Babylon 5 Universum


:: Ein Guide zum Guide


:: Staffel Eins
:: Staffel Zwei
:: Staffel Drei
:: Staffel Vier
:: Staffel FŁnf


:: Staffel Eins


:: Staffel Eins


:: 1x01 Midnight On The Firing Line
:: 1x02 Soul Hunter
:: 1x03 Born To The Purple
:: 1x04 Infection
:: 1x05 The Parliament Of Dreams
:: 1x06 Mind War
:: 1x07 The War Prayer
:: 1x08 And The Sky Full Of Stars
:: 1x09 Deathwalker
:: 1x10 Believers
:: 1x11 Survivors
:: 1x12 By Any Means Necessary
:: 1x13 Signs And Portents
:: 1x14 TKO
:: 1x15 Grail
:: 1x16 Eyes
:: 1x17 Legacies
:: 1x18 A Voice In The Wilderness, Part I
:: 1x19 A Voice In The Wilderness, Part II
:: 1x20 Babylon Squared
:: 1x21 The Quality Of Mercy
:: 1x22 Chrysalis


Babylon 5 Episodenguide


1x02 "Soul Hunter"

[Der Seelenjäger]


 ę Synopsis :: Review :: HintergrŁnde :: Notizen :: Synchrobug :: Zitate :: Eure Meinung (10) :: Credits Ľ 

Regie:
Jim Johnston
Drehbuch:
J. Michael Straczynski

Hauptdarsteller:
Michael O'Hare (Cmdr. Jeffrey Sinclair)
Claudia Christian (Lt. Comdr. S. Ivanova)
Jerry Doyle (Michael Garibaldi)
Mira Furlan (Delenn)
Richard Biggs (Dr. Stephen Franklin)
Andrea Thompson (Talia Winters)
Stephen Furst (Vir Cotto)
Andreas Katsulas (G'Kar)
Peter Jurasik (Londo Mollari)

Gaststars:
W. Morgan Sheppard (Seelenjäger)
John Snyder (zweiter Seelenjäger)
Toni Attell (Med. Tech.)
Jim Bentley (Mann)
Mark Conley (Techniker)
Marianne Robertson (Technikerin)
David D. Darling (Wache 1)
Ted W. Henning (Wache 2)

 Kurzinhalt
Als ein beschädigtes Schiff bei Babylon 5 strandet stellt man fest, dass es sich bei dem Piloten um einen Seelenjäger handelt, der die Seelen von besonderen Wesen nach deren Tod mitnimmt und verwahrt. Unter den Außerirdischen breitet sich Angst aus.


 Inhalt
Der neue Oberarzt der Medlabs, Dr. Stephen Franklin, trifft auf der Station ein.

Bei der Begr√ľ√üung erh√§lt Commander Sinclair eine Nachricht: es gibt ein Problem am Hyperraumsprungtor. Ein besch√§digtes Schiff verl√§sst nun das Sprungtor und befindet sich auf Kollisionskurs mit der Station. Sinclair fliegt mit einem Starfury los und kann das Schiff in letzter Sekunde bergen.

Der bewusstlose Pilot wird ins Medlab gebracht. Er gehört zu einer den Menschen unbekannten Rasse, und so bietet Minbari-Botschafterin Delenn ihre Hilfe an, da sie schon viele Rassen gesehen habe.

Als Delenn erkennt, dass es sich um einen Seelenj√§ger handelt, eine Spezies, die die Seelen von Verstorbenen einsammeln, rastet sie v√∂llig aus. Dieses Wesen, macht sie eindringlich klar, m√ľsse auf der Stelle von der Station geschafft werden, bevor jemand den Tod f√§nde.

