|
Babylon 5 Episodenguide |
4x06 "Into The Fire"
[Das dritte Zeitalter]
| « |
|
» |
 |
|
 |
|
"Commander Ivanova, persönliches Logbuch. Wir sind immer noch auf der Suche nach Allerersten, um sie als Verbündete in unserem Krieg gegen die Vorlonen und Schatten zu gewinnen. Es sind noch 24 Stunden bis zur Schlacht, die alles entscheidet. Wir können nicht noch mehr Zeit verschwenden. Wir müssen nach Babylon 5 und zu der Flotte, die auf uns wartet."
Ivanova ist der Ansicht, die fünf Allerersten, die sie gefunden haben seien genug, und sie glaubte nicht, dass es noch mehr gibt. Lorien, der mit ihr unterwegs ist, macht ihr allerdings klar, dass sie auch das sechste Volk finden müssten und sie solle ständig das Signal senden. Sie sprechen über Sheridans Plan, die Vorlonen anzugreifen um sie dadurch abzulenken. Das sei eine brillante Taktik, sagt Lorien, sehr mutig, möglicherweise nutzlos, aber alles in allem sehr menschlich. Plötzlich taucht draußen ein großes Schiff auf, das Lorien offenbar erkennt. Diese Rasse, verkündet Lorien, sei fast so alt wie die Vorlonen und habe seit Jahrtausenden mit keinem anderen Volk gesprochen hat. Ivanova fragt, ob sie sich an ihn erinnern werden und er antwortet: "Ja, natürlich."
Sheridan und Delenn, die die Whitestar-Flotte befehligen, habe es geschafft, eine Beobachtungsstation der Vorlonen zu zerstören, und steuern nun auf den Treffpunkt zu. Nachdem sie in den Hyperraum gesprungen sind betrachtet Sheridan die Flotte, die er versammelt hat: Tausende von Schiffen, Duzende von Rassen arbeiten das erste Mal zusammen. "Du kannst stolz sein, Delenn", sagt er, "du hast großartige Arbeit geleistet. Wir werden kämpfen, gleichgültig ob wir siegen. Mr. Lennier, Höchstgeschwindigkeit! Alle sind bereit."
Während die Flotte nach Coriana 6 fliegt, redet Lyta Alexander mit Marcus Cole. Sie habe gehört, ein Teil der Vorlonen-Flotte würde sich zum gleichen Zeitpunkt vor Centauri Prime einfinden, zu dem sie bei Coriana 6 eintreffen, und fragt ob ihr Vorgehen wohl das Richtige sei. Marcus erklärt, das die Bevölkerung auf Coriana 6 doppelt so groß wäre, daher sei es logisch, hier einzugreifen. Marcus hofft trotzdem, dass sie genug Vorlonen-Schiffe weggelockt hätten, damit die Centauri genügend Zeit haben um sich vom Einfluss der Schatten zu befreien.
Centauri Prime: Londo und Vir sind mit dem Regenten, der nach weiteren Anweisungen fragt, auf dem Weg in den Thronsaal. Londo sagt, sie müssten die Schatten schnellstens loswerden, da die Vorlonen nur noch zwölf Stunden entfernt seien. Er beauftragt den Regenten, die Minister für Geheimdienste, Verteidigung und Transportwesen zu rufen und dafür zu sorgen, dass der Palast von den Lakaien Cartagias gesäubert wird. Nun, erklärt Londo Vir, sei es wichtig, Morden zu finden, um ihm die schlechten Neuigkeiten mitzuteilen.
Delenn teilt Sheridan mit, dass Ivanova und Lorien sämtliche Völker der Allerersten gefunden haben. Sie versucht Sheridan zu überzeugen, dass Ivanova gar nicht herkommen müsse, da ihr Schiff den Ausgang der Schlacht nicht beeinflussen würde, aber Sheridan sagt er habe ihr versprochen, dass sie dabei sein wird und er werde dieses Versprechen halten. Er sagt Delenn, sie soll Ivanova unterrichten, dass sie "ihren Hintern hierher bewegen soll" und obgleich Delenn lächelnd anmerkt, dass das nicht die korrekte Ausdrucksweise eines Kommandanten sei, will sie es so ausrichten.
