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Charaktere


Alfred Bester

von Gisa von Delft

Die sehr ausführliche Beschreibung des Lebens Alfred Besters orientiert sich an der "Psi-Corps Trilogie" von J. Gregory Keyes.

Vorgeschichte:

Als im Jahre 2115 die Existenz von Telepathen nachgewiesen wird, bildet sich eine Organisation die Telepathen testet und registriert. Diese geht später in das Psi-Corps über, in der Telepathen "zu ihrem eigenen Schutz" zusammengefasst werden, getreu dem Motto: "Das Corps ist der Vater, das Corps ist die Mutter." Parallel dazu bildet sich auch eine mächtige Untergrundorganisation aus, die aus Telepathen besteht, die sich nicht registrieren lassen wollen und solchen hilft. Ein geringer Anteil von Telepathen ist allerdings nicht testbar. Der erste Direktor des Psi-Corps, Kevin Vacit, ist ein solcher nicht-testbarer, und daher unerkannter P12 Telepath.
Aus einer geheim gehaltenen Liaison mit einer Telepathin hat er eine Tochter, Fiona. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter bringt Kevin das Mädchen zu ihm vertrauten Telepathen in den Untergrund, da sie nicht im Psi-Corps aufwachsen soll. Jahre später werden Fiona und ihr Mann Matthew Dexter, der ebenfalls mit hohen telepathischen Fähigkeiten ausgestattet ist, zu charismatischen Anführern der Untergrundbewegung. Kevin Vacit duldet diese Bewegung da er der Ansicht ist, dass Evolution – vertreten durch den Untergrund – und gezielte Auslese durch Züchtung – beim Psi-Corps – Hand in Hand gehen sollten um das Beste hervorzubringen.
Diese Meinung ändert er, nachdem er auf einer Reise im Orbit der Venus von einem Vorlonen kontaktiert wird. Dieser klärt ihn über die Bedeutung der Telepathen auf und macht ihm deutlich, dass nur gezielte Züchtung zum gewünschten Ergebnis führe. Nun macht sich Kevin in voller Überzeugung daran, die Untergrundbewegung auszuhebeln.
Im Spätsommer (vermutlich August) 2189 bekommen Fiona und Matthew Nachwuchs, einen Jungen, Steven Kevin Dexter. Kevin Vacit erfährt durch das beschlagnahmte Tagebuch einer jungen Telepathin von der Existenz seines Enkelsohnes.
Wenige Wochen darauf wird die Untergrundbewegung ausgehebelt. Fiona und Matthew finden dabei den Tod. Ihr Sohn wird jedoch kurz zuvor von einem Gefährten, dem abtrünnigen Psi-Cop Steven Walker, aus der Gefahrenzone gebracht. Dieser überlässt das Kind an einem vermeidlich sicheren Ort der Obhut einer jungen Telepathin, um sich erneut dem Kampf zuzuwenden. Als er kurze Zeit später zurückkommt ist das Mädchen mit dem Kind verschwunden.

Kevin Vacit steht an einem Bettchen im Kinderzimmer des Psi-Corps und entschuldigt sich im Geiste bei seiner Partnerin und seiner Tochter. Doch sie könnten stolz sein, es sei ein P12. Dem schlafenden Kinde, seinem Vermächtnis, gibt er den Namen "Alfred Bester". (Anmerkung: Alfred Bester ist ein Science-Fiction Autor des 20. Jahrhunderts, für dessen Werke Kevin Vacit schwärmte.)


Sechs Jahre später:

Alfred Bester, für den das Credo des Psi-Corps "Das Corps ist Mutter, das Corps ist Vater" Fakt wurde, wird mit den anderen von Anfang an beim Corps lebenden Kindern im Cadre Prime erzogen. Er ist ein für sein Alter ziemlich kleiner Junge. Dennoch versucht er schon als Sechsjähriger, sich durch mutiges Verhalten und bestimmtes Entgegentreten der Bevormundung durch andere Kinder, besonders durch den Anführer Brett, zu entziehen. Diese Kinder halten Alfie ohnehin für seltsam, weil er eigensinnig und lieber für sich allein ist. Er macht die wichtige Entdeckung, dass eher leises aber sehr bestimmtes Auftreten wenn man wütend ist, wirkungsvoller ist, als lautes Brüllen oder gar körperliches Übergreifen. Auch lässt er sich nicht von der üblichen schwarz-weiß-Malerei beirren und schließt sich weder Vor- noch Pauschalurteilen an.

Als Alfred beim "Blips und Cops-Spielen" (Psi-Corps Variante von "Räuber und Gendarm") einen anderen "Blip", betrügt, weil er dessen Strategie dumm findet, seine eigene aber nicht akzeptiert wird, wird er von den Aufsehern hart bestraft. Um ihm zu helfen, diese Bestrafung zu akzeptieren, erzählt ihm eine Lehrerin eine Geschichte aus ihrem eigenen Leben. Die Essenz dieser Geschichte ist, dass Alfred durch diese Maßnahme stärker werden und sich verinnerlichen möge, niemals ein Mitglied der "Familie" zu betrügen. Sie müssten zwingend gegen die "Normalen" zusammenhalten, und besser, stärker und schlauer sein. Die "Normalen" seien deutlich in der Überzahl und hassten sie. Dennoch sei es ihr Job, sie vor sich selbst und Feinden von außen zu beschützen. Dann sagt sie ihm mit seinen ungewöhnlich starken Fähigkeiten eine große Zukunft voraus. Eines Tages würde er erkennen, wozu das alles gut war.