Als der Seelenj√§ger erwacht, versucht er Franklin zu erkl√§ren, dass die Seelenj√§ger keine Diebe seien sondern die Seelen der Gro√üen zum Wohle aller bewahren. Sinclair bemerkt, dass der Seelenj√§ger gro√ües Interesse an den Minbari zu haben scheine. Der Seelenj√§ger erkl√§rt ihm, dass vor Jahren, als einer der gro√üen F√ľhrer der Minbari im Sterben lag, die Minbari einen "Wall aus K√∂rpern" bildeten, um ihn abzuhalten, sie h√§tten die Seele ihres Anf√ľhrers um jeden Preis verteidigt. Sein Tod sei ein verschwendeter Tod gewesen, da seine Gedanken und Tr√§ume f√ľr immer verloren gingen.

Sinclair, der bemerkt, dass die Außerirdischen Angst haben, beschließt, den Seelenjäger solange unter Bewachung zu halten, bis er sich erholt hat und sein Schiff repariert ist, damit er die Station verlassen kann.

Delenn spricht nun noch einmal mit dem Seelenj√§ger. Sie erf√§hrt von ihm, dass "seine Kinder" in Sicherheit seien, versichert ihm aber, sie werde sie finden und befreien. Nun erkennt er in Delenn eine der Minbari, die die Seele des Anf√ľhrers verteidigt hatten. Er wei√ü, dass man sie Satai Delenn nannte und fragt, was ein Mitglied des Grauen Rates auf einem Botschafterposten verloren hat. Delenn verl√§sst daraufhin verst√∂rt das Medlab.

Der Seelenjäger kann vermittels eines Tricks aus dem Isolab entkommen und sucht n’Grath, den Boss der Unterwelt auf, um sich einen Plan von der Station zu besorgen.


FŁr alle, die mehr wissen mŲchten, steht eine ausfŁhrliche Inhaltsangabe bereit.

 Episodenreview
von Christian Siegel

m Prinzip hat ein "Mystery"-Autor (in Ermangelung eines besseren Begriffes will ich es mal so ausdr√ľcken) 2 M√∂glichkeiten, um die Zuschauer an den Bildschirm zu fesseln. Entweder er bedroht einen oder gar mehrere Figuren, oder er baut ein interessantes R√§tsel auf, f√ľr dessen L√∂sung sich der geneigte Seher interessiert. In "Der Seelenj√§ger" hat JMS diese beiden Ans√§tze miteinander kombiniert. Um den Zuschauer gleich von Anfang an zu packen und seine Aufmerksamkeit zu gewinnen, beginnt JMS die 2. regul√§re Folge der Serie, eher untypisch, mit einer spannenden Situation. Versteht mich jetzt nicht falsch, damit will ich nat√ľrlich NICHT andeuten, dass JMS gleich zu Beginn die Station und damit alle an Bord befindlichen Lebewesen in Gefahr bringt, ist doch das kleine Schiffchen des Seelenj√§gers f√ľr Babylon 5 nicht im geringsten eine Bedrohung. Jedoch stellt sich die Frage, ob es Sinclair rechtzeitig gelingen wird, das Schiff zu bergen. Hier √ľbertreibt es JMS zugegebenerma√üen dann auch ein wenig - gelingt Sinclair die Rettung doch praktisch in letzter Sekunde.

Nachdem das Schiff geborgen und das fremde Wesen auf die Krankenstation gebracht wurde, konzentriert sich JMS auf das Mysterium rund um den seltsamen Besucher, der insbesondere die au√üerirdischen Rassen auf Babylon 5 in helle Aufregung versetzt. Trotzdem wird selbst bei diesen Teilen der Handlung nicht v√∂llig darauf vergessen, ein st√§ndiges Gef√ľhl der Bedrohung aufrecht zu erhalten. So stellt sich, nachdem Delenn Sinclair √ľber die Hintergr√ľnde bez√ľglich des fremden Besuchers aufgekl√§rt hat, die Frage: Hinter wem ist der Seelenj√§ger her? Als dieser schlie√ülich in einer sehr klischeehaft wirkenden Szene aus dem Medlab ausbricht (wobei man den Machern zu gute halten muss, dass sie alles getan haben, um diese Szene nicht zu standardm√§√üig wirken zu lassen - so bewegt sich der Seelenj√§ger wirklich au√üerordentlich schnell, und der Sicherheitsbeamte verst√§ndigt bevor er sich auf den scheinbar bewusstlosen Fremden zubewegt die Sicherheitszentrale) und Delenn entf√ľhrt, treten die philosophischen Fragen eher in den Hintergrund.