Nachdem sie auf die Station zurückgekehrt sind, geht Lorien zu Ivanova. Er sagt man habe ihm mitgeteilt, dass sie bereit sei los zu fliegen. Sie jedoch ist noch nicht ganz fertig und stellt fest, für einen angeblich Unsterblichen sei er ziemlich ungeduldig. Er erwidert, er sei nicht unsterblich, er könne an Krankheiten oder Verletzungen sterben. Er erzählt ihr, dass er der erste der Allerersten und der letzte seiner Rasse sei. Seine Art wäre von Geburt an unsterblich gewesen. Ivanova kann das nicht glauben, sie ist überzeugt, dass alles enden müsse. Lorien bestätigt, dass das jetzt so sei, aber nicht seit jeher. Die Generationen die ihm nachfolgten wurden sterblich, aber die Erstgeborenen lebten weiter. Sie hätten die Vorlonen, und die Schatten entdeckt, als diese gerade entstanden, und sie halfen ihnen, sich zu entwickeln. In Jahrmillionen seien die meisten ausgestorben oder hätten sich zurückgezogen in eine Dimension, zwischen den Galaxien. Man müsse, sagt er, um für immer zu leben, Freude, Liebe und Freundschaft endgültig hinter sich lassen, denn diese Dinge seien höchst vergänglich. "Nur die, deren Leben begrenzt ist", erklärt er, "beharren in dem Glauben, dass die Liebe ewig währt. Du solltest dankbar sein für diese bemerkenswerte Illusion, sie ist möglicherweise das größte Geschenk, das den Menschen jemals zuteil wurde."
Centauri Prime: Der Minister für Geheimdienste kommt zu Londo und berichtet ihm, dass Cartagia wegen umlaufender Gerüchte in Zusammenhang mit Londo und Refa den Tod von Lady Adira untersuchen ließ. Der Bericht wurde Cartagia präsentiert und er befahl, ihn bis zu seinem Tod geheim zu halten. Refa habe Adiras Ermordung nicht angeordnet, sondern Morden sei dafür verantwortlich gewesen. Jener sei wohl sicher gewesen, dass Londo ihn um Hilfe bitten würde um sich zu rächen, und er so seine Position würde halten können. Londo, tief erschüttert über diese Eröffnung, schickt den Minister weg. Allein lässt Londo die Kontrolle fallen und beginnt in unsagbarer Wut alles im Raum zu zerschlagen. Weinend zu Boden sinkend wird ihm schließlich bewusst, wie Morden ihn manipuliert und sein Leben zerstört hat.
Ivanova und Lorien sind unterwegs zum Rendezvouspunkt. Lorien stellt fest, dass Geduld und Verstand diesen Krieg gewinnen werden, nicht Waffen und Feuerkraft. Sheridan habe das erkannt, bliebe nur abzuwarten, ob er auch wisse, dass er im Besitz dieser Erkenntnis sei.
Sheridan sieht aus dem Fenster des Flaggschiffes. Die Flotte sei nicht schlecht, sagt er zu Marcus, jedoch nicht groß genug um zu gewinnen. Marcus will wissen, was sie dann hier tun. "Wir hoffen, dass die Wahrheit uns befreit, bevor sie uns tötet." ist Sheridans Antwort. Marcus gibt nun bekannt, dass die Bomben auf verschiedenen Asteroiden platziert seien. Sheridan weist Lyta an, auf alles zu achten, was sie von den Schatten oder Vorlonen empfängt, ihre Wahrnehmung sei ihr einziger Vorteil.
