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Charaktere


Alfred Bester

von Gisa von Delft

Die sehr ausfĂŒhrliche Beschreibung des Lebens Alfred Besters orientiert sich an der "Psi-Corps Trilogie" von J. Gregory Keyes.

Vorgeschichte:

Als im Jahre 2115 die Existenz von Telepathen nachgewiesen wird, bildet sich eine Organisation die Telepathen testet und registriert. Diese geht spĂ€ter in das Psi-Corps ĂŒber, in der Telepathen "zu ihrem eigenen Schutz" zusammengefasst werden, getreu dem Motto: "Das Corps ist der Vater, das Corps ist die Mutter." Parallel dazu bildet sich auch eine mĂ€chtige Untergrundorganisation aus, die aus Telepathen besteht, die sich nicht registrieren lassen wollen und solchen hilft. Ein geringer Anteil von Telepathen ist allerdings nicht testbar. Der erste Direktor des Psi-Corps, Kevin Vacit, ist ein solcher nicht-testbarer, und daher unerkannter P12 Telepath.
Aus einer geheim gehaltenen Liaison mit einer Telepathin hat er eine Tochter, Fiona. Nach dem frĂŒhen Tod ihrer Mutter bringt Kevin das MĂ€dchen zu ihm vertrauten Telepathen in den Untergrund, da sie nicht im Psi-Corps aufwachsen soll. Jahre spĂ€ter werden Fiona und ihr Mann Matthew Dexter, der ebenfalls mit hohen telepathischen FĂ€higkeiten ausgestattet ist, zu charismatischen AnfĂŒhrern der Untergrundbewegung. Kevin Vacit duldet diese Bewegung da er der Ansicht ist, dass Evolution – vertreten durch den Untergrund – und gezielte Auslese durch ZĂŒchtung – beim Psi-Corps – Hand in Hand gehen sollten um das Beste hervorzubringen.
Diese Meinung Ă€ndert er, nachdem er auf einer Reise im Orbit der Venus von einem Vorlonen kontaktiert wird. Dieser klĂ€rt ihn ĂŒber die Bedeutung der Telepathen auf und macht ihm deutlich, dass nur gezielte ZĂŒchtung zum gewĂŒnschten Ergebnis fĂŒhre. Nun macht sich Kevin in voller Überzeugung daran, die Untergrundbewegung auszuhebeln.
Im SpÀtsommer (vermutlich August) 2189 bekommen Fiona und Matthew Nachwuchs, einen Jungen, Steven Kevin Dexter. Kevin Vacit erfÀhrt durch das beschlagnahmte Tagebuch einer jungen Telepathin von der Existenz seines Enkelsohnes.
Wenige Wochen darauf wird die Untergrundbewegung ausgehebelt. Fiona und Matthew finden dabei den Tod. Ihr Sohn wird jedoch kurz zuvor von einem GefĂ€hrten, dem abtrĂŒnnigen Psi-Cop Steven Walker, aus der Gefahrenzone gebracht. Dieser ĂŒberlĂ€sst das Kind an einem vermeidlich sicheren Ort der Obhut einer jungen Telepathin, um sich erneut dem Kampf zuzuwenden. Als er kurze Zeit spĂ€ter zurĂŒckkommt ist das MĂ€dchen mit dem Kind verschwunden.

Kevin Vacit steht an einem Bettchen im Kinderzimmer des Psi-Corps und entschuldigt sich im Geiste bei seiner Partnerin und seiner Tochter. Doch sie könnten stolz sein, es sei ein P12. Dem schlafenden Kinde, seinem VermĂ€chtnis, gibt er den Namen "Alfred Bester". (Anmerkung: Alfred Bester ist ein Science-Fiction Autor des 20. Jahrhunderts, fĂŒr dessen Werke Kevin Vacit schwĂ€rmte.)


Sechs Jahre spÀter:

Alfred Bester, fĂŒr den das Credo des Psi-Corps "Das Corps ist Mutter, das Corps ist Vater" Fakt wurde, wird mit den anderen von Anfang an beim Corps lebenden Kindern im Cadre Prime erzogen. Er ist ein fĂŒr sein Alter ziemlich kleiner Junge. Dennoch versucht er schon als SechsjĂ€hriger, sich durch mutiges Verhalten und bestimmtes Entgegentreten der Bevormundung durch andere Kinder, besonders durch den AnfĂŒhrer Brett, zu entziehen. Diese Kinder halten Alfie ohnehin fĂŒr seltsam, weil er eigensinnig und lieber fĂŒr sich allein ist. Er macht die wichtige Entdeckung, dass eher leises aber sehr bestimmtes Auftreten wenn man wĂŒtend ist, wirkungsvoller ist, als lautes BrĂŒllen oder gar körperliches Übergreifen. Auch lĂ€sst er sich nicht von der ĂŒblichen schwarz-weiß-Malerei beirren und schließt sich weder Vor- noch Pauschalurteilen an.

Als Alfred beim "Blips und Cops-Spielen" (Psi-Corps Variante von "RĂ€uber und Gendarm") einen anderen "Blip", betrĂŒgt, weil er dessen Strategie dumm findet, seine eigene aber nicht akzeptiert wird, wird er von den Aufsehern hart bestraft. Um ihm zu helfen, diese Bestrafung zu akzeptieren, erzĂ€hlt ihm eine Lehrerin eine Geschichte aus ihrem eigenen Leben. Die Essenz dieser Geschichte ist, dass Alfred durch diese Maßnahme stĂ€rker werden und sich verinnerlichen möge, niemals ein Mitglied der "Familie" zu betrĂŒgen. Sie mĂŒssten zwingend gegen die "Normalen" zusammenhalten, und besser, stĂ€rker und schlauer sein. Die "Normalen" seien deutlich in der Überzahl und hassten sie. Dennoch sei es ihr Job, sie vor sich selbst und Feinden von außen zu beschĂŒtzen. Dann sagt sie ihm mit seinen ungewöhnlich starken FĂ€higkeiten eine große Zukunft voraus. Eines Tages wĂŒrde er erkennen, wozu das alles gut war.

