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Babylon 5 Episodenguide |
3x22 "Z'ha'dum"
[Der Alleingang]
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Während kleiner Rückblenden um die Ereignisse, die mit Anna Sheridan zu tun haben, hören wir Delenn sagen: "In der Literatur der Menschen gibt es ein Zitat: Vergangenheit ist der Prolog der Gegenwart. In der Literatur der Minbari gibt es ein Zitat: Die Vergangenheit ist manchmal auch die Zukunft."
Sheridan steht in der Tür zu seinem Schlafraum und starrt Anna mit offenem Munde an. Völlig ungläubig fragt er sie, was sie hier mache. Ob das das Einzige sei, was er fragen könne, wo sie so lange weg war, will sie wissen. Delenn, die hinter Sheridan steht und sich sehr überflüssig vorkommt sagt, dass sie wohl besser gehen würde und stürzt hinaus. Sheridan will sie aufhalten aber Anna sagt, er soll sie lassen, er könne es ihr später erklären Er habe geglaubt, sie sei tot, lässt er Anna wissen. Anna scheint verwundert. Ob Delenn es ihm nicht gesagt habe, fragt sie. Sie bedauert, dass sie ihm nicht alles selbst habe erklären können und ihn so lange allein gelassen habe, sie hätte ihm keine Nachricht schicken können. Aber das läge jetzt alles hinter ihnen. Sie will ihn berühren, aber Sheridan weicht ihr aus. Sie könne seine Zweifel verstehen, sagt sie, da er nur das wisse, was Delenn ihm erzählt habe. Sie würde alle Tests über sich ergehen lassen um zu beweisen, dass sie tatsächlich seine Frau sei. Sie sei hier um alles zu erklären, damit er verstehen könne, worum es wirklich geht. Alles was er tun müsse sei, mit ihr zu kommen. "Wohin?" will Sheridan wissen. "Wohin schon", erwidert Anna, "nach Z'ha'dum!"
G'Kar erklärt Ivanova in einem Lagerraum, dass die Gaim die versprochenen Bomben geliefert hätten. Jede einzelne habe eine thermonukleare Sprengkraft von 500 bis 600 Megatonnen und sie seien nur zu entdecken, wenn man ganz genau wüsste, wonach man suche. Ivanova überlegt, sie könnten dann als Mienen eingesetzt werden, um die Schatten-Schiffe, wenn sie aus dem Hyperraum kommen, zu zerstören.
Sheridan beobachtet, wie Anna im Medlab untersucht wird. Dr. Franklin teilt ihm mit, dass eine einhundertprozentige Übereinstimmung mit ihren alten medizinischen Akten besteht: es ist seine Frau. Aber sie sei auf Z'ha'dum gestorben gibt Sheridan zweifelnd zurück, er habe Jahre gebraucht, um ihren Tod akzeptieren zu können und er wisse nicht, was er Delenn sagen solle. Er fragt Franklin, ob er nicht das Geringste entdeckt hat und Franklin erwähnt eine Narbe im Nackenbereich, die möglicherweise vom Absturz herrühre. Franklin verspricht, noch einige Tests durchzuführen.