Einige Tage später wird Alfred zu einem sehr alter Mann geführt, seinem ihm unbekannten Großvater, dem Psi-Corps Direktor Kevin Vacit. Er fragt Alfred, was er werden möchte. Alfred antwortet: "Psi-Cop". Vacit fragt nach dem Grund. Alfred sagt wahrheitsgemäß, dass er beweisen wolle, dass er der Allerbeste sei, auch wenn er wusste, das war die falsche Antwort. Vacit bittet Alfred, niemandem gegenüber dieses Gespräch zu erwähnen. Es bleibe abzuwarten, was aus ihm werde, er solle aber nicht glauben, dass es ihn glücklich machen werde, der Beste zu sein. Er werde das feststellen, auch wenn es dann zu spät sei. Bevor er Alfred gehen lässt ermahnt Vacit ihn, sich stets zu erinnern wer er sei und wie er groß wurde. Das Corps wäre wichtig, wichtiger als man sich vorstellen könne. Dann setzt er noch hinzu, er solle die Schatten im Auge behalten, er solle beobachten und auf der Hut sein. Als er das hört hat Alfred für einen Augenblick ein Bild von etwas Spinnenartigem in seinem Kopf.

Im Jahre 2200 nimmt Alfred, inzwischen 11 Jahre alt, an überaus harten Prüfungen teil, die ihn, woran er niemals gezweifelt hat, für die Minor-Akademie qualifizieren. Er pflegt, im Sinne seines Berufswunsches, regelmäßigen Kontakt zur West End MetaPol Station, einer Dienststelle der MetaPol Central Station. In dieser Station sind nur wenige Cops tätig und ein Lieutenant lässt ihn – unter der Hand – Blicke auf die Fahndungslisten werfen und so erfährt er auch, dass der totgeglaubte Steven Walker noch lebt und man ihm auf den Fersen ist.

Alfred hat nach wie vor Probleme mit Kontakten zu anderen Altersgenossen. Einmal allerdings wird er eingeladen, an einem gemeinsamen Ausflug teilzunehmen. Da an diesem Unternehmen auch ein Mädchen beteiligt ist das Alfred besonders gefällt, geht er mit. Allerdings kommt es dabei zu einer unangenehmen und demütigenden Begegnung mit "normalen" Jugendlichen. Dann erfährt er, dass man ihn genau genommen nur aus Sorge wegen seiner mangelnden Kontakte mitnahm. Alfred stellt fest, dass er nicht enttäuscht ist. Er glaubt jetzt zu wissen, dass er, um die anderen schützen zu können, außerhalb stehen muss. Beim Fahrkartenkauf für die Rückfahrt fällt ihm eine Frau auf, die er in den Fahndungsakten gesehen hat. Er scannt die Kartenverkäuferin und findet heraus, wohin die abtrünnige Telepathin fahren will. Statt mit seiner Gruppe zurückzufahren nimmt Alfred eigenmächtig die Spur auf. Er fühlt sich glücklich – er ist auf der Jagd.

Diese eigenmächtige Jagd, gestaltet sich allerdings nicht ganz so einfach. Es gelingt Bester dennoch, der Frau bis nach Paris zu folgen. Er ist schnell in der Lage, sich auf die Gegebenheiten in der fremden Stadt einzustellen und folgt der Frau bis in die Kanalisation, in der Hoffnung, er werde vielleicht eine Untergrundzelle entdecken. Dieses Unternehmen geht jedoch gründlich schief, denn er wird von den Abtrünnigen entdeckt und gerät in ziemliche Gefahr. Letztlich wird er jedoch von Psi-Cops, die längst nach ihm fahnden weil er sich unerlaubt entfernt hatte, gefunden. Er soll für sein eigenmächtiges Vorgehen bestraft werden. Bei seiner Anhörung wird er mit dem neuen Psi-Corps Direktor konfrontiert, einem "Normalen", der Telepathen hasst. Er spürt aber auch, dass die anderen Telepathen, die das wissen, aus diesem Grunde klar zu Bester halten. Ein führender Psi-Cop, Sandoval Bey, übernimmt die Aufgabe, seine Strafe festzusetzen.

Alfred muss viele Stunden als Statue an einem öffentlichen Platz in Teeptown verbringen. Das bedeutet, er darf sich stundenlang nicht bewegen, auf Fragen nur mit einem vorgegebenen Satz – dass er als abschreckendes Beispiel für Ungehorsam dem Corps gegenüber dort stünde – antworten, und muss alles, was andere Teeps sagen oder machen über sich ergehen lassen. Nach einigen Tagen fühlt er sich so gedemütigt, dass er Bey zur Rede stellt.

Bey, der offensichtlich alles über Alfred weiß, erklärt ihm, die Aufgabe eines Psi-Cops sei nicht, anderen etwas zu beweisen, sondern etwas für sie zu tun. Das sei eine schwere Aufgabe, die auf Dauer ohne Unterstützung, ohne Gefährten, die auch für einen da wären, einen auffangen würden, nicht zu bewältigen sei. Er brauche seine Gefährten. Er lässt Alfred auch spüren, wie wichtig menschliche Anteilnahme ist.

Darüber hinaus macht er Alfred klar, dass es unerlässlich ist, Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu sehen, nur so kann man der Wahrheit nahe kommen. Für jeden einzelnen stellt sich die gleiche Sache anders da – was sich nicht nur durch sein Verhalten zeigt, sondern auch in seinen Gedanken. In den folgenden Tagen begreift Alfred diese Lektion. Als er nach 14 Tagen aus der Strafe entlassen wird, dankt er Bey und bittet ihn um ein weiters Gespräch.