Einige Tage spĂ€ter wird Alfred zu einem sehr alter Mann gefĂŒhrt, seinem ihm unbekannten Großvater, dem Psi-Corps Direktor Kevin Vacit. Er fragt Alfred, was er werden möchte. Alfred antwortet: "Psi-Cop". Vacit fragt nach dem Grund. Alfred sagt wahrheitsgemĂ€ĂŸ, dass er beweisen wolle, dass er der Allerbeste sei, auch wenn er wusste, das war die falsche Antwort. Vacit bittet Alfred, niemandem gegenĂŒber dieses GesprĂ€ch zu erwĂ€hnen. Es bleibe abzuwarten, was aus ihm werde, er solle aber nicht glauben, dass es ihn glĂŒcklich machen werde, der Beste zu sein. Er werde das feststellen, auch wenn es dann zu spĂ€t sei. Bevor er Alfred gehen lĂ€sst ermahnt Vacit ihn, sich stets zu erinnern wer er sei und wie er groß wurde. Das Corps wĂ€re wichtig, wichtiger als man sich vorstellen könne. Dann setzt er noch hinzu, er solle die Schatten im Auge behalten, er solle beobachten und auf der Hut sein. Als er das hört hat Alfred fĂŒr einen Augenblick ein Bild von etwas Spinnenartigem in seinem Kopf.

Im Jahre 2200 nimmt Alfred, inzwischen 11 Jahre alt, an ĂŒberaus harten PrĂŒfungen teil, die ihn, woran er niemals gezweifelt hat, fĂŒr die Minor-Akademie qualifizieren. Er pflegt, im Sinne seines Berufswunsches, regelmĂ€ĂŸigen Kontakt zur West End MetaPol Station, einer Dienststelle der MetaPol Central Station. In dieser Station sind nur wenige Cops tĂ€tig und ein Lieutenant lĂ€sst ihn – unter der Hand – Blicke auf die Fahndungslisten werfen und so erfĂ€hrt er auch, dass der totgeglaubte Steven Walker noch lebt und man ihm auf den Fersen ist.

Alfred hat nach wie vor Probleme mit Kontakten zu anderen Altersgenossen. Einmal allerdings wird er eingeladen, an einem gemeinsamen Ausflug teilzunehmen. Da an diesem Unternehmen auch ein MĂ€dchen beteiligt ist das Alfred besonders gefĂ€llt, geht er mit. Allerdings kommt es dabei zu einer unangenehmen und demĂŒtigenden Begegnung mit "normalen" Jugendlichen. Dann erfĂ€hrt er, dass man ihn genau genommen nur aus Sorge wegen seiner mangelnden Kontakte mitnahm. Alfred stellt fest, dass er nicht enttĂ€uscht ist. Er glaubt jetzt zu wissen, dass er, um die anderen schĂŒtzen zu können, außerhalb stehen muss. Beim Fahrkartenkauf fĂŒr die RĂŒckfahrt fĂ€llt ihm eine Frau auf, die er in den Fahndungsakten gesehen hat. Er scannt die KartenverkĂ€uferin und findet heraus, wohin die abtrĂŒnnige Telepathin fahren will. Statt mit seiner Gruppe zurĂŒckzufahren nimmt Alfred eigenmĂ€chtig die Spur auf. Er fĂŒhlt sich glĂŒcklich – er ist auf der Jagd.

Diese eigenmĂ€chtige Jagd, gestaltet sich allerdings nicht ganz so einfach. Es gelingt Bester dennoch, der Frau bis nach Paris zu folgen. Er ist schnell in der Lage, sich auf die Gegebenheiten in der fremden Stadt einzustellen und folgt der Frau bis in die Kanalisation, in der Hoffnung, er werde vielleicht eine Untergrundzelle entdecken. Dieses Unternehmen geht jedoch grĂŒndlich schief, denn er wird von den AbtrĂŒnnigen entdeckt und gerĂ€t in ziemliche Gefahr. Letztlich wird er jedoch von Psi-Cops, die lĂ€ngst nach ihm fahnden weil er sich unerlaubt entfernt hatte, gefunden. Er soll fĂŒr sein eigenmĂ€chtiges Vorgehen bestraft werden. Bei seiner Anhörung wird er mit dem neuen Psi-Corps Direktor konfrontiert, einem "Normalen", der Telepathen hasst. Er spĂŒrt aber auch, dass die anderen Telepathen, die das wissen, aus diesem Grunde klar zu Bester halten. Ein fĂŒhrender Psi-Cop, Sandoval Bey, ĂŒbernimmt die Aufgabe, seine Strafe festzusetzen.

Alfred muss viele Stunden als Statue an einem öffentlichen Platz in Teeptown verbringen. Das bedeutet, er darf sich stundenlang nicht bewegen, auf Fragen nur mit einem vorgegebenen Satz – dass er als abschreckendes Beispiel fĂŒr Ungehorsam dem Corps gegenĂŒber dort stĂŒnde – antworten, und muss alles, was andere Teeps sagen oder machen ĂŒber sich ergehen lassen. Nach einigen Tagen fĂŒhlt er sich so gedemĂŒtigt, dass er Bey zur Rede stellt.

Bey, der offensichtlich alles ĂŒber Alfred weiß, erklĂ€rt ihm, die Aufgabe eines Psi-Cops sei nicht, anderen etwas zu beweisen, sondern etwas fĂŒr sie zu tun. Das sei eine schwere Aufgabe, die auf Dauer ohne UnterstĂŒtzung, ohne GefĂ€hrten, die auch fĂŒr einen da wĂ€ren, einen auffangen wĂŒrden, nicht zu bewĂ€ltigen sei. Er brauche seine GefĂ€hrten. Er lĂ€sst Alfred auch spĂŒren, wie wichtig menschliche Anteilnahme ist.

DarĂŒber hinaus macht er Alfred klar, dass es unerlĂ€sslich ist, Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu sehen, nur so kann man der Wahrheit nahe kommen. FĂŒr jeden einzelnen stellt sich die gleiche Sache anders da – was sich nicht nur durch sein Verhalten zeigt, sondern auch in seinen Gedanken. In den folgenden Tagen begreift Alfred diese Lektion. Als er nach 14 Tagen aus der Strafe entlassen wird, dankt er Bey und bittet ihn um ein weiters GesprĂ€ch.