In seinem Büro stellt Sheridan Delenn zur Rede. Die Aufzeichnung, die sie und Kosh ihm gezeigt hätten habe ihn glauben lassen, dass Anna tot ist. Wie sie das tun konnten wenn sie sich nicht sicher gewesen seien. Delenn sagt, sie wären sich sicher gewesen, dass Anna den Schatten nicht dienen würde, und die das nicht taten, seien getötet worden. Sie seien sicher gewesen, nur Morden habe überlebt. Anna würde den Schatten niemals gedient haben, beharrt Sheridan. Dann, sagt Delenn, habe sie keine Erklärung. Sheridan kann das so nicht akzeptieren. Er will wissen warum sie es ihm nichts gesagt hätten, wenn auch nur die kleinste Chance bestand, dass sie noch am Leben sei. Wenn sie das getan hätten, lässt Delenn ihn wissen, wäre er nach Z'ha'dum geflogen um sie zu suchen und das hätten sie nicht zulassen können. „Sie und Kosh, Sie konnten es nicht zulassen", sagt Sheridan verbittert. "Ich habe Ihnen vertraut, Delenn. Sie sind mir sympathisch. Ich begann sogar, Liebe für Sie zu empfinden. Wissen Sie, was das heißt? Wissen Sie, wie schwer das alles für mich war? Ein kleiner Teil von mir hat immer noch Anna geliebt obwohl ich sicher war, sie ist tot, und ständig musste ich gegen dieses Gefühl ankämpfen. Jedes Mal, wenn ich an Sie dachte, Delenn, und wenn ich daran dacht Sie in den Arm zu nehmen, ein gemeinsames Leben aufzubauen." Er müsse ihr glauben, fleht sie ihn jetzt an, sie hätten nicht gewusst, dass sie noch am Leben sei. "Hätten Sie die Wahrheit gewusst, hätten Sie mich informiert?" will Sheridan wissen. "Unter gewissen Bedingungen. Es hätte davon abgehangen, was mit ihr geschehen wäre. Z'ha'dum ist der Heimatplanet der Schatten. Niemand verlässt ihn so wie er angekommen ist." erklärt sie. "Sie hätten mir also das Recht verweigert, ein eigenes Urteil zu bilden. Wie können Sie so etwas sagen und erwarten, dass ich Ihnen jemals wieder vertraue?" Er dreht sich um, um hinauszugehen aber Delenn hält ihn zurück. Ohne sich umzuwenden hört er sie an. "John, ich liebe Sie", gesteht sie ihm. "Auch wenn Sie in Zukunft nicht mehr bereit sind, mir zuzuhören, bitte glauben Sie mir das, es ist die Wahrheit." Ohne eine Reaktion darauf verlässt Sheridan das Büro.
Londo sitzt in einer Bar auf dem Zocalo und trinkt. Vir will wissen, warum er das, seit die diplomatische Post eingetroffen ist, tue. Er sei befördert worden, berichtet Londo. Am Hofe des Imperators solle er als Berater für planetare Sicherheit tätig sein. Vir versteht nicht, warum Londo über diese gute Nachricht verärgert ist. Dieses Angebot käme nicht, sagt Londo, weil er es verdient habe, sondern weil man Angst vor ihm habe. Er würde an die Leine gelegt. Man wolle die Kontrolle über ihn haben. Wenn er irgendetwas Verdächtiges täte, fände man ihn mit durchschnittener Kehle – von Ohr zu Ohr. Ein Mann, erscheint am Tisch, und sagt, dass ihn ihre "gemeinsamen Verbündeten" geschickt haben um ihm zu empfehlen die Station schnellstens zu verlassen, wenn ihm sein Leben etwas bedeute. Londo findet diese Nachricht recht beunruhigend.
Franklin überprüft medizinische Unterlagen um eine Erklärung für die Narbe zu finden. Er vergleicht ein Scannerbild von Besters Geliebter mit dem Annas (Ship Of Tears/Der Feind meines Feindes).
Sheridan eröffnet Anna, er verstehe nicht, was sie all die Zeit auf Z'ha'dum getan habe und warum sie jetzt zurückkomme. Sie könne ihm das hier nicht sagen, er müsse sie begleiten, denn sie wollten ihn kennen lernen. Was wäre, wenn er nicht mitkäme, will er wissen und Anna antwortet, dass sie dann ohne ihn zurückfliege und er die Wahrheit nie erfahren würde. Es gäbe keine Drohungen und kein Ultimatum, es sei nur eine Einladung um ihren Standpunkt kennen zu lernen. Auf die Fragen, warum sie zurückkehren wolle sagt sie, es sei inzwischen ihre Heimat, sie leiste dort wichtige Arbeit. Sie müsse ihm zunächst einige Fragen beantwortet, fordert Sheridan, sonst käme er keinesfalls mit. Was mit ihr und der Crew der Icarus passiert sei müsse er wissen. Die Frage, ob er sie begleitet, wenn sie ihm das beantworte, bejaht Sheridan.
