "Noch nicht Vir."
Londo liegt in seinem Traum in der Dunkelheit auf dem Boden. "Ich will noch nicht sterben", bittet er weinend. "Bitte, Großer Schöpfer, ich will noch nicht sterben! Nicht auf diese Art, bitte! Nicht auf diese Art!" "Sie haben Angst", sagt Vir. "Ja", antwortet Londo. "Dann sterben sie nicht", sagt Vir, im Traum, und auch in der Realität flüstert er: "Sterben Sie nicht." Londo denkt, keine Wahl zu haben, doch der Traum-Vir ist anderer Meinung. Londo müsse eine Entscheidung treffen, und zwar sehr schnell. "Was stimmt nicht mit mir?" fragt Londo. "Ihre Herzen können die Last ihres Gewissens nicht länger tragen", antwortet Vir. Londo behauptet, mit seinem Gewissen sei alles in Ordnung, doch er weigert sich weiterhin, sich umzudrehen, da er wieder G'Kar hinter sich fühlt. Er ruft sich seinen prophetischen Traum von seinem Tod ins Gedächtnis, um sich selbst zu suggerieren, dass er dies alles überleben wird. Wieder ist Vir da anderer Meinung. "Prophezeiungen sind Voraussagen, die sich erfüllen und wenn nicht sind es nur Metaphern", stellt Vir fest, und er fügt hinzu, "Ihnen bleibt keine Zeit mehr, Londo. Drehen sie sich um!" "Das kann ich nicht. Ich weiß doch überhaupt nicht, was er von mir will!" jammert Londo. "Doch, das wissen Sie!" sagt Vir. Londo gibt zu bedenken, dass sein Tod vielleicht das Beste für alle sei, doch Vir ist wieder anderer Meinung. "Nein wäre es nicht. Weil Sie mir sehr fehlen würden." "Und ich vermute", sinniert Londo, bewegt von Virs Mitgefühl, "du würdest mir auch sehr fehlen." Nun dreht Londo sich um und läuft in die Dunkelheit.
Londos Zustand wird kritischer, sein Körper verfällt in Krämpfe, Franklin ruft nach einem Team um ihn festzuhalten. G'Kar betritt das Medlab und beobachtet Londos zuckenden Körper. "Jetzt Mollari", hört Londos ihn im Traum, "jetzt beenden wir es."
Londo sieht G'Kar und sich im Thronzimmer des Imperialen Palastes auf Centauri Prime. Londo sagt, er wolle den Thron nicht. G'Kar erwidert, dass sei so, weil er wisse, dass er ihn nicht verdiene. Er erinnert Londo daran, dass er ruhig geblieben sei und nichts gesagt habe, als die Centauri den Narn-Heimatplaneten mit Massebeschleunigern bombardierten (The Long, Twilight Struggle/Die Armee des Lichts). Dann befinden sie sich in dem Raum, in dem G'Kar ausgepeitscht worden ist (The Summoning /Rückkehr vom Schattenplaneten). G'Kar erinnert ihn an die Qualen, die er auf Cartagias Befehl erlitten habe und beschuldigt Londo wieder, nichts gesagt zu haben, obwohl er Zeuge war. "Nein, es hätte nichts genützt", rechtfertigt Londo sich. "Es hätte nicht das Geringste bewirkt. Es hätte niemanden aufgehalten." "Sie haben Unrecht, Mollari", entgegnet G'Kar. "Ob es um mich oder um meine Welt ging, ob um einen total Fremden oder um ihren schlimmsten Feind, Sie waren ein Zeuge! Unwichtig, ob es jemanden aufgehalten hätte, oder ob jemand zugehört hätte. Es wäre ihre verdammte Pflicht gewesen, sich zu äußern!" stellt G’Kar fest. "Das konnte ich nicht!" behauptet Londo. "Deshalb verdienen sie nicht Imperator zu sein", schließt G'Kar.