Centauri Prime: Zwei Wachen bringen Morden zu Londo in den Thronsaal. Londo teilt ihm mit, dass sich mehrere Vorlonen-Schiffe auf dem Weg nach Centauri Prime befinden. Jetzt, da Cartagia tot sei, wolle er, dass die Schattenflotte von der Insel Selini verschwindet. Morden lehnt das ab, die Vorlonen würden niemals eine Welt mit 3 Milliarden Lebewesen angreifen, begründet er. Londo registriert, dass Morden und die Schatten Angst haben. Sie müssten ganz sicher gehen, sagt Londo nun, dass ihnen niemand zuhöre, Morden möge ganz still halten. Zwei von Londos Wachen schießen jetzt rechts und links an Morden vorbei, wobei sie zwei Schatten töten, die für einen Augenblick sichtbar werden. Morden fährt Londo an, er sei irrsinnig worauf Londo erwidert, dies sei - heute - richtig. Er gibt Morden noch eine Chance, die Schiffe abziehen zu lassen, aber Morden lehnt wieder ab. Die Schiffe seien beeindruckend, stellt Londo fest, allerdings nur, wenn sie sich im All befänden. Im Moment lägen sie allerdings hier auf einer Insel. „Was wollen Sie also tun? Die Insel Selini sprengen?" fragt Morden ironisch. „Die Insel sprengen", sinniert Londo und holt ein kleines Gerät aus seiner Tasche, „das ist eine sehr gute Idee." Und er betätigt einen Knopf. Als die Insel explodiert taumelt Morden vor Schmerz. Die meisten Centauri seien während der Nacht von Selini evakuiert worden, erläutert Londo, nur einige blieben, um die Präsenz aufrecht zu erhalten. Londo befiehlt jetzt, Morden einzusperren. Während er weggeschafft wird verspricht Morden, dass die Schatten, selbst wenn sie diesen Krieg verlören, ihre Verbündeten dafür sorgen ließen, dass Centauri Prime für Londos Tat bezahlen würde.
Ivanova ist am Rendezvouspunkt angekommen und Lorien geht zu Sheridan auf das Flaggschiff. Zur gleichen Zeit bemerkt Lyta, dass beide Flotten im Coriana-System angekommen sind. Sie steuern aufeinander zu. Sheridan lässt ein paar der Nuklearbomben detonieren, die auf beiden Seiten Schaden anrichten. Dadurch verärgert beginnen Schatten und Vorlonen die Schlacht. Sheridan öffnet einen Kommunikationskanal zu den Vorlonen und bittet sie Coriana 6 nicht zu zerstören, da die Bewohner von den Schatten zur Errichtung einer Basis gezwungen wurden. Die Vorlonen antworten jedoch nicht. Lennier gibt zu bedenken, dass die Nachricht vielleicht gar nicht gehört wurde. Delenn bittet Lyta, den Vorlonen ein telepatische Signal zu senden.
Centauri Prime: Vir kommt in den Thronsaal, wo Londo auf ihn wartet um ihm mitzuteilen, dass die Vorlonen-Flotte keine Bedrohung mehr darstelle, da er den letzten Einfluss der Schatten beseitigt habe. Londo fordert Vir auf, in den Garten zu gehen, wo ein Geschenk auf ihn warte. Das Geschenk entpuppt sich als Mordens Kopf, der auf eine Lanze gespießt wurde. Sich an den Wunsch erinnernd, den er vor langer Zeit äußerte ("In The Shadow Of Z'Ha'Dum /Das Geheimnis von Z´ha´dum"), sieht Vir in Mordens leblose Augen und winkt.
Lyta ist nicht in der Lage, eine Verbindung zu den Vorlonen herzustellen. Lennier informiert Sheridan, dass der Planetenzerstörer fast in Reichweite von Coriana 6 sei. Delenn möcht die Allerersten nicht zu früh rufen, aber Sheridan sagt, er sei nicht bereit 6 Milliarden Lebewesen sterben zu lassen und befielt Lennier das Signal zu senden. Die Schiffe der Allerersten erscheinen sofort und konzentrieren das Feuer auf den Planetenzerstörer der Vorlonen, der mit Leichtigkeit zerstört wird. Dann richten sie ihr Feuer auf andere Vorlonen-Schiffe und auf die Schatten.