"Laut interplanetarer Expeditionen hatte eine ihrer Forschungssonden in der Randzone auf einem Planeten Ruinen einer alten Kultur entdeckt", beginnt Anna. "Daraufhin stellte Dr. Chang eine Expedition zusammen und berief mich in sein Team. Das war die Chance meines Lebens. Was er allerdings weder mir noch den anderen sagte war, woher er die Information wirklich hatte." Sie erzählt von dem Schiff, das man auf dem Mars gefunden habe (Messages From Earth / Das Netz der Lügen). Dieses sei vor seinem Start mit einem Peilsender versehen worden, so dass man seinen Weg verfolgen konnte bis zu seinem Ziel in der Randzone. "Z’ha’dum!" wirft Sheridan ein. "Ja, allerdings kannten wir den Namen des Planeten noch nicht", Chang habe den Befehl bekommen alles geheim zu halten. "Nach unserer Landung auf dem unbekannten Planeten orteten wir eine Energiequelle. Wir erhielten den Auftrag sie zu überprüfen. Und da fanden wir sie." "Die Schatten." stellt Sheridan fest. Ihr wahrer Name, bemerkt Anna, sei viel länger und unaussprechlich. Sie seien sehr gastfreundlich gewesen. Sheridan fragt nach dem Rest der Crew. Ein Unfall habe die Crew getötet und das Kommunikationssystem zerstört. Es habe keine Möglichkeit gegeben, Kontakt mit der Erde aufzunehmen. Anna sagt, dass die Außerirdischen gerade aus einem langen Schlaf erwacht waren und ihnen einen Vorschlag machten: als Gegenleistung für ihr Schweigen durften sie ihre Technologie studieren, welche fast alle Probleme der Erde lösen und sie Tausend Jahre voranbringen würde. Er habe immer gesagt, dass ihr Privatleben hinter den Interessen der Erde zurückzustehen hätte. Darüber hinaus hätten sie gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit verging. Irgendwie liefe das dort anders ab als auf der Erde. Doch nun wolle sie ihn nach Z'ha'dum mitnehmen damit er erfahre, worum es bei dem Ganzen überhaupt geht. Delenn, Kosh und die anderen hätten ihn immer wieder getäuscht, doch durch sie würde er die Wahrheit erfahren. Er stimmt zu und umarmt sie, aber währenddessen fällt sein Blick auf Franklins medizinischen Bericht auf dem Tisch.
Als Garibaldi Sheridan trifft fragt er, ob er irgendetwas tun könne, um zu helfen. Er solle die Besatzung des Whitestars registrieren und damit sofort anfangen. Das Schiff könne die Station solange mittels Autopiloten umkreisen. Garibaldi stimmt leicht irritiert zu. Und er könne noch etwas für ihn ausführen. Er reicht Garibaldi einen Zettel und jener ist noch befremdeter, als er liest, worum es sich handelt. Wenn er alles erledigt hätte und sie sich noch einmal sähen, sagt Sheridan, solle er mit ihm über das Wetter reden.
Sheridan bereitet sich auf den Abflug vor und steckt seine PPG ein. Als er aufschaut und sein Blick in einen Spiegel fällt, sieht es hinter sich Kosh, der sagt: "Sie können nach Z’ha’dum fliegen, aber Sie werden sterben." Als er sich umdreht, ist nichts zu sehen. Nun tritt er an seinen Computer und zeichnet eine Nachricht für Delenn auf, die zeitversetzt abgespielt werden soll.
Auf dem Weg zum Dock treffen Sheridan und Anna Garibaldi, der erzählt, er habe gerade gehört, dass es in New York schneien würde. Ja, stellt Sheridan fest, da wäre er jetzt gerne, manchmal könne man das auf der Station sehr vermissen. Dann verabschieden sich Garibaldi und Sheridan voneinander.