Londo greift sich an seine Brust und G'Kar bemerkt, dass er nur noch Momente davon entfernt sei, zu sterben. "Es muss doch irgend etwas geben, was ich tun kann.", fleht Londo. "Nur ein einziges Wort hätte genügt, als wir das erste Mal hier standen und auch jetzt noch würde ein einziges Wort genügen", antwortet G'Kar. Londo langt aus, um nach G'Kar zu greifen, aber jetzt ist er selbst, in Lumpen gekleidet, an eine Säule gekettet. G'Kar, der im Imperatorgewandt auf dem Thron sitzt, verlangt in der Mannier Cartagias ein Wort, ein einziges Wort, als nun Londo mit der Elektropeitsche ausgepeitscht wird.
Es ist der Moment, in dem Dr. Franklin mit der Defibrillation beginnt und Londo den ersten Elektroschock gibt um seine Herzen wieder zum Schlagen zu bringen.
Nach dem 39. Schlag der Peitsche schreit Londo in seinem Traum auf und seine Herzen beginnen wieder zu schlagen.
Londo, der wieder in der Dunkelheit steht, fleht schluchzend um sein Leben. G'Kar, der über ihm aufragt, macht Londo klar, dass ihm nicht das, was er getan habe, leid täte, sondern lediglich, dass er erwischt worden sei, dass er beinahe seinen eigenen Heimatplaneten zerstört habe. Londo negiert diese Anschuldigungen, und will das eine Wort nicht sagen. Er habe sich in seinem ganzen Leben noch niemals für etwas entschuldigt. "Ihr Leben steht auf dem Spiel", erinnert ihn G'Kar. "Machen Sie damit, was Sie wollen." Er verlässt Londo, der jetzt verzweifelt weint.
Wieder steht er vor der Vertiefung im Boden, in der das riesige Herz schlägt. Er kniet sich davor und beginnt mit seinen Fäusten darauf einzuschlagen. "Verzeihung", murmelt er erst, dann schlägt er mit zunehmender Härte und bringt ein heftiges, verzweifeltes "Verzeihung" heraus und zerschlägt zugleich eine Glasschicht, die das riesige Herz im Boden bedeckt hatte.
Londos Zustand stabilisiert sich nun indem sich die Funktion seines linken Herzens normalisiert. Londo wacht auf und erblickt G'Kar, der still am Rande des Krankenzimmers steht. Londo schaut ihn an. "Verzeihung", sagt er, nun aus vollem Bewusstsein. "Verzeihung - es tut mir so leid, G'Kar, es tut mir so leid." G'Kar verlässt zutiefst gerührt das Medlab und der verblüffte Vir bleibt zurück. Londo schläft ein.
Offensichtlich gut erholt, beschwert Londo sich in altbekannter Art Vir gegenüber über das Essen im Medlab und macht ihm klar, dass er nicht in der Lage sein werde, den Stress zu reduzieren, weder auf Babylon 5, noch auf Centauri Prime, falls er dorthin zurückkehren sollte. "Das ganze Universum ist ein übler Platz", stellt Londo abschließend fest, "aber zumindest steckt hinter allem ein gewisser Humor."
In Andockbucht 4 wartet Lennier auf seine Abreise. Gerade als die Ranger hereinkommen und sich formieren, kommt Delenn um die Ecke und beschwert sich, dass Lennier sich noch nicht einmal verabschiedet hat. "Nein, keinen Abschied", sagt Lennier. "Ich bin auf ewig der Ihre, mit Herz, Leib und Seele. Nach einer gewissen Zeit werde ich Sie wiedersehen, und mit Glück werde ich vielleicht ein besserer Minbari sein." "Du bist ein Minbari", sagt Delenn, "was willst du noch verbessern, Lennier. Leb wohl, mein guter, treuer Freund." "Leben Sie auch wohl", antwortet Lennier, und folgt den Rangers. Nun betritt Sheridan die Andockbucht und legt stumm den Arm um Delenn als sie beide zurückgehen.
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