Es ist dieser Teil der Folge, der doch irgendwie unoriginell erscheint und dem es nicht gelingt, so richtig zu packen - ist doch dem Zuschauer v√∂llig klar, dass Delenn √ľberleben wird. Allerdings muss man JMS zu gute halten, dass er sich nicht rein auf die Bedrohung f√ľr Delenn konzentriert, sondern auch die zuvor aufgeworfenen Fragen rund um den Seelenj√§ger nie ganz au√üer acht l√§sst. Am Ende wird dann schlie√ülich auch der rote Faden rund um Sinclairs L√ľcke im Ged√§chtnis gekonnt weitergesponnen. Es sind eben diese kurzen Elemente wie die Offenbarung rund um "Satai" Delenn bzw. die Verwunderung vom Seelenj√§ger (siehe Original-Zitat), die den Zuschauer daran erinnern, dass diese Folge nur Teil einer viel gr√∂√üeren Handlung ist, die zwar in der 1. Staffel noch eher im Hintergrund verl√§uft, aber trotzdem fast st√§ndig weitergesponnen wird. Damit wird das Interesse des Zuschauers aufrecht erhalten bzw. gesteigert - und eben dies ist die gro√üe St√§rke von Babylon 5, mit der sich diese Serie von der Konkurrenz abhebt...

Wenn auch die Bedrohung rund um Delenn einen gr√∂√üeren Teil der Folge ausmacht, wirkt dieses Stilmittel doch ein wenig unoriginell und kann nicht g√§nzlich √ľberzeugen. Stattdessen ist es das Mysterium rund um den Seelenj√§ger, das wirklich interessant ist und den Zuschauer zu faszinieren vermag. Die Folge wirft einige nette philosophische Fragen auf, wobei vor allem interessant ist, dass fast jeder die Geschehnisse bzw. generell das R√§tsel rund um den Seelenj√§ger anders interpretiert. Doktor Franklin glaubt an derartig phantastisches nicht und zieht eine rein wissenschaftliche Erkl√§rung vor, w√§hrend Sinclair die M√∂glichkeit, dass der Seelenj√§ger die Wahrheit sagt, zumindest in Betracht zu ziehen scheint.

Interessant auch die Einblicke in den minbarischen Glauben - und wie eklatant sich diese Ansichten von jeden der Seelenj√§ger unterscheiden. So sind die Minbari davon √ľberzeugt, dass die Seelen aller Verstorbenen in eine Art Nirvana reisen, wo sie darauf warten, wiedergeboren zu werden. Eben deshalb sehen sie auch die Taten der Seelenj√§ger als Verbrechen an, werden die Seelen von ihnen doch quasi gestohlen, wodurch sich die Anzahl der "vorhandenen" Seelen laufend reduziert. Die Seelenj√§ger wiederum halten diese Ansicht der Minbari f√ľr dummen Aberglauben. Es gibt kein Leben nach dem Tod und auch keine Wiedergeburt. Wird eine Seele nicht direkt im Zeitpunkt des Todes eingefangen, geht sie unwiederbringlich verloren. Die Seelenj√§ger sehen sich also in keinster Weise als Diebe, sondern als Retter.