Beim Flug durch den Hyperraum schaut sich Anna den Whitestar genau an und sagt, sie wünsche, sie hätten ein anderes Schiff genommen, da es teilweise auf Vorlonen-Technologie basiere, und die Wesen glauben, dass sie sterben, wenn irgend etwas von den Vorlonen auf ihren Planeten kommt. Sheridan bietet an, mit einem Shuttle auf den Planeten zu fliegen.
Auf der Station trifft Franklin in einem Korridor Ivanova und fragt sie, warum Sheridan trotz seines Berichtes geflogen sei. Ivanova weiß gar nicht, wovon er redet und Franklin erzählt ihr, was er über Anna herausgefunden hat.
Das Shuttle landet auf Z’ha’dum und Sheridan und Anna gehen mit Sauerstoffmasken über die unwirtliche Planetenoberfläche zu einem Eingang. In dem Gebäude herrscht eine atembare Atmosphäre und Anna erklärt, dass der Bau aus Sicherheitsgründen schon vor Jahrhunderten unter die Oberfläche verlegt wurde. Anna bittet Sheridan um seine PPG. Dieser Teil des Komplexes erzählt sie ihm, sei speziell für sie entworfen worden, worüber er sich wundert. Sie führt ihn einen Korridor entlang zu einer Tür. Sie klopft an und eine Stimme bittet sie herein. Zwei Menschen erwarten sie, ein älterer Mann und Mr. Morden.
Sheridan fragt den alten Mann, wie er heiße. Das, erwidert jener, sei nicht wichtig. Als Sheridan jedoch auf einer Antwort besteht, fragt er ihn, ob er wisse, wer verantwortlich sei für die Entscheidungen, die ständig um sie herum getroffen würden. Sheridan gibt zu das nicht zu wissen. "Aha", sagt der alte Mann. "Sehen Sie, aber ich. Ich arbeite mit ihm. Dieselbe Gruppe, eine andere Abteilung. Man könnte mich als eine Art Grenzgänger bezeichnen. Und für Sie heiße ich Justin."
Delenn erhält unterdessen die Nachricht von Sheridan: "Hallo Delenn, wenn Sie diese Nachricht erhalten bin ich bereits auf Z'ha'dum, mit Anna. Ich kann mir gut vorstellen, wie Sie reagieren, wenn Sie das erfahren. Aber ich glaube es ist der einzig richtige Weg. Als wir uns auf Babylon 4 in der Zeitverwerfung befanden wurde ich für kurze Zeit in die Zukunft versetzt (War Without End, Part II/ Tausend Jahre durch die Zeit). Wir hatten den Krieg gewonnen aber Centauri Prime war verwüstet worden. Sie sagten zu mir, dass man diese Zukunft nicht ändern könnte und dann sagten Sie noch, 'Fliege nicht nach Z'ha'dum! Hast Du mich verstanden? Du darfst nicht nach Z'ha'dum fliegen!' Ich habe mich gefragt, ob die Zukunft sich so entwickelt hat, weil ich auf Sie gehört habe und nicht nach Z'ha'dum geflogen bin. Was wäre, wenn ich die Zerstörung von Centauri Prime verhindern und den Krieg mit den Schatten beenden könnte indem ich nach Z'ha'dum fliege. Denn ich will nur eines: ich will am Leben bleiben gemeinsam mit Ihnen. Aber Sie haben schon ganz richtig gesagt, es geht um mehr als um das, was ich will. Deshalb fliege ich, obwohl ich weiß, dass es höchstwahrscheinlich eine Falle ist."