Die Gespräche zwischen Bey und Alfred Bester etablieren sich. Eines Tages fragt Bey Bester, ob er mit ihm zusammen eine Abtrünnige suchen wolle. Selbstverständlich ist Bester sofort einverstanden und erfährt so einiges darüber, was einen guten Cop ausmacht. Auch legt Bey ihm nah, sich um Humor zu bemühen, der ihm immer wieder helfen könne mit Situationen und Mitmenschen umzugehen.

Schon wenig später kann Bester feststellen, dass es ihm nun gelingt und Freude macht, sich einer Gruppe Jugendlicher anzuschließen. Auf den Kontakt zu Bey muss er allerdings verzichten. Bey erklärt ihm, er wisse, dass der ehemalige Direktor Vacit große Hoffnungen in Alfred legte und er ihn anfänglich auch deshalb unter seine Fittiche nahm. Nun aber fürchtet er, dass dieser Kontakt negative Auswirkungen bezüglich des neuen Direktors haben könnte und er ihn deshalb, in Alfreds Interesse, strikt unterbinden werde.

Ein paar Monate später, es ist das Jahr 2208, wird der inzwischen 19-jährige Bester vom Direktor des Corps befragt, auch nach seinem Verhältnis zu Bey. Offensichtlich hält man Bey für einen Abtrünnigen-Sympathisanten. Drei Wochen später steht Alfred allein an Beys Grab. Es heißt, er habe sich erhängt, was Bester nicht recht glauben kann, Bey hasste Selbstmord. Alfreds Gefühle sind aufgewühlt und ambivalent.

Eine Weile später macht Bester bei einer gemeinsamen Übung in der Akademie die nähere Bekanntschaft von Elisabeth Montoya, die erst als Jugendliche zum Corps kam. Es entwickelt sich eine Liebesbeziehung. Nach etwa einem Jahr offenbart Montoya Bester, dass sie aus dem Corps fliehen will und sich wünscht, dass er mit ihr geht. Da sie nicht im Corps aufgewachsen ist, hat sie eine deutlich kritischere Einstellung. Alfred, für den das Corps einziger Rückhalt ist, kann das nicht nachvollziehen und fühlt sich dem Corps gegenüber verpflichtet. Er verrät seine Freundin und ihre Flucht wird vereitelt.


Vierzehn Jahre später

Im Jahre 2222 entdeckt Bester, inzwischen 33 Jahre alt und erfolgreich als Psi-Cop tätig, bei einer Jagd auf Abtrünnige die Spur von Steven Walker, der immer noch der Führer der Untergrundbewegung ist. Aufgrund seiner hervorragenden Fähigkeiten als Cop erhält Bester die Erlaubnis, diese Spur, die auf den Mars führt, zu verfolgen.

Die Untergrundzelle wird mit Unterstützung des Büro Sigma gestürmt und Bester findet Walker. Walker entschuldigt sich bei Bester für alles was mit ihm geschehen ist, denn es sei seine Schuld. Er übermittelt ihm die wahre Geschichte seiner Herkunft und Bilder seiner Eltern. Bester kämpft mit dem Gefühl der Vertrautheit. Dennoch, oder gerade deshalb, tötet er Walter. Als man später beide findet ist es kaum möglich, Bester die PPG, aus der er unablässig gefeuert hat, aus der linken Hand zu nehmen, so fest hält er sie noch immer.

Bester wird auf die Krankenstation gebracht, wo Natascha Alexander (die Großmutter von Lyta) ihn aufsucht und nach den Geschehnissen befragt. Alfred behauptet, sich an nichts zu erinnern und suggeriert sich selbst, Walker habe womöglich seine Eltern gekannt und dann die Tatsachen verdreht um ihn fertig zu machen. Natascha, die sich Kevin Vacit verpflichtet fühlt, drängt nicht weiter auf Aufklärung. Besters linke Hand ist, ohne dass man eine organische Ursache feststellen kann, vollständig gelähmt.

Noch auf der Krankenstation wird Al für seinen ersten Totenbettscan geholt. Dieses Verfahren ist für Telepathen nicht ungefährlich und wird für gewöhnlich nicht öfter als zwei Mal durchgeführt. Bester meldet sich jedoch in der Folgezeit für insgesamt fünf solcher Scans, was nicht nur seinen engsten Kollegen Eric ziemlich beunruhigt.

Kurz darauf schlägt ihm der stellvertretende Direktor ein Treffen mit einer jungen Frau vor, die genetisch hochgradig kompartibel mit ihm sei. Alisha Ross ist eine nicht unattraktive P12 Telepathin von angenehmer Wesensart, corps-treu und im Innendienst tätig. Alfred ist froh festzustellen, dass er sich nicht in sie verliebt, sie aber als Gefährtin, zu der er sich zugehörig fühlt, gut akzeptieren kann. Sie wird seine Frau und die heftigen Alpträume, die Al seit einiger Zeit plagen, werden etwas milder.

Bester setzt sich einem weiteren Totenbettscan aus. Dieser siebte Scan, weiß er, wird ihn zur Legende machen. In den letzten Momenten des Lebens dieser Abtrünnigen erlebt er eine höchst beängstigende Szene mit, die die Frau bei einem Einsatz auf dem Mars erlebt hatte. Er hört einen entsetzlichen Schrei und wird verfolgt von einem spinnenartigen Etwas. Dann entgleitet die Frau. Al ist weiter mitgegangen als je zuvor. Auch wenn er spürt, dass irgendetwas mit dem Toten geht, hat er doch noch immer nicht erfahren, was er wissen will.

