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rezensiert von Matthias Pohlmann
Buch: J. Michael Straczynski
Regie: Brian Smith
Produzent: Brian Smith
Ausf. Produzenten: Brian Smith und J. Michael Straczynski
Musik: Jeff Nostrand (Komposition und Ausführung)
Sound Design: John Colucci
Hauptrollen:
Steve Buscemi (Mr. Beresford Mackey)
Kevin Conway (Erzähler)
in weiteren Rollen:
Christopher Burns (Jimmy)
Kevin Daniels (Derek B.)
Beth Glover (Frau)
J.R. Horne (Franklin Chase)
Ezra Knight (Quint)
Kurzinhalt:
Diese erste Episode von City Of Dreams ist eine düstere Geschichte von einem voreingenommenen bis rassistischen Nachtclub-Besitzer, der einen neuen Sound entdeckt sowie eine Band, die einfach nicht gehen will...
Straczynski über die Episode:
"Für unsere erste Story wollte ich etwas mit "Zähnen", etwas, das eines der eher bekannten übernatürlichen Themen aufgreift und so verwendet, dass es mit zeitgenössischen Themen vermengt wird. Es fühlt sich ein wenig nach (H.P.) Lovecraft an, beginnt mit dem Ende, um dann im Verlauf der Geschichte herauszuarbeiten, wie und warum es dahin kam. Wo sonst kann man all das und einen Kommentar zum Zustand der Musikindustrie bekommen?"
Link zur Episode: City Of Dreams 01
Inhalt: (Spoiler!)
Der Ort dieser Geschichte ist ein Nachtclub, der - vorsichtig ausgedrückt - nicht gerade im Marco Polo-Reiseführer in der Empfehlungsliste für die City Of Dreams stünde, wenn es denn einen solchen gäbe.
Die Geschichte beginnt, als Mr. Mackey Besuch von der Bank bekommt, weil er einen großen Ratenrückstand aufzuweisen hat. Nur sehr widerwillig lässt sich Mackey auf ein Gespräch mit dem Banker ein, nachdem dieser nicht bereit ist, an einem anderen Tag wieder zu kommen. Und als Mackey ihn auch nicht durch einige Floskeln los wird, erzählt er ihm die ganze Geschichte seines Problems:
Mr. Mackey ist nämlich der Inbegriff des schmierigen Nachtclubbesitzers, der jeden Montag Abend eine "Audition Night", ein Abend, wenn Nachwuchsbands auftreten können, von fünf bis sechs Uhr abends veranstaltet. Als er eines Abends wieder einmal eine Nachwuchssängerin vor sich hat, will er diese auch gleich mit in sein Büro nehmen, um ihr "Janis Joplin-Sachen" zu zeigen (oder war's die Briefmarkensammlung?). Daher beendet er seine "Audition Night" für diesen Abend bereits um halb sechs - oder besser gesagt: Er möchte sie um halb sechs beenden - nur hat da Quint, Leadsänger und Gitarrist der Band "Die Verdammten" etwas dagegen, denn er würde mit seiner aus Schwarzen bestehenden Rockband noch gerne aufspielen. Und genau hier liegt auch das Problem oder wie es Mackey gegenüber Quint ausdrückt: "Du versuchst, uns eine Art Schokoladeneis zu verkaufen, wir kaufen aber nur Vanilleeis."
Quint besteht jedoch darauf, zu spielen, während Mackey darauf besteht, dass er als Boss des Clubs zu bestimmen habe, wer wann spielen darf - und schlägt zunächst vor, dass die Band in sechs Monaten nochmal kommen solle, und er dann schaue, ob er etwas machen könne. Quint jedoch sagt, dass er akzeptiere, dass Mackey entscheide, wer auftreten dürfe - es reiche ihm schon, wenn Mackey ihnen einmal zuhöre, dann könne er entscheiden, ob er sie wolle oder nicht. Mackey aber lehnt ab, was Quint dazu veranlasst, zu sagen: "Sie werden uns zuhören. Das ist ein Versprechen." Die Verdammten verlassen das Lokal, und Mackey kann sich endlich seiner eigentlichen Aufgabe widmen - der Nachwuchssängerin.
Doch als er der jungen Dame offensichtlich unter Einsatz seines ganzen Körpers (und des ihren) die Janis-Joplin-Sachen (sehr) nahe bringt, wird er unterbrochen - sein Assistent Jimmy teilt ihm mit, dass die Verdammten zurück gekehrt seien - als Kunden des Clubs und einfach nur in der Mitte des Clubs säßen und trinken würden. Doch das Ganze sorgt nach Jimmys Beschreibung für eine eigenartige Atmosphäre - fünf schwarze Männer, die stumm mitten im Club mit ihren Drinks sitzen und es wirkt, als ob sie eine dunkle Wolke um sich herum hätten. Dies macht den anderen Kunden anscheinend Angst, weshalb sich Mackey um die Sache kümmert, woraufhin Quint ihm erneut verspricht, dass er sie anhören werde - auf jeden Fall.
Fortan hat Mackey auch Stammkunden, die nie irgendetwas taten, was ihm einen Grund gegeben hätte, sie hinaus zu werfen. Dennoch vertreiben sie nur durch ihre Anwesenheit die Kunden, da sie eine einschüchternde Aura haben. Da Mackey stur bleibt, beauftragt er einen Bekannten, sich darum zu kümmern. Der hatte ihm einst gesagt, dass er der Richtige sei, falls Mackey mal etwas "Spezielles" getan haben müsste. Daher bittet Mackey ihn, "etwas" in der Sache zu tun. Was, das will er gar nicht wissen, Hauptsache, das Problem ist endgültig gelöst - und sein Bekannter leistet durch einen "Unfall" ganze Arbeit - die Körper der Bandmitglieder werden jedoch nie gefunden.
Und von da ab begann für Mackey der wirkliche Horror - der Nachtklub wird wie durch Geisterhand immer kälter und dunkler, die Kunden bleiben weg - und die Verdammten kehren zurück...
Kritik:
Diese Geschichte hat tatsächlich "Zähne", wie JMS es ausdrückte. Zwar ist die Figur des Mr. Mackey doch arg klischeehaft, das macht aber aus zwei Gründen gar nichts: Zum Einen durch die unglaubliche Performance von Steve Buscemi, zum anderen durch den zweiten Teil der Geschichte, in dem man das bekommt, was sich auch in den nächsten Folgen einstellt - das "City-Of-Dreams-Feeling".
Mehr und mehr Mystery zieht in die Geschichte ein, man kann die Kälte des Clubs fast spüren und auch den Gestank meint man zu riechen, von dem da die Rede ist. Und die Art und Weise, wie "The Damned" bzw. "Die Verdammten" zurück kehren und am Ende tatsächlich ihr Versprechen einlösen, dass Mackey sie anhören würde, ist einfach klasse.
JMS schafft es (nicht nur) in dieser Episode, unglaubliche Bilder in den Kopf des Hörers zu pflanzen, City Of Dreams hat von der ersten Episode ab einen Suchtfaktor, vor dem ich hier nur warnen kann.
Ein großer Pluspunkt für diese Audio-Anthologie ist auch der Erzähler, der in allen Episoden seinen Auftritt hat - Kevin Conway. Allein seine Stimme ist schon geeignet, für Gänsehaut pur zu sorgen.
"Ep.01: The Damned Are Playing At Gozilla's Tonight"
von J. Michael Straczynski
Regie von Brian Smith
Sprecher: Steve Buscemi; Kevin Conway
Hörspiel (engl.), Internet
Seeing Ear Theatre 1998
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