Die GesprĂ€che zwischen Bey und Alfred Bester etablieren sich. Eines Tages fragt Bey Bester, ob er mit ihm zusammen eine AbtrĂŒnnige suchen wolle. SelbstverstĂ€ndlich ist Bester sofort einverstanden und erfĂ€hrt so einiges darĂŒber, was einen guten Cop ausmacht. Auch legt Bey ihm nah, sich um Humor zu bemĂŒhen, der ihm immer wieder helfen könne mit Situationen und Mitmenschen umzugehen.

Schon wenig spĂ€ter kann Bester feststellen, dass es ihm nun gelingt und Freude macht, sich einer Gruppe Jugendlicher anzuschließen. Auf den Kontakt zu Bey muss er allerdings verzichten. Bey erklĂ€rt ihm, er wisse, dass der ehemalige Direktor Vacit große Hoffnungen in Alfred legte und er ihn anfĂ€nglich auch deshalb unter seine Fittiche nahm. Nun aber fĂŒrchtet er, dass dieser Kontakt negative Auswirkungen bezĂŒglich des neuen Direktors haben könnte und er ihn deshalb, in Alfreds Interesse, strikt unterbinden werde.

Ein paar Monate spĂ€ter, es ist das Jahr 2208, wird der inzwischen 19-jĂ€hrige Bester vom Direktor des Corps befragt, auch nach seinem VerhĂ€ltnis zu Bey. Offensichtlich hĂ€lt man Bey fĂŒr einen AbtrĂŒnnigen-Sympathisanten. Drei Wochen spĂ€ter steht Alfred allein an Beys Grab. Es heißt, er habe sich erhĂ€ngt, was Bester nicht recht glauben kann, Bey hasste Selbstmord. Alfreds GefĂŒhle sind aufgewĂŒhlt und ambivalent.

Eine Weile spĂ€ter macht Bester bei einer gemeinsamen Übung in der Akademie die nĂ€here Bekanntschaft von Elisabeth Montoya, die erst als Jugendliche zum Corps kam. Es entwickelt sich eine Liebesbeziehung. Nach etwa einem Jahr offenbart Montoya Bester, dass sie aus dem Corps fliehen will und sich wĂŒnscht, dass er mit ihr geht. Da sie nicht im Corps aufgewachsen ist, hat sie eine deutlich kritischere Einstellung. Alfred, fĂŒr den das Corps einziger RĂŒckhalt ist, kann das nicht nachvollziehen und fĂŒhlt sich dem Corps gegenĂŒber verpflichtet. Er verrĂ€t seine Freundin und ihre Flucht wird vereitelt.


Vierzehn Jahre spÀter

Im Jahre 2222 entdeckt Bester, inzwischen 33 Jahre alt und erfolgreich als Psi-Cop tĂ€tig, bei einer Jagd auf AbtrĂŒnnige die Spur von Steven Walker, der immer noch der FĂŒhrer der Untergrundbewegung ist. Aufgrund seiner hervorragenden FĂ€higkeiten als Cop erhĂ€lt Bester die Erlaubnis, diese Spur, die auf den Mars fĂŒhrt, zu verfolgen.

Die Untergrundzelle wird mit UnterstĂŒtzung des BĂŒro Sigma gestĂŒrmt und Bester findet Walker. Walker entschuldigt sich bei Bester fĂŒr alles was mit ihm geschehen ist, denn es sei seine Schuld. Er ĂŒbermittelt ihm die wahre Geschichte seiner Herkunft und Bilder seiner Eltern. Bester kĂ€mpft mit dem GefĂŒhl der Vertrautheit. Dennoch, oder gerade deshalb, tötet er Walter. Als man spĂ€ter beide findet ist es kaum möglich, Bester die PPG, aus der er unablĂ€ssig gefeuert hat, aus der linken Hand zu nehmen, so fest hĂ€lt er sie noch immer.

Bester wird auf die Krankenstation gebracht, wo Natascha Alexander (die Großmutter von Lyta) ihn aufsucht und nach den Geschehnissen befragt. Alfred behauptet, sich an nichts zu erinnern und suggeriert sich selbst, Walker habe womöglich seine Eltern gekannt und dann die Tatsachen verdreht um ihn fertig zu machen. Natascha, die sich Kevin Vacit verpflichtet fĂŒhlt, drĂ€ngt nicht weiter auf AufklĂ€rung. Besters linke Hand ist, ohne dass man eine organische Ursache feststellen kann, vollstĂ€ndig gelĂ€hmt.

Noch auf der Krankenstation wird Al fĂŒr seinen ersten Totenbettscan geholt. Dieses Verfahren ist fĂŒr Telepathen nicht ungefĂ€hrlich und wird fĂŒr gewöhnlich nicht öfter als zwei Mal durchgefĂŒhrt. Bester meldet sich jedoch in der Folgezeit fĂŒr insgesamt fĂŒnf solcher Scans, was nicht nur seinen engsten Kollegen Eric ziemlich beunruhigt.

Kurz darauf schlĂ€gt ihm der stellvertretende Direktor ein Treffen mit einer jungen Frau vor, die genetisch hochgradig kompartibel mit ihm sei. Alisha Ross ist eine nicht unattraktive P12 Telepathin von angenehmer Wesensart, corps-treu und im Innendienst tĂ€tig. Alfred ist froh festzustellen, dass er sich nicht in sie verliebt, sie aber als GefĂ€hrtin, zu der er sich zugehörig fĂŒhlt, gut akzeptieren kann. Sie wird seine Frau und die heftigen AlptrĂ€ume, die Al seit einiger Zeit plagen, werden etwas milder.

Bester setzt sich einem weiteren Totenbettscan aus. Dieser siebte Scan, weiß er, wird ihn zur Legende machen. In den letzten Momenten des Lebens dieser AbtrĂŒnnigen erlebt er eine höchst beĂ€ngstigende Szene mit, die die Frau bei einem Einsatz auf dem Mars erlebt hatte. Er hört einen entsetzlichen Schrei und wird verfolgt von einem spinnenartigen Etwas. Dann entgleitet die Frau. Al ist weiter mitgegangen als je zuvor. Auch wenn er spĂŒrt, dass irgendetwas mit dem Toten geht, hat er doch noch immer nicht erfahren, was er wissen will.