Dennoch wird er gewahr, dass die Grenzerfahrung ihn immer zur Vergangenheit führte, er sich nun aber auf seine Zukunft konzentrieren sollte. Er denkt an seine Frau und Kinder, die sie haben werden. Er kommt zuversichtlich heim um dort festzustellen, dass Alisha mit einem anderen Mann zusammen war. Obgleich auch er seine Frau nicht liebt, fällt in dem Moment seine Zukunftsvision in sich zusammen. Al erfährt, dass sie den Mann schon lange kennt und Alfred nur heiratete, weil das Corps meinte, es müsse sich jemand um ihn kümmern. Alfred fühlt sich betrogen und in den folgenden Wochen leben die beiden mühsam nebeneinander her.

Dann aber erhält er einen Anruf, auf den er gewartet hatte: Alfred wird zu einem erneuten Totenbettscan gerufen. Diesesmal nun gelingt es ihm, den Punkt zu überschreiten an dem er bisher zurückblieb. Der Arzt kann Bester nur mit Mühe ins Leben zurückholen. Alfreds Erkenntnis ist, dass der Sterbende das mitnimmt, was in seinem Herzen, seiner Seele ist. Für ihn fühlte sich der Übergang an, als stülpe man beispielsweise eine Socke von außen nach innen. Da war nichts. Sein Herz war vollkommen leer.

Am Tag darauf steht seine Frau an seinem Krankenbett und eröffnet Bester, dass sie schwanger ist. Zwar hat er sich bereits für Dienste weitab der Heimat gemeldet, dennoch gefällt ihm der Gedanke, Nachkommen mit entsprechenden Fähigkeiten zu haben.

Einige Jahre später, es ist das Jahr 2252 Bester ist mittlerweile auf dem Mars Führer des Black Omega Schwadrons, reißt er bei einem Zwischenfall einer "Normalen" Bilder aus der Tiefe ihres Gedächtnisses. Obgleich diese Frau, auf dem Mars geboren, diesen Planeten nie verlassen hat, sind es beängstigende Bilder von Spinnen. Bester erinnert sich, ähnliche Bilder schon einmal bei einer Abtrünnigen gesehen zu haben.

Eines Tages ersucht Brett, sein "Bruder" aus Cadre Prime den er seit der Jugend nicht mehr sah, Bester um ein Treffen an einem einsamen Ort. Bester ist äußerst misstrauisch, dennoch geht er darauf ein und wird von Brett über die Veränderungen im Corps, die sich unter dem "normalen" Direktor Johnson vollzogen haben, aufmerksam gemacht. Sehr eindringlich macht Brett Bester klar, dass die wirklich guten Telepathen ausgebotet und auf unwichtige Posten abgeschoben würden, während die Leitung des Corps der Regierung und großen Firmen wie IPX zuarbeite. Er ahnt nichts Gutes und vermittelt Bester eindringlich, dass er ihre größte Hoffnung sei, Licht in diese Angelegenheit zu bringen.

In der Tat gelingt es Bester durch geschicktes Taktieren, bereits kurz nach dem Treffen einen Angehörigen des Büros Sigma dazu zu bewegen, ihm etwas äußerst Geheimes zu verraten. Er bringt ihn zu einem Ausgrabungsort auf Syria Planum, an dem man etwas sehr Außergewöhnliches gefunden hat. Es handelt sich um ein Raumschiff, dass die Form einer Spinne hat und offenbar über organische Technologie verfügt. Bester erinnert sich an die Bilder, die er aus der Erinnerung der Frau und der Abtrünnigen gezogen hatte und an Vacit, der ihm geraten hatte, auf die Schatten zu achten. Bester weiß nun, dass Bretts Vermutung stimmt.

Unmittelbar darauf wird er auch schon, allein, ohne irgendeine Begleitung, in die Beta-Colonie abberufen. Er soll hier einen Serienmord an Telepathen aufklären. Unterstützt wird er hier nur durch eine andere Telepathin, eine sehr junge Frau namens Lyta Alexander.

Als er den Mörder überführt hat, steckt Bester ihn in eine Zwangsjacke und belegt dessen Gedanken mit fürchterlichen Bildern. Lyta, die darüber sehr schockiert ist, erklärt er, dass dieser Mann, sollte es ihm je gelingen, freizukommen, seinem Leben sofort ein Ende machen würde. So könne er nie mehr zu einer Gefahr für Telepathen werden. Er habe mehrere Morde begangen und diese Bestrafung sei absolut gerechtfertigt. Als er seine Arbeit beendet hat, fragt er sich, ob Lyta vielleicht eine Spionin sei, die seine unkonventionellen Vorgehensweisen aufdecken und ihn, im Sinne der Psi-Corps Führung, diskreditieren sollte. Dann jedoch nimmt er sich vor, dererlei paranoide Überlegungen zu unterlassen, da sonst Direktor Johnson am Ende noch erreichen würde, was er wolle.

Bester hat in einem ehemaligen Bergwerk, auf einem in Vergessenheit geratenen Asteroiden, eine kleine geheime Einrichtung geschaffen, in der er sich, unterstützt nur von seinen engsten Mitarbeitern, mit den gefangenen Abtrünnigen beschäftigt. Von einem dieser Gefangenen erfährt er, dass die Regierung mit IPX zusammen ein Forschungsschiff, die 'Icarus', in die Randgebiete schicken will, da die Spur des auf dem Mars gefundenen Schiffes dort hinführt.

