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Science Fiction



Neuromancer

rezensiert von Falk T. Puschmann

"The Sky above the port was the color of a television tuned to a dead channel"

Mit diesem Satz schrieb der Amerikaner William Ford Gibson 1983 Geschichte. Neuromancer war der Titel des Romans und er sollte die SF-Welt für immer verändern. Ohne "Neuromancer" hätte es z.B. .
"Der Himmel hatte die Farbe eines Fernsehers, der auf einen Toten Kanal geschaltet war"

Es ist die Geschichte von Case. Case ist Cowboy, aber nicht im Wilden Westen bei Indianern! Er ist Cyber Jockey und bereits binnen Nanosekunden die Datenautobahnen der Welt. Als die Geschichte beginnt ist er aber erstmal Ausgebrannt und verdingt sich mit Gelegenheitsjobs in Chiba City, der großen Stadt. Er hat seine Ehemaligen Arbeitgeber bei einem Run (einem Dateneinbruch) versucht zu betrügen. Die hatten keinen Spaß verstanden und sein Nervensystem geschädigt. Jetzt gehört er zu den Ausgesperrten. Dann trifft er auf Molly, eine High-End-Killerin. Sie bringt Case zu Ihrem Auftraggeber, einen Mann Namens Armitage. Als Belohnung würde neben einer Menge Geld, auch ein neues Nervensystem und das für einen scheinbar einfachen Hack. Das dann aber weit mehr dahinter steckt, erfährt er aber erst später, viel später. Was hat die Firma Tessier Ashpool und Ihre KI Wintermute damit zu tun und welches Spiel spielt Armitage? Am Ende kann er alles Gewinnen und genau so schnell sein Leben verlieren.

Neuromancer ist harter Stoff. Sieht man mal vom Sprachschatz der von A wie „Arcology" bis Y wie "Yakuza" reicht, so arbeitet Gibson mit einer sehr verschachtelten Sprache mit vielen bunten Formulierungen. Und so überrascht es wenig, Alfred Behrens und sein Team ihr audiodimensionales Gegenstück ähnlich adaptiert haben und sich die Produktion nicht zum nebenbei hören reicht. Dabei ist es aber toll gelungen, den Ton und die Atmosphäre der Vorlage einzufangen und dabei den Sätzen Leben einzuhauchen. So wird z.B. aus der Not der Gibsonischen Fremdwörtervielfalt eine Tugend gemacht und so wird einem dass Glossar in einigen Einspielern vermittelt, die dann Deutsch und Englisch im Wechsel gesprochen sind, außerdem gibt es dabei auch hilfreiche Erklärungen zu den Charakteren und Hintergründen und hilft so, sich in das düstere Cyberpunkambiente entführen zu lassen. Zug um Zug baut sich so eine intelligente, spannende Story mit vielen Wendungen und Haken auf, die den Zuhörer fesseln und Neuromancer zu einem modernen Klassiker machen.

Alfred Behrens schuf ein Hörspiel für 34 Stimmen, dass von Radio Bremen und dem WDR Co-Produziert wurden. Das Dreiteilige und 112 Minuten Lange Hörspiel bildet ein buntes Mosaik aus Atmosphäre, klassischer Musik und modernen Techno- und Rockhymnen. Dabei gefällt vor allem der emotionale Song „Save Me“ von Jane Commerford, der leider bis jetzt nur auf Ihrer Homepage und via Vorkasse zu beziehen ist, schade eigentlich.

Bei den Sprechern hat man auf wenige bekannte Namen gesetzt, was dem ganzen aber einen angenehmfrischen Klang gibt. Einzig und Allein Marion von Stengel, die hier der Molly ihre Leidenschaftlich Stimme lieh, dürfte vor allem Computerspielern bekannt sein, ist sie doch die deutsche Stimme unserer aller Lieblings Gameamazone Lara Croft.

Am Ende ist Neuromancer, das Hörspiel, mit seinen 3 CDs ein echtes Highlight der Hörkunst, dass in keiner guten Sammlung fehlen sollte. Außerdem wäre zu bemerken, dass auch Neuromancer der erste Teil einer Trilogie ist und wir so vielleicht auf eine Fortsetzung hoffen können, Film wäre sicherlich auch nicht schlecht, haben wir es doch hier mit einer Art Matrix für die Ohren zu tun, die sich allerdings weit jenseits des Mainstreams tummelt.

Weitere Links zu Thema
Audio51-Beitrag zum Hörspiel mit einigen Hörbeispielen/a>

"Neuromancer"
von William Gibson
Regie von Alfred Behrens
Hörbuch, CD
der audio Verlag 2003
ISBN 3-8981-3259-5

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