Dennoch wird er gewahr, dass die Grenzerfahrung ihn immer zur Vergangenheit fĂŒhrte, er sich nun aber auf seine Zukunft konzentrieren sollte. Er denkt an seine Frau und Kinder, die sie haben werden. Er kommt zuversichtlich heim um dort festzustellen, dass Alisha mit einem anderen Mann zusammen war. Obgleich auch er seine Frau nicht liebt, fĂ€llt in dem Moment seine Zukunftsvision in sich zusammen. Al erfĂ€hrt, dass sie den Mann schon lange kennt und Alfred nur heiratete, weil das Corps meinte, es mĂŒsse sich jemand um ihn kĂŒmmern. Alfred fĂŒhlt sich betrogen und in den folgenden Wochen leben die beiden mĂŒhsam nebeneinander her.

Dann aber erhĂ€lt er einen Anruf, auf den er gewartet hatte: Alfred wird zu einem erneuten Totenbettscan gerufen. Diesesmal nun gelingt es ihm, den Punkt zu ĂŒberschreiten an dem er bisher zurĂŒckblieb. Der Arzt kann Bester nur mit MĂŒhe ins Leben zurĂŒckholen. Alfreds Erkenntnis ist, dass der Sterbende das mitnimmt, was in seinem Herzen, seiner Seele ist. FĂŒr ihn fĂŒhlte sich der Übergang an, als stĂŒlpe man beispielsweise eine Socke von außen nach innen. Da war nichts. Sein Herz war vollkommen leer.

Am Tag darauf steht seine Frau an seinem Krankenbett und eröffnet Bester, dass sie schwanger ist. Zwar hat er sich bereits fĂŒr Dienste weitab der Heimat gemeldet, dennoch gefĂ€llt ihm der Gedanke, Nachkommen mit entsprechenden FĂ€higkeiten zu haben.

Einige Jahre spĂ€ter, es ist das Jahr 2252 Bester ist mittlerweile auf dem Mars FĂŒhrer des Black Omega Schwadrons, reißt er bei einem Zwischenfall einer "Normalen" Bilder aus der Tiefe ihres GedĂ€chtnisses. Obgleich diese Frau, auf dem Mars geboren, diesen Planeten nie verlassen hat, sind es beĂ€ngstigende Bilder von Spinnen. Bester erinnert sich, Ă€hnliche Bilder schon einmal bei einer AbtrĂŒnnigen gesehen zu haben.

Eines Tages ersucht Brett, sein "Bruder" aus Cadre Prime den er seit der Jugend nicht mehr sah, Bester um ein Treffen an einem einsamen Ort. Bester ist Ă€ußerst misstrauisch, dennoch geht er darauf ein und wird von Brett ĂŒber die VerĂ€nderungen im Corps, die sich unter dem "normalen" Direktor Johnson vollzogen haben, aufmerksam gemacht. Sehr eindringlich macht Brett Bester klar, dass die wirklich guten Telepathen ausgebotet und auf unwichtige Posten abgeschoben wĂŒrden, wĂ€hrend die Leitung des Corps der Regierung und großen Firmen wie IPX zuarbeite. Er ahnt nichts Gutes und vermittelt Bester eindringlich, dass er ihre grĂ¶ĂŸte Hoffnung sei, Licht in diese Angelegenheit zu bringen.

In der Tat gelingt es Bester durch geschicktes Taktieren, bereits kurz nach dem Treffen einen Angehörigen des BĂŒros Sigma dazu zu bewegen, ihm etwas Ă€ußerst Geheimes zu verraten. Er bringt ihn zu einem Ausgrabungsort auf Syria Planum, an dem man etwas sehr Außergewöhnliches gefunden hat. Es handelt sich um ein Raumschiff, dass die Form einer Spinne hat und offenbar ĂŒber organische Technologie verfĂŒgt. Bester erinnert sich an die Bilder, die er aus der Erinnerung der Frau und der AbtrĂŒnnigen gezogen hatte und an Vacit, der ihm geraten hatte, auf die Schatten zu achten. Bester weiß nun, dass Bretts Vermutung stimmt.

Unmittelbar darauf wird er auch schon, allein, ohne irgendeine Begleitung, in die Beta-Colonie abberufen. Er soll hier einen Serienmord an Telepathen aufklĂ€ren. UnterstĂŒtzt wird er hier nur durch eine andere Telepathin, eine sehr junge Frau namens Lyta Alexander.

Als er den Mörder ĂŒberfĂŒhrt hat, steckt Bester ihn in eine Zwangsjacke und belegt dessen Gedanken mit fĂŒrchterlichen Bildern. Lyta, die darĂŒber sehr schockiert ist, erklĂ€rt er, dass dieser Mann, sollte es ihm je gelingen, freizukommen, seinem Leben sofort ein Ende machen wĂŒrde. So könne er nie mehr zu einer Gefahr fĂŒr Telepathen werden. Er habe mehrere Morde begangen und diese Bestrafung sei absolut gerechtfertigt. Als er seine Arbeit beendet hat, fragt er sich, ob Lyta vielleicht eine Spionin sei, die seine unkonventionellen Vorgehensweisen aufdecken und ihn, im Sinne der Psi-Corps FĂŒhrung, diskreditieren sollte. Dann jedoch nimmt er sich vor, dererlei paranoide Überlegungen zu unterlassen, da sonst Direktor Johnson am Ende noch erreichen wĂŒrde, was er wolle.

Bester hat in einem ehemaligen Bergwerk, auf einem in Vergessenheit geratenen Asteroiden, eine kleine geheime Einrichtung geschaffen, in der er sich, unterstĂŒtzt nur von seinen engsten Mitarbeitern, mit den gefangenen AbtrĂŒnnigen beschĂ€ftigt. Von einem dieser Gefangenen erfĂ€hrt er, dass die Regierung mit IPX zusammen ein Forschungsschiff, die 'Icarus', in die Randgebiete schicken will, da die Spur des auf dem Mars gefundenen Schiffes dort hinfĂŒhrt.

