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rezensiert von Matthias Pohlmann
Buch: J. Michael Straczynski
Regie: Brian Smith
Produzent: Brian Smith
Ausf. Produzenten: Brian Smith und J. Michael Straczynski
Musik: Jeff Nostrand (Komposition und Ausführung)
Sound Design: John Colucci
Hauptrollen:
Mervin Goldsmith (Jackie Clay)
Kevin Conway (Erzähler)
in weiteren Rollen:
Jayce Bartock (Casey Geller)
Mather Zickel (Randy)
Chris Burns (Candle)
Ross Stoner (Ajay)
Ean Sheehy (Zack)
Anne Bobby (Elizabeth Castay)
Todd Cummings (Polizist und Hamilton Castay)
Dick Rodstein (Bürgerkriegssoldat)
Kurzinhalt:
Jackie Clay ist der Friedhofswärter eines kleinen Friedhofs in der City Of Dreams, der mit den Toten spricht und in einem Moment, da es für ihn kritisch wird, heraus findet, dass er Freunde hat, von deren Existenz er zuvor nichts wusste.
Straczynski über die Episode:
"Nach zwei sehr ernsten und intensiven Folgen wollte ich dieses Mal etwas ein wenig leichteres, erlösenderes schreiben - mit einem Schuss Humor. Ein Typ, der auf dem Friedhof arbeitet und mit den dort Ansässigen spricht, sorgt dafür, dass eine logische Frage auftaucht: Antworten sie - und wenn ja, was sagen sie? Es ist eine Geschichte über Freunde, anständiges Verhalten und den Zorn der Toten."
Link zur Episode: City Of Dreams 03
Inhalt: (Spoiler!)
Jackie Clay ist ein einfacher Mann, der mit sich im Reinen zu sein scheint. Er gehört zu den seltenenen Menschen, die durch alles, was das Leben ihnen bringt, mit einem Lächeln gehen - und mit dem unerschütterlichen Glauben, dass alles irgendwann und irgendwie zu einem guten Ende kommen wird (sogar in der City Of Dreams). Freundlich und hilfsbereit zeigt er seinem künfigten Assistenten Casey seinen Arbeitsplatz - einen Friedhof, der seit dem Bügerkrieg in Betrieb ist.
Casey wundert sich sehr bald, warum Jackie mit den Toten redet, doch Jackie hat einen einfachen Grund dafür, nämlich die eine Regel, die ihm sein Vater beigebracht habe, die Regel, die es als Einzige zu befolgen gelte, alle anderen könne man dann vergessen: Sei freundlich zu den Menschen!
Das sei die Grundregel schlechthin - und weil die Leute sich früher mehr daran gehalten hätten, deshalb würde man heute davon reden, dass früher alles besser gewesen sei. Jackie Clay erweitert diese Regel einfach nur auch auf die Toten - und sein Rat an seinen jungen Helfer lautet daher einfach: "Du willst die guten alten Zeiten wieder haben? Sag einfach 'Hallo' zu Deinem Nachbar, wenn Du morgens die Zeitung holst. Sei einfach freundlich und nett, das kostet nicht einmal etwas. Sei nett zu den Leuten und sie werden immer da sein, wenn Du sie brauchst."
Casey gibt zu bedenken, dass das ja für lebende Menschen gelten möge, nicht jedoch für Tote, Jackie Clay bleibt jedoch bei seiner Meinung - sechs Fuß, die zwischen uns und den Toten sind, könnten da schließlich keinen Unterschied ausmachen und so bleibt er weiterhin dabei, seine Gespräche mit den Toten fortzuführen und ist natürlich auch ausgesucht freundlich zu Casey - unter anderem erklärt er "seinen Toten", dass Casey echt in Ordnung sei.
Stück für Stück lernen sich Casey und Jackie näher kennen. So erfährt Casey, dass Jackie Clay einen Sohn, Jack jr., hat, der Medizin studiert und kurz vor seinem Abschluss steht, während Casey erzählt, dass er den Job als Friedhofswärter genommen hätte, weil er eine Arbeit brauchte und gerne im Freien arbeiten wollte. Und Casey hat andere Erfahrungen als Jackie hinter sich - ihm haben immer alle den Rücken zugewandt, wenn er sie brauchte. Daher traut Casey heute niemandem mehr - woraufhin er von Jackie Clay für "eigentlich schon tot" erklärt wird, da "Leute, die nicht vertrauen können, auch nicht leben können" und man nicht erwarten könne, dass einem Leute helfen, die einen nicht kennen, mit denen man nicht gesprochen habe.
Während eines ihrer Gespräche hört Jackie Clay ein Geräusch, dem er nachgehen will. Casey nimmt er mangels ausreichender Ortskenntnis nicht mit und geht daher alleine in die Dunkelheit. Zuerst glaubt er, sich verhört zu haben, doch dann merkt er, dass Leute auf dem Friedhof sind - Leute, die sich darauf verlassen, dass nachts niemand auf dem Friedhof ist, Leute, die gerade einen Drogendeal durchziehen. Der Deal geht jedoch schief und es fällt ein Schuss und dummerweise verrät sich Jackie Clay genau in diesem Moment durch den Tritt auf einen Ast.
Er flieht, holt Casey, um mit ihm zu fliehen und die beiden rennen zum Haupttor, dem (fast) einzigen Weg aus dem Friedhof (überall sonst ist der Zaun zu hoch). Casey verletzt sich auf der Flucht und will Jackie wegschicken - denn das sei das übliche Verhalten. Davon lässt sich dieser natürlich nicht von seinem Weg abbringen, er stützt Casey, um mit ihm zusammen zu fliehen und als sie merken, dass einer der Drogendealer am Haupttor auf sie wartet machen sie kehrt, um ein Jackie bekanntes Loch im Zaun zu erreichen.
Als Casey in Ohnmacht fällt und Jackies Lage immer verzweifelter wird, erhält er Hilfe von Leuten, mit denen er nicht wirklich gerechnet hatte...
Kritik:
Eine wahrhaft "süße" Geschichte - wie JMS sagte, über Freunde, anständiges Verhalten und den Zorn der Toten. Es macht einfach Spaß, das Ganze anzuhören und innerhalb der City of Dreams auch mal eine "hellere" Geschichte zu hören - die aber dennoch nachdenklich macht, denn die von dieser Episode transportierten Werte sind durchaus den ein oder anderen Gedanken wert.
Nicht zu vergessen ist hier aber die Performance von Mervin Goldsmith als Jackie Clay - einfach umwerfend, wie er es schafft, einem ein Bild von Jackie Clay einzupflanzen. Allein er ist es schon wert, diese Episode zu hören - ganz zu schweigen davon, dass es nach den beiden vorangegangenen sehr düsteren Episoden auch einfach erholsam ist.
"Ep.03: The Friends Of Jackie Clay"
von J. Michael Straczynski
Regie von Brian Smith
Sprecher: Mervin Goldsmith; Kevin Conway
Hörspiel (engl.), Internet
Seeing Ear Theatre 1998
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