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Science Fiction



Open Sky

rezensiert von Ralf »Searge« Pappers

Die Psychologin Leica wird unsanft aus ihrem Schlaf gerissen. Am Transnet befindet sich ein Freund, Phil, der sie auffordert sich endlich aufzuraffen und keine MĂ€rtyrrerin zu sein. Ihre Heimatstadt auf Proxima ist von Schnee ĂŒberfĂŒllt und steht kurz vor der Explosion. Schließlich packt sie ihre Sachen zusammen und wird in letzter Minute von ihrem Verehrer mit seinem Raumschiff, Open Sky, gerettet. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Auqa Exterra, der alten Erde. Leica ist hin- und hergerissen zwischen Wissen und Nichtwissen. Dinge, die ihr irgendwie bekannt vorkommen, sind ihr im Wachbewußtsein irgendwie gar nicht bekannt. Aber die Grenzen dazwischen verwischen sich stĂ€ndig.

Die Reise ist nicht besonders auffĂ€llig und so lernen sich die beiden nĂ€her kennen, obwohl Phil sich stĂ€ndig wundert wieso Leica nichts mehr davon weiß, da sie sich doch schon lange kennen. Ihr einziger Begleiter ist der Bordcomputer, bis zu diesem Zeitpunkt noch ohne Namen. Dann taucht eine Raumboje auf. Leica versucht den Inhalt zu entschlĂŒsseln, was den Bordcomputer aber ziemlich eifersĂŒchtig macht. Im Zuge dessen verpaßt Leica dem Elektronenhirn den Namen Aloha, obwohl sie ihn damit eigentlich nur begrĂŒĂŸen wollte. Denn trotz seiner trĂ€gen Redensweise ist er, nein sie, eine Labertasche. Die Sonde stellt sich als Nachrichtenboje mit einer riesigen Datenbank heraus, die dem alten Liebhaber von Leica, Go, gehörte. Irgendwas scheint auf seiner Reise zur Erde schief gelaufen zu sein, denn die Aufzeichnungen lassen eindeutig darauf schließen. Leica beschließt das RĂ€tsel aufzuklĂ€ren und zu entzerren.

Schon nach den ersten Worten der ErzĂ€hlerin wird klar, daß die handelnden Personen, keine Personen sind, sondern Hunde. Die Menschheit muß wohl irgendwann ausgestorben sein und die Hunde haben die Macht ĂŒbernommen. Ihre VerstĂ€ndigung lĂ€uft ĂŒber Telepathie und so steuern sie auch ihre Raumschiffe und Computer. Nur manche GerĂ€te mĂŒssen durch anstubsen mit der Nase an oder abgeschaltet werden, wie z.B. das Transnet. Warum Proxima explodiert wird nicht geklĂ€rt. Und auch wĂ€hrend der Reise wird irgendwie nicht so ganz klar, worum es eigentlich geht. Klar ist, es muß sich um eine Zeitreisegeschichte handeln, denn mal weiß Leica worum es geht, mal weiß sie es irgendwie nicht und hat doch den Durchblick. AuffĂ€llig ist die Redeweise der ErzĂ€hlerin. Die Art des Satzaufbaus ist sehr ungewöhnlich und Barock anmutend. Oft sehr ausschweifend, so daß man lange nicht weiß, wohin sie den Hörer eigentlich leiten will.

Als Musik wurde Klassik gewĂ€hlt, manchmal etwas aufdringlich und die Soundeffekte sind teilweise irritierend laut, wie z.B. die Transnetnachricht. Auch der Redefluß der ErzĂ€hlerin, Leica, wirkt an einigen Stellen holprig, was aber nicht an ihrer ErzĂ€hlweise liegt, sondern wohl der Schnittechnik zu lasten gelegt werden muß. Die Sprecher sind durchweg gut, und auch teilweise recht bekannte Stimmen. Von der Story her wirkt alles merkwĂŒrdig fremd, was auch durch die kompliziert wirkende Sprache gefördert wird. Lange braucht der Hörer um einen Schimmer davon zu bekommen, worum es eigentlich geht. Wer einen Hang zu surrealen Geschichten hat und Hörspiele, die praktisch nur durch die ErzĂ€hlung getragen werden mag, der ist mit Open Sky genau richtig bedient.

"Open Sky"
von Martin Bolik
Regie von Martin Bolik
Hörspiel, CD
Martitim 2005
ISBN 3-9385-9710-0

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