Als Leiter des Black Omega Schwadrons ist es auch Besters Aufgabe, Nachwuchs auszubilden. Hier fĂŒhlt er sich nun besonders verbunden und verantwortlich fĂŒr einen jungen hoffnungsvollen Telepathen namens Byron. Bester findet große Befriedigung in seiner Rolle als Mentor.

Weiterhin die AktivitÀten des Corps-Direktors verfolgend gelingt es Bester, gemeinsam mit Byron durch eine gewagte Aktion, die ihn beinahe das Leben gekostet hÀtte, auf eine geheime Psi-Corps-Basis auf dem Jupitermond Ganymed zu kommen.

Dort erfĂ€hrt Bester, dass man auf GĂ€ste wartet. Einer von ihnen, ein ArchĂ€olinguist namens Dr. Morden, ist bereits eingetroffen. In der Nacht wird Bester von Cops aus dem Bett geholt und zu Direktor Johnson gebracht, der trotz seines hohen Alters und seiner Ă€ußersten Gebrechlichkeit auch auf der Basis ist.

Johnson hat tatsĂ€chlich vor, Bester zu eliminieren. Bester jedoch hat diese Begegnung von langer Hand vorbereitet. Seit 20 Jahren plant er schon, den Direktor zu töten. Schon seit er ihn, als Kind, zum ersten Mal sah, wusste er, dass dieser Mann die Telepathen hasst. Er hat das Psi-Corps zusammen mit hohen Regierungskreisen - u. a. VizeprĂ€sident Clark und hohen Kreisen von IPX und anderen Megakonzernen - fĂŒr deren Zwecke missbraucht. Auch wenn Bester weiß, dass diesem Direktor andere entsprechende nachfolgen werden, lĂ€sst er ihn von seinen Vertrauten, die er nach und nach in den engen Kreis um den Direktor gebracht hat, vermittels einer Granate töten. NatĂŒrlich gestaltet er es so, dass auch er selbst Verletzungen davontrĂ€gt, und es nach einem Anschlag durch AbtrĂŒnnige aussieht.

Obgleich Bester Byron fĂŒr einen sehr fĂ€higen Kandidaten fĂŒr seinen inneren Kreis hĂ€lt, lĂ€sst er ihn volĂ€ufig ĂŒber die ZusammenhĂ€nge in Unkenntnis.

Als Bester zurĂŒckkommt erfĂ€hrt er von Donne, einer Telepathin aus seinem inneren Kreis, dass es einen Zwischenfall gegeben habe bei Experimenten mit organischer Technologie, mit der sich die Wissenschaftlerin Anna Sheridan befasste. Bei einem Telepathen kam es dabei zu schweren SchĂ€den. Bester ist nun mehr den je entschlossen, diese Technologie in die HĂ€nde seines Corps, nicht etwa die der Marionetten der Normalen, gelangen zu lassen. Er organisiert, dass Donne mit auf die IPX-Expedition in die Randgebiete gehen kann.

Bei einem Einsatz gegen AbtrĂŒnnige, die auf einem Transporter mitgenommen wurden ĂŒberlĂ€sst Bester, weil er die Zeit fĂŒr gekommen hĂ€lt, Byron die Aufgabe, nicht nur fĂŒr die Herausgabe der Telepathen sondern auch fĂŒr die Zerstörung des Transporters zu sorgen. Er weiß, dass die meisten jungen Telepathen den Sinn erst spĂ€ter begreifen, aber er hĂ€lt es fĂŒr notwendig, dieses Exempel fĂŒr die Normalen zu statuieren. Äußerst zögerlich erfĂŒllt Byron schließlich den Befehl.

Eine Weile spĂ€ter erhĂ€lt Bester in seinem BĂŒro auf dem Mars eine Mitteilung. Bei einem Einsatz des Schwadrons ist Byrons Flieger verloren gegangen und von ihm fehlt jede Spur. Bester wĂŒnscht sich im Grunde, dass Byron in seinem Einsatz den Tod gefunden hat, die andere denkbare Variante macht ihn, gerade bei dem jungen Mann, in den er persönlich soviel investierte, wesentlich betroffener. Außerdem erfĂ€hrt er, dass die ‚Icarus’ als verschollen gilt und er damit auch Donne verloren hat.

Bester resĂŒmiert: Es war niemals gut, wenn er zu viel Interesse an einem einzelnen Telepathen hatte. Im Grunde wusste er es schon als junger Mann, er musste fĂŒr das ganze Corps sorgen. Er musste das Corps sein, Vater und Mutter fĂŒr alle Telepathen. Er musste sie mit strenger Hand erziehen, aber ihnen auch immer wieder zeigen, es war ihre Familie, hier waren sie aufgehoben, gehörten zusammen.

Da kommt auch schon eine neue Meldung auf seinen Tisch: Im BĂŒro Sigma gab es wieder mal Probleme. Bei Jason Ironheart, einem Teilnehmer am Telekinetik-Projekt, war man wohl zu erfolgreich. Eine neue Aufgabe, wusste Bester, wĂŒrde ihm gerade jetzt gut tun. Außerdem war er noch niemals auf Babylon 5, das könnte sehr interessant werden.

Bester kommt in den folgenden vier Jahren noch einige Male auf die Raumstation um sich um AbtrĂŒnnige zu kĂŒmmern, oder auch in einer sehr persönlichen Angelegenheit, der Rettung seiner Geliebten Carolin, die als gefrorene Telepathin auf einem Transporter der Erd-Allianz unterwegs war, um zur Steuerungseinheit eines Schattenschiffes zu werden. Obgleich er diese Frau aus den HĂ€nden der Erd-Allianz und der Schatten retten kann, wird sie niemals wirklich gerettet. Sie stirbt wĂ€hrend der Telepathenkrise bei einem Bombenanschlag der AbtrĂŒnnigen auf die Anlage, in der die gefrorenen Körper aufbewahrt werden.