Was an dieser Folge nun besonders hervorsticht, ist die Tatsache, dass die aufgeworfenen philosophischen Fragen nicht beantwortet werden. Welche der Ansichten rund um Seelen letztendlich stimmt wird ebenso wenig gekl√§rt wird die Frage, was es mit der Maschine des Seelenj√§gers nun wirklich auf sich hat. Eben dies ist meines Erachtens eine weitere gro√üe St√§rke von Babylon 5 im Vergleich zu anderen Science Fiction-Serien und insbesondere nat√ľrlich Star Trek: JMS f√ľhlt sich nicht verpflichtet, alle Mysterien bis ins letzte Detail aufzukl√§ren und klare Antworten auf die aufgeworfenen Fragen zu geben. Vielmehr bleibt es dem Zuschauer √ľberlassen, wie er die Ereignisse aus dieser Episode interpretiert. Gibt es Seelen tats√§chlich, und haben die Seelenj√§ger die M√∂glichkeit, diese einzufangen? Handelt es sich so wie Doktor Franklin sagt nur um Kopien der Gedankemuster eines Lebewesens? Ist vielleicht alles nur Humbug? Diese Frage zu beantworten obliegt allein dem Zuschauer, und eben das ist das Sch√∂ne an Babylon 5: Mysterien d√ľrfen Mysterien bleiben...

Warum die Folge trotzdem nicht ganz zu den Besten z√§hlt, ist leicht erkl√§rt: Ja, die Idee ist sehr gelungen, aber was die Ausf√ľhrung betrifft, ist einfach anzumerken, dass Babylon 5 den richtigen Rhythmus und Ton noch nicht 100%ig gefunden hat. Trotz dem interessanten Mysterium und sp√§ter dann auch der Bedrohung f√ľr Delenn gelingt es der Folge nicht ganz, den Zuschauer richtiggehend zu fesseln und zu faszinieren. Dennoch ist "Der Seelenj√§ger" eine grundsolide Folge mit interessanten Ans√§tzen, die ordentliche Unterhaltung bietet.

Fazit: Eine gute Folge mit interessanten philosophischen Ans√§tzen, welche die aufgeworfenen Fragen nicht beantwortet, sondern dies dem Zuschauer √ľberl√§sst. Auch der Handlungsbogen wird dank der Information rund um Delenn weitergesponnen. Insgesamt fehlt es der Episode aber doch etwas an Spannung und Dramatik...

 HintergrŁnde
In dieser Folge wird die Cast durch die Vorstellung von Dr. Franklin komplettiert und es gibt einen kurzen Hinweis darauf, was mit seinem Vorgänger aus dem Pilotfilm, Dr. Kyle, geschehen ist.

Insbesondere f√ľr den Charakter von Delenn ist diese Folge zentral, denn dieser erh√§lt hier gleich eine ganze Portion Tiefe. Mira Furlan fand in dieser Folge besonderen Gefallen an ihrem Charakter: "Was mir an meiner Rolle besonders gef√§llt, ist, dass ich sowohl H√§rte als auch Sanftmut zeigen konnte."

Die Thematik der Seelenj√§ger wird in dem Film "The River Of Souls (Der Fluss der Seelen) nochmals ausf√ľhrlich thematisiert.


 Notizen am Rande...
Es gab zu dieser Folge eine fr√ľhere, andere Drehbuchversion. Joe Straczynski: "Es gab eine fr√ľhere Version des Drehbuchs, die ziemlich anders war als die, die letztlich produziert wurde. Ich denke, "Soul Hunter" war die erste oder zweite Episode, die ich schrieb. Als ich sie fertig hatte und verteilt hatte, habe ich sie mir nochmal angesehen und gedacht 'Das ist Mist.' und habe alle Kopien zur√ľckgerufen und ein Memo versandt, in dem ich schrieb, dass ich vor√ľbergehend von einem Idioten in Besitz genommen worden sei."

Besonders Mira Furlan war von Gaststar W. Morgan Sheppard in der Rolle des Seelenj√§gers angetan. "Ich denke, er ist einfach gro√üartig. Er hat eine gro√üe Theatervergangenheit, die mich an meine eigene Vergangenheit in Jugoslawien erinnerte, all die Geschichten, die Theatergeschichten, die alten Schauspieler. Es war, als ob ich wieder zum Theater zur√ľckgeworfen worden w√§re, diese besondere Art zu spielen. Es war auch ein wenig europ√§isches Flair da und wir hatten eine gute Zeit bei der Zusammenarbeit."




Die Review wurde mit freundlicher Genehmigung von Christian Siegel - Review Center √ľbernommen.