Als Leiter des Black Omega Schwadrons ist es auch Besters Aufgabe, Nachwuchs auszubilden. Hier fühlt er sich nun besonders verbunden und verantwortlich für einen jungen hoffnungsvollen Telepathen namens Byron. Bester findet große Befriedigung in seiner Rolle als Mentor.

Weiterhin die Aktivitäten des Corps-Direktors verfolgend gelingt es Bester, gemeinsam mit Byron durch eine gewagte Aktion, die ihn beinahe das Leben gekostet hätte, auf eine geheime Psi-Corps-Basis auf dem Jupitermond Ganymed zu kommen.

Dort erfährt Bester, dass man auf Gäste wartet. Einer von ihnen, ein Archäolinguist namens Dr. Morden, ist bereits eingetroffen. In der Nacht wird Bester von Cops aus dem Bett geholt und zu Direktor Johnson gebracht, der trotz seines hohen Alters und seiner äußersten Gebrechlichkeit auch auf der Basis ist.

Johnson hat tatsächlich vor, Bester zu eliminieren. Bester jedoch hat diese Begegnung von langer Hand vorbereitet. Seit 20 Jahren plant er schon, den Direktor zu töten. Schon seit er ihn, als Kind, zum ersten Mal sah, wusste er, dass dieser Mann die Telepathen hasst. Er hat das Psi-Corps zusammen mit hohen Regierungskreisen - u. a. Vizepräsident Clark und hohen Kreisen von IPX und anderen Megakonzernen - für deren Zwecke missbraucht. Auch wenn Bester weiß, dass diesem Direktor andere entsprechende nachfolgen werden, lässt er ihn von seinen Vertrauten, die er nach und nach in den engen Kreis um den Direktor gebracht hat, vermittels einer Granate töten. Natürlich gestaltet er es so, dass auch er selbst Verletzungen davonträgt, und es nach einem Anschlag durch Abtrünnige aussieht.

Obgleich Bester Byron für einen sehr fähigen Kandidaten für seinen inneren Kreis hält, lässt er ihn voläufig über die Zusammenhänge in Unkenntnis.

Als Bester zurückkommt erfährt er von Donne, einer Telepathin aus seinem inneren Kreis, dass es einen Zwischenfall gegeben habe bei Experimenten mit organischer Technologie, mit der sich die Wissenschaftlerin Anna Sheridan befasste. Bei einem Telepathen kam es dabei zu schweren Schäden. Bester ist nun mehr den je entschlossen, diese Technologie in die Hände seines Corps, nicht etwa die der Marionetten der Normalen, gelangen zu lassen. Er organisiert, dass Donne mit auf die IPX-Expedition in die Randgebiete gehen kann.

Bei einem Einsatz gegen Abtrünnige, die auf einem Transporter mitgenommen wurden überlässt Bester, weil er die Zeit für gekommen hält, Byron die Aufgabe, nicht nur für die Herausgabe der Telepathen sondern auch für die Zerstörung des Transporters zu sorgen. Er weiß, dass die meisten jungen Telepathen den Sinn erst später begreifen, aber er hält es für notwendig, dieses Exempel für die Normalen zu statuieren. Äußerst zögerlich erfüllt Byron schließlich den Befehl.

Eine Weile später erhält Bester in seinem Büro auf dem Mars eine Mitteilung. Bei einem Einsatz des Schwadrons ist Byrons Flieger verloren gegangen und von ihm fehlt jede Spur. Bester wünscht sich im Grunde, dass Byron in seinem Einsatz den Tod gefunden hat, die andere denkbare Variante macht ihn, gerade bei dem jungen Mann, in den er persönlich soviel investierte, wesentlich betroffener. Außerdem erfährt er, dass die ‚Icarus’ als verschollen gilt und er damit auch Donne verloren hat.

Bester resümiert: Es war niemals gut, wenn er zu viel Interesse an einem einzelnen Telepathen hatte. Im Grunde wusste er es schon als junger Mann, er musste für das ganze Corps sorgen. Er musste das Corps sein, Vater und Mutter für alle Telepathen. Er musste sie mit strenger Hand erziehen, aber ihnen auch immer wieder zeigen, es war ihre Familie, hier waren sie aufgehoben, gehörten zusammen.

Da kommt auch schon eine neue Meldung auf seinen Tisch: Im Büro Sigma gab es wieder mal Probleme. Bei Jason Ironheart, einem Teilnehmer am Telekinetik-Projekt, war man wohl zu erfolgreich. Eine neue Aufgabe, wusste Bester, würde ihm gerade jetzt gut tun. Außerdem war er noch niemals auf Babylon 5, das könnte sehr interessant werden.

Bester kommt in den folgenden vier Jahren noch einige Male auf die Raumstation um sich um Abtrünnige zu kümmern, oder auch in einer sehr persönlichen Angelegenheit, der Rettung seiner Geliebten Carolin, die als gefrorene Telepathin auf einem Transporter der Erd-Allianz unterwegs war, um zur Steuerungseinheit eines Schattenschiffes zu werden. Obgleich er diese Frau aus den Händen der Erd-Allianz und der Schatten retten kann, wird sie niemals wirklich gerettet. Sie stirbt während der Telepathenkrise bei einem Bombenanschlag der Abtrünnigen auf die Anlage, in der die gefrorenen Körper aufbewahrt werden.

Nicht nur seine Helferin von der Beta-Colonie, Lyta, sondern auch seinen Hoffnungsträger Byron findet er, als Anführer der Abtrünnigen, auf Babylon 5 wieder. Er muss erleben, wie Byron, für ihn völlig unverständlich, den Märtyrertod stirbt. Er muss erkennen, wie sehr Byron ihn und das Corps gehasst hat.