Nicht nur seine Helferin von der Beta-Colonie, Lyta, sondern auch seinen HoffnungstrĂ€ger Byron findet er, als AnfĂŒhrer der AbtrĂŒnnigen, auf Babylon 5 wieder. Er muss erleben, wie Byron, fĂŒr ihn völlig unverstĂ€ndlich, den MĂ€rtyrertod stirbt. Er muss erkennen, wie sehr Byron ihn und das Corps gehasst hat.

Nach der Telepathenkrise ist Bester, als flĂŒchtiger Kriegsverbrecher, in der gesamten Galaxis unterwegs um seinen Verfolgern, und hier insbesondere Michael Garibaldi, der immer noch auf Rache fĂŒr die Asimov-Blockade sinnt, unter deren Einfluss er Sheridan verriet, zu entkommen. Das gelingt ihm nicht zuletzt deshalb, weil er seinen Verfolgern von denen er ja viele selber ausgebildet hatte, immer einen Schritt voraus ist. Einmal benutzt er auch die Excalibur, um unentdeckt flĂŒchten zu können. Man duldete seine Mitnahme, weil er mit seinen FĂ€higkeiten half, an ein mögliches Gegenmittel fĂŒr die Drakhseuche heranzukommen.


Jahre spÀter

Im Jahre 2271 hat Bester, mittlerweile 82 Jahre alt mit weißem Haar und Bart, den Wunsch, nach Hause zurĂŒckzukehren. Eine vertraute Mitarbeiterin warnt ihn zwar, nicht zuletzt, da es nach der ĂŒberstandenen Drakhseuche sehr strenge Kontrollen gebe, er lĂ€sst sich jedoch nicht davon abbringen.

Alfred Bester ist wieder in Paris und schlendert durch die Straßen. Eine Auseinandersetzung, die eine Pensionsbesitzerin mit einer Gang junger Schutzgelderpresser hat, lĂ€sst ihn aufmerksam werden und er mietet sich als Claude Kaufmann, ehemaliger GeschĂ€ftsmann, in die kleine Pension in Pigalle ein. Niemand wĂŒrde ihn hier suchen.

In einem CafĂ© lernt er den Herausgeber eines literarischen Journals kennen, sie diskutieren ĂŒber ein Buch, das Bester gerade liest. Der Mann bietet ihm einen Job als Rezensent an, den Bester annimmt. Niemand wĂŒrde vermuten, dass er so etwas macht.

Und noch etwas passiert, das niemand, am wenigsten Bester selbst, vermutet hĂ€tte: er verliebt sich. Louise, die Pensionsbesitzerin, eine Normale, etwa 45 Jahre alte Frau, geht völlig unvoreingenommen mit dem offenbar einsamen "Claude Kaufmann" um. Sie renovieren gemeinsam die Pension, nachdem die Gang einen Brandanschlag verĂŒbte. Bester kann es allerdings nicht lassen, den AnfĂŒhrer des Nachts aufzusuchen und ihn zu "bearbeiten", so dass er sich am folgenden Tag bei der Frau entschuldigt und ihr zur Wiedergutmachung Geld gibt. Bester geht mit Louise gemeinsam einkaufen. Sie ĂŒberredet ihn, sich wenigstens ein nicht-schwarzes Outfit zu kaufen, das sie fĂŒr ihn aussucht, er schenkt ihr ein Kleid fĂŒr die Oper weil er registriert hatte, dass sie damit liebĂ€ugelt, es sich aber nicht leisten kann.

Bester ist irritiert ĂŒber seine GefĂŒhle fĂŒr diese Frau. Er denkt an seine vielen Totenbettscans bei deren letztem er festgestellt hatte, dass seine Seele vollkommen leer war. Nun denkt er an Carolyn und an die Frau, die jetzt so intensive GefĂŒhle in ihm wachruft und fragt sich, ob die Seele nachwachsen könne, wenn ein Mensch alt genug werde.

Michael Garibaldi, der nach wie vor hinter Bester her ist wie der Teufel hinter der Seele, hat inzwischen ĂŒber eine Medikamentenampulle, die seine Leute in einem von Besters Durchgangsquartieren gefunden haben, herausbekommen, dass Bester unter einer Krankheit leidet. Es handelt sich um ein nur bei wenigen Telepathen vorkommendes neurologisches Leiden, dass sich durch ein hochwirksames Medikament, das in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden aufgenommen werden muss, symptomfrei halten lĂ€sst. Hier hat Garibaldi, als Inhaber von Edgars Industries, nun die Möglichkeit, Besters Aufenthalt in Erfahrung zu bringen, also erwirbt er die Lizenz fĂŒr dieses Medikament.

Bester, der weiterhin sein neues Leben in Paris genießt, ist langsam beunruhigt, weil sein Medikament, dass er sich durch höchst verwickelte Umwege beschaffen lĂ€sst, immer noch nicht eingetroffen ist. Es wird langsam Zeit, wenn er nicht von den höchst unschönen Symptomen seines Leidens heimgesucht werden will.

Bester stellt eine vielfach umgeleitete telefonische Verbindung zu einem Kontaktmann her, um etwas ĂŒber sein Medikament zu erfahren. Als sich der Teilnehmer am anderen Ende meldet, hört er Garibaldis Stimme - und legt auf. Er kann sich zwar sicher sein, dass der Weg bis zu ihm nicht zurĂŒckverfolgt werden kann, aber nun weiß er, dass Garibaldi hinter der Medikamentenaktion steckt.

Nun muss er sich seine Ampullen auf anderem Wege beschaffen und geht zu dem Schutzgelderpresser, den er "bearbeitet" hat. Zusammen mit ihm bricht er in eine Apotheke ein, die das seltene Medikament fĂŒhrt. Der andere fĂŒllt seine Taschen mit schwarzmarktfĂ€higem Material und Bester tauscht unterdessen die Ampullen gegen mit Wasser befĂŒllte aus. Allerdings wurden sie entdeckt. WĂ€hrend es Bester mit grĂ¶ĂŸter MĂŒhe gelingt, zu entkommen, wird sein Partner erschossen.