Centauri Prime: Londo kommt in den Garten und erzählt Vir freudestrahlend, er habe den Vorlonen die Nachricht geschickt, dass es auf Centauri Prime nichts mehr gibt, was mit den Schatten auch das Geringste zu tun hat. Nun würden sie gewiss umkehren. Vir jedoch teilt seinen Enthusiasmus nicht. Er irre sich, gibt er Londo zu verstehen, es gäbe noch etwas, eine Person, die lange unter dem Einfluss der Schatten gestanden habe. Er zeigt zum Himmel, wo die Sonne von einem Planetenzerstörer der Vorlonen verfinstert wird. Londo begreift, dass sie seinetwegen kommen und da er die Nachricht geschickt hat, wissen sie wo er ist.
Die Vorlonen weigern sich immer noch, mit Sheridan Kontakt aufzunehmen. Stattdessen fängt Lennier einen Funkspruch auf, mit dem die Vorlonen ihre gesamten Schiffe zur Verstärkung anfordern.
Londo fordert Vir auf, ihn sofort zu töten, damit Centauri Prime nicht zerstört wird, aber Vir lehnt ab. Londo versucht verzweifelt, ihm die Notwendigkeit klarzumachen, als der Planetenzerstörer sich plötzlich entfernt. Er folgt damit dem Funkspruch der Vorlonen-Flotte bei Coriana 6.
Lorien kommt auf die Brücke des Flaggschiffes. Delenn bittet ihn mit den Vorlonen und den Schatten zu reden. Sie wird jedoch von Lyta unterbrochen, deren Stimme sich kühl und fremd anhört. "Es gibt nichts zu sagen", sagt sie als sie sich mit stahlblau leuchtenden Augen umdreht. "Ihr dachtet, wir können euch nichts tun, ihr habt euch geirrt." Sie schaut Sheridan an und er ist in einem Energiefeld gefangen. Delenn will zu ihm, um ihm zu helfen, wird aber von Lorien gewarnt, es nicht zu tun, da ihn das töten würde. "Und dich hat man für uns hier gelassen", sagt Lyta, deren Augen nun pechschwarz aussehen, "Nur für uns." Sie starrt Delenn zornig an, worauf jene genauso eingeschlossen wird. Lennier will Delenn helfen, aber Lorien hält ihn ab. Falls er den Vorgang unterbreche, würde die Chance erlöschen, alles zu beenden. Lorien erklärt, Sheridan habe gehofft, diese Reaktion zu provozieren, er wolle, dass alle die Wahrheit kennen lernen, für die sie möglicherweise sterben würden. Lorien, der zwischen Delenn und Sheridan steht, legt seine Arme über sie und alle anderen können sehen, was die beiden sehen.
Sheridan läuft durch die Dunkelheit und ruft: "Wo seid ihr? Zeigt euch!"
Plötzlich leuchtet ein mannsgroßer Kristall auf, in dem sich eine Frau befindet, die ein leuchtendes Amulett um den Hals trägt. Sie sagt zu Sheridan: "Wir sind hier. Wir verstehen dich nicht. Wir haben nur das Beste für dich. Es war unsere Absicht, dir zu helfen."
"Ihr zerstört gnadenlos ganze Völker!" entgegnet Sheridan
"Die anderen sind eine Krankheit. Du hast uns ermöglicht, sie zu eliminieren, wir sind dir dankbar. Wieso stellst du dich gegen uns?"
"Weil ich es nicht mag, wenn man mich benutzt oder anlügt."
"Wir haben dich nicht angelogen. Wir haben dasselbe Ziel wie du: die Vernichtung der Finsternis."
Sheridan will wissen, warum sie die Schatten dann nicht direkt angegriffen hätten, da sie doch die Technologie besäßen, Z'ha'dum ohne fremde Hilfe zu zerstören. Die Antwort: "Du verstehst nicht." Aber Sheridan versteht sehr gut. Er stellt fest, genau dass sei es, was den Vorlonen Sorgen mache. "Ein Vorlone hat gesagt: das Verstehen ist ein dreischneidiges Schwert: eure Seite, die Seite der Gegner und die Wahrheit." Die Wahrheit sei, sagt Sheridan, dass die jüngeren Volker nicht länger auf die Vorlonen und Schatten angewiesen wären.