Nach der Telepathenkrise ist Bester, als flüchtiger Kriegsverbrecher, in der gesamten Galaxis unterwegs um seinen Verfolgern, und hier insbesondere Michael Garibaldi, der immer noch auf Rache für die Asimov-Blockade sinnt, unter deren Einfluss er Sheridan verriet, zu entkommen. Das gelingt ihm nicht zuletzt deshalb, weil er seinen Verfolgern von denen er ja viele selber ausgebildet hatte, immer einen Schritt voraus ist. Einmal benutzt er auch die Excalibur, um unentdeckt flüchten zu können. Man duldete seine Mitnahme, weil er mit seinen Fähigkeiten half, an ein mögliches Gegenmittel für die Drakhseuche heranzukommen.


Jahre später

Im Jahre 2271 hat Bester, mittlerweile 82 Jahre alt mit weißem Haar und Bart, den Wunsch, nach Hause zurückzukehren. Eine vertraute Mitarbeiterin warnt ihn zwar, nicht zuletzt, da es nach der überstandenen Drakhseuche sehr strenge Kontrollen gebe, er lässt sich jedoch nicht davon abbringen.

Alfred Bester ist wieder in Paris und schlendert durch die Straßen. Eine Auseinandersetzung, die eine Pensionsbesitzerin mit einer Gang junger Schutzgelderpresser hat, lässt ihn aufmerksam werden und er mietet sich als Claude Kaufmann, ehemaliger Geschäftsmann, in die kleine Pension in Pigalle ein. Niemand würde ihn hier suchen.

In einem Café lernt er den Herausgeber eines literarischen Journals kennen, sie diskutieren über ein Buch, das Bester gerade liest. Der Mann bietet ihm einen Job als Rezensent an, den Bester annimmt. Niemand würde vermuten, dass er so etwas macht.

Und noch etwas passiert, das niemand, am wenigsten Bester selbst, vermutet hätte: er verliebt sich. Louise, die Pensionsbesitzerin, eine Normale, etwa 45 Jahre alte Frau, geht völlig unvoreingenommen mit dem offenbar einsamen "Claude Kaufmann" um. Sie renovieren gemeinsam die Pension, nachdem die Gang einen Brandanschlag verübte. Bester kann es allerdings nicht lassen, den Anführer des Nachts aufzusuchen und ihn zu "bearbeiten", so dass er sich am folgenden Tag bei der Frau entschuldigt und ihr zur Wiedergutmachung Geld gibt. Bester geht mit Louise gemeinsam einkaufen. Sie überredet ihn, sich wenigstens ein nicht-schwarzes Outfit zu kaufen, das sie für ihn aussucht, er schenkt ihr ein Kleid für die Oper weil er registriert hatte, dass sie damit liebäugelt, es sich aber nicht leisten kann.

Bester ist irritiert über seine Gefühle für diese Frau. Er denkt an seine vielen Totenbettscans bei deren letztem er festgestellt hatte, dass seine Seele vollkommen leer war. Nun denkt er an Carolyn und an die Frau, die jetzt so intensive Gefühle in ihm wachruft und fragt sich, ob die Seele nachwachsen könne, wenn ein Mensch alt genug werde.

Michael Garibaldi, der nach wie vor hinter Bester her ist wie der Teufel hinter der Seele, hat inzwischen über eine Medikamentenampulle, die seine Leute in einem von Besters Durchgangsquartieren gefunden haben, herausbekommen, dass Bester unter einer Krankheit leidet. Es handelt sich um ein nur bei wenigen Telepathen vorkommendes neurologisches Leiden, dass sich durch ein hochwirksames Medikament, das in regelmäßigen Abständen aufgenommen werden muss, symptomfrei halten lässt. Hier hat Garibaldi, als Inhaber von Edgars Industries, nun die Möglichkeit, Besters Aufenthalt in Erfahrung zu bringen, also erwirbt er die Lizenz für dieses Medikament.

Bester, der weiterhin sein neues Leben in Paris genießt, ist langsam beunruhigt, weil sein Medikament, dass er sich durch höchst verwickelte Umwege beschaffen lässt, immer noch nicht eingetroffen ist. Es wird langsam Zeit, wenn er nicht von den höchst unschönen Symptomen seines Leidens heimgesucht werden will.

Bester stellt eine vielfach umgeleitete telefonische Verbindung zu einem Kontaktmann her, um etwas über sein Medikament zu erfahren. Als sich der Teilnehmer am anderen Ende meldet, hört er Garibaldis Stimme - und legt auf. Er kann sich zwar sicher sein, dass der Weg bis zu ihm nicht zurückverfolgt werden kann, aber nun weiß er, dass Garibaldi hinter der Medikamentenaktion steckt.

Nun muss er sich seine Ampullen auf anderem Wege beschaffen und geht zu dem Schutzgelderpresser, den er "bearbeitet" hat. Zusammen mit ihm bricht er in eine Apotheke ein, die das seltene Medikament führt. Der andere füllt seine Taschen mit schwarzmarktfähigem Material und Bester tauscht unterdessen die Ampullen gegen mit Wasser befüllte aus. Allerdings wurden sie entdeckt. Während es Bester mit größter Mühe gelingt, zu entkommen, wird sein Partner erschossen.