Auf Z’ha’dum erklärt Justin Sheridan, unterdessen, dass vor Millionen von Jahren Mächte existierten die ihre Vorstellungskraft bei Weitem übersteigen würden. Sie hätten die Galaxis durchstreift, und den meisten von ihnen sei sie irgendwann zu eng geworden. Daher hätten sie sich auf die Suche nach neuen grünen Weiden begeben. Nur zwei Völker blieben zurück. Man könnte sie so etwas wie Hirten nennen. Sie hätten es sich zur Aufgabe gemacht, den jüngeren Völkern zu helfen, ihre Evolution zu unterstützen, als Führer auf einem Weg, der zu etwas Besserem führen sollte. "Das eine Volk sind die Vorlonen", wirft Morden ein, "das andere Volk wird von Ihnen die Schatten genannt." "Man könnte sagen, die Vorlonen sind so etwas wie die Eltern der jüngeren Völker". fährt Justin fort. "Sie wollen, dass man ihre Spiele spielt, alles in Ordnung hält und sich nach ihren Vorschriften richtet. Ich finde, man könnte sie beinahe Herren der Ordnung nennen." "Das andere Volk", sagt Anna, "das, das hier lebt, ist der Ansicht, dass Stärke nur durch Kampf entstehen kann. Deshalb soll auch unser Potential freigesetzt und nicht eingeengt werden." "Im Grunde ist es ganz einfach", übernimmt nun wieder Justin. "Man bringt zwei Parteien zusammen und sie kämpfen gegeneinander. Viele finden den Tod. Aber die, die den Kampf überleben, sind natürlich stärker, klüger und besser." "Als würde man einen Ameisenhügel zerstören", vergleicht Morden. "Die nächste Generation ist stärker. Der Ameisenhügel wird neu errichtet und ist besser." Also, resümiert Sheridan, tauchten die Schatten alle Tausend Jahre aus dem Nichts auf und zerstörten alle Ameisenhügel. Sie begännen Kriege und vernichteten ganze Völker. Leider sei es so, gibt Justin zu, dass einige Völker auf der Strecke blieben, aber dadurch dürfe man sich seinen Traum nicht zerstören lassen.
Auf Babylon 5 werden Störsignale empfangen, woraufhin von allen Seiten Schattenschiffe erscheinen und die Station einkreisen. Ivanova befiehlt Roten Alarm. Da keines der Schattenschiffe angreift, befielt Ivanova den Kampffliegern zu starten, aber vorerst nichts zu unternehmen.
Morden empfiehlt Sheridan, sich an die lange Geschichte der Kämpfe auf der Erde zu erinnern. 6000 Jahre lang habe es ununterbrochen Kriege gegeben. Aber er müsse auch sehen, was dadurch entstanden sei: „Wir haben die Sterne erreicht, haben das Atom gespalten, Kunstwerke geschaffen. Wären wir uns nicht gegenseitig an die Kehle gegangen, wären wir nie soweit gekommen. Das ist Evolution. Sie hat uns nach vorn gebracht, Schritt für Schritt."
Eigentlich habe es ein Gleichgewicht der Kräfte zwischen ihrer Seite und der der Vorlonen geben sollen, sagt Anna, aber die Vorlonen hielten ihren Weg für den einzig richtigen. Sie hätten sich andere Völker zur Unterstützung geholt, zum Beispiel die Minbari, und sich sogar in die Evolution jüngerer Völker eingemischt. "Wenn Sie einen Vorlonen anblicken", meldet sich jetzt wieder Morden, "sehen Sie nur das, was Sie sehen sollen. Sie werden von den Vorlonen manipuliert, damit Sie einen positiven Eindruck gewinnen. Die haben sogar die genetische Entwicklung manipuliert und einige Menschen gezielt verändert. Was denken Sie eigentlich, warum vor rund hundert Jahren so viele Telepathen aus dem Nichts aufgetaucht sind?"
"Auf mehr als hundert Planeten haben sie in die Evolution eingegriffen. Im nächsten Krieg sollten die Telepathen als Kanonenfutter dienen", erklärt nun wieder Justin. "Zum Glück sind unsere Freunde ihnen zuvorgekommen und mit Hilfe des Psi-Corps haben sie erreicht, dass die Telepathen nun auf unserer Seite stehen. John, unsere Freunde sind überzeugt, dass die Menschen ein großes Potential besitzen. Wenn alles vorbei ist, werden wir die Nummer Eins sein. Wir werden als Erste wieder aufbauen und wir werden alles bestimmen. Aber leider gibt es noch ein Hindernis und das sind Sie. Das heißt, wir können also jetzt entweder zusammenarbeiten oder wir werden Ihnen im wahrsten Sinne des Wortes Ihre Basis entziehen."