Als er feststellt, dass es Ă€ußerst unwahrscheinlich ist, dass Garibaldi ihm nun auf die Spur kommen kann, genießt Bester sein GlĂŒck mit Louise. Auf einem Ausflug, den sie unternehmen, wird er allerdings Gewahr, dass er von einem anderen Telepathen erkannt worden ist. Er sucht ihn auf, fĂŒhrt ein GesprĂ€ch mit ihm ĂŒber die Vergangenheit und löscht dann, offenbar wirklich behutsam, die Erinnerung an ihn.

Dann erfĂ€hrt Bester, dass eine große Zeitung eine seiner Buchbesprechungen gedruckt hat. Er sucht den Verleger auf und erfĂ€hrt von ihm, dass er leider keine Möglichkeit gehabt hĂ€tte, Bester zu erreichen. Jedoch kommen die Rezensionen so gut an, dass der Verleger bereit ist, ihm eine hohe Summe dafĂŒr zu bezahlen, fĂŒr ihn zu arbeiten. Bester, alias Kaufmann, kann erreichen, dass er davon absieht, ein Bild von ihm zu den Rezensionen zu setzen und dass auch sein Privatleben absolut außen vor bleibt. Auf die nicht ganz ernst gemeinte Frage, ob er ein Kriegsverbrecher sei, antwortet Bester sarkastisch, er sei der geheime FĂŒhrer der Drakh und damit ist das Thema PrivatsphĂ€re erledigt.

Als er sich nun wieder ĂŒber sein Schreibpapier setzt beschließt er, keine Rezension, sondern etwas anderes zu schreiben. Vor seinem inneren Auge fĂŒgt sich nun sein ganzer bisheriger Lebensweg zusammen. Er hatte niemals an dem gezweifelt, was er tat. Dann kam der Krieg und danach sah er keinen Weg mehr, den er hĂ€tte gehen können, bis er nach Paris kam. Jetzt verstand er, was Freiheit bedeutet: er konnte alles sein und er konnte alles tun. Aber auch die Freiheit bedurfte eines Weges, einer Richtung und die formte sich nun aus dem Chaos und der Freude heraus.

Das Buch, Louise hatte ihn, nicht wissend, was dahinter steckte, angeregt, ĂŒber sein Leben zu schreiben, sollte nun entstehen. Die Telepathen waren der nĂ€chste Schritt in der Evolution. Die Normalen wussten dass, deshalb versuchten sie, sie aus dem großen Spiel zu kicken, sie zu töten, einzusperren oder zu "SchoßhĂŒndchen" zu machen. Sie waren einen Schritt weiter, wie die ersten Primaten, die Daumen besaßen, zwei Finger, die den anderen gegenĂŒber standen. Das war es – er schrieb den Titel seines Buches auf das Papier: ‚Der dritte Daumen’. Er wĂŒrde die Geschichte der Telepathen aufschreiben, nicht seine, sondern die aller, wirklich aller Telepathen.

Zuvor jedoch, hat er noch etwas anderes zu erledigen. Er besucht noch einmal den anderen Telepathen, nimmt ihn mit, um ihm angeblich etwas zu zeigen, und erschießt ihn dann am Ufer der Seine um die Leiche anschließend in den Fluss zu werfen. Es gibt so viele Morde in dieser großen Stadt, dass er sich keine Sorgen macht, dieser könnte aufgeklĂ€rt werden.

Ein Kriminalpolizist allerdings fahndet doch intensiver an dem Telepathenmord und erhÀlt einen Anruf von Garibaldi, der offenbar diesen Mord und den Apothekeneinbruch in einen möglichen Zusammenhang bringt. Garibaldi lÀsst ihn wissen, dass Bester "ihm gehört".

Auch ein Cop, der sich seit Jahren ein wenig um Louise kĂŒmmert, spricht Bester, als er zur Pension zurĂŒckkommt, auf den Tod des Schutzgelderpressers an. Er habe mit seinen Erpressereien merkwĂŒrdigerweise aufgehört, als Bester aufgetaucht sei und der Apothekeneinbruch sei völlig untypisch fĂŒr ihn gewesen. Bester kann ihn zwar besĂ€nftigen, stellt aber fest, dass die Dinge nicht gut fĂŒr ihn laufen. Wieder mal war es die Zuwendung zu einem anderen Menschen, die ihn in Schwierigkeiten gebracht hatte. Er kontaktiert seine Insider-Informanten, die jedoch nichts ĂŒber eine Suche nach ihm gehört haben. Dennoch weiß Bester, dass er verschwinden sollte.

Unterdessen ist Garibaldi in Paris angekommen und die Summierung der Informationen fĂŒhrt ihn in das richtige Stadtviertel, nach Pigalle. Hier lĂ€sst er intensiv verstĂ€rkte Kontrollen errichten. Auch hört er von dem Kriminalpolizisten einen fĂŒr Bester sehr typischen Ausspruch, der in der Zeitung in Buchkritiken zu lesen und zu einer Art "geflĂŒgeltem Wort" geworden ist. Er kauft sich eine dieser Zeitungen und stellt fest, dass kein Bild von Mr. Kaufmann abgedruckt ist, was er sehr suspekt findet. Dann jedoch wird Garibaldi von Psi-Cops der Metasensorischen Division in Haft genommen – er hatte, hieß es, als Zivilist, der er jetzt war, seine Befugnisse ĂŒbertreten.

Bester, der inzwischen von seinen Informanten erfahren hat, was lĂ€uft, wird von Louise erwartet, die sich alles zusammengereimt hat und dennoch bereit ist, mit ihm zu fliehen. Er jedoch kann sich nicht vorstellen, dass sie wirklich weiß, was das bedeutet und entschließt sich, die Erinnerung an ihn aus ihrem Gehirn zu entfernen. Als sie nach der Prozedur bewusstlos zurĂŒckbleibt, will er noch ein Portrait, das sie von ihm malte – er sollte es erst sehen, wenn es fertig war – vernichten. Als er sich das Bild ansieht weiß er, dass sie tatsĂ€chlich erkannt hatte, wer er war. In diesem Portrait war all das zu sehen – der Junge, der Mann, der Folterknecht, der Mörder, der Poet, der Liebende, der Ängstliche und der Hoffnungsvolle. Voller Gram fragt er sich, was er getan hat, aber es war zu spĂ€t. Er zerstört das Bild, nimmt seine neuen Ausweispapiere und verlĂ€sst das Haus.