Als er feststellt, dass es äußerst unwahrscheinlich ist, dass Garibaldi ihm nun auf die Spur kommen kann, genießt Bester sein Glück mit Louise. Auf einem Ausflug, den sie unternehmen, wird er allerdings Gewahr, dass er von einem anderen Telepathen erkannt worden ist. Er sucht ihn auf, führt ein Gespräch mit ihm über die Vergangenheit und löscht dann, offenbar wirklich behutsam, die Erinnerung an ihn.

Dann erfährt Bester, dass eine große Zeitung eine seiner Buchbesprechungen gedruckt hat. Er sucht den Verleger auf und erfährt von ihm, dass er leider keine Möglichkeit gehabt hätte, Bester zu erreichen. Jedoch kommen die Rezensionen so gut an, dass der Verleger bereit ist, ihm eine hohe Summe dafür zu bezahlen, für ihn zu arbeiten. Bester, alias Kaufmann, kann erreichen, dass er davon absieht, ein Bild von ihm zu den Rezensionen zu setzen und dass auch sein Privatleben absolut außen vor bleibt. Auf die nicht ganz ernst gemeinte Frage, ob er ein Kriegsverbrecher sei, antwortet Bester sarkastisch, er sei der geheime Führer der Drakh und damit ist das Thema Privatsphäre erledigt.

Als er sich nun wieder über sein Schreibpapier setzt beschließt er, keine Rezension, sondern etwas anderes zu schreiben. Vor seinem inneren Auge fügt sich nun sein ganzer bisheriger Lebensweg zusammen. Er hatte niemals an dem gezweifelt, was er tat. Dann kam der Krieg und danach sah er keinen Weg mehr, den er hätte gehen können, bis er nach Paris kam. Jetzt verstand er, was Freiheit bedeutet: er konnte alles sein und er konnte alles tun. Aber auch die Freiheit bedurfte eines Weges, einer Richtung und die formte sich nun aus dem Chaos und der Freude heraus.

Das Buch, Louise hatte ihn, nicht wissend, was dahinter steckte, angeregt, über sein Leben zu schreiben, sollte nun entstehen. Die Telepathen waren der nächste Schritt in der Evolution. Die Normalen wussten dass, deshalb versuchten sie, sie aus dem großen Spiel zu kicken, sie zu töten, einzusperren oder zu "Schoßhündchen" zu machen. Sie waren einen Schritt weiter, wie die ersten Primaten, die Daumen besaßen, zwei Finger, die den anderen gegenüber standen. Das war es – er schrieb den Titel seines Buches auf das Papier: ‚Der dritte Daumen’. Er würde die Geschichte der Telepathen aufschreiben, nicht seine, sondern die aller, wirklich aller Telepathen.

Zuvor jedoch, hat er noch etwas anderes zu erledigen. Er besucht noch einmal den anderen Telepathen, nimmt ihn mit, um ihm angeblich etwas zu zeigen, und erschießt ihn dann am Ufer der Seine um die Leiche anschließend in den Fluss zu werfen. Es gibt so viele Morde in dieser großen Stadt, dass er sich keine Sorgen macht, dieser könnte aufgeklärt werden.

Ein Kriminalpolizist allerdings fahndet doch intensiver an dem Telepathenmord und erhält einen Anruf von Garibaldi, der offenbar diesen Mord und den Apothekeneinbruch in einen möglichen Zusammenhang bringt. Garibaldi lässt ihn wissen, dass Bester "ihm gehört".

Auch ein Cop, der sich seit Jahren ein wenig um Louise kümmert, spricht Bester, als er zur Pension zurückkommt, auf den Tod des Schutzgelderpressers an. Er habe mit seinen Erpressereien merkwürdigerweise aufgehört, als Bester aufgetaucht sei und der Apothekeneinbruch sei völlig untypisch für ihn gewesen. Bester kann ihn zwar besänftigen, stellt aber fest, dass die Dinge nicht gut für ihn laufen. Wieder mal war es die Zuwendung zu einem anderen Menschen, die ihn in Schwierigkeiten gebracht hatte. Er kontaktiert seine Insider-Informanten, die jedoch nichts über eine Suche nach ihm gehört haben. Dennoch weiß Bester, dass er verschwinden sollte.

Unterdessen ist Garibaldi in Paris angekommen und die Summierung der Informationen führt ihn in das richtige Stadtviertel, nach Pigalle. Hier lässt er intensiv verstärkte Kontrollen errichten. Auch hört er von dem Kriminalpolizisten einen für Bester sehr typischen Ausspruch, der in der Zeitung in Buchkritiken zu lesen und zu einer Art "geflügeltem Wort" geworden ist. Er kauft sich eine dieser Zeitungen und stellt fest, dass kein Bild von Mr. Kaufmann abgedruckt ist, was er sehr suspekt findet. Dann jedoch wird Garibaldi von Psi-Cops der Metasensorischen Division in Haft genommen – er hatte, hieß es, als Zivilist, der er jetzt war, seine Befugnisse übertreten.

Bester, der inzwischen von seinen Informanten erfahren hat, was läuft, wird von Louise erwartet, die sich alles zusammengereimt hat und dennoch bereit ist, mit ihm zu fliehen. Er jedoch kann sich nicht vorstellen, dass sie wirklich weiß, was das bedeutet und entschließt sich, die Erinnerung an ihn aus ihrem Gehirn zu entfernen. Als sie nach der Prozedur bewusstlos zurückbleibt, will er noch ein Portrait, das sie von ihm malte – er sollte es erst sehen, wenn es fertig war – vernichten. Als er sich das Bild ansieht weiß er, dass sie tatsächlich erkannt hatte, wer er war. In diesem Portrait war all das zu sehen – der Junge, der Mann, der Folterknecht, der Mörder, der Poet, der Liebende, der Ängstliche und der Hoffnungsvolle. Voller Gram fragt er sich, was er getan hat, aber es war zu spät. Er zerstört das Bild, nimmt seine neuen Ausweispapiere und verlässt das Haus.