Unter den Kampffliegern vor der Station befindet sich auch Garibaldi in einem auf Starfury. Ivanova versucht Draal zu erreichen, aber die Kommunikation wird gestört. Ivanova weiß, dass das Auftauchen der Schiffe irgendetwas mit dem Captain zu tun hat, aber sie versteht nicht, worauf sie warten.
Anna erklärt, dass es wichtig sei, dass Konflikte entstünden, da dadurch Wachstum und Evolution gefördert würden. Er aber brächte die Völker dazu, zu kooperieren und das gefährde das eigentliche Ziel. "Wann immer der Prozess anläuft", ergreift Morden wieder das Wort, "hat es jemanden gegeben, dem es gelingt, die Völker zu organisieren. Sie haben das auch erreicht. Das ist gewiss eine lobenswerte Leistung. Aber unsere Ziele werden durch Sie nachhaltig blockiert. "Und wieso töten Sie mich nicht einfach?" will Sheridan wissen. Weil dann irgendjemand da wäre, erläutert Justin, um ihn zu ersetzen. Es sei immer ein Problem, wenn man Märtyrer erschaffe. Sie hofften, dass er mit ihnen arbeiten würde. Er habe Einfluss, sei ein Leitbild. Er ginge in eine Richtung und ganze Völker tendierten dazu, ihm vorbehaltlos zu folgen. Er solle klug handeln und die anderen Völker vergessen, die er nicht immer zusammenhalten könne. „ Das heißt“, sagt Justin, „ arbeiten Sie mit uns zusammen oder..." "Sie machen das Gleiche mit mir wie mit Anna", ergänzt Sheridan. Annas entsetzter Blick richtet sich erst auf Justin, dann auf Morden. „Was willst du damit andeuten?" fragt sie dann. "Du hast ihre Erinnerungen, du hast ihre Stimme, du besitzt sogar ihre DNS“, antwortet Sheridan, „nur nicht die Persönlichkeit. Ich sehe diese Augen, aber die Frau, die ich geliebt habe, die ich geheiratet habe ist nicht da. Sie hätte sich Ihnen niemals freiwillig angeschlossen."
Er habe Recht, räumt Justin ein, Anna hätte den Fehler gemacht, sich falsch zu entscheiden. Währenddessen greift Sheridan verstohlen an sein Hosenbein. "Sie haben sie in eines dieser Schiffe gesteckt, richtig?" fragt Sheridan. Er nimmt, ohne dass es jemand bemerkt, die PPG, die er versteckt hatte. „Und woher wissen Sie das?" fragt Morden. Sheridan erzählt von dem Raumtransporter mit veränderten Telepathen den sie aufgegriffen hätten (Ship Of Tears /Der Feind meines Feindes). Das Wesen, er zeigt dabei auf Anna, habe eine Narbe an der gleichen Stelle des Hinterkopfes. Justin erklärt, dass die Telepathen für die Zentralprozessoren ihrer Schiffe gebraucht würden, aber man Anna wieder herausgeholt hätte, als man wusste, in welchem Verhältnis sie zu Sheridan stünde. Allerdings sei man danach nicht mehr wie zuvor, man würde jeden Befehl befolgen. Hinter Sheridan betritt ein Schatten den Raum. „Und dass“, sagt Justin in herrischem Ton, „werden Sie jetzt auch tun!“ In diesem Moment springt Sheridan auf, dreht sich um und feuert auf den Schatten.
G'Kar kommt in die Kommandozentrale. Ivanova fragt ihn, ob sie die Bomben ins All befördern könnten, aber G'Kar sagt, das wäre zu gefährlich, die Explosion würde die Station mit vernichten. Aber genau deswegen sei er hier: zwei der Bomben würden fehlen.