Auch Delenn steht in der Dunkelheit, als sie die Stimme Ivanovas hört, die auf sie zukommt: "Für die Vorlonen ist das Wichtigste die Ordnung, nichts weiter. Keine Leidenschaft, keine Träume, nur Disziplin und Gehorsam. Sie stehen still, stecken in einer evolutionären Sackgasse! Wieso also auf der Seite des Alten stehen? Widmet euch dem Neuen. Wachstum durch Schmerz, Kampf, Konflikt und durch den Krieg. Ihr Minbari müsstet das doch am allerbesten verstehen."
"Euer Volk ist aus dem letzten Krieg gestärkt hervorgegangen, verbessert." Nun ist es Franklin, der spricht. "Die Frage ist nun, wie viel stärker und besser werdet ihr nach diesem Krieg sein? Wie Phönix aus der Asche werdet ihr emporsteigen, stark und mit Macht ausgestattet, die eure Vorstellung übertrifft!" "Bis ihr uns das Gleiche wieder antut!" entgegnet Delenn.
"Alles verläuft in Zyklen", erklärt ihr jetzt Lennier. "Es ist das, was man die Macht der Geschichte nennt. Gegen die kann man nie siegreich bestehen. Wir haben das akzeptiert, wir haben das gefördert, indem wir Konflikte schufen. Schwache Völker gehen unter, starke Völker gewinnen immer mehr an Macht. Der Evolution kann man sich nicht widersetzen. Es gibt nur den einen Weg." "Nein, das wollt Ihr uns doch nur glauben machen", sagt Delenn.
Sheridan sagt der Frau im Kristall, er wisse, warum sie das auf diese Weise tun: sie wollten nicht den Boten töten sondern nur seine Botschaft vernichten, sie wollten, dass man sich so verhält, wie es der Ideologie der Vorlonen entspricht. Delenn weiß, dass es bei den Schatten das Gleiche ist: sie wollen die Vorlonen leben lassen, sodass diese sehen können, dass die Schatten Recht haben. "Es geht nur um die Ideologie", stellt sie fest.
"Ja, natürlich", sagt nun Marcus. „Wie immer, Ordnung steht gegen Chaos. Ihr müsst wählen."
Aber leider, bemerkt Delenn, könnten sie nur das wählen, was sie ihnen anböten. Die Schlacht zwischen den Vorlonen und den Schatten drehe sich nicht mehr um die Führung der jüngeren Völker, sondern nur noch darum, wer von den beiden Recht habe.
Sie seien, konstatiert Sheridan, wie ein Elternpaar, das sich vor seinen Kindern streite, sie manipuliere, sie dazu bringen wolle, Partei zu ergreifen. "Aber es könnte ja sein, dass es richtig ist, sich gar nicht zu entscheiden", gibt er zu bedenken.
"Was wäre wenn wir ablehnen würden zu entscheiden, wer von euch Recht hat?" fragt Delenn. "Wenn wir uns ganz einfach von euch abwenden?"
"Das dürft ihr nie und nimmer tun", sagt eine zweite Delenn, die sich der ersten gegenüber aufstellt.
"Dann gibt es kein Ende für diesen Krieg!"
"Ganz richtig, so sieht es aus."
"Es gibt auch keine Hoffnung."
"Es gibt nur das Chaos und die Evolution."
"Es gibt nur Ordnung und Gehorsam", sagt die Frau im Kristall. "Du wirst das tun, was man Dir befiehlt."
"Du wirst kämpfen, weil wir dir sagen, dass du kämpfen sollst", sagt die andere Delenn.
"Du wirst für uns sterben, wenn wir es dir befehlen", sagt die Frau im Kristall, "denn die anderen kennen nur diesen einen Weg."
"Und da irrt ihr euch", teilt ihr Sheridan mit.
In dem Augenblick trifft ein verirrter Asteroid das Flaggschiff, Lorien stolpert und berührt Delenn.
"Du hast sie eingeweiht", sagt die andere Delenn. "Du hast ihnen alles verraten."