Besessen von dem Gedanken, dass Bester wieder entkommen könnte, schafft es Garibaldi, den übrigen Cops klar zu machen, dass die Leiterin ihrer Mission eine Verräterin ist und Bester zuarbeitet. Sie kann überwältigt werden und Garibaldi kommt frei.

Indessen hat aber der Schutzmann, der seit langem in Louise verliebt ist, Bester seine Waffe an die Schläfe gesetzt. Bester aber setzt den Mann außer Gefecht, indem er ihm klar macht, dass Louise ihn zeitlebens hassen würde, wenn er für Besters Tod verantwortlich wäre. Als er hört, dass sich die Tür der Pension hinter dem Schutzmann schließt, beginnt er zu rennen.

Nur Minuten später erreicht Garibaldi mit seinen Leuten diesen Ort, muss aber feststellen, dass der Vogel schon wieder ausgeflogen ist. Da aber das gesamte Viertel umstellt ist sind die Cops sicher, dass Bester nicht entkommen kann.

Es beginnt ein Katz´ und Mausspiel bei dem Bester Garibaldi eine Weile immer einen sehr knappen Schritt voraus ist. Schließlich stehen sich die beiden gegenüber und es kommt zu einem Duell das damit endet, dass Garibaldi seine Waffe an Besters Schläfe gesetzt hat. Er drückt jedoch nicht ab. Er bringt es nicht fertig, denn er will nicht sein wie Bester. Er stellt fest, dass er ihm nicht allein gehört. So wird Bester letztlich von dem Kriminalkommissar festgenommen.

In Paris wird Bester vor Gericht gestellt und erneut seiner Taten angeklagt. Er bekennt sich nicht schuldig, denn er habe zwar getötet, es sei jedoch kein Mord gewesen, da es sich um einen Krieg gehandelt habe. Die abtrünnigen Telepathen, gegen die er gekämpft habe, hätten zu Zeiten des Psi-Corps als subversive Terroristen gegolten. Die Telepathen seien seit über 150 Jahren, seit ihrer Entdeckung, verfolgt worden. Das Psi-Corps habe die Erd-Allianz Regierung eingerichtet. Man habe die Telepathen in ein Ghetto gebracht, ihnen Abzeichen verpasst und sie hätten gelernt, sich selbst zu kontrollieren, sonst wären sie kontrolliert worden. Selbst jetzt sei es noch so, dass Telepathen überwacht und gekennzeichnet würden. Nur hätten sie keine Möglichkeiten mehr, zurückzuschlagen. Er habe lediglich für die Rechte der Telepathen gekämpft, wie ein Krieger kämpft, und er hätte verloren. Aber er würde nichts bereuen.

Zehn Jahre später schreibt Bester in einem Hochsicherheitsgefängnis in Genf immer noch an seinen Memoiren. Er bekommt "Sleepers", die Drogen, die die telepathischen Fähigkeiten unterdrücken. Sie wirken sich jedoch nicht generell dämpfend auf seinen Geist aus, so dass er seine Schreibarbeiten fortführen kann. Von seinem Fenster aus hat er einen Blick auf Teeptown, wo noch immer Telepathen leben. Im Jahre 2281 steht er wieder einmal dort und hängt seinen Erinnerungen nach. Da sieht er, dass das Denkmal des Telepathen, zu dessen Ehren das Psi-Corps eingerichtet wurde, weil er dem damaligen Präsidenten das Leben gerettet hatte, der "Grabber", wie die Kinder ihn nannten, durch eine neue Statue ersetzt wurde. Er schaut auf das mit einem Tuch verdeckte Monument und überlegt, wen sie wohl zum Symbol der Telepathen erklärt hatten. Vielleicht Lyta, oder Byron?

Er hört die Übertragung der Einweihungszeremonie und erkennt, wen sie zu den neuen Leitfiguren erklärt haben. Das Monument zeigt Fiona und Matthew Dexter mit ihrem Baby, Steven Kevin Dexter. Vor Besters geistigem Auge passiert die Szene mit Steven Walker auf dem Mars noch einmal Revue. Walker hatte ihn über seine wahre Identität aufgeklärt und Bester wollte es einfach nicht wahrhaben. Seit dem Tag, an dem er Walker erschoss, war seine linke Hand verkrüppelt zu einer Faust geballt. Bester lacht über die Ironie des Schicksals. Die Telepathen hatten, ohne die geringste Ahnung, denjenigen, den sie als ihren größten Kriegsverbrecher gejagt hatten, zum Symbol ihrer neuen Freiheit gemacht. Bester überlegt, ob er sein delikates Geheimnis für sich behalten solle. Zunächst aber war er auf eine sehr angenehme Art müde und entspannt – er würde erst einmal schlafen gehen.

Am folgenden Morgen findet ein Wärter Alfred Bester tot in seinem Bett. Ein Lächeln umspielt dessen Lippen und das Gesicht wirkt zehn Jahre jünger. Die Finger seiner linken Hand sind nicht mehr zur Faust geballt, sondern völlig entspannt geöffnet.


Alfred Bester wird dargestellt von Walter Koenig. Die deutsche Stimme bekam er von Till Hagen, der u.a. auch Kevin Spacey synchronisierte und "Jerry Horne" in Twin Peaks.