Sheridan schleppt sich blutend und schweißgebadet durch einen steinigen Tunnel und kommt schließlich zu einer Balustrade, von der aus er über die Schattenstadt schauen kann. Direkt unten erblickt er einen tiefen Krater, dessen Grund nicht auszumachen ist. Über ihm befindet sich eine Glaskuppel, offenbar ist der ganze Ort von der äußeren Atmosphäre getrennt. Sheridan tippt Kommandos in seinen Com-Link und der Whitestar fliegt auf den Planeten zu mit dem Computerhinweis: „Der Countdown für die Explosion der thermonuklearen Bomben ist aktiviert." Hinter ihm kommt nun Anna aus dem Tunnel. „Du kannst nicht weglaufen“, sagt sie, „ komm wieder rein. Wir finden sicher eine Lösung." Sie sei tatsächlich nur mehr das, was man aus ihr gemacht habe, erklärt sie, Anna würde nie wieder zurückkehren. Aber sie könne ihn genauso lieben.
Delenn hört das Ende der Nachricht: „Ich werde nie vergessen, was du sagtest als ich ging, und deshalb sollst du wissen: Ich liebe dich auch, Delenn. Lebewohl." Delenn berührt den Bildschirm und als die Nachricht endet, sinkt sie weinend zusammen.
Sheridan sieht durch die halbtransparente Kuppel den Whitestar näher kommen. Er schaut in den Abgrund und hört die Stimme von Kosh sagen: "Springen Sie! Springen Sie - jetzt!" Sheridan schaut sich noch einmal gehetzt um und als Anna mit einer Gruppe von Schatten näher kommt, klettert er auf die Brüstung und springt in den Abgrund. Sein Fall scheint nicht zu enden. Anna beobachtet das mit Entsetzen, das noch größer wird, als der Whitestar durch die Kuppel bricht. Sie stößt einen erschütternden Schrei aus, als der Whitestar mit einer gewaltigen Explosion aufschlägt.
Die Schattenschiffe vor der Station machen plötzlich kehrt und fliegen weg. Während Garibaldi das beobachtet, überzieht ein Schatten sein Gesicht. Alle in der Kommandozentrale sind verblüfft. Sie würden wohl nicht länger eine Bedrohung darstellen, vermutet G'Kar. Ivanova glaubt zu wissen, warum: „Er ist tot." flüstert sie.
Delenn und Lennier beten bei Kerzenlicht, und wir hören G'Kars Stimme: „Das war das Ende des Erdenjahres 2260, und plötzlich, ganz unerwartet, gab es so etwas wie einen Waffenstillstand. Es schien, als würde um uns herum das Universum den Atem anhalten und warten. Alles Leben kann in zwei Hauptphasen eingeteilt werden, in die Phase des Überganges und in die Phase der Erleuchtung. Der jetzige Zeitpunkt schien beide Phasen zu umfassen."
Auf Ivanovas gequält klingende Frage berichtet Corwin, dass es keine Nachrichten vom Captain gäbe und sie keine Verbindung zum Whitestar bekämen, sie glaubten, dass er zerstört wurde. Außerdem sei einer der Kampfflieger nicht zurückgekommen. Ivanova, mit traurig-abwesender Mine fragt, wer der Pilot war und Corwin sagt: „Mr. Garibaldi."
G'Kar spricht: „G'Quan hat in seinem Buch geschrieben, es gibt eine größere Dunkelheit als die, die wir bekämpfen. Es ist die Dunkelheit der Seele, die von ihrem Weg abgekommen ist. Der Krieg, den wir führen, richtet sich nicht gegen Großmächte oder Herrscher, sondern gegen Chaos und Verzweiflung. Viel schwerwiegender als der Tod der körperlichen Materie ist der Tod der Hoffnung, der Tod der Träume, und vor dieser Gefahr dürfen wir niemals kapitulieren. Die Zukunft ist überall um uns herum. In der Phase des Übergangs wartet sie darauf, in der Phase der Erleuchtung neu geboren zu werden. Niemand weiß, wie die Zukunft aussieht und wohin sie uns führen wird. Nur eines wissen wir: Sie wird stets unter Schmerzen geboren."
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