Aber sie kann nicht weiterreden. Lorien befreit Delenn und Sheridan aus ihrem paralysierten Zustand und die Welt um sie zersplittert. Das Bild und die Illusion sind zerstört, aber nun hat der Planetenzerstörer der Schatten die Flotte umgeben. Ivanova bestätigt, dass sie alles, was Sheridan und Delenn sahen, auch gesehen haben, aber die Wolke unterkühle die Schiffe, was Auswirkungen auf die Sprungantriebe habe und ein Entkommen verhindere. Die Temperatur würde in zehn Minuten so weit gesunken sein, dass sie nicht überleben könnten. Sheridan kann einfach nicht glauben, dass die Vorlonen und Schatten lieber die jüngeren Rassen sterben lassen, als ihren Krieg zu beenden, aber Lorien lässt ihn wissen, es sei noch nicht vorbei. Zwei Wesen erscheinen nun auf der Brücke, ein Schatten und ein Vorlone. Lorien erklärt ihnen, sie hätten jetzt die Chance, ihre Einstellung zu ändern und um Vergebung zu bitten. Sheridans nächste Worte würden über ihre Zukunft entscheiden.
"Die Vorlonen", richtet Sheridan das Wort an die zwei Wesen, "stellen ständig nur die eine Frage, wieder und wieder: Wer bist du?" Er wendet sich dem Schatten zu. "Und eure Frage lautet: Was willst du? Doch Ihr selber habt euch noch nie diese Fragen beantwortet. Wer bist du? Was willst du?" "Ihr wisst gar keine Antwort!" sagt Delenn. "Ihr habt längst vergessen wieso ihr euch bekriegt. Ihr habt eure Bestimmung verloren. Wir können nichts von euch lernen! Wie wollt ihr uns sagen wer wir sind und was wir wollen, wenn ihr es nicht einmal von euch wisst?"
Es spiele gar keine Rolle, welche Seite jetzt gewänne, stellt Sheridan fest, in tausend Jahren finge das Ganze wieder von vorne an. Sie seien in einem Kreislauf gefangen so wie alle. Doch die jüngeren Völker würden versuchen auszubrechen, deshalb brauchten sie sie nicht länger. Sie hätten gelernt auf eigenen Füßen zu stehen. Sie würden Fehler machen, aber es würden ihre Fehler sein. Ihr Geheimnis sei gelüftet, sagt Delenn und will wissen, wie es nun weitergehen solle.
"Ihr könnt nicht für die anderen Völker sprechen", behauptet der Vorlone.
"Niemand wird euch folgen, wenn Ihr tot seid", sagt der Schatten.
Lennier ortet einen Marschflugkörper vom Planetenzerstörer der Schatten der das Flaggschiff in zehn Sekunden treffen werde. Ein Drazi-Kreuzer fliegt vor das Schiff und wird durch den Flugkörper zerstört. Die anderen Schiffe der Flotte tun es ihm gleich und eine andere Rakete trifft ein Minbari-Schiff. Delenn macht den beiden Wesen nun klar, dass sie von all den anderen Völkern zurückgewiesen werden, und verlangt zu wissen, wie dieser Krieg weitergehen soll, wenn niemand für sie kämpfen würde. Sheridan teilt ihnen mit, dass sie nicht länger für einen von ihnen Partei ergreifen und sich nicht länger gegeneinander aufhetzen lassen, sondern ihren Weg allein finden werden.
"Ihr könnt uns zerstören, ein Volk nach dem anderen", fährt Delenn fort, "und auch die, die uns nachfolgen. Zerstört auch ruhig alle Planeten bis am Ende nichts mehr da ist. Dann werdet Ihr erkennen, dass ihr versagt habt. Ihr werdet ganz allein sein."