Besessen von dem Gedanken, dass Bester wieder entkommen könnte, schafft es Garibaldi, den ĂŒbrigen Cops klar zu machen, dass die Leiterin ihrer Mission eine VerrĂ€terin ist und Bester zuarbeitet. Sie kann ĂŒberwĂ€ltigt werden und Garibaldi kommt frei.

Indessen hat aber der Schutzmann, der seit langem in Louise verliebt ist, Bester seine Waffe an die SchlĂ€fe gesetzt. Bester aber setzt den Mann außer Gefecht, indem er ihm klar macht, dass Louise ihn zeitlebens hassen wĂŒrde, wenn er fĂŒr Besters Tod verantwortlich wĂ€re. Als er hört, dass sich die TĂŒr der Pension hinter dem Schutzmann schließt, beginnt er zu rennen.

Nur Minuten spÀter erreicht Garibaldi mit seinen Leuten diesen Ort, muss aber feststellen, dass der Vogel schon wieder ausgeflogen ist. Da aber das gesamte Viertel umstellt ist sind die Cops sicher, dass Bester nicht entkommen kann.

Es beginnt ein KatzÂŽ und Mausspiel bei dem Bester Garibaldi eine Weile immer einen sehr knappen Schritt voraus ist. Schließlich stehen sich die beiden gegenĂŒber und es kommt zu einem Duell das damit endet, dass Garibaldi seine Waffe an Besters SchlĂ€fe gesetzt hat. Er drĂŒckt jedoch nicht ab. Er bringt es nicht fertig, denn er will nicht sein wie Bester. Er stellt fest, dass er ihm nicht allein gehört. So wird Bester letztlich von dem Kriminalkommissar festgenommen.

In Paris wird Bester vor Gericht gestellt und erneut seiner Taten angeklagt. Er bekennt sich nicht schuldig, denn er habe zwar getötet, es sei jedoch kein Mord gewesen, da es sich um einen Krieg gehandelt habe. Die abtrĂŒnnigen Telepathen, gegen die er gekĂ€mpft habe, hĂ€tten zu Zeiten des Psi-Corps als subversive Terroristen gegolten. Die Telepathen seien seit ĂŒber 150 Jahren, seit ihrer Entdeckung, verfolgt worden. Das Psi-Corps habe die Erd-Allianz Regierung eingerichtet. Man habe die Telepathen in ein Ghetto gebracht, ihnen Abzeichen verpasst und sie hĂ€tten gelernt, sich selbst zu kontrollieren, sonst wĂ€ren sie kontrolliert worden. Selbst jetzt sei es noch so, dass Telepathen ĂŒberwacht und gekennzeichnet wĂŒrden. Nur hĂ€tten sie keine Möglichkeiten mehr, zurĂŒckzuschlagen. Er habe lediglich fĂŒr die Rechte der Telepathen gekĂ€mpft, wie ein Krieger kĂ€mpft, und er hĂ€tte verloren. Aber er wĂŒrde nichts bereuen.

Zehn Jahre spĂ€ter schreibt Bester in einem HochsicherheitsgefĂ€ngnis in Genf immer noch an seinen Memoiren. Er bekommt "Sleepers", die Drogen, die die telepathischen FĂ€higkeiten unterdrĂŒcken. Sie wirken sich jedoch nicht generell dĂ€mpfend auf seinen Geist aus, so dass er seine Schreibarbeiten fortfĂŒhren kann. Von seinem Fenster aus hat er einen Blick auf Teeptown, wo noch immer Telepathen leben. Im Jahre 2281 steht er wieder einmal dort und hĂ€ngt seinen Erinnerungen nach. Da sieht er, dass das Denkmal des Telepathen, zu dessen Ehren das Psi-Corps eingerichtet wurde, weil er dem damaligen PrĂ€sidenten das Leben gerettet hatte, der "Grabber", wie die Kinder ihn nannten, durch eine neue Statue ersetzt wurde. Er schaut auf das mit einem Tuch verdeckte Monument und ĂŒberlegt, wen sie wohl zum Symbol der Telepathen erklĂ€rt hatten. Vielleicht Lyta, oder Byron?

Er hört die Übertragung der Einweihungszeremonie und erkennt, wen sie zu den neuen Leitfiguren erklĂ€rt haben. Das Monument zeigt Fiona und Matthew Dexter mit ihrem Baby, Steven Kevin Dexter. Vor Besters geistigem Auge passiert die Szene mit Steven Walker auf dem Mars noch einmal Revue. Walker hatte ihn ĂŒber seine wahre IdentitĂ€t aufgeklĂ€rt und Bester wollte es einfach nicht wahrhaben. Seit dem Tag, an dem er Walker erschoss, war seine linke Hand verkrĂŒppelt zu einer Faust geballt. Bester lacht ĂŒber die Ironie des Schicksals. Die Telepathen hatten, ohne die geringste Ahnung, denjenigen, den sie als ihren grĂ¶ĂŸten Kriegsverbrecher gejagt hatten, zum Symbol ihrer neuen Freiheit gemacht. Bester ĂŒberlegt, ob er sein delikates Geheimnis fĂŒr sich behalten solle. ZunĂ€chst aber war er auf eine sehr angenehme Art mĂŒde und entspannt – er wĂŒrde erst einmal schlafen gehen.

Am folgenden Morgen findet ein WĂ€rter Alfred Bester tot in seinem Bett. Ein LĂ€cheln umspielt dessen Lippen und das Gesicht wirkt zehn Jahre jĂŒnger. Die Finger seiner linken Hand sind nicht mehr zur Faust geballt, sondern völlig entspannt geöffnet.


Alfred Bester wird dargestellt von Walter Koenig. Die deutsche Stimme bekam er von Till Hagen, der u.a. auch Kevin Spacey synchronisierte und "Jerry Horne" in Twin Peaks.