"Der Kampf ist vorbei, weil wir es so entschieden haben", sagt Sheridan ärgerlich. "Und nun wird es Zeit, dass ihr unsere Galaxis endgültig verlasst!" Da sich weder der Vorlone noch der Schatten bewegen, mischt sich nun Lorien ein. „Ich war euer Lehrer. Am Ende bin ich in den Hintergrund getreten. Das Gleiche müsst ihr jetzt tun. Unser Zeitalter ist vorbei. Die Zukunft gehört einzig und allein den jüngeren Völkern. Sie haben gelernt ohne Hilfe zu existieren. Sie haben gelernt alles zu verstehen. Es ist nun soweit sie zu verlassen." "Wirst du uns begleiten?" fragt der Schatten demütig. "Ich bin vom Anbeginn der Zeit hier gewesen. Habt keine Angst, ich werde euch über diese Galaxis hinaus begleiten. Wir werden alle wieder treffen, die uns vorausgegangen sind. Alle die, die wir so unendlich lange vermisst haben."
„Wir werden nicht allein sein?" fragt der Vorlone. „Nein", beruhigt ihn Lorien. „Ihr seid niemals allein."
Die zwei Wesen verschwinden und die Vorlonen- und die Schattenflotte verlassen das System. Auch die anderen Allerersten verschwinden, nur Lorien bleibt zurück. "Ich hatte lange darauf gewartet, dass mich irgendjemand findet", sagt er. "Und nun muss ich feststellen, dass ich nur ungern fortgehe. Dieses Mal wird keiner von uns zurückbleiben. Deswegen war es auch so wichtig sämtliche Allerersten zu finden. Die Galaxis gehört endlich euch allein. Damit wird euch eine Verpflichtung auferlegt. Ihr müsst die Lehrer der nachfolgenden Völker sein. Wenn eure Zeit gekommen ist, so wie unsere jetzt, müsst ihr zurücktreten und den Jüngeren gestatten, allein über ihr Schicksal zu entscheiden. Wenn eure Völker überleben, das heißt, wenn ihr euch nicht gegenseitig umbringen werdet, kommt der Zeitpunkt, wo wir uns wieder vereinen werden, außerhalb dieser Galaxis." Lorien beginnt sich in eine Lichtkugel zu transformieren. "Wir warten auf euch!" sind seine letzten Worte, dann ist auch er gegangen.
Centauri Prime: Londo kann es kaum glauben: dieser Krieg ist vorbei. Seine Empfindungen, gesteht er Vir, seien ganz irrational. Wenn man alles zusammenfasse, resümiert jener, wäre es angebracht, glücklich zu sein. Jedes mal wenn er glücklich sei, stellt Londo fest, würde sich das Universum gegen ihn verschwören und ihm etwas antut. Aber eine glückliche Nacht, glaubt Vir, würde ihm sicher gewährt sein. Vir will nach Babylon 5 zurückkehren, aber Londo muss noch eine Weile bleiben und ein paar politische Angelegenheiten erledigen. Danach, überlegt er, sei es wohl das Beste für ihn woanders hin zu gehen. Vir will den Raum verlassen, dreht sich dann jedoch noch einmal um, geht auf Londo zu und umarmt ihn unbeholfen. Nun beginnt auch Londo, sich an dem Abend zu erfreuen.
Die Flotte kommt durch das Babylon 5 Sprungtor. Delenn und Sheridan sitzen an einem Fenster des Flaggschiffes und sehen die Station näher kommen. Die jüngeren Rassen hätten das Dritte Zeitalter erreicht, stellt Sheridan fest. Im ersten waren sie zu primitiv um eigene Entscheidungen zu treffen, dann wurden sie von Mächten manipuliert die meinten, sie wüssten, was für sie das Beste sei. Nun stünden sie endlich auf eigenen Füßen. Lorien habe Recht, sie trügen eine große Verantwortung. Delenn kommt das All kleiner vor, jetzt wo die Allerersten fort sind. "Es ist als gäbe es keine Magie mehr", beschreibt Sheridan seine Empfindungen. "Nein", widerspricht Delenn, „das ist nicht richtig. Wir haben unsere eigene Magie, John. Wir schaffen uns unsere Legenden. Wir gestalten unsere Zukunft. Wir müssen nicht länger..." "...vor den Schatten in Furcht leben", schließt Sheridan. Delenn lächelt, sie umarmen sich und schauen auf Babylon 5 und dass, was vor ihnen liegt.
|
|
|